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Ein Blick in die Zukunft

GeschichteAbenteuer, Fantasy / P16
Damian / Der Verdammte Drachenritterin Talana Drachentöterin Kommandantin Rhoda OC (Own Character)
19.02.2015
17.02.2017
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17.05.2015 786
 
So stand ich am Tresen und blickte trübsinnig in meinen bereits halb leeren Krug. Oder war er doch halb voll? Ich wusste es nicht.
Elsa hatte sich wieder dem Servieren zugewendet, da sich der Schankraum langsam zu füllen begann. Einige Mienenarbeiter und Locke.
Wenn es einen Charakter gab, den ich in Divinity 2, mal ganz abgesehen von Damian und Ygerna, nicht ganz so toll leiden konnte, dann war das Locke. Für mich war er das personifizierte Streben nach Geld. Um jeden Preis.
Und so dauerte es natürlich keine zwei Sekunden, bis er mich von der Seite anquatschte:
„Ah Drachentöter, wie mir scheint habt ihr hier aufgeräumt! Endlich sind diese Suchenden verschwunden. Ich würde euch ja gerne noch selbst belohnen, aber meine Geschäfte liefen in der letzten Zeit nicht besonders gut! Das versteht ihr doch?“
-Sicher versteh ich, dass du Geizhals niemals einen Cent zu viel ausgeben willst, du hast ja so wenig Geld in der Tasche, dass dir die Hose ohne Gürtel herunterfallen würde.-, dachte ich, sagte aber stattdessen:
„Selbstverständlich! Ich tat es ja schließlich nicht um für Belohnung, sondern der Hilfe wegen.“
„Wie edel die Drachentöter doch sind.“, flötete er. „Könntet ihr dann vielleicht auch einem Armen Händler helfen, der um seine Ware betrogen wurde?“
„Insofern ich das kann, gerne!“, antwortete ich und wusste, was jetzt kommen würde.
„Nun, vor einiger Zeit habe ich einem gewissen Kunrath einen Hasen verkauft, habe das Geld jedoch nie erhalten! Würdet ihr vielleicht … mit ihm reden?“
„Kann ich machen.“, willigte ich ein, trank mein Bier aus und stand auf.
Als ich nach draußen ging musste ich nachdenken. Sollte ich Locke das Geld beschaffen oder Kunrath helfen? Locke das Geld zu beschaffen brachte mir Vorteile, Kunrath zu helfen nur Nachteile.
Ich lief über die Wiese, in Richtung Mauer. Kunrath patroulierte auf und ab und sah mich erst, als ich direkt vor ihm stand.
„Ah, der Drachentöter!“, grüßte er mich freundlich. „Schöner Tag heute, nicht?“
„Da habt ihr recht mein Freund. Was gibt’s neues?“
„Eigentlich nichts. Obwohl … In der Nähe soll ein Drache gesichtet worden sein. Aber davon habt ihr ja sicher schon gehört oder?“
„Das habe ich.“, bestätigte ich. „Ebenso hörte ich von einem Hasen, den ihr noch Locke schuldet!“
„Ach so darum geht es hier! Und ich dachte, die Drachentöter seien hier um zu helfen, nicht um die Taschen eines Geldsackes noch weiter zu füllen!“, meinte er verächtlich.
„Ich habe nicht gesagt, dass ich euch nicht helfe!“, beschwichtigte ich ihn.
„Werdet ihr mir nun helfen oder nicht?“
„Ich werde! Glaubt mir, ich weiß, dass er lügt.“
„Woher?“, fragte er nun etwas entspannter.
„Das spielt keine Rolle! Und nun entschuldigt mich.“
„Wohin wollt ihr?“, wollte er unsicher wissen.
„Ich gehe Jagen!“
Mit diesen Worten überlies ich ihn seiner Patrouille. Ich ging im Dorf umher und suchte nach einem Hasen, den ich erlegen und anschließend Locke bringen könnte. Vor dem Haus des Müllers sah ich schließlich das gesuchte Tier durchs Gras hoppeln. In einiger Entfernung zog ich meine Klinge und hockte mich hin. –Was gäbe ich jetzt für einen Bogen.-, dachte ich, während ich mich langsam und möglichst leise auf mein Ziel zubewegte. Der Hase mümmelte gerade an einem Löwenzahn und war dementsprechend abgelenkt. Noch drei Meter, noch zwei, einer … Ich hob das Übungsschwert langsam in die Höhe, wie beim Fingerroulette und stieß sie dem Tier dann präzise ins Genick. Es brach und der Hase war sofort tot. Blut lief den kleinen Körper herab und das kleine Geschöpf tat mir irgendwie leid. Wenigstens hatte es nicht lange leiden müssen, tröstete ich mich. Ich ließ den Erlegten eine Weile ausbluten, bevor ich ihn an den Hinterläufen packte und mich auf den Rückweg zu Locke machte. Es sah wohl etwas seltsam aus, denn die Dorfbewohner schauten mir hinterher, als ich an ihnen vorüberschritt. Ich betrat die Kneipe, ging den, in den Fels gehauenen Weg zur Gaststube empor und warf Locke, an seinem Platz angelangt, den Hasen auf den Tisch. Eine kleine rote Pfütze bildete sich um das tote Tier.
„Bitte sehr, euer Hase!“, sagte ich zu Locke, dem das Blut auf seinem Tisch offensichtlich nicht behagte, zumal es sich unablässig auf ihn zubewegte.    
„Was, der Hase?“, rief er erschrocken. „Ähm, behaltet ihn, wir sind quitt!“
„Und Kunraths Schulden?“
„Sind erlassen! Nur bitte, nehmt den Hasen da weg!“
Das tat ich. Ich gab ihn in die Küche und bat um einen Lappen, da ich Elsa das Blut nicht zumuten wollte. Alle, die sich während des kurzen Gespräches umgedreht hatten, aßen und tranken weiter. Locke aber blieb still, selbst als ich kam, um das Blut von seinem Tisch zu wischen. Er hatte begriffen.
Ich ebenso. Mir war es gelungen frei zu handeln! Nicht nach der Vorgabe des Spieles. Es bestand also noch Hoffnung.
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