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This could be the journey of our lives

von kuyami
GeschichteLiebesgeschichte / P18 Slash
Ardy Taddl/Meatcake
18.02.2015
01.04.2015
13
34.463
27
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64 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
21.02.2015 2.151
 
Best friend through ups and downs

But you stay here right beside me
Watch as the storm goes through
(God gave me you – Dave Barnes)




„Boah Junge, jetzt spucks schon aus!“, drängte Ardy, als sie am nächsten Tag unter anderem mit Felix beim Essen saßen und lehnte sich leicht gegen Taddls Arm, der seinen Ellenbogen lässig auf die Kante seiner Stuhllehne drapiert hatte.

Er hatte kein Problem damit, mit diesen Leuten unterwegs zu sein oder beim Essen zu sitzen; mochte sie alle, das war nicht das Problem.
Sein Problem war, dass ihm Taddls Arm nicht genug war. Es reichte einfach nicht. Er wollte mehr von Taddl. Mehr sehen, mehr hören, mehr spüren, mehr schmecken.

Aber sie waren zum einen in der Öffentlichkeit und zum anderen mit Izzi unterwegs, der einfach noch nichts von ihrer Beziehung wusste und dem sie vorerst auch eigentlich nichts davon sagen wollten. Ein wenig Geheimniskrämerei machte ihnen Spaß und um ehrlich zu sein hatten sie sich auch bei einigen Freunden noch nicht getraut, es ihnen irgendwie zu sagen, weil sie nicht wussten, wie sie reagieren würden. Und bei dem ganzen Stress der letzten Monate hatten sie wirklich andere Sorgen gehabt.

Bevor das große Drama losgebrochen war, hatten sie mehrfach darüber gesprochen und er hatte wirklich das Gefühl gehabt, dass sie sich immer weiter auf den Punkt zubewegt hatten, an dem sie es einfach all ihren Freunden erzählt hätten. Doch dann waren ganz andere Probleme auf sie zu gekommen. Probleme, die sie nächtelang wach hielten und dafür sorgten, dass sie einfach nur Angst um ihre Zukunft hatten.

Da war das winzige Problemchen, dass noch nicht all ihre Freunde von ihnen wussten, wirklich in den Hintergrund gerückt. Überhaupt war ihre ganze Beziehung in den Hintergrund gerückt.

Die letzten Wochen und Monate waren sie füreinander mehr beste Freunde gewesen als Partner. Weil es wichtiger war, nicht den Verstand zu verlieren, dran zu bleiben und weiter zu kämpfen, als regelmäßigen Sex zu haben. Und er war einfach nur froh gewesen, dass sie das wohl beide so gesehen hatten, ohne dass sie auch nur ein einziges Mal darüber gesprochen hatten.

Klar, er hatte Taddl vermisst – als seinen festen Freund. Aber er war einfach nur glücklich darüber gewesen, dass er ihm als bester Freund bei allem zur Seite gestanden war. Und dass er ihn auch nicht dafür verurteilt hatte, als er schließlich doch einiges an Fehlverhalten seinerseits Mediakraft gegenüber eingeräumt hatte. Taddl war da gewesen, immer. Als bester Freund.
Doch beste Freunde schliefen nicht jede Nacht im selben Bett, kuschelten auf dem Sofa oder liebten sich auf dem Küchentisch. Das gehörte nicht dazu und so hatte das alles die letzte Zeit auch eher weniger Einzug in ihre Beziehung gefunden.

Doch all diese Sorgen, die sie wach gehalten hatten,  waren jetzt vorbei, sie waren endlich frei. Und es fühlte sich so an, als wären Taddl und er nach so langer Durststrecke endlich wieder richtig verliebt. Schon in diesen wenigen Stunden, die sie jetzt wussten, dass sie frei waren, hingen sie ständig zusammen, küssten sich in den passendsten und unmöglichsten Momenten und wollten sich permanent nahe sein. So nah wie möglich. An Taddls Anhänglichkeit merkte er genau, dass es ihm ebenso ging und so fühlte es sich einfach nur gut an.

Aber je länger Felix es hinauszögerte, ihnen überhaupt zu sagen, was für eine ach so tolle Idee er doch hatte, desto länger würde es dauern, bis ihre Küsse, ihr Stöhnen und ihr Schweiß endlich wieder eins wurden.

Irgendwie kam er sich reichlich dämlich vor, sich so nach Taddl zu verzehren, aber da Mediakraft sich einfach noch einen sehr frühen Zeitpunkt ihrer Beziehung ausgesucht hatte, um einen großen Rechtsstreit loszutreten, waren sie in ihrer schönsten Phase gestört worden. Und so machten sie jetzt eben da weiter, wo sie aufgehört hatten, bevor sie den Kopf nur noch voller Anwaltstreffen, Vertragsklauseln und Anschuldigungen gehabt hatten.

Unauffällig und kaum merklich grinste Taddl ihn leicht von der Seite her an und bestätigte ihm wieder einmal, dass er genau verstand, weswegen er wollte, dass Felix sich beeilte und dass es ihm genauso ging.
Ein schnelles Lächeln und ein kurzer Blick waren ihnen schon immer genug gewesen, um sich ganze Geschichten zu erzählen.

„Hey, kein Stress. Das nennt man Spannungsbogen aufbauen, okay?“, grinste Felix und nahm einen großen Schluck Cola.
Ardy rollte genervt mit den Augen und ließ sich in seinem Stuhl zurück fallen.

„Komm schon, Felix. Spucks aus. Ich muss in zwei Stunden in der Uni sitzen - letzte Prüfung für dieses Semester“, drängte jetzt auch Izzi mit einem ungeduldigen Blick auf die Uhr. Man sah ihm deutlich an, dass er verdammt nervös war, weil er unruhig auf seinem Platz hin und her rutschte und seine Hände an seiner Jeans abwischte, während er mit wippendem Bein Felix beobachtete. Dass er überhaupt hergekommen war, hatte Ardy eh schon gewundert.

„Jaja, schon gut“, lenkte Felix schließlich ein, als er sah, dass Izzi gerade nicht zu Scherzen aufgelegt war.
Gespannt lehnte Ardy sich jetzt wieder ein Stück nach vorne, ließ sich jedoch bei Felix' Worten sofort wieder zurück fallen.

„Wir machen einen Roadtrip 2.0.“

Genervtes Aufstöhnen kam von allen Seiten und Taddl nahm sogar den Arm von seiner Stuhllehne als er sprach:
„Alter! Wir haben Mediakraft noch nicht mal 24 Stunden los und schon reibst du es und wieder schön genüsslich mitten in die Fresse, oder was?“

Schließlich war der erste Roadtrip ja komplett von Mediakraft finanziert, organisiert und auch kontrolliert worden. Er musste einmal besonders tief durchatmen, wenn er nur daran dachte, dass Mediakraft bei ihm ganze ReiseVlogs gelöscht hatte. Einfach nur, weil ihnen daran irgendetwas nicht gepasst hatte – was wusste er bis heute nicht. Stattdessen hatte er die ganze Kritik der Zuschauer wortlos hinnehmen müssen und hatte sich nicht dazu äußern können. Was hätte er auch sagen sollen? Die Wahrheit und auf sein Netzwerk schimpfen, das ihm das Hotelzimmer bezahlte, in dem er gerade lag? Schlechter Schachzug. So hatte er all die bösen Kommentare und sogar einige Deabos hinnehmen müssen.

Taddl schien seine Anspannung bemerkt zu haben und klopfte ihm kurz beruhigend auf die Schulter bevor er seinen Arm wieder lässig auf Ardys Stuhl positionierte .

„Ach Taddl, laber doch keinen Müll! Grade das will ich ja nicht.“

Alle sahen Felix verständnislos an. Gut, dass nicht nur Ardy keine Ahnung hatte, was er eigentlich von ihnen wollte.
„Wir machen unseren eigenen Roadtrip, versteht ihr? Ohne Mediakraft – als kleine Rache für die ganze Scheiße und einfach, weil wir uns Urlaub verdient haben.“
„Was genau heißt 'ohne Mediakraft'?“, fragte Simon jetzt zum ersten Mal interessiert nach.

„Najaaa. Natürlich müssen wir dann alles selbst zahlen, das ist klar. Aber: wir können tun und lassen, was wir wollen. Keine gestellten Autos, keine vorgegebene Reiseroute mit so ekelhaft straffem Zeitplan, dass man nicht mal schlafen oder sich überhaupt was anschauen kann, keine aufgezwungenen Städte, keine vor reservierten Hotelzimmer und vor allem auch keine Verpflichtung, jeden Tag einen ReiseVlog hochzuladen, weil sie uns sonst einfach den Geldhahn abdrehen“, spulte Felix in seiner üblichen viel zu schnellen Redensart herunter und danach herrschte erst mal Stille. Jeder schien über Felix' Idee nachzudenken.

„Alles kann, nichts muss“, murmelte Simon mehr zu sich selbst als zu irgendjemand anderem.
„Ganz genau. Der Simon, ne, der versteht mich!“, grinste Felix zufrieden und klopfte seinem Freund auf die Schulter.
„Und wo willst du dann hinfahren?“, fragte Izzi nun schon einen Ticken entspannter.
„Naja, überall dahin, wo wir Lust haben. Entweder wir überlegen uns vorher ne Route oder wir fahren einfach los und schauen, wo wir landen oder wir suchen uns ein großes Ziel und machen auf dem Weg dahin einfach überall Halt wo wir Bock haben“, erklärte Felix jetzt wieder viel zu schnell, begeistert und ausschweifenden Gesten, weil er merkte, dass seine Idee doch Anklang fand.

„Oder jeder darf sich ne Stadt aussuchen und in die fahren wir dann irgendwann im Laufe der Reise.“
Dieser Vorschlag konnte nur von ihrem alten Diplomaten Simon kommen, fand aber auch Zustimmung.

Wenn er ehrlich war klang das alles gar nicht so schlecht. Es klang nach möglichst wenig Verpflichtungen und möglichst viel Spaß. Und nach Sommer, Sonne, Strand, Urlaub, Entspannung.

„Aber wenn wir fahren muss Flo mit!“, warf Taddl ein und Ardy konnte an seiner Stimme hören, dass er sich schon längst entschieden hatte.
„Und Hallodri auch!“
Wie begeistert sie alle waren, war schon ganz nett anzusehen. Er beobachtete die Situation jedoch lieber erst mal von außen und sagte nichts dazu.

„Sebastian ja aber wohl nicht, oder?“, gab Taddl zu bedenken und erntete zustimmendes Brummen.
Zwar hatte er in der ganzen Mediakraft-Sache nie Stellung für eine Partei bezogen, doch es war deutlich spürbar, dass er lieber zu seinem Arbeitgeber hielt. Ihre privaten Treffen wurden schnell seltener, blieben schon nach kurzer Zeit ganz aus. Auch die beruflichen Treffen verkürzte er erst so weit wie möglich auf lediglich das Wesentliche, ließ sich dann teilweise entschuldigen und sorgte dann dafür, dass ihnen ein anderer Mitarbeiter zugeteilt wurde. Das war deutlich genug gewesen, da hatte er nichts dazu sagen müssen. Sie fanden es zwar schade, doch Ardy musste es ganz realistisch betrachten und es als praktisch ansehen, dass sich wieder ein falscher Freund aus ihren Reihen entfernt hatte. So langsam wurden sie wirklich immer weniger. Jedoch hatte er lieber wenige und dafür gute und loyale Freunde, als falsche. Das mochte von ihm aus noch treffen, wen es  wollte. Er wusste, dass es niemand sein würde, der hier mit ihm am Tisch saß. Und das war wichtig.

„Also Flo wäre auf jeden Fall dabei. Der hat nächste Woche seine letzte Prüfung und danach Zeit“, erklärte Felix jetzt wieder betont fröhlich, um die schlechte Stimmung etwas zu vertreiben, die plötzlich aufgezogen war.
„Wie hast du das denn jetzt so schnell rausgefunden?“, fragte Izzi verdutzt und warf wieder leicht nervös einen Blick auf seine Uhr.
„Hab ihn schon vor zwei Tagen gefragt“, zuckte Felix grinsend die Schulter und nahm einen weiteren Schluck.
„Also seid ihr alle dabei?“

Izzi und Taddl stimmten sofort zu. Simon überlegte noch kurz, doch nachdem sie ihm versprochen hatten, dass es erst in zwei Wochen losgehen würde, wenn Cathy sowieso mit ihren Mädels im Urlaub war und sie so keine gemeinsame Zeit verpassen würden, stimmte auch er zu. Sonst war Simon ja eher selten bei solchen Unternehmungen dabei, aber daran, dass er jetzt zustimmte, erkannten sie, wie fertig auch ihn die letzten Monate gemacht hatten.
Fehlte nur noch Ardy.

„Und was ist mit dem sweeten Ardy-Boy?“, fragte Simon reichlich übertrieben und alle Augenpaare richteten sich auf ihn.
Wollte er das wirklich? Ja, klar wollte er es. Aber er wollte auch einfach Zeit mit seinem Freund verbringen. Mit einem Seitenblick auf Taddl, der ihn begeistert wie ein kleines Kind ansah, stimmte auch er nach einem Seufzen schließlich zu.
Und sofort war Felix wieder in seinem Element und bombardierte sie mit Fragen, die es bis dahin noch zu klären galt. Izzi erklärte sich bereit, Hallodri zu fragen und falls nötig zu überzeugen und brach dann nach allgemeinen Glückswünschen zu seiner Prüfung auf.



„Du warst ja nicht sonderlich begeistert“, stellte Taddl mehr fest, als dass er fragte, nachdem sie zwei Stunden später wieder zu Hause waren.
Er zuckte nur mit den Schultern, wollte jetzt wirklich nicht zugeben, weshalb er etwas skeptisch war und schlurfte an Taddl vorbei in die Küche, um sich etwas Kaltes zu Trinken aus dem Kühlschrank zu holen. Es war mittlerweile schon richtig warm geworden und nach einem kleinen Temperatursturz nächste Woche sollten die Temperaturen dann wieder unaufhörlich ansteigen für einen richtigen Sommer.

Taddl sagte nichts, sondern folgte ihm nur wortlos und setzte sich auf den Tisch, während er sich eine Fanta aus dem Kühlschrank angelte. Als er an Taddl vorbei gehen wollte, hielt er ihn jedoch am Handgelenk zurück und zog ihn an sich, zwischen seine Beine.
„Ich will doch auch gern mit dir allein sein“, flüsterte er leise und tief in sein Ohr, ehe er kurz seinen Hals küsste.
Es gefiel ihm, dass Taddl es nicht als peinliche Frage formuliert hatte, die den Schluss zuließ, dass er das ganz anders sah. So hatte er gleich zugegeben, dass er sowohl wusste, woher Ardys Zweifel kamen, als auch, dass es ihm genauso ging.
„Aber ich will auch mit dir Urlaub machen“, fügte er zwischen zwei Küssen auf seinen Hals hinzu.
„Scheiße man, wir haben uns das mehr als verdient“, gab er zu bedenken und kraulte Ardys Nacken.
Ardy legte eine Hand an seine Wange und küsste ihn, bevor er fragte:
„Und wie hast du dir das vorgestellt?“

Denn wo Taddl Recht hatte, hatte er Recht. Sie hatten sich einen entspannenden Urlaub wirklich verdient. Und er hatte auch dringend das Gefühl, dass sie endlich Mal wieder aus Köln und ihrer Wohnung raus mussten.

„Naja, wir haben tagsüber Spaß mit unseren Freunden und nachts haben wir dann alleine unseren Spaß“, grinste Taddl zwischen mehreren Küssen und Ardy musste zugeben, dass das wirklich sehr verlockend klang.
„Und bis dahin machen wir noch ganz viel Stuff allein, okay?“
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