Das Hibiskusmädchen

von Arzani92
SongficPoesie, Familie / P18
Gol D. Roger Puma D. Rouge
18.02.2015
18.02.2015
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Ein kleines Vorwort:
Hallo ihr Lieben,
ich weiß, es ist wirklich selten, dass man von mir ein Vorwort zu lesen bekommt, aber bei dieser Geschichte ist es wohl sinnvoll.

Als erstes möchte ich sagen, dass ich selbst glaube, dass diese Theorien mit denen ich hier rumspekuliere, eher unwahrscheinlich und vor allem nicht ausgereift oder bestätigt sind. Sie basieren nur auf ein bisschen zusammen gekratztem Wissen und auf Diskussionen mit anderen Schreiberlingen.

Dann will ich euch natürlich nicht das wunderbare Lied vorenthalten, dass mich auf diese Song-Fic gebracht hat. Eigentlich basiert der Text, vor allem das, was ihr nachher in Elbisch zu lesen bekommt, auf Tolkien und dem, was er aufgebaut hat. Jedoch hat es mich zu allem, was hier folgt, ziemlich inspiriert.
Das Lied ist von Oonagh und heißt Eldamar.

Eldamar ist übrigens das elbische Wort für Elbenheim. Den Hintergrund zu dem, was gesungen wird gibt es hier sehr kompakt zu lesen, weswegen ich das nicht weiter ausführen möchte (und auch niemals so gut zusammen gefasst bekommen hätte).

Und zu guter Letzt entschuldige ich mich, wenn unsere zwei Charaktere ein bisschen ins OoC gerutscht sind. Irgendwie hat das alles ein ziemliches Eigenleben bekommen.

So und jetzt ist Schluss mit meinem Gelaber und ich wünsch euch viel Spaß beim lesen.


***


Rotblonde Haare wehten im Wind, glänzten golden in der untergehenden Sonne und fingen die strahlende Freiheit ein, die einst gewesen war. Ihre Tränen vermischten sich mit dem Salz des Meeres und wurden eins mit der Weite und Tiefe der tausend Perlen, die die große See bildeten. Wieder einmal wurde ihr bewusst, wie viel sie über die Jahre verloren hatten. Was ihnen genommen wurde, weil andere Ansichten, Meinungen und Interessen wichtiger schienen oder als wichtiger aufgenommen wurden. Dabei hatte es nie etwas mit ihr zu tun gehabt.

Langsam näherte sich die Sonne dem Horizont. Noch war es hell genug, doch bald würde der Mond dafür sorgen die Welt zu erleuchten. Dann würde das Gold versinken und in tausend Teile zerspringen, damit das dunkle Samt der Nacht glitzern konnte. Sie würde da sein um dem Schauspiel zuzusehen, weil die Stimme in ihrem Inneren keine Ruhe ließ und ihr zuflüsterte, dass er wiederkam. Nach all dieser Zeit würde er wieder an ihrer Seite sein und das Gegenstück zu ihrem Herzen bilden.

Eine Stimme spricht
Eine Sehnsucht wächst
Von der Nacht berührt
Und vom Mond geweckt


Sie sah die Segel schon lange bevor sie die Insel erreicht hatten. Sie standen stark aufgerichtet in der Luft, unverkennbar wehte die Flagge, die sein Zeichen trug. Ihr Herz zog sich zusammen, die Sehnsucht, die sie nun schon seit Anbeginn des Tages verspürte, hatte ihren Höhepunkt erreicht und doch konnte sie sich nicht bewegen.
Versteinert wie sie war gehorchte ihr Körper keinem ihrer Befehle mehr. Die Klippe ihr einziger Anker in dieser Zeit voller Wirbelstürme. Sie würde irgendwann untergehen. Doch bis dahin würden noch einige Sonnen aufgehen und viele Nächte verstreichen. Heute beunruhigte sie das nicht.

Die Sterne funkelten schon seit einer Weile am Firmament, als die ersten Rufe zu hören waren. Sie wusste, dass sie eigentlich frösteln sollte. Sie wusste, dass Hunger sie quälen müsste und doch brauchte ihr Körper nichts anderes als das Mondlicht, das ihre Haut schimmern ließ. Das weiße Kleid, welches ihre Glieder umfloss, war wie aus weißer Seide gemacht, sollte man sich der Illusion hingeben, die sie leicht zu erzeugen wusste. Nur die rote Hibiskusblüte erklärte der Welt, dass sie kein Wesen der Nacht war.

Die Erinnerung
An ein fernes Glück
Hinterm Horizont
Führt der Weg zurück


Seine Schritte waren sanft und knirschten leise auf dem Weg, der zu ihr führte. Sie drehte sich nicht um, denn sie wusste, dass er es war. Ihr Herz konnte seine Präsenz fühlen und mehr brauchte es nicht, damit sie die Sicherheit bis in die letzte Faser ihres Körpers spüren konnte. Jede kleinste Zelle spürte die Wärme, die von ihm ausging, obwohl er noch nicht mal neben ihr stand.
Erinnerungen strömten durch ihren Kopf, jene Bilder der verlorenen Heimat, die sie auf ewig suchten und doch nicht finden konnte. Wieder kamen ihr die Tränen über all die verlorenen Menschen, die es einmal gegeben hatte und deren Ahnen, die nun nicht mal mehr wussten, wie bedeutend sie waren. Leise rann die erste ihre Wange hinunter, als er seinen Arm um sie schlang und sie an sich zog. Mit einer sachten Bewegung strich er die kostbare Perle aus ihrem Gesicht und übergab sie der Unendlichkeit.

„Roger …“, seufzte ihre Stimme und ein kleines, aber sehr ehrliches Lachen ertönte aus seiner Kehle. Im nächsten Moment lagen ihre Lippen aufeinander, weil sie wussten, dass sie schon immer zueinander gepasst hatten.
Die Welt drehte sich weiter und doch blieb sie einen Augenblick stehen und mit einem Sprung holte sich die Erde das wieder, was sie in diesen paar Sekunden verpasst hatte. Es ließ sie taumeln, doch starke Hände hielten sie aufrecht.
„Rouge …“ Raue Finger strichen über ihren zarten Hals, liebkosten, was sie so lange vermisst hatten. Gaben ihr ein Gefühl davon, was noch kommen würde, weil es einfach richtig war. „… du hast mir gefehlt.“

Naira ëar, naira ëar, Endor lestalmë, Eldamar!
Naira ëar, naira ëar, tanna lutta nu i Menelmacar
Naira ëar, naira ëar, Endor lestalmë, Eldamar!
Naira ëar, naira ëar, telda ranta ló i menya lenda


Ihre Augen trafen seine und konnten all die Weite in ihnen sehen. Sie sah jeden einzelnen Tropfen Meer, den er befahren hatte. In seinem Blick war der Ozean so viel stärker, als er mit seiner vollen Pracht zu ihren Füßen je sein konnte. Die See spiegelte sich in den unendlich weiten und wissenden Irden. Nichtsdestotrotz konnten sie funkeln, wie spielende Wellen in der Sonne. Sie waren so wandelbar wie das Meer, das von dem friedlichsten Ort zu einem Platz voller Gefahren wurde, wenn der Wind sich änderte. Auch er hatte mehr verloren und doch mehr erhalten, als jemals jemand anderes.

„Hast du sie gefunden?“
Ihre Stimme war zittrig und doch so fest wie ein Felsen im Wasser. Unerschütterlich, weil nur die Zeit sie zerstören konnte und diese war im Moment irrelevant. Sie musste nicht so weit überdauern wie ein Berg es musste, der seine Landsleute heim rief. Sie war nur ein Stein, der einen viel größeren ins Rollen brachte. Trotzdem änderte es nichts an ihren zittrigen Gliedern.
Sein Lächeln beruhigte sie und unablässig strichen seine Finger über ihren Körper, verdeutlichten warum sie zusammen besser funktionierten als alleine. Warum die unerlässlichen Sterne sie zusammen geführt hatten.
„Nicht alle. Natürlich nicht. Aber genug.“

Ihr Zittern verschwand und ihr Atem flachte ab. Die Anspannung wich aus ihrem Körper und erneute Tränen sammelten sich in ihren Augenwinkeln. Doch dieses Mal gehörten sie allein ihr. Sie waren die Verdeutlichung ihrer Glückseligkeit. Sie konnten das schaffen, wenn sie wollten. Sie konnten den Grundstein legen, damit sie am Ende ihrer Reise nach Hause segeln konnten und beruhigt wussten, dass es Nachfahren ihres Volkes gab, die für sie die Puzzelteile zusammen setzten und den Willen fortführten. Sie mussten nur weiter machen.

Ela Eldamar – Eoo!
Ela Eldamar – Eoo!
Ela Eldamar – Eooo!


„Du glaubst daran, oder?“, flüsterte sie erneut in die Stille hinein, die sich unaufhörlich ausgebreitet hatte, wie eine Decke aus Daunen, warm und weich. Aber noch war nicht die Zeit für Gemütlichkeit.
Trotzdem war seine Antwort wie ein warmes Feuer, das in ihrer Seele leise vor sich hin prasselte. Er war die Zuversicht, ihre Unerschütterlichkeit und Augen sowie Ohren, dort draußen auf dem Meer.
„Natürlich. Du hast es gesehen, ich habe es gesehen. Das alte Königreich ist noch nicht gestorben und die Hoffnung noch immer da. Keine Angst, noch bin ich nicht tot und du nicht verraten.“

Síra an Elerína


Sie seufzte und lächelte dann. Lehnte sich an seine Brust. Er war seit jeher ihre Stütze und verhinderte, dass sie fiel. Es kostete viel Mut, doch in ihnen lebte das Geheimnis, das seit so vielen Jahren beschützt wurde, weiter. Noch würden sie weiter machen müssen, doch sie konnte schon die Spitze sehen. Heimat war nicht mehr nur ein Wort.

Diese Welt zerbricht
Hol uns fort von hier
Unser Volk ist weit
Uns're Kraft bei dir


Er führte sie über den Weg zurück, weg von der Klippe, auf der sie so lange gestanden hatte. Sie zog den Mantel fester um ihre Schultern, damit die Kälte sie nicht erreichte. Er hatte ihn ihr schon vor Stunden umgelegt.
All die Zeit, die sie alleine gewesen war, hatten sie Empfindungen nicht berühren können, doch nun stürzten sie mit voller Macht auf sie ein. Eine Gabe und ein Fluch zugleich war das Erbe, das sie trug.
„Warum …“, flüsterte sie, lange noch bevor sie ihr Häuschen erreichten, welches versteckt unter den Baumkronen lag. Doch sie wurde unterbrochen, leise und sanft, jedoch bestimmt.
„Weil ich nicht euer König bin.“
Er seufzte leise, obwohl man das von ihm nicht gewöhnt war. Dann hielt er an und drehte sie zu sich um. Obwohl es dunkel war konnte sie jeden seiner Züge ausmachen. Sie schienen zu glühen.
„Du könntest es sein. Sie nennen dich schon König.“

Ein Vibrieren erfasst seinen Körper, als er schallend anfing zu lachen. Es durchzuckte die Dunkelheit und machte ihr Leben für kurze Zeit hell. Das Grinsen, welches auf seinem Gesicht haften blieb war wie eine immer währende Laterne, die gegen die Finsternis ankämpfte.
„Du weißt es doch besser, Rouge.“
Wieder ertönte ein leises Lachen und sie wusste nicht warum es so ehrlich klang, auch wenn es für sie nichts Spaßiges war. Dann wurde er wieder ernst.
„Ich bin nur ein Vorbote. Ein Diener. Ein Wegbereiter. Alle, die mir folgen, wissen das. Sie schimpfen uns Piraten, aber wir sind Seefahrer. Kämpfer und Rebellen. Menschen, die mit dieser Weltordnung nicht einverstanden sind. Auch für sie, für meine Crew, mache ich das. Du weißt es …“

Rouge nickte schwach und gebot ihm dann wieder weiter zu gehen. Die Nacht hüllte sie ein, ein Schimmer verlosch und erstand wieder auf, als ihre zarte Stimme rezitierte, was sie von Kindheit an gelernt hatte. In ihrem Herzen wusste sie, dass die Worte wahr waren. Es war der Grund für sie zu kämpfen und der Grund für ihn zu suchen. Schon seit die Welt sie zusammen geführt hatte. Auch wenn es weh tat, nicht einfach war und ihren sicheren Tod bedeutete.
„Das Volk stirbt, in deinen Armen, Meer, lebe ich. Er kommt, der wahre König, der keiner ist, weil er das Volk liebt und sich selbst vergisst. Er lebt für das Leben und alles was du tust, ist das Geheimnis wahren und die Geschichte erzählen. Dafür bist du da, Hibiskusmädchen.“

Deine Bucht umschließt
Das gelobte Land
Was an Hoffnung bleibt
Ist von dir gesandt.


Sie hatten ihr Häuschen erreicht und warm umfing sie die Sehnsucht nach diesen vier Wänden. Mit ihm fühlte es sich wahrhaftig wie Zuhause an. Sie freute sich auf den Tag, an dem er nicht mehr fort gehen würde. Doch noch war dieser Tag nicht gekommen und würde er kommen, so war ihr Ende nicht mehr weit. Dieses Mal jedoch, so wusste sie, würde er wieder gehen und die Geborgenheit mitnehmen. Dort unten, nah beim Wasser, am Strand, den sie so liebte und fürchtete, wartete, was seine zweite Familie war.
Sie würden ihn nicht sofort wieder aus ihren Armen reisen, doch sie würden ihn mitnehmen. Hoch hinaus und fort von hier. Dorthin, wohin sie nicht gehen konnte. Weil er Angst hatte. Angst um sie, das Hibiskusmädchen.

„Diese Nacht gehört uns!“
Er flüsterte es in ihr Ohr, wie als hätte er ihre Gedanken gelesen und sie wusste, dass es nicht so falsch war. Wahrscheinlich hatten die Bäume, die Vögel und die Erde es ihm verraten. Sie klagte ihnen heimlich ihr Leid, wenn sonst niemand zuhörte. Meistens hörte nur der Wind zu und trug es hinaus auf die Wellen.
Er hatte Recht. Sie musste nicht an morgen denken, wenn es heute gab. Noch war er bei ihr und Heimat nicht fern. Sie würden es schaffen und ihr Herz schlug für diese eine Vollkommenheit. Warm spürte sie seine Haut. Weich seine Finger, die sie berührten, als er an ihr vorbei die Haustür öffnete. Doch bevor er sie mit sich ziehen konnte, hielt sie ihn davon ab, gab ihm, was ihm schon so lange gehörte und flüsterte zwischen sinnlichen Lippen.
„Diese Hoffnung gehört uns!“

Naira ëar, naira ëar, Endor lestalmë, Eldamar!
Naira ëar, naira ëar, tanna lutta nu i Menelmacar
Naira ëar, naira ëar, Endor lestalmë, Eldamar!
Naira ëar, naira ëar, telda ranta ló i menya lenda


Sie spürte Feuer unter seiner Haut, wenn er sie berührte. Er trug sie fort von hier, über den weiten Ozean, hin zu dem Gipfeln der Lust. Ihr Körper verglühte und doch war es Sinnlichkeit, die sie verband. Unter ihr war der Stoff wie weiches Wasser und über ihr leuchteten Sterne, so hell, als würden sie ihr zeigen, wohin ihr Weg führen musste. Es war, als würde sie zwischen den Welten schweben.

Sie wand sich, als müsste sie fliehen, doch um keinen Preis wollte sie weg. Wenn Blüten am schönsten waren, kurz bevor sie starben, dann war das der vollkommenste Tod. Sie keuchte leise, als er ihr sanft über die Seiten strich und alles offenbarte, was sie verborgen hielt.
Wie Wasser zerfloss sie in seinen Händen, die spielten und doch so genau wussten, was sie taten. Er wusste wie er sie lenken musste und gezielt umschiffte er jede Klippe und scharfe Kante. Bei ihm war alles weich und zart und so gefüllt mit Sinnlichkeit, dass es nichts anderes auf der Welt gab.

Als sie am höchsten Punkt war, verließ ihr Innerstes kurz ihren Körper. Sie schnellte nach oben und fiel weit herunter. Seine Arme fingen sie, sein unverkennbares Lachen umschmeichelte sie und alles was sie wusste war, dass Heimat nur einen Berührung weit entfernt war.

Síra an Elerína


„Wann kommst du wieder?“
Ihre Frage war der Abschied, der wieder kam, als sie die Augen aufschlug. Sie schaute ihm dabei zu, wie er Schicht um Schicht seines Lebens wieder anlegte, so wie er es vor ihr abgelegt hatte, um der zu sein, der er war. Der er wirklich, in seinem tiefsten Inneren, bei ihr war.
Sein Grinsen flog zu ihr, auf warmen Wolken, die sie umhüllten und bei ihr waren, solange er es nicht sein konnte.
„Wenn du mich fühlst und die Spitze der Segel siehst.“
Dann war er wieder auf dem Weg die Wahrheit zu suchen.

Eine Stimme spricht
Und ein Wind kommt auf
So das Schicksal will
Führt der Weg nach Haus'


Während er den Weg einschlug, der ihn zu seinen Männern brachte, eilten ihre Füße den alten Weg hinauf, den sie schon auswendig kannten. Das Knirschen unter ihren nackten Sohlen nahm sie so wenig wahr, wie die strahlende Sonne, die ihr zulächelte. In ihrem Herzen trug sie sein Bild und das ihrer gemeinsamen Heimat, von der sie wusste, dass sie sie nie zu sehen bekommen würde. Aber sie war, wie er, nur ein Vorbote und eine Geschichtenerzählerin, eine Wegbereiterin für ihre Nachkommen, die das wieder in den Händen halten sollten, was ihnen verwehrt blieb.

Die Stimme, die leise zu ihr hinaufflog, als sie die Klippe erreichte, war sanft und doch so kräftig und stark. Sie hörte die Rufe, hörte das Lachen und dieses Mal kamen keine Tränen.
Sie wusste, dass es so sein musste, weil es keinen anderen Weg gab und sie vertraute auf das, was ihr Herz ihr seit Kindesbeinen an schon erzählte. Es war kein Zufall gewesen, dass sie sich getroffen hatten und es war keine Laune der Natur, dass sie beide an ihrer gemeinsamen Herkunft festhielten.

Naira ëar, naira ëar, Endor lestalmë, Eldamar!
Naira ëar, naira ëar, tanna lutta nu i Menelmacar
Naira ëar, naira ëar, Endor lestalmë, Eldamar!
Naira ëar, naira ëar, telda ranta ló i menya lenda


Ein Luftstoß erfasste ihre goldblonden Haare und wirbelte sie auf, als sie dem Treiben unter ihren Füßen zuschaute. Sie schluckte, weil sie diese Szene schon oft beobachtet hatte und doch nie richtig damit einverstanden war. Sie machten das nicht, weil sie wollten, sondern weil die Sehnsucht sie dazu trieb. Eine Sehnsucht von Bildern, eine Heimat, die sie nur aus Wörtern und Träumen kannte. Doch sie wusste, dass sie lebte.

Sie war leer ohne ihn, doch sie würde leben, für das Königreich, dass sie so vermisste. Immer würde sie alles dafür geben. Auf ihn zu warten war nur ein Teil der Aufgabe, die sie zu erfüllen hatte. Zudem sie dem Himmel und den Sternen dankte, dass er ihr nicht verwehrt geblieben war. Dort unten war er entfernt, aber bei ihr, in ihrer Seele war er nah.

Sacht strich sie sich die Strähnen zur Seite, die ihr Gesicht bedeckten. Sie konnte es sehen. Sie wusste, irgendwann würde er kommen, der einzig wahre König und dann würde die Welt erneut erkennen, dass Gut und Böse, wie Hell und Dunkel, nie Schwarz und Weiß waren. Sie waren Golden und Silbern und so leicht wie eine Schaumkrone auf den Wellen oder eine Hibiskusblüte im Wind.
Ihre Hibiskusblüte im Wind.

Ela Eldamar – Eoo!
Ela Eldamar – Eoo!
Ela Eldamar – Eooo!


Ein Seufzen verhallte in der Morgensonne, als die roten Segel sichtbar wurden. Herunter gelassen von starken Händen, während weise Worte die Männer leiteten. Sie lachte, weil sie wusste, dass seine Worte nicht immer weise waren. Aber er war nicht allein. Dann drehte sie sich um, den Rücken abgewendet.
Er würde wiederkommen, sie wusste es. Er würde wiederkommen.
Bis dahin würde sie warten und träumen. Sie würden es sehen. Ihre Heimat. Die Zukunft ihrer Nachfahren.

Eoo!
Eoo!
Eooo!


Ein Wind trug das Schiff weg von der Insel, hinauf aufs Meer. Irgendwann würden sie es schaffen nach Hause zu kommen. Im Tod oder nicht. Zu Hause lebte weiter.

Síra an Elerína


Das Elbische auf Deutsch:
Naira ëar, naira ëar, Endor lestalmë, Eldamar!
Oh weiter Ozean, oh weiter Ozean, Mittelerde verlassen wir, Eldamar!
Naira ëar, naira ëar, tanna lutta nu i Menelmacar
Oh weiter Ozean, oh weiter Ozean, dorthin segeln unter Menelmacar
Naira ëar, naira ëar, Endor lestalmë, Eldamar!
Oh weiter Ozean, oh weiter Ozean, Mittelerde verlassen wir, Eldamar!
Naira ëar, naira ëar, telda ranta ló i menya lenda
Oh weiter Ozean, oh weiter Ozean, der letzte Teil unserer Reise.

Ela Eldamar – Eoo!
Siehe Eldamar – Eoo!

Síra an Elerína
An diesem Tage hin zu Elerina
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