A lousy parody

KurzgeschichteAllgemein / P18 Slash
Adrian Veidt / Ozymandias Edward Blake / The Comedian
18.02.2015
18.02.2015
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A lousy Parody

Es fing mit den kleinen Dingen an.
Blicke die länger anhielten, als sie sollten. Unbeabsichtigte Berührungen. Ein unangebrachtes Lächeln hie und da.
Es überraschte Adrian nicht wirklich. Er hatte es kommen gesehen.
Der Comedian war alles andere als eine lustige Gesellschaft. Wie konnte er auch? Der Comedian war ein Witz. Ein sehr bösartiger noch dazu. Die perfekte Parody des menschlichen Wesens.
Gewalt, Wutausbrüche, Lust, Drogenmissbrauch und kein Sinn von gesellschaftlichen Normen alles vereint in einem Mann.
Es war also nur eine Frage der Zeit bis der selbsternannte Scherzbold eine der grössten Sünden der Menschheit parodieren würde. Homosexualität.
Aus Adrians Sicht war das keinesfalls verwerflich. Homosexualität war ein ewiger Bestandteil der Menschheit, er gehörte schlichtweg dazu. Egal wie er es auch betrachtete, er sah nichts Unnatürliches darin. Aber er war auch nicht der Comedian. Der Comedian war ein Faschist. Ein Nazi. Natürlich war Homosexualität für ihn deshalb zwangsläufig etwas ‚Verkommenes’, dass, das Widerwärtigste im Menschen widerspiegelte. Unter anderem.
Aber dass er sich ausgerechnet Adrian als Ziel seiner Begierde ausgesucht hatte, überraschte den Vigilanten nun doch. Seit die Watchmen aktiv waren, hatte der Comedian keine Gelegenheit ausgelassen sich mit Ozymandias uneinig zu sein. Bereits bei ihrem ersten zusammentreffen.
Jedes Mal wenn der ältere ‚Superheld’ ihn respektlos behandelte oder ihn Ozy nannte, brodelte es in Adrians Innerem. Also wieso ausgerechnet er? Warum nicht Nite Owl oder Rorschach?
Doch diese Fragen würde er bald höchstpersönlich stellen können.

……

„Comedian. Was verschafft mir die Ehre?“
Ein raues Auflachen war die Antwort.
Ozymandias drehte sich um und musterte sein Gegenüber ruhig. Sie standen auf einem Dach. Es war tiefste Nacht. Das einzige was ein wenig Licht spendete waren die verdreckten Strassenlaternen deren gelbes Licht sich mühevoll durch die dichte Dunkelheit kämpfte.
Adrian war heute alleine auf Streife. Jedenfalls hatte er es sich so vorgestellt.
Der Comedian paffte an seiner Zigarre, die daraufhin sanft aufleuchtete. Ein breites Grinsen hatte sich auf sein Gesicht gelegt. Er drehte die Zigarre zwischen seinen Fingern.
„Du bist der klügste Mann der Welt, Ozy. Sag du es mir.“
Ein amüsiertes, aber berechnendes Lächeln zierte Ozymandias Mund. „Du bist hier um mich zu vergewaltigen.“
Comedians grinsen wurde noch ein bisschen breiter. „Cleveres Bürschchen.“ Er trat noch einen Schritt näher. „ Aber nicht bloss du bist clever, Ozy. Wir beide wissen, dass ich die Kraft dich zu überwältigen nicht mehr habe. Seien wir ehrlich, meine Beste Zeit liegt bereits hinter mir.“
Wieder hatte es der Comedian geschafft Adrian zu überraschen. Leicht verwundert hob er die Augenbrauen. Natürlich hatte er Recht mit dem was er sagte. Aber dass er es selber einsah, ohne es überhaupt auch nur ansatzweise zu versuchen, dass war es, dass Ozymandias überraschte.
„ Und nun bist du mit der Überlegung hier, dass ich dich freiwillig lasse?“
Wieder lachte der Comedian und beäugte Ozymandias schelmisch.
„Ganz genau.“
„Wieso sollte ich?“, fragte Ozymandias mit der gespielten Verwunderung eines Kindes.
„Weil der allwissende Ozymandias einsam ist, nicht wahr? Wenn hast du ausser dich selbst? Wo ist der ganze Spass, der klügste Mann der Welt zu sein, wenn man es mit Niemandem teilen kann. Du bist allein Ozy. Niemand versteht dich. Niemand wird dich verstehen. Aber weißt du…einen Witz, den versteht jeder…“
Zum ersten Mal seit einer langen Zeit war Ozymandias…War Adrian Veidt sprachlos. Einfach nur sprachlos. Er war sich nicht sicher ob der Comedian den Verstand verloren hatte, oder ob er selbst nicht mehr ganz beisammen war. Denn die Worte klangen beunruhigend logisch in seinen Ohren.
Der Comedian wusste sofort, dass er ins Schwarze getroffen hatte und schloss das letzte bisschen Abstand das zwischen ihnen war.
Forsch packte er Ozymandias am Genick und zwang ihm einen rauen Kuss auf. Ozymandias wehrte sich nicht. Noch war er paralysiert von den niederschmetternden Tatsachen die ihm der Comedian vor wenigen Sekunden an den Kopf geworfen hatte. Was heisst hier geworfen, er hatte sie ihm regelrecht in den Rachen geschoben…
Der ältere Mann schmeckte nach Zigarrenrauch und billigem Whiskey. Kräftige Hände fuhren durch sein blondes Haar und zerstörten dabei seine makellose Frisur.
Adrian war sich noch nicht einmal der ganzen Situation bewusst, da hörte er schon das Klirren seines goldenen Gürtels der zu Boden fiel. Spürte wie der enge Stoff seiner Hose forsch nach unten gezogen wurde und eine schwielige Hand ihm grob in seinen Schritt langte.
Jederzeit hätte sich Ozymandias befreien können. Es wäre kein Problem gewesen Comedian wegzustossen und ihm danach ein wenig Vernunft einzuprügeln.
Aber heute war kein Platz für Vernunft. Selbst für Adrian nicht. Ein seltsam befriedigender Gedanke. Vielleicht der Grund weshalb der Comedian so grosszügig darauf verzichtete?
Es war nichts Liebevolles in den Berührungen, nichts Sanftes. Und Ozymandias fand immer mehr Gefallen daran. Es war eine interessante Erfahrung mal nicht die Oberhand zu haben. Nicht jeden einzelnen Schritt zu planen. Und ausnahmsweise dominiert zu werden…Er gab nach. Gab der Lust nach. Gab der Sehnsucht nach. Wenigstens für eine einzige Nacht…

Ohne einen Hauch von Rücksicht drückte der Comedian Adrian gegen den Schornstein des Daches. Begutachtend fuhr er mit seiner freien Hand über Ozsymandias angespannte Muskeln. Doch mit einem Mal hielt er Inne, als er ein unerwartetes Lachen vernahm. Er Konnte Oymandias Gesicht nur von der Seite sehen. Doch der Anblick reichte ihm bereits. Seine Nase blutete und hinterliess dunkle Flecken auf der Schornsteinwand. Der perfekte Mund hatte sich zu einem lächerlichen Grinsen verzogen und die blauen Augen funkelten den älteren Mann herausfordernd an.
Der Comedian erwiderte den Blick und zog seine eigenen Hosen nach unten. „Du kleiner Wichser!“
Er lachte und drang ohne zu zögern ein. Ozymandias gab ein ersticktes Stöhnen von sich.  Der Rhythmus war sowohl hemmungs- als auch rücksichtslos. Das Geräusch von Haut auf Haut und unterdrückte Lustlaute erfüllten die kalte Nachtluft. Hin und wieder drangen atemlose Flüche an Adrians Ohren. „Hure“ „willige Schwuchtel“ oder „Fuck, du Bastard“, waren bloss einige der vulgären Ausdrücke die der Comedian immer wieder von sich gab.
Adrian war es egal. Wie ein Bach flossen diese Worte durch sein Gehirn und hinterliessen dabei nur leichte Schmauchspuren.

Und mit einem Mal war alles vorbei. Atemlos standen sie da und Ozymandias spürte wie etwas Warmes an seinen Beinen herunter lief. Ein Schaudern erfasste ihn.
Comedian hatte sich zurückgezogen und fummelte mit zittrigen Händen am Saum seiner Hose. Halbherzig zog er sie nach oben. Den Gürtel liess er vorerst offen. Dann liess er sich auf dem Boden nieder und zündete eine seiner Zigarren an. Mit einem vernebeltem Blick beobachtete er Ozymandias wie er selber damit anfing sich wieder anständig zu kleiden und den durchwühlten Haaren wieder etwas Form zurückzugeben, auch wenn das nur schlecht gelang.
Er lehnte mit dem Rücken an die Schornsteinwand und wischte das Blut mit seinem Handrücken hab. Der Comedian fing an zu lachen. Adrian grinste.
„Ein wirklich, wirklich cleverer Bursche…“, seufzte der Comedian kopfschüttelnd. „Weißt du Ozy, ich glaube irgendwann wirst du uns allen ganz Übel mitspielen.“
Fragend hob Ozymandias die Augenbrauen.
Der ältere Mann machte eine ausschweifende Geste. „Das alles hier, Ozy. Früher oder später wirst du diese Welt in die Hand nehmen. Noch vor Dr. Manhattan wird dir die Menschheit zur Last fallen. Der Gottkomplex ist dir förmlich auf die Stirn gebrannt.“
Ozymandias winkte ab. „Ich habe nicht die Macht die Welt zu verändern. Und ich halte mich nicht für einen Gott.“
Comedian lachte belustigt. „Was immer du meinst, Ozy.“
Für eine Weile sahen sie sich bloss an. Wie zwei lauernde Raubkatzen. Bis Adrian die Stille durchbrach.
„Weshalb ich?“, fragte er in einem ruhigen Ton.
„Weshalb, zum Teufel, nicht? Vielleicht war es ja blosser Wahnsinn? Du hättest mir auch das Genick berechen können, als ich es versuchte habe.“
Das entlockte Ozymandias ein Schmunzeln.
„Und ich meine viel Konkurrenz hattest du nicht. Nite Owl ist ein Schuljunge in einem erwachsenen Körper und Rorschach… Der hätte mir tatsächlich das Genick gebrochen.“
Als die Zigarre sich ihrem Ende zuneigte, schnipste sie der Comedian zur Seite und richtete sich wieder auf. „Außerdem bist du ein hübscher Junge, Ozy…“, wieder lachte er.
Und dann ohne noch ein Wort zu verlieren drehte er sich um und suchte das Weite.  
Lange sah ihm Adrian noch hinterher. Ein zufriedenes Lächeln auf dem Gesicht. Wie oft der Comedian recht hatte in dieser Nacht, dachte er sich ehe er sich ebenfalls davonstahl.