Zeit der Ketten

von Suki-chan
MitmachgeschichteDrama, Sci-Fi / P18 Slash
18.02.2015
27.06.2015
12
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PROLOG



Distrikt 12
Haymitch Abernathy


Es brannte.
Brannte in seinem Rachen, glitt wie flüssiges Feuer seine Speiseröhre herunter und setzte seinen Magen in Brand. Welch bittersüßer Schmerz.
Wie weh es tat. Wie gut es tat.
Ein wohliges Seufzen entfuhr seinen Lippen, ehe er die Flasche erneut ansetzte und mehr von dem klaren Alkohol herunter schüttete.
Sie war noch halb voll.
Seine Umgebung drehte sich. Sein Kopf fühlte sich an, als wäre er mit Watte gefüllt. Dazwischen lagen Steine, die gegen die Innenseite seiner Schädeldecke hämmerten. Der Kater von gestern, der noch in seinen Knochen schmerzte. Dagegen war die beste Medizin noch mehr Alkohol zu trinken.
Haymitch ließ sich in dem alten Sessel nieder, der gleich zum Fernseher gerichtet stand und lehnte sich zurück. Er sah zwei Fernseher, wo nur einer hätte sein sollen und das grinsende Gesicht von Caesar Flickermann. Als wäre ein Flickermann nicht bereits ein Flickermann zu viel.
Als Haymitch seine Beine hochlegte, stieß er mit dem Fuß gegen eine leere Bierflasche, die sogleich ihren Weg durch das Wohnzimmer begann. Klirrend rollte sie über den hölzernen Boden, schaffte es bis zum Türrahmen und dotzte dort dumpf an.
Eine Weile blickte er sie an, als würde sie jeden Augenblick aufspringen und weiter laufen.
Bei dem Gedanken musste er lachen. Doch er hörte sofort wieder damit auf.
Mehr Alkohol.
Er schüttete ihn seine Kehle herunter, als wäre er Wasser. Morgen hätte er sicherlich Sodbrennen, doch es könnte ihm nicht weniger egal sein. Der Schmerz lenkte ab. Und ohne Alkohol könnte er den heutigen Tag nicht überstehen.
Flickermann erzählte etwas über die 74. Hungerspiele und Haymitch hörte ihm nur mit einem halben Ohr zu. Worauf die anderen anderthalb Ohren achteten, konnte er jedoch auch nicht sagen. Vielleicht lauschten sie dem leisen Vogelgezwitscher oder der unnachgiebigen Stille vom Dorf der Sieger.
Wie es sich wohl anfühlte Nachbarn zu haben?
Es war lange her, dass Haymitch nicht einsam gewesen war. So lange. Viel zu lange.
„Aber welch Überraschung wir im letzten Jahr hatten! Beinahe hätte ein Tribut aus Distrikt 12 gewonnen!“ Damit wandte sich Flickermann Seneca Crane zu, der mit seinem Bart mal wieder absolut bescheuert aussah. Glatte, dunkle Haare, ein schicker, roter Anzug und ein gestelltes Lächeln auf den Lippen.
Es sah beinahe echt aus.
Doch Haymitch war schon zu lange Mentor, um nicht erkennen zu können, wann jemand ehrlich war und, wann nicht. Cranes Vorgänger war ein herausragender Schauspieler gewesen, da war es Haymitch stets schwer gefallen ihn zu durchschauen. Dahingegen war Crane ein Baby, steckte noch halb in den Windeln. Wie um alles Welt war er nur an diesen Job gekommen?
„Ja, das tragische Liebespaar aus Distrikt 12“, erinnerte sich Crane, als wäre es bereits solange her gewesen. Haymitch fiel auf, dass die Lichter im Fernseher zu grell waren. Diese Farben, die bunten Menschen im Publikum, es drehte ihm den Magen um. Erinnerte ihn daran, dass er in zwei Monaten wieder in diesem beschissenen Kapitol sitzen würde, um erneut zwei Tribute auf ihren Tod vorzubereiten. Oder eben nicht vorzubereiten.
Vielleicht sollte er dieses Jahr einfach nur saufen und alles Effie überlassen.
„Tatsächlich hätte ich Katniss Everdeen den Sieg gegönnt, doch am Ende war sie zu unvorsichtig geworden“, sagte Crane und seufzte theatralisch. „Es ist traurig das zu sagen, doch hätte sie Peeta Mellark nicht so sehr geliebt, wäre sie wohl aus der Arena gekommen.“
Lügner.
Als Katniss das Handzeichen gemacht hatte, hatte sie ihr Todesurteil unterschrieben. Snow hätte niemals zugelassen, dass sie gewinnt.
„Nun, dafür haben wir eine fantastische Siegerin aus Distrikt 5. Ich muss wirklich sagen, ich habe Finch völlig aus den Augen verloren. Nachdem Cato Katniss und Peeta tötete und von den Wölfen angefallen wurde, habe ich mich unentwegt gefragt, warum die Spiele nicht beendet werden. Ich dachte wirklich Cato wäre der letzte Tribut. Erst als er endlich gestorben ist und Finch als Siegerin hervorging, wurde mir wieder bewusst, dass sie auch noch da gewesen war“, wiederholte Flickermann, was sie alle schon längst wussten.
Katniss und Peeta.
Das erste Mal seit 24 Jahren hatte Haymitch die Hoffnung gehabt, dass einer seiner Tribute gewinnen würde. Er hatte sogar weniger getrunken, um ihnen eine Hilfe zu sein. Hatte Sponsoren aufgetrieben. Sich für sie eingesetzt. Selbst nach Katniss' Handzeichen. Selbst, als alle Hoffnung schon wieder verloren war. Umsonst. Wie immer.
„Die Spiele des letzten Jahres waren in ihrem Verlauf bereits etwas besonderes, doch ich kann versichern die diesjährigen Spiele werden alles, was Sie bisher gesehen toppen“, sagte Crane und man spürte deutlich, wie das Publikum gespannter wurde. Das war es, was sie hören wollten. Haymitch war sich nicht sicher, ob er es hören wollte.
Tatsächlich überlegte er die Ankündigung des dritten Jubeljubiläums zu versäumen und es bei der Ernte einfach auf sich zukommen zu lassen. Es gab nichts, was ihn noch schocken könnte.
„75 Jahre Hungerspiele ist etwas Besonderes“, nickte Flickermann. „Und ich bin schon absolut gespannt darauf, welches Schicksal die diesjährigen Tribute erwarten wird. Sie nicht auch?“ Er rief diese drei Worte aus und das Getöse des Publikums war laut.
Stöhnend fasste sich Haymitch an die pochende Schläfe, ehe er erneut Alkohol in seinen Magen spülte.
Unerträglich lange redeten die Beiden auf der Bühne herum. Haymitchs Augenlider wurden schwer. Beinahe wäre er eingeschlafen, doch ein erneutes Aufkeimen des Publikums weckte ihn. Verschwommen nahm er war, dass Flickermann sich verabschiedete, darauf wurde eine Propaganda des Kapitols eingeblendet.
Haymitch hätte sie mitsprechen können so oft lief dieser Kram im Fernsehen.
Endlich wurde der Präsident eingeblendet.
Tausende von Menschen hatten sich auf dem Plaza vor dem Rathaus versammelt, um seiner Rede zu lauschen. Sie jubelten ihm zu, respekt- und erwartungsvoll, er bracht sie mit einem stummen Handzeichen zum Schweigen. Erst als die Stille annehmbar war, erhob er seine Stimme und diese schallte Haymitch dröhnend entgegen.
Er brauchte mehr Alkohol.
Haymitch trank einen Schluck und stellte niedergeschlagen fest, dass sich die Flasche ihrem Ende zuneigte. Minutenlang starrte er die klare Flüssigkeit an, die sich in dem schmutzigen Glas befand. Die Worte des Präsidenten gingen in ein Ohr rein und kamen aus dem Anderen wieder heraus. Erst als er seine Rede über den Frieden Panems und den Sinn der Hungerspiele beendet hatte und zur Erklärung des Jubeljubiläums überging, wandte Haymitch den Blick von der Flasche ab und schaute zu seinen zwei Fernsehern, die sich lustig im Kreis umeinander drehten.
„Als unsere Vorfahren die Hungerspiele einführten, legten sie fest, dass alle 25 Jahre ein Jubeljubiläum stattfinden solle. Ein Fest, um das Bestehen der Hungerspiele zu feiern. Jedes Jubeljubiläum hat seine eigenen Regeln, seine eigenen Vorschriften.“
Er machte eine Pause, in welcher er erst mit strengem Blick ins Publikum starrte, sich dann einer kleinen Kiste zu wandte, die vor ihm auf dem Podest stand. Förmlich öffnete er sie. Er trug weiße Handschuhe. Passend zu den weißen Haaren und dem weißen Bart. Aus der Kiste nahm er einen Briefumschlag hervor, der schon ziemlich alt aussah.
Soweit Haymitch dies beurteilen konnte.
Ehe er den Briefumschlag öffnete, schloss er die Kiste wieder. Alles, was er tat, tat er beinahe elegant, er war so sauber, so förmlich. Es kotzte Haymitch an, wie sauber und förmlich er war.
Dieser elendige Bastard, der jedes Jahr Kinder sterben ließ und es als Frieden bezeichnete.
Mit schnellen Augen las er sich den Brief durch, ehe sich Snow wieder dem Publikum und den Kameras zu wandte. Keine Reaktion auf seinem Gesicht. Nicht einmal in seinen Augen.
„Dieses Jahr gibt es zwei besondere Regeländerungen“, erklärte Snow und las den Brief mit lauter Stimme vor: „Um zu zeigen, dass die Spiele auch bestehende Bindungen stärken können, werden in diesem Jahr aus jedem Distrikt zwei Personen im Alter zwischen 12 und 18 Jahren ausgewählt, die eine besondere Beziehung miteinander verbindet. Mögen sie Geschwister, Freunde, Geliebte, Verwandte oder gute Bekannte sein, zwei Jungen, zwei Mädchen, ein Junge und ein Mädchen – wichtig ist nur, dass sie einander lieben und verehren. Das Kapitol ermöglicht es ihnen den beschwerlichen Weg der Hungerspiele gemeinsam zu beschreiten und gemeinsam zu verlassen, denn in diesem Jubeljubiläum dürfen zwei Sieger aus den Spielen hervorgehen. Fröhliche Hungerspiele und möge das Glück stets mit euch sein!“
Haymitch lachte.
Er wusste nicht einmal aus welchem Grund. Er lachte so sehr, dass er kaum trinken konnte und einen guten Teil des Alkohol auf seiner Brust verschüttete. Die Nässe zog in sein Oberteil und benetzte seine Haut. Und er lachte weiter.
Bis er spürte, dass seine Wangen nass waren.
Schlagartig hörte er auf und berührte mit den Fingerspitzen die Nässe auf seinem Gesicht.
Wie fantastisch. Wie hinreißend.
Somit durfte er dieses Jahr also zwei Tribute betreuen, die sich einander nahe standen. Er konnte kaum erwarten zuzuschauen, wie sie gleich beim Füllhorn abgeschlachtet wurden.



REGELN


Falls ihr mich fragt: Nein, ich sollte das hier gerade nicht machen. Mich während der Prüfungszeit an eine neue MMFF setzen, obwohl ich doch eigentlich noch zwei Andere am Laufen habe. Aber, was soll ich machen, wenn ich so unglaublich viel Lust auf eine ordentliche Tribute von Panem MMFF habe?
Solltet ihr merken, dass die MMFF zum Ende hin auf einen Teil 2 zusteuert, müsst ihr mich übrigens aufhalten. Ich schreibe noch immer an einem anderen Teil 2, den glaube ich nur noch vier Personen lesen... ich habe es nicht so mit Fortsetzungen, das läuft bei mir nie so gut. XD

Regeln

1. Jeder muss mir zwei Steckbriefe einschicken! Nicht mehr, nicht weniger. Und natürlich müssen beide Steckbriefe zu demselben Distrikt gehören! Ihr stellt also beide Charaktere für einen Distrikt!
2. Mit der Anmeldung machen wir es mal ein wenig anders. Schreibt mir per Mail welchen Distrikt ihr haben wollt und eine grobe Idee zu den beiden Charakteren. Wenn sie mir gefällt, gebe ich euch mein Go. Wenn nicht, müsst ihr euch was Besseres überlegen, heh. Falls zwei Leute zu demselben Distrikt gute Ideen haben, lasse ich mir auch gerne beide bzw. alle vier Steckbriefe einschicken und dann bekommt derjenige mit den besten Steckbriefen den Platz. Dieses Verfahren habe ich aus der One Piece Rubrik für MMFFs, das sind die ganz persönlichen Hungerspiele dort :'D Aber vermutlich werden sich ohnehin nicht so viele Leute melden, also egal!
3. Seid beim Erstellen der Steckbriefe kreativ! Besonders, was die Beziehung der beiden Charaktere angeht. Kommt mir nicht mit 'Sie verstehen sich gut.' Das ist keine ausreichende Beschreibung!
4. Das war's, schätze ich ?__? Falls ihr noch Fragen habt, schreibt mich ruhig an
5. Ach doch, da war noch was, ha. Ihr habt Zeit bis zum 2.03. Dann habe ich nämlich auch endlich wieder Zeit zum Schreiben! Falls ihr nicht hinkommt und mehr Zeit braucht, sagt mir Bescheid. :)



LISTE



Distrikt 1
Mentor: Gloss (30), Gewinner der 63. Hungerspiele
Betreuer: Felicia More

Tribut 1: Vesuvian Craig (18) von Areion
Tribut 2: Phenan Caressan (17) von Areion


Distrikt 2
Mentor: Enobaria (30), Gewinnerin der 62. Hungerspiele
Betreuer: Evergreen

Tribut 1: Aschera Velece (17) von Cleo-Alectryon
Tribut 2: Blade Paryan (16) von Cleo-Alectryon


Distrikt 3
Mentor: Beetee Latier (52), Gewinner der 39. Hungerspiele
Betreuer: Isaac Buster

Tribut 1: Nora Belamy (18) von brightfire
Tribut 2: Bryn Morgan (16) von brightfire


Distrikt 4
Mentor: Finnick Odair (24), Gewinner der 65. Hungerspiele
Betreuer: Mimi Tea

Tribut 1: Nalin Dilamiede (18) von Valtilaka und Rafael
Tribut 2: Niv Dilamiede (18) von Valtilaka und Rafael


Distrikt 5
Mentor: Finch (16), Gewinnerin der 74. Hungerspiele
Betreuer: Rafael

Tribut 1: Morpheus Oneiros (18) von Valchen
Tribut 2: Persephone Varro (17) von Valchen


Distrikt 6
Mentor: Ashton (20), Gewinner der 72. Hungerspiele
Betreuer: Serafim Takis

Tribut 1: Amedeo Conradin (18) von Areion (mit fleißiger Unterstützung von Amary)
Tribut 2: Aureus Conradin (16) von Areion (mit fleißiger Unterstützung von Amary)


Distrikt 7
Mentor: Johanna Mason (25), Gewinnerin der 67. Hungerspiele
Betreuer: Vyron Dias

Tribut 1: Nathan Ames (17) von Phintias
Tribut 2: Amelia Ames (15) von Phintias


Distrikt 8
Mentor: Cecelia Sanchez (33), Gewinnerin der 60. Hungerspiele
Betreuer: Alexis

Tribut 1: Victus Cuseam (16) von Foxface24
Tribut 2: Louanne Cuseam (18) von Foxface24


Distrikt 9
Mentor: Aiden Thompson (34), Gewinner der 58. Hungerspiele
Betreuer: Kyra

Tribut 1: Chris Rogers (18)
Tribut 2: Lucas Rogers (13)


Distrikt 10
Mentor: Elias Erret (36), Gewinner der 55. Hungerspiele
Betreuer: Lisa Brecht

Tribut 1: Nicholas Keane (15) von Thyll Nocturnus
Tribut 2: Jonathon Keane (14) von Thyll Nocturnus


Distrikt 11
Mentor: Chaff (47), Gewinner der 45. Hungerspiele
Betreuer: Joshua Leon

Tribut 1: Suleica Dillson (15) von Anexa
Tribut 2: Jasco Wheagan (18) von Anexa


Distrikt 12
Mentor: Haymitch Abernathy (41), Gewinner der 50. Hungerspiele
Betreuer: Effie Trinket

Tribut 1: Maysee Brades (12) von little dying swan
Tribut 2: Caden Massory (18) von little dying swan
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