Bis(s) zur  entgültigen Verwesung Sassans Körpers

von Pansenkak
KurzgeschichteRomanze, Tragödie / P12
Nekromant Laiken
17.02.2015
17.02.2015
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Mir wurde von einer Freundin die Aufgabe gegeben das zu schreiben. Ich gab ihr auch etwas vor, falls ihr das lesen wollt schaut einfach auf den Pansenkak Account von dem aus auch das hier hochgeladen wurde! Und nun geht´s los!
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Der Mond hing groß und hell strahlend über der Wächterinsel, in seinem Licht wanderten ein paar Drachenelfen und die Wyvern flogen in ihrer vollen Hässlichkeit über die See.
Etwas anderes schrecklich Hässliches betrachtete diesen Anblick vom Drachentrum aus. Laiken würde all das Leben dort unten zwar am liebsten niedermachen und für seine Nekromanten verwenden, doch durch das Betrachten der nächtlichen Insel brachte sich der Liebende in die richtige Stimmung für ein romantisches Abendessen mit seiner geliebten Sassan, der Version die er selbst gebaut hatte und die zwar die unschöneren Beine, aber dafür zwei andere schlagkräftige Argumente hatte die sie zu der besseren der beiden machte. Der Liebende hatte schon seit langem den Gürtel ein wenig enger geschnallt wenn es um neue Nekromanten ging, denn er war sich sicher, dass Sassan recht neidisch wurde wenn er sich mit anderen befasste als mit ihr. Es war ein hartes Opfer, doch für seine Geliebte konnte der Nekromant es auf sich nehmen. Aus purer, unbeugsamer Liebe … keines Falls aus dem Grund, dass er sie richtig hart rannehmen wollte um sie dann wieder zu zerlegen, weil sie nach einem Mal schon langweilig war und er die Teile für Krieger brauchte … nein es war das brennende Feuer der Liebe. Heute hatte er Sassan sogar ein neues Kleid bringen lassen, dass er eigenhändig durch ein blutrünstiges Gemetzel erkämpft hatte.

Da betrat ihre Lispeligkeit den Thronsaal, in welchem der derzeitige Herrscher über den Drachenturm eine romantisch dekorierte Tafel hat aufbauen lassen. Das Orchester spielte etwas Romantisches (der Track heißt auf der Soundtrack CD übrigens A new Dawn … nur falls es euch interessiert). Sassan betrat den Raum. Ihr aus leicht miefenden Leichenteilen zusammen genähter Körper erstrahlte im Licht der tausend Kerzen, die ihr Herr hat entfachen lassen. Das fliederfarbende, mit ein wenig Blut von der Schlacht aus der es stammte und Sekreten die aus Sassans untoten Körper geflossen waren befleckte Kleid schmiegte sich an ihren dezent ranzigen Körper in den sich Laiken so verguckt hat.
„Setz dich doch bitte liebste Sassan, es freut mich, dass ihr gekommen seid.“, begrüßte Laiken seine Angebetete so galant er nur konnte.
„Danke, es freut mich heute mit euch hier sein zu können.“, antwortete sie und ihre lispelnde Stimme. Ihr Sprachfehler lies das Feuer der Verliebtheit nur noch höher in Laikens Leib brodeln. Er merkte wieder welch gute Entscheidung es damals war ihr keine ganze Zunge zu geben. Mancher findet dieses Lispeln zwar schrecklich, doch er nicht, er liebte es. Er liebte sie mit allen Macken die sie hatte, denn sie war seine Geliebte. Der moderige Geruch, ihre Art zu Sprechen, die Tatsache, dass sie ab und zu mal einen ihrer Zehen oder Finger verlor, ihre gammeligen Zähne, all das machte Laiken nichts. Er wusste ja auch, dass sie ihn nicht nur liebte, weil er sie sonst hinrichten lässt. Nein, sie nicht! Sie liebte ihn weil er so war wie er ist. Nie hatte sie sein Alter bemängelt, nie über die Tatsache geschimpft, dass seine Nase der von Lord Voldemort glich.
Der Nekromant schreckte aus seinen Gedanken auf und zog Sassan sogleich den Stuhl raus der für sie bestimmt war, damit die „Schönheit“ sich setzen konnte. Auch Laiken ließ sich nieder und begann die gepflegte Tischunterhaltung mit einem Kompliment: „Sassan, du bist mal wieder der schönste Stern am ganzen Sternenhimmel der Untoten.“
Ihre sonst käsige, in der Farbe an Schimmel erinnernde Haut nahm um die Wangen einen leichten rot Ton an und mit ihrer für Laiken engelsgleichen Stimme entgegnete sie: „Danke Liebster, dieses nette Wort von euch, hatte ich nicht verdient!“
„Nun seid nicht so bescheiden, ihr wisst über eure Schönheit genauso gut wie ich Bescheid.“, wies er sie zurecht.
„Ich muss euch danken dass ihr sie mir gegeben habt.“, versuchte sich auch die Lispeligkeit an einem Kompliment.
Laiken ging darauf ein und meinte: „Ich weiß, ich habe großes Talent und einst werden auch meine Nachkommen so gut aussehen. Ich habe überlegt sie nach ihrer Geburt umzubringen und zu Untoten zu machen. Das macht sie stattlicher und es würde meine Nekromantenkunst unterstreichen.“
„Oh ihr kommt immer auf so wundervolle und bezaubernde Ideen. Ich denke eure zukünftigen Kinder werden es euch danken, wenn ihr sie neu zusammenflickt.“
So ging die Unterhaltung bei Tisch noch ein wenig weiter, es wurde diniert und der wundervollen Musik gelauscht. Laiken war voll und ganz im Rausch seiner Gefühle. Das Essen neigte sich dem Ende, doch der Meister des Turms wollte nicht, dass dieser Abend schon vorüber war, so fragte er seine Geliebte: „Sassan, würdest du mir den Gefallen tun und mit mir einen Abstecher auf die Alchemistenplattform machen? Es ist dort immer so idyllisch.“
Sie lispelte berührt zurück: „Ja aber natürlich doch!“

So gingen sie und standen wenig später in den prachtvoll blühenden Gärten und sahen, nun gemeinsam, auf die Wächterinsel nieder.
„Laiken mein Gebieter, ich muss euch nun was fragen, dass ich lange schon einmal loswerden wollte.“, begann Sassan zu sprechen.
„So, fahre fort.“
„Ich frage mich warum. Warum ein Mann wie ihr ausgerechnet eine Untote wich mich auswählt. Ich habe dieses Glück mit euch nicht verdient. Ich bin doch nur schlicht und einfach, aus ein paar einst Leblosen Körperteilen gemacht. Ich bin euch so dankbar, dafür, dass ihr mich habt ausgewählt. Doch eigentlich verdiene ich dies nicht. Warum also ich?“, Sassan sprach diese Worte mit aller Emotion die ihr untotes Herz aufbrachte aus.
Laiken war ein wenig gerührt, doch wollte nicht weinen. Er wollte ihr das Gefühl von Sicherheit geben und wie ein starker Mann da stehen.
„Sassan, ihr seid es … weil ich euch liebe. Als Beweis dafür werde ich morgen los ziehen und euch den Kopf einer Drachentöterin bringen. Er soll euch zeigen, dass ich für euch jede andere, mag sie noch so hübsch sein verstümmeln und töten würde.“
Sassan liefen im Sternenlicht funkelnde Tränen der tiefen, leidenschaftlichen Berührung in die Augen und sanft lispelte sie: „Den Kopf Rhodas wünsche ich mir. Schon oft hörte ich sie könnte mir Konkurrenz machen. Doch will ich nicht, dass ihr euch in der Schlacht gefährdet … habe doch so Angst um euch! Will nicht wieder ewig bangen, all die schlaflosen Nächte, die Tage an denen ich vor Sorge nicht essen kann … nein … das ist es nicht wert. Ich müsst mir versprechen, dass ihr wieder kommt.“
Entschlossen antwortete Laiken: „Das kann ich nicht Teuerste, doch ich will, dass ihr wisst wie es um mich steht.“
Er kramte in den Tiefen seines Gewandes und holte eine abgetrennte Hand hervor, welche all die Finger die sie hatte, es waren nur noch drei, ausgestreckt hielt. Der Nekromant reichte sie seiner Perle und sprach: „Wenn die drei Finger die Handfläche berühren, dann ist es um mich geschehen. Ansonsten könnt ihr unbesorgt verbleiben. Ihr wisst ja, wie unerschütterlich meine Armeen und ich selbst auch bin.“
„Ja, das weiß ich.“, mit diesen Worten küsste sie ihn.
Beide sahen lange in den Mond, genossen die Stunden zusammen und Sassan war sich sicher, dass sie den Liebesbeweis bald in Händen halten wird.
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