Dieser eine Abend

GeschichteRomanze / P12 Slash
16.02.2015
16.02.2015
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Hiiii <3
Das ist meine erste F1-Fanfiction. *gg*
Ich würde mich total freuen, wenn ihr mir vielleicht eine kleine Rückmeldung dalassen würdet. :) Das ist nämlich irgendwie anders als das, was ich sonst schreibe. *gg* Aber da war so viel Fluff und dann war die Stimmung so... fluffig und - ehm, lest selbst. :D
Ich hoffe, es gefällt euch. :)
Viel Spaß! <3

Disclaimer: Charles und Kevin gehören nur sich selbst, ich habe keine Ahnung von Wein, Kevins Filmgeschmack ist überhaupt nicht furchtbar und ich möchte mit dieser Geschichte nichts anderes, als euch ein Lächeln aufs Gesicht zu zaubern! :)


~DIESER EINE ABEND~
Als sein Telefon anfing zu klingeln, fluchte Charles leise auf Französisch vor sich hin. Reichte es nicht schon, dass er in der Dusche fast ausgerutscht war (wer auch immer in diesem Hotel dafür gesorgt hatte, dass diese Senioren-Haltegriffe in den Duschen installiert wurden – seinen Dank an betreffende Person!), das Handtuch sich als Badvorleger entpuppt hatte und sein After Shave nicht auffindbar war? Offensichtlich nicht.
Der sonst eigentlich geduldige Franzose nahm den Anruf entgegen und knurrte genervt „Was?!“ in den Telefonhörer. „Eh… ich bin’s. Ist alles okay?“, fragte die dumpfe Stimme aus dem Telefon. Schon die wenigen Worte hatten eine beruhigende Wirkung auf ihn. Mit einem Seufzer zwang Charles sich, einmal tief durch zu atmen. „Abgesehen davon, dass das Bad versucht hat, mich zu ermorden, schon.“ „Bitte was?!“ Der entsetzte Tonfall entlockte dem Franzosen sogar ein Lächeln, während er sich auf das Sofa sinken ließ, das mitten in seinem Hotelzimmer stand.
Eine Sekunde später zuckte er erschrocken wieder hoch, er war ja immer noch aus Ermangelung eines Handtuchs tropfnass. „Ich hatte nur eine kleine Meinungsverschiedenheit mit… sagen wir einfach, diversen Badezimmergegenständen. Aber ich lebe noch.“ Ein leises Lachen war zu hören. „Na, da bin ich ja erleichtert!“ „Mhh“, ließ Charles hören und machte sich nebenbei wieder daran, sein After Shave zu suchen. Weit konnte es ja wohl nicht sein. „Hast du heute Abend Zeit, mit mir irgendwas zu machen?“, fragte die Stimme aus dem Telefon. Abrupt zog Charles den Kopf aus seinem Koffer. „Klar.“ Er versuchte, möglichst ungezwungen zu klingen. War das jetzt ein Date? Er fühlte, wie sein Herz begann schneller zu schlagen. Nur ein Abend unter Freunden, es ist nur ein Abend unter Freunden, versuchte er sich sofort einzureden, bevor die Frage, die in seinem Kopf aufgeploppt war, eine Dominoreihe aus Problemen auslöste. „Super. Dann um 8 bei mir.“ „Bis dann, Kev.“ Mit einem Seufzen legte Charles auf. Wenn sein Tag so weiter ging, wie er angefangen hatte, wollte er gar nicht wissen, was heute Abend alles passieren würde.
Als er wieder ins Bad gehen wollte, sah er das Badehandtuch über seinem Bett liegen und schnappte es sich erleichtert. Direkt daneben lag sein After Shave. Unwillkürlich musste er anfangen zu lächeln. Vielleicht würde es doch nicht so schlimm werden… Immerhin hatte er ein Date – ein Treffen mit dem Mann, in den er jetzt seit geschlagenen zwei Monaten verliebt war.

Kevin fuhr sich nervös durch die blonden Haare und überprüfte zum Zehntausendsten Mal innerhalb der letzten fünf Minuten, ob sein Outfit saß.
Als würde es Charles interessieren, ob er gut aussah.
Mit einem Seufzen sah er in die Minibar, in die er eine Flasche Wein gequetscht hatte. (In diesem Hotel hatten die das „Mini“ aus Minibar irgendwie sehr wörtlich genommen.) Er hoffte, dass das nicht zu dick aufgetragen war, aber er hatte einen teuren Wein besorgt.
Bevor er sich weiter Gedanken machen konnte, klopfte es an seiner Tür. Schnell öffnete er mit einem „Hi, Charles.“ – und starrte den Älteren an. Seine dunkelblonden Locken waren stylisch verwuschelt, die blauen Augen wurden durch sein hellblaues Hemd betont. Kevin zwang sich, den Blick abzuwenden, bevor er sich in einer eingehenden Betrachtung von Charles Hose verlieren würde. „Komm doch rein.“, brachte er stattdessen hervor und trat zur Seite.
Mit einem lockeren Lächeln betrat Charles das Hotelzimmer und ließ sich direkt auf das Sofa fallen. „Uah!“, erschrocken hielt er sich an der Lehne fest und sah zu Kevin hoch. „Warum ist das so weich? Da sinkt man ja richtig ein!“ Er lehnte sich vorsichtig zurück und lag damit mehr, als dass er saß. Kevin ließ sich mit einigem Abstand neben ihn fallen und grinste. „Ich find’s eigentlich ganz bequem.“
Charles lachte und fuhr sich durch die Haare, verwuschelte sie noch mehr, als sie ohnehin schon waren. „Ja, wenn man einmal liegt, dann ist es fast wie auf einer Wolke.“
Kevin sah ihn verträumt an und lächelte, bevor ihm bewusst wurde, dass er den Franzosen anstarrte.  Er räusperte sich. „Wollen wir uns einen Film ansehen? Ich hab Wein besorgt.“ „Klar, gerne.“ Charles versuchte sich wieder aus dem viel zu weichen Sofa hoch zu kämpfen und gab nach einem Versuch auf. „Aber ich fürchte, ich komm hier heute nicht mehr raus.“
Das entlockte Kevin ein Grinsen. Schnell piekste er den Franzosen in den Bauch. „Hey!“, quiekte der recht unmännlich und rollte sich zusammen. „Unverschämtheit!“ Kevin lachte nur und stand seinerseits auf, nur um dann direkt vor der Minibar innezuhalten.
„Oh, verdammt.“, seufzte er. „Was’n?“, kam es sofort und interessiert vom Sofa. „Ich hab keine Gläser. Für den Wein.“ Kevin öffnete den winzigen Kühlschrank und zerrte die Weinflasche heraus. Bevor eine der gestapelten Dosen herausfallen konnte, knallte er die Tür schnell wieder zu, was Charles mit einem kritischen Blick beobachtete. „Wenn du das nächste Mal die Minibar aufmachst, hast du ein Problem.“
Der Däne zuckte mit den Schultern und wuschelte als Antwort durch Charles‘ Haare, die sich unglaublich weich unter seinen Fingern anfühlten. „Ich mach sie einfach nicht mehr auf.“, grinste er, während der Franzose ihm einen bösen Blick zu warf und sich durch die Haare fuhr, versuchte sie in ihren vorherigen geordneten Zustand der Unordnung zurück zu versetzen. Kevin stellte die Flasche auf den Tisch und warf den Stapel DVDs, den er mitgebracht hatte, daneben. „Was machen wir jetzt wegen der Gläser?“
Mit einem Kichern richtete Charles sich etwas auf und stützte sich auf seinen Ellbogen ab. „Entweder wir nehmen deinen Zahnputzbecher…“ – diesem Vorschlag konnte Kevin rein gar nichts abgewinnen – „…oder wir trinken aus der Flasche.“ Auch nicht viel besser. Offensichtlich hatte sein Gesichtsausdruck seine Gedanken verraten, denn der Franzose fügte grinsend hinzu: „Viel mehr Möglichkeiten gibt’s nicht, Kev.“
„Gut, dann halt aus der Flasche. Bevor der Wein nach meiner Zahnpasta schmeckt.“ Mit einem Grinsen nahm er den Korkenzieher und bohrte ihn fachmännisch in den Korken.
„Das wäre ja…“, Charles rang nach dem passenden Adjektiv. „Eklig?“, schlug Kevin vor. „Nein, ich meinte eher… unhöflich. Ja.“ Charles hatte im Ausdruck seiner Empörung die Stirn gerunzelt und seine blauen Augen funkelten. Kevin konnte nicht anders als ihn einen Moment lang einfach nur anzustarren. Wie schaffte er es nur gleichzeitig so unschuldig und süß und trotzdem wie der Sexgott persönlich auszusehen?
„Außerdem“, fügte der Franzose seiner äußerst stringenten Argumentation hinzu, „außerdem wenn wir aus einer Flasche trinken ist es fast so als würden wir uns küssen.“
Kevin musste sich aufs Sofa setzen, weil er plötzlich so wacklige Knie bekommen hatte. „Du weißt aber schon, dass du gerade zusammenhangsloses Zeug faselst.“, versuchte er halbwegs cool einen vollständigen Satz herauszubringen und konnte sich nicht davon abhalten, beiläufig über Charles‘ Hand zu streichen, bevor er sich wieder der Weinflasche widmete.
Mit immer noch flatterndem Magen und etwas zu viel Schwung zog er den Korken aus dem Flaschenhals und kippte dabei beinahe den Wein über Charles. „Uh! Sorry!“, entschuldigte er sich gleich und hielt erschrocken die Flasche fest.
„Ist doch nix passiert." Charles lachte und nahm Kevin den Korkenzieher ab, legte ihn auf den Tisch, bevor er sich damit noch ein Auge ausstechen würde. „Und eine Weindusche hätte meinen Tag auch nur positiv abgerundet. Du weißt ja nicht, was ich heute Morgen schon alles durch stehen musste!“
Kevin sah ihn fragend an. „Was hast du denn eigentlich gemacht?! Das hat sich ja am Telefon schon abenteuerlich angehört!“ Charles zuckte mit den Schultern und roch vorsichtig an dem Gesöff, das der Däne ihm herüber reichte. „Bin in der Dusche ausgerutscht. Unter anderem.“
Daraufhin konnte Kevin sich ein Lachen nicht verkneifen, legte seine Hand für einen Moment auf Charles‘ Arm und sah ihn intensiv an. „Dich kann man wirklich keine fünf Minuten allein lassen.“
Charles fühlte wie sein Herzschlag sich beschleunigte und räusperte sich. „Kannst das nächste Mal gerne mitkommen.“ War das zu viel des Guten gewesen? Diese ständigen zufälligen Berührungen von Kevin, die würden ihn irgendwann in den Wahnsinn treiben – und vor allem brachten sie ihn so durcheinander, dass ihm die ganze Zeit solche Kommentare über die Lippen kamen. Bevor Kevin irgendetwas antworten konnte, deutete er auf den Wein und fragte: „Was ist das eigentlich?“
Kevin versuchte, Charles‘ merkwürdige Aussage und vor allem die Bilder eines duschenden Charles in seinem Kopf zu ignorieren, rollte mit den Augen und legte seine Hand dann auf den warmen Oberschenkel seines Gastes. „Lies das Etikett.“ Charles lehnte sich wieder in die viel zu weichen Kissen zurück – oder lehnte er sich Kevins Berührung entgegen? – und antwortete: „Nee, besser nicht. Wahrscheinlich müsste man das Zeug eigentlich aus diamantenen Gläsern trinken, so wie ich dich kenne.“
Daraufhin musste Kevin lachen. „Ganz so schlimm ist es nicht. Aber Gläser wäre schon angemessen, das stimmt.“ Charles nahm einen Schluck und hob überrascht die Augenbrauen. „Das schmeckt ja echt nicht schlecht.“ Er reichte die Flasche wieder an Kevin zurück, der selbst einen kleinen Schluck nahm und sie dann auf den Tisch stellte.
„Wollen wir uns jetzt besaufen oder einen Film angucken?“, versuchte Kevin den weiteren Verlauf des Abends zu klären.
„Was hast du denn da?“ Eigentlich fand Charles es viel besser, sich einfach mit Kevin zu unterhalten. Ihn einfach nur anzusehen. Es wurde wirklich mal Zeit, dass er seinem bisher-leider-nur-Kumpel beichtete, dass er mehr empfand. Aber er war schon immer eher der schüchterne Typ gewesen, auch wenn er in Kevins Gegenwart manchmal ein bisschen aufgedreht war. Die Chance, dass seine Gefühle erwidert wurden, war zwar mikroskopisch klein – aber dennoch wollte er reinen Tisch machen. Und wenn Kevin schon auf seine Anspielungen nicht einging, musste er es ihm irgendwann wohl einfach ins Gesicht sagen. Aber nicht heute. Das war einfach nur ein normaler, netter Abend unter Freunden, erinnerte er sich.
„Ehm… Ich hab zum Beispiel The Fifth Element und Shutter Island-“ „Uh, ist Shutter Island nicht dieser Psycho-Film mit Leonardo DiCaprio?“, unterbrach Charles Kevins Aufzählung. „Ja. Der ist eigentlich echt nicht schlecht.“ Charles schnaubte nur und konzentrierte sich auf die ungezwungene Stimmung zwischen ihnen.
Kevin lächelte ihn an. „Lieber was lockeres, damit du heute Nacht auch schlafen kannst?“ Er tätschelte ihm in einer eigentlich ironisch gemeinten Geste auf den Arm, die aber schnell in ein Streicheln überging. Als er bemerkte, dass er seine Finger einfach nur sanft über Charles' Bizeps wandern ließ, zog er erschrocken seine Hand zurück.
Charles lachte, als ob ihm das gar nicht aufgefallen wäre; aber das überraschte Kevin nicht besonders: Charles ging nie auf seine Berührungen ein, nahm sie einfach hin als wären sie normal. Ob er diese Einstufung als Normalität allerdings gut oder schlecht finden sollte, wusste Kevin nie so genau.
„Wenn du möchtest, können wir den gern anschauen. Ich schlaf' dann einfach bei dir im Bett, wenn’s mich zu sehr gruselt.“, kommentierte der Franzose Kevins Filmwahl. Charles hatte die Aussage eigentlich als Scherz gemeint, aber tief in seinem Herzen wusste er, dass es eigentlich genau das war, was er wollte. Und damit reihte sich dieser Satz hinter den anderen zweideutigen Aussagen ein, die er heute schon von sich gegeben hatte.
Kevin grinste ihn an. „Ich lass es drauf ankommen.“
Während er sich gerade wieder aus der weichen Couch heraus kämpfte um die DVD einzulegen, hielt ihn Charles zurück - und sobald Kevin die vorsichtige Berührung an seiner Hand spürte, erwiderte er sie, sodass sie im Prinzip Händchen hielten. „Warte. Wir können doch auch einfach… ich weiß nicht… reden.“
Kevins Herz fing unwillkürlich an, schneller zu schlagen, als er langsam antwortete: „Worüber denn?“ Charles sah ihm in die Augen, während Kevin sich zurück in die weichen Kissen sinken ließ. Als sein Körper dabei ein wenig nach rechts rutschte und er somit halb auf Charles landete, spürte er, wie er rot anlief. Das war dann doch etwas mehr als nur eine unschuldige Berührung am Arm; und definitiv mehr als er beabsichtigt hatte.
Kevin wollte sich entschuldigen, er wollte sofort zur Seite rutschen, aber er war wie gefangen von Charles‘ Blick. Ihre Gesichter waren sich plötzlich so nah, dass er Charles‘ After Shave riechen konnte. Er konnte die Wärme spüren, die von dem Älteren ausging, während der regungslos da lag und ihn einfach nur anstarrte.
Ohne sich wirklich bewusst zu sein, was er machte, hob er seine Hand und fuhr langsam an Charles‘ Wange entlang; beugte sich noch ein Stück vor und gab damit der magnetischen Anziehung nach, die von Charles – und momentan vor allem von seinen Lippen – ausging. In einer fließenden Bewegung brachte er ihre Gesichter zusammen, küsste ihn. Zuerst war es nur eine sanfte Berührung ihrer Lippen, aber dann fühlte er Charles‘ Hand in seinem Nacken, die ihn noch näher an ihn zog und eine Zunge, die über seine Unterlippe leckte. Der Kuss wurde leidenschaftlicher, bis Kevin sich unvermittelt von Charles löste.
„Sorry, ich…“, keuchte er atemlos und wollte wieder einen Sicherheitsabstand zwischen sich und den Franzosen bringen. Aber der festigte seinen Griff und zog ihn wieder an sich, küsste ihn erneut. Ihre Lippen schwebten immer noch übereinander als er leise „Wir könnten über das hier reden.“ flüsterte.
Kevins dröhnender Herzschlag setzte für einen Moment aus, als er sah, wie unsicher Charles ihn ansah. Er konnte nicht anders, als seine Antwort mit einem weiteren Kuss hinauszuzögern. „Ja, ich denke, das wäre nicht schlecht.“, murmelte er dann und versuchte erneut etwas Abstand zwischen sie zu bringen. Kevin zwang sich, seine Konzentration zusammen zu kratzen, aber seitdem er einmal Charles‘ weiche Lippen geküsst hatte, konnte er an nichts anderes mehr denken als an Charles. Okay, er hatte auch schon vorher an nichts anderes mehr gedacht.
Aber da war es eher ein Schwärmen aus der Ferne gewesen, jeder Gedanke begleitet von der Erinnerung, dass seine Gefühle bestimmt nicht erwidert wurden. Jetzt… er konnte nicht mehr aufhören. Charles war seine süße, süße Droge und er war ihr vollkommen verfallen.
„Also…“, der Franzose räusperte sich und wusste offensichtlich nicht so ganz wo er anfangen sollte. „Küssen kannst du auf jeden Fall.“, versuchte er dann die Situation aufzulockern und lachte nervös. Kevin versuchte das blödsinnige Lächeln, das sich auf seinem Gesicht auszubreiten drohte, einzudämmen und auf Coolness zu setzen. „Das Kompliment kann ich nur zurück geben.“
Er atmete einmal tief durch und sah dann Charles mit einem kleinen Lächeln an. Der musterte ihn mit zusammengezogenen Augenbrauen. „Sag mal, du bist doch nicht wirklich so cool, wie du gerade tust, oder?“ Der Däne wusste, dass ihm spätestens jetzt die Röte über die Wangen kroch. „Ehm, naja...“ Abstreiten brachte eh nichts, Charles sah ihn so durchdringend an, als könnte er bis auf seine Seele gucken. „Nein. Du verunsicherst mich. Du machst mich nervös. Du sorgst dafür, dass mein Herz viel zu schnell schlägt und mein Magen sich anfühlt, als hätte eine Armee von Schmetterlingen dort gerade ein Qualifying.“, sprudelte es dann aus ihm hervor. Mit jedem seiner Worte wurden Charles‘ Augen größer. „Ich?“, fragte er nach, seine Stimme brach und er räusperte sich.
„Ja, du.“ Kevin fuhr sich nervös durch die Haare. „Hast du mich deshalb geküsst?“ Charles sprach leise, und Kevin zuckte unbestimmt mit den Schultern. „Das war mehr ein… Impuls.“
„Was meinst du mit Impuls?“, ließ Charles nicht locker und starrte den Dänen immer noch mit großen Augen an. „Ja, ich weiß doch auch nicht, Charles!“ Kevin wurde unter seinem Blick noch nervöser. „Plötzlich waren wir uns so nah und dann hab ich einfach meinem Gefühl nachgegeben- sag mal, warum muss ich das eigentlich analysieren? Was sagst du denn dazu?“, versuchte er dann den Spieß umzudrehen.
Jetzt war es an Charles, sich unter seinem Blick unruhig durch die Haare zu fahren. Er biss sich in einer schüchternen Geste auf die Unterlippe und seufzte leise.„Ich hab dich zurück geküsst, reicht das nicht?“ Der Franzose traute sich nicht, seine Gedanken auszusprechen. Irgendwie war das alles außer Kontrolle geraten. Heute Morgen hatte er sich noch versucht einzureden, dass das nur ein normaler Männerabend war und jetzt saß er hier und diskutierte über einen Kuss, weil er zu feige war, einfach zu sagen, dass- „Okay, Kev, hör zu. Ich bin in dich verliebt. Schon länger. Ich hab mich nicht getraut, es zu sagen, weil ich halt bin wie ich bin und jetzt küsst du mich einfach und berührst mich ständig und du stellst einfach alles auf den Kopf und jetzt weiß ich selber nicht mehr, was ich denken soll.“ Er atmete tief durch und griff dann nach der Weinflasche. Aber seine Hand wurde festgehalten.
„Charles. Schau mich an.“ Ihre Blicke trafen sich und Charles fühlte, wie sein Herz einen Purzelbaum schlug. Kevin hob eine Hand und legte sie auf die Wange des Franzosen, woraufhin aus dem Purzelbaum ein Salto wurde. „Ich hab dir gerade versucht genau das zu sagen.“
„Mpf?“ Ein ersticktes Geräusch entkam Charles und er versuchte das Gespräch im Eiltempo nochmal im Kopf durchzugehen. „Du bist so süß, weißt du das?“ Kevins strahlendes Lächeln war das letzte was er sah, bevor er seine Augen schloss, weil er die weichen Lippen des Dänen wieder auf seinen spürte. Kevins Hände landeten auf seinen Hüften und hoben ihn an und dann saß er plötzlich auf seinem Schoß. Und Gott, fühlte sich das gut an. Charles schmiegte sich an Kevins warmen Körper, fühlte seine Hände auf seinem Rücken, in seinen Haaren, seine Lippen an seinem Hals.
Sie rutschten noch tiefer in das viel zu weiche Sofa und blieben aufeinander liegen. Sanft strich Kevin eine der verwuschelten Locken aus Charles‘ Gesicht. „Ich bin auch in dich verliebt.“, sprach er es dann endlich aus. Mit einem Seufzen und einem glücklichen Lächeln kuschelte sich Charles in seine Arme. Einige Momente blieben sie einfach so liegen, genossen es einfach nur, den anderen so nah bei sich zu haben.
„Ich bin froh, dass du einen furchtbaren Filmgeschmack hast.“, meinte Charles dann plötzlich. „Was?“ Kevin musste über seine zusammenhanglose Aussage lachen. „Naja, wenn du was halbwegs Akzeptables da gehabt hättest, dann hätte ich jetzt nicht den wundervollsten Freund der Welt.“ Daraufhin trafen sich ihre Lippen zu einem leidenschaftlichen Kuss, der Kevin jegliche Antworten, die er im Kopf gehabt hatte, vergessen ließ.

THE END <3
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