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Überleben im Schatten

von Ajnif
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Aragorn Eomer Faramir Frodo Gollum / Sméagol Sauron
16.02.2015
12.05.2015
53
100.257
35
Alle Kapitel
41 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
15.03.2015 1.192
 
Moinsen erst einmal!

Bevor ich auf dieses leider recht kurze Kapitel loslasse, habe ich noch ein paar Worte zu sagen: Also zum einen möchte ich larus21 für die Meinung danken! Das Kapitel widme ich gewissermaßen dir und hoffe es gefällt dir.
Zum zweiten möchte ich ansagen, dass das nächste Kapitel wohl frühestens Donnerstag erscheinen wird. Es ist einfach ein bisschen viel Stress momentan und ich möchte das hier richtig machen und dafür brauche ich Zeit und Ruhe, die ich die nächsten Tage einfach nicht haben werde.
Das war’s dann auch schon und nun viel Spaß beim Lesen!

Ajnif

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Meine Schritte trugen mich wie von selbst in Richtung Bibliothek. Ich musste unbedingt mit Faramir sprechen, ihm von meinen Plänen mitteilen. Die ganze Nacht hatte ich Wachgelegen, nachdem ich wieder in meinem eigenen Bett gelegen hatte, die Wut hatte in mir getobt und am liebsten hätte ich alles kurz und klein geschlagen, doch ich hatte es unterdrückt. Ich konnte mir einen Wutanfall einfach nicht leisten. Somit hatte ich mich mit Racheplänen vergnügt und darüber gegrübelt, wie ich Sauron stürzen konnte. Ich hasste ihn, ich hasste ihn aus den Tiefen meines Herzens! Wie hatte ich mich nur auf ihn einlassen können? Wie hatte ich zulassen können, dass er mir mein Herz stahl, obwohl ich doch gewusst hatte, was er für ein Monster war! Ich hatte eingesehen, dass ich nicht nur Sauron hasste, ich hasste mich vor allem selber, dass ich auf ihn reingefallen war.
Ich stürmte in den Hauptraum der Bibliothek, Faramir saß wie immer mit dem Rücken zu mir. Doch er hatte mein lautes Eintreten vernommen und drehte sich nun zu mir um. Bei meinem Anblick weiteten sich seine Augen etwas, er schwieg jedoch.
„Mitkommen!“, befahl ich zornig und wandte mich auch schon wieder von ihm ab, um Richtung Ausgang zu stürmen.
Faramir fragte nicht, er folgte mir einfach über die Zinnen und diverse Umwege, bis wir schließlich vor der alten Holztür standen, hinter der sich das Versteck der Hobbits befand.
Ich stieß die Tür auf, sodass sie gegen die Wand krachte. Die beiden Hobbits fuhren auf und sahen mich entsetzt an.
„Wie gut reitet ihr?“, fragte ich sie knapp.
Sie schwiegen.
„Ich habe gefragt, wie gut ihr reiten könnt!“ Die Wut kochte erneut in mir hoch.
„Tinúviel, du machst ihnen Angst“, versuchte Faramir mich zu beruhigen. Ich fuhr zu ihm herum, dann giftete ich ihn an: „Ich mache ihnen Angst? Vielleicht sollte ich sie einmal Sauron vorstellen, dann wissen sie was Angst ist!“
Faramir seufzte zur Antwort und trat einen Schritt auf mich zu, die Tür hatte er dabei auch geschlossen. „Ich weiß das gestern war nicht leicht für dich. Du hast nur versucht Gollum, verzeih Sméagol zu helfen und nun sind drei Ratsmitglieder tot, einer ist verrückt geworden und Sméagol hält sich versteckt.“
„Du weißt gar nichts“, keifte ich ihn an.
„Ich weiß, dass es niemanden etwas nützt, wenn du die beiden hier wie eine Furie anschreist.“
Daraufhin schwieg ich. Er hatte Recht, ich benahm mich wie eine Verrückte, schleifte ihn ohne eine Erklärung hierher und ließ meine Wut dann an Frodo uns Sam aus, die wahrlich nichts für diese konnten. Ich schloss meine Wut wieder in meinen Bauch ein und zwang mich zur Ruhe, indem ich ein oder zwei Mal tief durchatmete. Meine Miene entspannte sich, genauso wie meine zusammengeballten Fäuste.
„Es tut mir Leid“, sagte ich an die beiden Hobbits gewandt, diese nickten, wirkten aber immer noch nicht ganz sicher, was sie von mir halten sollten. Ich konnte es ihnen nicht verdenken, seit Wochen hatten sie mich nicht gesehen und jetzt stürmte ich voller Wut hier rein und fragte sie in keinem besonders netten Ton, ob sie reiten könnten.
„Was hast du vor, Tinúviel?“, fragte Faramir, als er sah, dass ich mich beruhigt hatte.
„Ich habe einen Plan zur Befreiung von Frodo und Sam.“
Das Misstrauen wich aus Sams Augen, doch nicht so aus Frodos.
„Was ist das für ein Ring an Eurem Finger?“, fragte er.
Ich sah hinab und merkte, dass mein Ring heller leuchtete, als früher. Es fiel besonders durch das im Raum herrschende Dämmerlicht auf. Mein Ring glühte bläulich in den verschiedensten Facetten an meinem Finger, es sah aus wie fließendes Wasser.
„Das ist sozusagen der Tochterring des Einen Ringes“, beantwortete ich Frodos Frage.
„Und was heißt das?“, fragte nun Sam, doch eher neugierig, denn misstrauisch.
„Das heißt ein Stück des Einen Ringes ist in diesem Ring, er hat die Macht des Einen Ringes, wenn auch in abgeschwächter Form und dennoch ist er nicht ein Sklave, wie die anderen Ringe. Ich verstehe es selber nicht allzu genau, aber seid beruhigt, Sauron hat keinerlei Einfluss auf den Ring, noch auf mich.“ Ich wusste, dass das gelogen war, er konnte mich vielleicht nicht versklaven, aber Einfluss hatte er zumindest auf mich. Ich schob den Gedanken beiseite, darum würde ich mich später kümmern.
„Seid Ihr so etwas, wie Saurons Ehefrau?“, fragte Sam mit großen Augen.
„Sein geschätztes Eigentum würde es eher treffen. Genug davon, wir müssen eure Flucht planen“, lenkte ich vom Thema ab.
„Und wie genau hast du dir das vorgestellt?“, mischte Faramir sich skeptisch ins Gespräch ein.
„Ich werde Sauron darum bitten, dass ich Mordor für eine Zeit verlassen darf. Ich nehme die beiden mit und bringe sie nach Minas Tirith.“
Faramir schnaubte ungläubig: „Du denkst doch nicht wirklich, dass er dich Mordor verlassen lässt, dazu noch mit zwei Hobbits?“
„Von Frodo und Sam weiß er nichts und so wird es auch bleiben. Wie ich es schaffe, mir die Erlaubnis zu holen, lass meine Sorge sein“, sagte ich bestimmt. Ich hatte schon einen Plan.
„Glaubt Ihr wirklich, dass das funktioniert?“, fragte Sam. Frodo sagte nichts, er misstrautre mir immer noch. Offenbar hatte mein Interesse an der Landwirtschaft und die vielen Unterhaltungen mit Sam ihn dazu gebracht mir zu vertrauen. Doch Frodo war vorsichtiger, seine Reise hatte ihn verändert.
„Es wird funktionieren, Sam. Haltet Eich bereit, Faramir wird euch abholen, sobald alles in die Wege geleitet ist und dann werden wir zusammen zu Aragorn reiten. Ich kann euch nicht bis zum Auenland bringen, doch zumindest nach Minas Tirith, wo ihr in Sicherheit seien werdet.“
Ich beredete mit Faramir und den beiden Halblingen noch eine Weile unseren Plan. Gemeinsam besprachen wir Schwächen und mögliche Hindernisse, wobei jeder einzelner Schritt ein Hindernis war. Ich spürte, wie es spät wurde, also unterbrach ich Faramir in seinen Ausführungen, wie schwer es sein würde, an Ponys heran zu kommen und sagte: „Wir müssen zurück.“
Faramir sah mich nur kurz verwirrt an, ehe er nickte. Wir durften nicht zu lange wegbleiben, wenn wir nicht vermisst werden wollten. Auch wenn uns niemand suchen würde, Sauron hatte überall seine Späher.
Wir verließen gemeinsam den Untergrund Barad-Dûrs und gingen ebenso gemeinsam zurück zum Turm. Ehe wir uns an der Treppe in die Untergeschosse zur Bibliothek trennten, hielt er mich zurück. „Was hast du vor, Tinúviel?“, fragte er leise.
„Die beiden befreien“, gab ich ebenso leise zurück.
„Mach mir nichts vor. Etwas ist gestern geschehen, du hast dich verändert. Was hast du wirklich vor?“
„Ich weiß nicht, was du meinst“, sagte ich kühl und ließ ihn dann stehen. Ich wusste, dass er meine Lüge durchschaut hatte.
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