Verbotene Liebe

GeschichteAbenteuer, Romanze / P18
Anakin Skywalker / Darth Vader
15.02.2015
26.03.2020
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„Elena, du dir gar nicht vorstellen kannst, wie unglaublich glücklich ich bin, dich nach all den Vorkommnissen vor mir stehen zu sehen“

Yodas Stimme erfüllt mich mit Wärme und Hoffnung. Ich habe noch immer nicht richtig realisiert, was in den letzten Stunden geschehen ist. Ob mir das Ausmaß davon jemals richtig bewusst werden wird? Ich weiß es nicht.

„Glaubt mir Meister, die Freude ist ganz meinerseits.“, antworte ich mit einem kleinen Lächeln.

Es fühlt sich seltsam an, nach all der Zeit wieder hier zu sein. Dort, wo mein Weg angefangen hat. So viel hat sich verändert, seitdem ich das letzte Mal hier war. Ob ich jemals wieder zu der Person werden kann, die ich davor war? Ehrlich gesagt will ich das gar nicht mehr. Nun weiß ich endlich wer ich bin, wo ich herkomme und woher ich meine Gabe habe. Außerdem bin ich nun stärker und weiß, wo mein Platz ist.

„Du natürlich sofort wieder im Jeditempel einkehren kannst, wenn du das wünscht. Wir es jedoch verstehen könnten, wenn du nach all den Vorkommnissen eine Pause brauchst.“, fährt er fort.

„Ich will mein Leben genauso fortführen, wie es begonnen hat. Ich denke ich weiß jetzt, wo mein Platz in alldem ist, Meister.“, antworte ich und sehe ihn eindringlich an.

Er nickt kaum merklich und schenkt mir ein warmes Lächeln.

„Was ist mit dem Sith passiert?“, fragt Windu und sieht zwischen Obi-Wan und Anakin hin und her.

„Er konnte entkommen.“, antwortet Anakin knapp.

„Und die Betrüger?“, fragt er weiter.

„Wir konnten sie abfangen, bevor sie in der Lage dazu waren, zu flüchten. Elena musste die Frau töten, nachdem sie sie mit einem Messer angreifen wollte. Den Vater, sowie seine drei verbleibenden Kinder haben wir an die Truppen übergeben. Sie werden sich in einigen Tagen einer Anhörung unterziehen müssen. Die älteste Tochter wurde von ihrer Mutter ermordet. Wir müssen nun abwarten und Vorsicht walten lassen, jetzt, wo die dunkle Seite so offenkundig ihre Pläne preisgegeben hat. Elena ist in Gefahr und darf unter keinen Umständen in die Hände der Separatisten gelangen.“, erklärt Obi-Wan mit ernster Stimme.

„Ich verstehe…Du warst sehr tapfer, Elena. Es zeugt von großer Stärke, in derartigen Situationen die Fassung zu bewahren und zu tun, was richtig ist – selbst für einen Jedi.“, sagt Meister Windu in meine Richtung.

„Ich habe nur das getan, was Sinn ergeben hat, Meister. Wenn Ihr mich entschuldigen würdet, ich bin sehr müde und würde mich gerne ausruhen.“, antworte ich zögernd, weil ich mit einem derart großen Lob von ihm kaum umgehen kann.

„Natürlich, du jetzt gehen darfst. Anakin, du so nett wärst und Elena begleitest?“, fragt Yoda in die Richtung von Anakin.

„Wie Ihr wünscht.“

Wir verbeugen uns und verlassen gemeinsam den Raum. Als wir so zusammen durch die Gänge laufen, fühlt es sich an wie damals. Unweigerlich schleicht sich ein Lächeln auf meine Lippen. Damals wusste ich noch nicht, wo mein Platz in alldem ist. Doch nun habe ich alles erfahren, das ich wissen muss. All das Leid und der Schmerz waren also nicht ganz umsonst.

„Über was denkst du nach?“, fragt Anakin mit liebevoller Stimme, als wir in den Aufzug steigen, der wie immer zu meiner Unterkunft führt.

„Darüber, dass letztendlich doch alles, das passiert ist, seinen Grund hatte. Natürlich wäre es schön, meine Schwester und Mutter jetzt noch an meiner Seite zu haben, aber ihr Tod war nicht umsonst. Ich weiß jetzt wo ich hingehöre und was meine Aufgabe ist.“, erkläre ich.

Wieder huscht ein Lächeln über seine Lippen. Ein Anblick, den ich in diesen schweren Zeiten sehr vermisst habe. Hoffentlich wird es nun auch in unserer Beziehung wieder ruhiger.

„Du kannst dir gar nicht vorstellen, wie unglaublich stolz ich auf dich bin. Andere wären unter diesen Lasten zerbrochen.“, sagt er.

Ich sehe die Anerkennung und den Stolz, der in seinen Augen aufflackert. Er weiß wohl am besten, wie schwer die letzte Zeit für mich war und dass es alles andere als sicher gewesen ist, dass ich sie so gut überstehe. Natürlich schmerzen mich der Verrat und die Tode von meiner Mutter, Mia und Tamiah sehr, doch ich weiß, dass ich daran jetzt nichts mehr ändern kann. Deshalb jetzt in Selbstmitleid zu versinken wäre nicht das, was sie wollen und würde mich zudem auch nicht weiterbringen. Es wäre wohl am besten zu versuchen, wieder ein normales Leben zu führen – eben so gut, wie es geht.

„Ich kann dich nicht belügen, es tut sehr weh und ich fühle mich schuldig, weil all diese Menschen wegen mir sterben mussten. Aber ich kann nun nichts mehr daran ändern.“, antworte ich zögernd.

Als wir vor der Tür stehen, die in meine ehemalige Unterkunft führt, bekomme ich unweigerlich eine Gänsehaut. Wie sehr habe ich diesen Ort und all die Menschen um mich herum vermisst. In dieser Unterkunft sind so viele unvorstellbare Dinge passiert, die mich zu der Frau gemacht haben, die ich heute bin. Trotzdem ist mir bewusst, dass nichts mehr so sein wird wie zuvor. Mein unbeschwertes Leben, das es mir erlaubte, nach Lust und Laune Missionen zu bestreiten, ist nun vorbei. Ich weiß, dass sie das nicht mehr verantworten können, da ich eine Waffe in mir trage, die über den Verlauf des Krieges entscheiden könnte.

„Sie mussten nicht für dich sterben, Elena. Sie entschieden sich selbst dazu. Jeder Einzelne von ihnen wusste um die Gefahr, die ihre Handlungen für sie bergen. Und ich bin mir sicher, dass sie es jederzeit wieder tun würden.“, erwidert Anakin.

Vorsichtig trete ich in meine ehemalige Unterkunft, in der sich seit meinem letzten Besuch nichts mehr geändert hat. Die Sonne ist bereits untergegangen, weshalb das Zimmer nur von den Lichtern der aufgeweckten Stadt erleuchtet wird. Wie so oft stellen sich Anakin und ich davor, die Augen fest auf die Stadt unter uns geheftet. Wir wissen beide, dass sich zu viel geändert hat, um die äußeren Umstände zu ignorieren. Zögernd greift er nach meiner Hand und sieht mich unsicher an. Ohne lange zu überlegen, lege ich meine Hände um seinen starken Arm und platziere meinen Kopf annährend auf seiner viel zu hohen Schulter.

„Ich hoffe du weißt, dass du einer der Menschen bist, der mich am Leben hält.“, sage ich leise, darauf bedacht, diese Ruhe nicht allzu sehr zu stören.
Ich spüre seinen Blick, der auf mir ruht. Sanft beugt er sich zu mir nach unten und gibt mir einen Kuss auf die Stirn.
„Elena, du machst mich verrückt. Ich wüsste nicht, wo ich jetzt ohne dich wäre. Jeden Tag wird mir wieder bewusst, welch ein Glück ich mit dir an meiner Seite habe. Ich hoffe du weißt, wie sehr ich dich liebe.“
Seine Worte sind wie Salbe für mein geschundenes Herz, wie Musik umschmeicheln sie mich, erfüllen mich mit Liebe und Wärme. Der Mann, dem ich so viel anvertraut habe, der mich inzwischen in und auswendig kennt, der mich in den dunkelsten Stunden meines Lebens gesehen und aufgebaut hat. Wo wäre ich jetzt nur ohne ihn? Hätte ich  das alles geschafft, wenn er mir nicht jedes Mal wieder hochgeholfen hätte? Vermutlich wäre ich bereits eine Sith oder todunglücklich. Er hat es geschafft, mir mein wahres Ich zu entlocken. Er hat mir wieder Leben eingehaucht. Ich weiß gar nicht, wie ich ihm das alles zurückgeben soll. In den letzten Monaten habe ich mich unter ihm so sehr weiterentwickelt wie noch nie zuvor.
„Es gibt so viele Dinge, die ich dir noch sagen muss…“, hauche ich.
Als ich vor ihn trete und in seine blauen Augen starre, die nur spärlich vom Licht der Stadt beleuchtet werden, spüre ich nichts als tiefe Liebe. Ich bin genau dort, wo ich sein muss. Genau dort, wo ich hingehöre.
„Du könntest mir nichts sagen, das ich nicht schon weiß. Ich spüre es, spüre dich. Und ich fühle genauso, so viel ist sicher. Von nun an wird uns nichts mehr trennen.“, antwortet er, ebenso leise.
„Ich liebe dich, Anakin Skywalker.“
„Ich liebe dich auch, Elena Cornely.“
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