Luftballons

KurzgeschichteRomanze / P12
14.02.2015
14.02.2015
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Captain Briikase stöhnte in Gedanken auf. Die junge Frau starrte den roten Herzensluftballon mit einem Blick an, der ihn eigentlich zum platzen bringen sollte. Valentinstag! Noch so ein Festtag, mit dem sie nichts anfangen konnte. Der Tag an dem die Welt vor Liebe nur so überquoll. Sie schenkte dem kleinen Kind, das ihr den Luftballon mit einem strahlenden Lächeln geschenkt hatte, einen gezwungenen dankbaren Blick zu. Die Kleine hatte es noch gut. Sie hatte noch nie jemanden sterben sehen und sah die Welt noch, besonders heute, durch eine rosarote Brille. Freudig hopste sie davon, in der festen Überzeugung jemandem einen Gefallen getan zu haben. Das hätte wohl auf jede andere Person zugetroffen, nur nicht auf Captain Briikase. Sie hatte die rosarote Brille schon lange verloren und der Valentinstag war für sie, nun, er war überflüssig. Also war es nur verständlich, das sie den Luftballon achtlos auf den Boden warf und davon stapfte. Die Mandalorianerin würdigte dem roten etwas nicht mal eines letzten Blickes sondern stolzierte mit hocherhoben Kopf davon und machte jedem durch diese Haltung klar: Ich und Valtenistag stehen auf Kriegsfuß!

„Ma’am Sie haben da was verloren.“ ertönte es in diesem Moment hinter ihr. Ihr wurde ein roter Herzluftballon entgegengestreckt. Das Ding war anhänglicher als eine Klette. „Danke“ brummte sie und versuchte, jeglichen Sarkasmus aus ihrer Stimme zu entfernen. „Gern geschehen.“ Sie drehte sich nun zu dem Sprecher um. Er etwas größer als sie, trug eine Klonrüstung mit roten Verziehrungen und einen Blaster. Den Helm hatte er sich unter den Arm geklemmt und gab somit den Blick auf sein Gesicht frei. Wie alle Klone, hatte auch er fast die selben Gesichtszüge und braune Augen. Er besaß keine Haare und auf der linken Schläfe prangte ein Tattoo. Captain Briikase musste sich unfreiwillig eingestehen, das er gut aussah. „Wollen Sie ihn nun oder nicht?“ die Stimme des Klons hatte einen belustigten Unterton angenommen. In Gedanken klatschte sich die junge Frau gegen die Stirn. Sie hatte ihn bestimmt angestarrt. „Ähm, danke.“ murmelte sie und griff nach dem Ballon. Für einen kurzen Moment berührten sich ihre Hände und die Frau verfluchte das seltsame Gefühl in ihrem Bauch.

Sie wusste nicht wieso, aber sie hatte sich von dem Klon in ein Gespräch verwickeln lassen. „Sie können mich Stone oder CC-5869 nennen.“ „Captain Briikase. Was machen Sie auf Corousant Stone?“ Stone lächelte leicht. „Ich passe darauf auf, das sich Senatoren nicht in Gefahr bringen. Und Sie?“ „Habe so etwas wie Urlaub.“ „Und wieso sind Sie ganz allein? Am Valentinstag?“ „Ja.“ kam die knappe Antwort. „Sie scheinen kein Freund von diesem Fest zu sein oder?“ Ein knappes Schulternzucken war die Antwort. „Ich verstehe einfach nicht, wie diese Leute so fröhlich sein können, wenn da draußen Menschen sterben.“ „Manchmal brauchen Menschen eben Pausen.“ seine Stimme war weicher geworden. „Sie sollten auch eine machen.“ Verwundert hob Captain Briikase den Kopf. „Eine Pause machen?“ wiederholte sie die Worte ungläubig. Stone lachte. Es war ein herzhaftes, kurzes, warmes Lachen. „Ja Ma’am. Sie können die Welt nicht besser machen, wenn Sie den Glauben an das Gute verlieren.“

„Den Glauben an das Gute?“ „Nun, wollen Sie anfangen, jedes Wort das ich sage zu wiederholen?“ belustigt musterte der Klon sie. Hastig drehte sie den Kopf weg und konzentrierte sich auf den roten Ballon. „Sie sind hübsch.“ sagte der Klon plötzlich. Captain Briikase spürte die Hitze die ihr ins Gesicht stieg. Wann hatte man ihr das letzte Mal gesagt, das sie hübsch war? Den Glauben an das Gute wiederfinden? dachte sie und im nächsten Moment machte sie das dümmste in ihrem ganzen Leben. Blitzschnell hob sie den Kopf und presste ihre Lippen auf die von Stone. Es war vielleicht nicht die richtige Reaktion gewesen, aber mal ehrlich, wann wäre das Küssen eines Klones richtig gewesen? Sie würde sich vielleicht später dafür verfluchen, aber als er sie fester an sich drückte fühlte es sich einfach nur verdammt richtig an. An das Gute glauben? Vielleicht würde sie es wieder tun. Irgendwann. Aber jetzt war nicht der richtige Zeitpunkt sich darüber Gedanken zu machen. Jetzt war der richtige Zeitpunkt Stones weiche Lippen zu genießen.

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Nun denn, es war etwas kurz aber es hätte auch schlimmer kommen können. Liebe Captain Briikase, ich wünsche mir sehr, das du mich nicht umbringst! Das wäre sehr, sehr nett. Ansonsten schönen Valentinstag euch allen!
LG Anemonenfisch
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