The sound of your cry

KurzgeschichteFantasy, Schmerz/Trost / P6
Maria deLuca Michael Guerin
14.02.2015
14.02.2015
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Disclaimer: Roswell und deren Charaktere gehören WB, Jason Katims und Melinda Metz!

Anmerkung: Das ist meine 99 Fanfiction, die ich hier veröffentliche! :-) Meine erste Roswell Story nach 4 Jahren!!! Zum 15jährigen Roswell Treffen, kam die Frage auf, wo Maria & Michael jetzt wohl wären, Majandra Delfinos Antwort darauf (& ich hoff ich hab des richtig verstanden) war: "Sie streiten sich nach wie vor und vermutlich haben sie drei Kinder!"

Widmung: für Nemo, einen der besten Freunde, den ich habe! Alles Gute & Liebe zum Geburtstag!!!



The sound of your cry


Leise seufzend ließ sich Maria auf ihrem Bett nieder und schloss müde die Augen. Es sollte ein gemütlicher Samstag werden, aber schon von Beginn an ging alles schief.

Die Kaffeemaschine gab ihren Geist auf, der Wasserboiler spielte verrückt und ihr Lieblingsshirt war zu heiß gewaschen worden, natürlich Dank Michael.

Da tat er einmal einen Handgriff im Haus und dann verbockte er es gewaltig. Die komplette Ladung Wäsche war eingelaufen und nun konnten sie alles neu kaufen.

Im ersten Moment war das für Maria halb so schlimm, sie liebte es shoppen zu gehen, aber als sie sah, dass ihr Lieblingsshirt in dieser Wäscheladung war, war es vorbei.

Sie machte Michael zur Schnecke und knallte mit den Türen, bevor sie sich im Badezimmer einsperrte und weinend an der Tür hinunter rutschte. Ein wenig hilflos stand er vor der Tür und hörte sie weinen.

Michael hatte sich schließlich Aaron geschnappt und war mit ihm außer Haus gegangen, Maria würde sich schon beruhigen und wenn sie zurückkamen war sicher alles besser.

*******

"Maria", sagte Michael leise und strich über ihren Arm.

Langsam öffnete sie die Augen und sah ihren Mann an. "Geht's dir besser?", fragte Michael vorsichtig. Sie funkelte ihn aus ihren grünen Augen finster an und stieg aus dem Bett.

Michael stand ebenfalls auf und ging mit einem Becher Kaffee zu ihr. "Hier, habe ich dir mitgenommen. Wir waren im Bauhaus, haben das Ersatzteil für den Boiler geholt und eine neue Kaffeemaschine besorgt."

Maria sah ihn nach wie vor finster an, nahm aber den Kaffeebecher von ihm. Sie nahm den Deckel ab und pustet, bevor sie einen Schluck trank und gleich danach das Gesicht verzog.

"Was?", fragte Michael verwundert.

Maria funkelte ihn noch wütender an und hielt ihm den Becher hin. Er konnte von Glück sagen, dass das Gesöff heiß war und sie es ihm nicht ins Gesicht schüttete.

"Wie lange kennen wir uns schon?", fragte Maria, die die Arme vor der Brust verschränkte. "Siebzehn Jahre, wieso?", entgegnete Michael verwirrt und hatte keinen Schimmer, was sie wollte.

"Manchmal frage ich mich, ob du überhaupt von irgendwas eine Ahnung hast. Ob du auch nur eine Sache über mich weißt, ohne das dir jemand dabei hilft!", sagte Maria.

Michael verstand noch immer nicht ganz. "Maria, was ist denn los?", fragte ihr Mann. "Genau das ist es! Du hast keine Ahnung, von nichts hast du eine Ahnung!", rief Maria aufgebracht.

Verständnislos sah Michael seine Frau an und kam sich mit jeder Minuten hilfloser vor. "Sag mir doch einfach, was los ist, dann kann ich dir helfen", sagte Michael.

Er stellte den Kaffeebecher auf seinen Nachttisch und sah zu Maria, die im Schlafzimmer auf und ab lief. Schließlich blieb sie stehen und funkelte ihn erneut aus ihren grünen Augen an.

"Ich sage dir was los ist! Wir kennen uns seit siebzehn Jahren und du hast so gar keine Ahnung, wer ich bin und was mich ausmacht! Ich frage mich ernsthaft warum wir geheiratet haben!", rief Maria.

"Was redest du denn da? Natürlich kenne ich dich und ich habe dich geheiratet, da ich den Rest meines Lebens mit dir verbringen will", entgegnete Michael, der auf sie zuging.

Doch seine Frau ging einen Schritt zurück und sah ihn böse an. "Du hast keine Ahnung, wer ich bin. Du weißt ja noch nicht einmal, dass ich Cappuccino hasse!", rief Maria wütend.

"Oh", entkam es Michael und er ließ die Schultern hängen.

"Das ist das Einzige, was dir dazu einfällt 'oh'? Du bist so ein Arsch, Guerin! Das wirklich Schlimme daran ist, dass es mir so sehr wehtut, da ich dich so sehr liebe!", weinte Maria.

Michaels Herz zog sich schmerzhaft zusammen und schließlich überbrückte er die paar Meter und nahm Maria fest in den Arm. Sie wehrte sich natürlich, aber er ließ sie nicht los.

"Du bist so ein Arsch, ich hasse dich!", weinte Maria bitterlich und versuchte sich aus seinem Griff zu befreien. Michael legte seine Hand auf ihren blonden Kopf und strich vorsichtig darüber.

"Maria, es tut mir ehrlich leid! Ich wollte dir nicht wehtun!", flüsterte Michael, der seinen Kopf gegen ihren lehnte und ihr einen sanften Kuss darauf gab.

Minuten lang stand Michael mit Maria im Schlafzimmer und tröstete sie, bis sie sich beruhigt hatte und nur noch leise schluchzte. Vorsichtig schob Michael sie ein paar Zentimeter von sich und sah sie an.

Ihr Gesicht war ganz rot, ihre Augen verquollen und ihre grünen Augen sahen ihn verletzt an. Sanft strich Michael die Tränen weg und lehnte seine Stirn gegen ihre.

"Es tut mir so leid, Maria. Ich werde mich bessern, versprochen", sagte Michael leise. Seine Frau sah ihn an und schüttelte den Kopf. "Ich kann dir nicht glauben", wisperte Maria und löste sich ganz von ihm.

"Maria, bitte ... lass uns darüber reden! Ich weiß, dass ich Fehler mache, aber ich will sie wieder gut machen oder besser gesagt, gar nicht erst machen", antwortete Michael.

"Wie willst du all den Mist, den du so machst, wieder gut machen, wenn du dir in all den Jahren nicht einmal merken kannst, dass ich Cappuccino hasse!?", entgegente Maria.

Michael überlegte, aber ihm fiel nicht gleich etwas dazu ein. Maria schüttelte verletzt den Kopf und verließ das Schlafzimmer. Ihr Mann folgte ihr sogleich.

"Maria, wo willst du hin?", fragte Michael, als die Beiden im Vorzimmer angekommen waren. "Kann dir doch egal sein, dir ist sowieso alles egal", zischte Maria.

"Nein mir ist nichts egal, schon gar nicht du, Katie und Aaron, ihr seid meine Familie, ich liebe euch!", behaarte Michael darauf und wollte ihre Hand nehmen, doch sie zog sie weg.

"Lass das! Lass mich einfach in Ruhe!", weinte Maria, die sich ihre Jacke anzog und ins Wohnzimmer ging, wo Aaron in seinem Netzlaufgitter saß und mit seinen Bällen spielte.

"Sweetheart", wisperte Maria und hob ihren einjährigen Sohn auf ihren Arm. Der Kleine lachte sie fröhlich an und zeigte ihr einen roten Ball, den er dann in sein Netzlaufgitter schmiss.

Maria lächelte und drückte ihm einen Kuss auf den Kopf.

"Ich habe dich unendlich lieb, Sweetheart", wisperte Maria und drückte ihn noch einmal fest an sich, bevor sie ihn zurück ins Netzlaufgitter setzte, wo er weiter spielen konnte.

Aaron sah sie aus seinen grünen Augen fröhlich an und gab ihr seinen Stoff I-Aah. "Danke, Sweetheart", lächelte Maria, strich ihm über den Kopf und verließ das Wohnzimmer.

Michael, der an der Wand neben der Wohnzimmertür lehnte, hatte alles beobachtet und lächelte ein wenig. Er konnte Maria Stundenlang zusehen, wenn sie mit den Kindern spielte.

Wortlos ging Maria an Michael vorbei und verließ das Haus, Michael folgte ihr. "Maria, bitte geh nicht", sagte Michael und wollte wieder nach ihrer Hand greifen.

Aber auch dieses Mal entzog sie sich ihm und sah ihn verletzt an. "Ich gehe zu Liz, lauf mir nicht nach, ich will dich nicht sehen. Ich schicke Max später mit Katie rüber", sagte Maria.

Michael ging näher zu ihr, als Maria die Hand ausstreckte. "Gib Aaron seinen I-Aah, er weint, wenn er ihn länger nicht bei sich hat", sagte Maria und wischte sich die Tränen aus den Augen.

"Okay, ich gebe Aaron seinen I-Aah. Maria, bitte komm heute Abend nach Hause", sagte Michael. Maria drückte den I-Aah gegen seine Brust und schüttelte den Kopf.

"Maria", startete Michael einen weiteren Versuch. "Nein, nein, nein!", entgegente Maria und machte sich auf den Weg auf die andere Straßenseite, wo die Evans wohnten.

Ohne auf den Verkehr zu achten ging sie los. Michael, der ihr trotz ihres Verbotes nachging hörte nur Sekunden später ein Auto hupen. "MARIA!", rief Michael panisch.

Er hechtete zu ihr, stieß seine Frau weg, die ins Stolpern kam und sich am parkenden Auto von Liz abfing. Nur Augenblicke später hörte sie einen Knall und drehte sich mit zitternden Beinen um.

"MICHAEL!"

*******

"Mrs. Guerin", sagte der Arzt, als er nach bangen Stunden warten endlich zu ihr kam. "Lebt Michael?", fragte Maria sogleich, die von Liz und Izzy gestützt wurde, da sie ziemlich wacklig auf den Beinen war.

"Ja, er lebt. Die Operation verlief jedoch nicht ohne Komplikationen und es sah ein paar Mal schlecht für ihn aus. Wir haben es aber schließlich geschafft, die Blutung in seinem Gehirn zu stoppen."

"Wir haben ihn in einen künstlichen Tiefschlaf versetzt und beobachten ihren Mann auf der Intensivstation. Seine Werte werden stündlich kontrolliert und wir hoffen, dass sein Gehirn abschwillt."

"Bis dahin kann es aber noch dauern, Sie müssen Geduld haben", erklärte der Arzt sachlich und in aller Ruhe. Maria, die sich mit Liz und Izzy gesetzt hatte sah den Arzt mit Tränen in den Augen an.

"Kann ich bitte zu ihm?", fragte Maria weinend.

"Ja, natürlich. Eine Schwester wird Sie zu ihm bringen. Wenn Sie noch Fragen haben, ich stehe Ihnen gerne zur Verfügung", entgegnete der Arzt freundlich.

"Danke, Doctor", sagte Izzy und gab dem Arzt die Hand. Dieser nickte und verabschiedete sich. Nur ein paar Momente später kam eine ältere Krankenschwester zu ihnen und brachte sie zu Michaels Zimmer.

*******

"Sollen wir dich begleiten?", fragte Liz. Ihre beste Freundin schüttelte den Kopf und betrat nur Augenblicke später das Zimmer ihres Mannes. Liz und Izzy blieben vor dem Fenster stehen.

"Gott, ich hoffe so sehr, dass Michael durchkommt!", wisperte Liz. Isabel legte einen Arm um ihre Schulter und drückte sie für einen Moment. "Ich werde Max und Kyle anrufen, bleib du bei Maria", sagte Izzy.

Liz nickte nur und sah weiterhin ins Zimmer.

Langsam ging Maria zu Michael, der ziemlich blass aussah, so blass wie sie ihn noch nie gesehen hatte. Sein Kopf war in einem dicken, weißen Verband gepackt und seine linke Hand war gegipst worden.

Ihr Herz zog sich schmerzhaft zusammen, als sie daran dachte, dass sie hier fast gelegen hätte. So sehr sie es auch hasste, dass er nie das tat was sie wollte, in dem Moment war sie froh, dass er sie weggestoßen hatte.

"Du bist so ein Idiot! Wieso hast du mich nicht an der Hand zurückgerissen? Musst du immer auf diese Art und Weiße den Helden spielen?", fragte Maria wispernd, die Tränen in den Augen hatte.

Sie zog sich einen Sessel zu seiner rechten Bettseite und nahm vorsichtig seine Hand in ihre. Sanft strich sie mit dem Daumen über seine Handrücken und weinte.

"Du Idiot! Ich liebe dich hörst du und du musst wieder aufwachen!", wisperte Maria. Immer mehr Tränen liefen über ihre Wangen und sie drückte Michaels Hand gegen ihre Lippen.

******* *******

"Verdammt noch mal, ich liebe DICH, nur DICH, kannst du oder willst du das nicht begreifen?", fragte Michael wütend. "Oh ja, das hat man gesehen, wie sehr du mich liebst!", giftete Maria zurück.

"Dann glaub halt was du willst! Ist mir doch Scheißegal, verdammt noch mal! Scheiße!", rief Michael nun außer sich vor Wut und schlug auf das Lenkrad ein.

"Dankeschön, noch mehr Kälte in deiner Stimme und ich wäre erfroren!", zischte Maria und sah ihn aus ihren grünen Augen wütend und vor allem verletzt an.

Michael blickte zu ihr und schüttelte den Kopf - sie war so ein Sturschädel, das gab es kein zweites Mal. Doch da irrte er gewaltig, er war genauso ein Sturschädel.

Maria funkelte ihn aus ihren grünen Augen, nach wie vor, wütend an. Dennoch sagte ihr Blick gleichzeitig auch, dass sie ihn über alles liebte und ihm vergeben würde.

"Du musst mir glauben, ich habe damit ganz sicher nicht angefangen. Ich liebe DICH, nur DICH!", sagte Michael ruhiger als zuvor. "Wie soll ich dir glauben, kannst du es mir beweisen?", fragte Maria traurig.

"Du willst einen Beweis? Sieh auf die Rückbank, Maria!", entgegnete Michael und deutete mit dem Daumen nach hinten. Maria drehte den Kopf und lächelte leicht.

Ja, da saß der Beweis, dass er sie über alles liebte und ihr jeden Wunsch von den Augen ablas. Michael blickte ebenfalls für einen Moment nach hinten und lächelte.

"MICHAL!", rief Maria nur Augenblicke später panisch, als sie wieder nach vorne blickte. Ihr Mann folgte ihrem Blick und nur Sekunden später verriss er das Lenkrad nach rechts.

Momente später krachte das Auto gegen einen Baum und die Airbacks öffneten sich im Bruchteil einer Sekunde. Maria und Michael sahen für die nächsten Minuten nur noch Sterne.


******* *******

Verwirrt schlug Michael die Augen auf und rieb sich die Stirn, sein Schädel brummte gewaltig und ihm tat jeder Muskel im Körper weh. Langsam setzte er sich auf und sah sich um, er konnte jedoch nicht viel erkennen.

Alles um ihn herum war dunkel und er erkannte nur schemenhaft Dinge, die ihm aber nichts sagten. Noch etwas groggy stand Michael auf und lief ein paar Schritte.

"Hallo?", fragte er leise und lauschte.

Doch es antwortete ihm niemand. Angestrengt lauschte er weiter und glaubte ein leises Piepsen und Weinen zu hören. Er drehte sich ein paar Mal um seine eigene Achse, aber er erkannte noch immer nichts.

Langsam kam seine Erinnerung wieder, dass er einen Autounfall mit Maria und Katie gehabt hatte. Noch mehr verwirrt kratzte er sich an der Augenbraue, denn der Unfall war schon mehr als zwei Jahre her.

Er war damals einem entgegenkommenden LWK ausgewichen, der auf der falschen Spur fuhr. Michael war mit dem Auto gegen einen Baum gefahren und zum Glück waren Maria, Katie und er heil heraus gekommen.

Er erinnerte sich auch daran, dass sie vor dem Unfall gestritten hatten, da Maria ihn mit Katie von der Arbeit abholte und in eine Situation platze, die sie aus der Bahn warf.

Seine Arbeitskollegin hatte sich aus heiterem Himmel an ihn rangeschmissen und ihn damit so überfordert, dass er kaum im Stande war irgendetwas zu sagen oder zu tun.

Natürlich hatte Maria genau in dem Moment die Tür öffnen müssen. Er konnte sich genau an ihr Gesicht erinnern und hätte seiner gestörten Arbeitskollegin am liebsten eine Ohrfeige verpasst.

Michael fragte sich, warum er sich gerade jetzt an diesen Tag erinnerte. Leise seufzte er und kratzte sich ein weiteres Mal an der Augenbraue und versuchte erneut etwas zu erkennen.

"Hallo, ist hier jemand?", fragte Michael. Wieder lauschte er und hörte nur aus der Ferne dieses Piepsen und Weinen. "Maria? Bist du hier irgendwo? Maria?"

Aber erneut antwortete niemand und die Sicht wurde ebenfalls nicht klarer. Langsam zweifelte Michael daran, ob er wirklich wach war oder nicht. Er seufzte und versuchte angestrengt etwas zu sehen.

Tatsächlich gelang ihm das einige Momente später. "Hey, ich bin hier! Komm zu mir! Ich tue dir auch nichts, versprochen. Ich will nur wissen wo ich bin!", sagte Michael freundlich.

"Tja, das kann ich dir sagen, du bist in deinem eigenen Kopf", antwortete eine tiefe, grummelige Stimme langsam. Michael blickte in die Richtung aus der die Stimme kam.

Als die Gestalt vor ihm stand konnte Michael es kaum glauben. Er schloss die Augen und atmete ein paar Mal tief durch, bevor er die Augen wieder öffnete.

Dennoch war da noch immer diese Gestalt.

"Das gibt es doch nicht! Du kannst nicht echt sein! Ich glaube ich werde wahnsinnig!", sagte Michael und ging ein paar Schritte zurück. Langsam folgte ihm die Gestalt.

"Nein, wahnsinnig wirst du nicht. Wie gesagt, wir sind in deinem Kopf ... ich bin so zu sagen dein Unterbewusstsein", antwortete die Gestalt und lächelte schief.

Michael schloss noch einmal die Augen und als er sie öffnete saß noch immer der kleine Zeichentrick I-Aah vor ihm und lächelte ihn wieder an. "Mein Unterbewusstsein ist I-Aaah ... krass!"

"Eigentlich ist dein Unterbewusstsein immer das, was du möchtest, ich könnte auch Freddie Krueger oder Bruce Willis sein", antwortete I-Aah und trottete zu ihm.

Michael ging langsam in die Hocke und betrachtete I-Aah, der sich vor ihm hinsetzte. Vorsichtig streckte Michael die Hand aus und berührte den niedlichen Esel.

"Warum gerade du?", fragte Michael.

"Na ja, ich bin schon immer in deinem Leben. Du kannst dich an alles erinnern, auch wenn du immer sagst, du tust es nicht. Ich bin in deinem Leben immer present."

"Dein erstes Geschenk an Maria, war ein Schlüsselanhänger von mir, der leuchtet, damit sie das Schlüsselloch im dunklen besser findet. Deinen Kindern hast du als erstes je ein Stofftier von mir geschenkt."

"Du erfindest täglich Geschichten in denen ich die Hauptrolle spiele und deine Kinder sind begeisterte davon. Als du ein Kind warst und dich einsam fühltest war ich dein einziger Freund."

"Einst hat Maria gesagt, dass sie echtes Geld darauf wetten würde, dass dein Lieblingscharakter bei Winnie Puuh, ich bin. Du hast darauf nur etwas gemurmelt, was war das doch gleich?", fragte I-Aah.

"I-Aah ist der einzig pragmatisch denkende Charakter im ganzen Hundert-Morgen-Wald", antwortete Michael und musste kurz schmunzeln. Er hatte das damals noch vor ihrem ersten Date gesagt.

Michael hatte sich inzwischen auf den Boden gesetzt und hörte dem kleinen Esel aufmerksam zu. Bis er auf einmal wieder dieses Piepsen und Weinen leise vernahm.

"Hörst du das?", fragte Michael.

I-Aaah nickte nur und trottete von Michael weg, der ihm folgte. Langsam lichtete sich alles und schließlich fand sich Michael in seinem eigenen Krankenzimmer wieder.

Er sah sich selbst im Bett liegen, mit einem dicken Verband um den Kopf und seiner linken Hand in Gips. "Jetzt weiß ich zumindest, wo die Kopfschmerzen und die Schmerzen im Handgelenk herkommen", meinte Michael.

I-Aah neben ihm nickte und deutete dann zu Maria, die weinend neben seinem Bett saß und seine Hand hielt. "Maria", wisperte Michael und ging auf seine Frau zu.


*******

"Du musst wieder aufwachen hörst du! Du kannst uns doch nicht alleine lassen! Was sollen wir ohne dich machen? Wie soll ich Katie und Aaron erklären, dass du nicht mehr nach Hause kommst?"

"Das du ihnen keine I-Aah Geschichten mehr erzählst! Das du sie nie wieder ins Bett bringst! Das sie nie wieder mit dir auf der Couch einschlafen werden, wenn ihr vom Spielen so erschöpft seit!"

"Michael, ich will nicht ohne dich leben! Hörst du das?! Das Leben ist ohne dich nicht das Gleiche! Wem soll ich denn sagen, dass er ein Idiot ist und ihn nur Sekunden später küssen?"

"Du bist mein Idiot, nur meiner! Ich liebe dich! Ich liebe dich so sehr, dass es manchmal wehtut! Jede dumme Kleinigkeit, die du machst tut weh, aber ich verzeihe dir immer wieder."

"Ich kann nicht anders, weil ich weiß, dass du tief in deinem Innersten der großherzigste, liebevollste und leidenschaftlichste Mann bist, den ich je kennen gelernt habe!"

"Ich will nicht morgens aufwachen und nicht dein friedliches Gesicht neben mir liegen sehen. Ich will nicht aufwachen, ohne deinen Arm, der mich die ganze Nacht festgehalten hat."

"Bitte, du musst aufwachen, Michael!", weinte Maria, die seine Hand fest drückte. Sie war so erschöpft und wollte nur schlafen, dennoch wollte sie wach sein, wenn Michael die Augen aufmachte.

*******

Michael, der vor Maria kniete streckte die Hand aus und wollte über ihre Wange streichen, doch seine Hand ging durch sie hindurch. Leise seufzte er und blickte in das verzweifelte Gesicht seiner Frau.

"Wieso bin ich nicht schon längst aufgewacht?", fragte Michael, der auf dem Boden neben dem Bett sitzen blieb. "Na ja, du hattest einen schweren Unfall und wurdest am Gehirn operiert."

"Dabei wärst du beinahe dreimal gestorben. Du kannst von Glück reden, dass du überhaupt noch lebst und dich die Ärzte in einen künstlichen Tiefschlaf versetzt haben", antwortete I-Aah.

Michael blickte zu dem kleinen Esel und musste kurz Lächeln, bevor er wieder zu Maria sah, die nach wie vor seine Hand hielt und unaufhaltsam weinte.

"Ich weiß, du liebst sie und du liebst auch deine Kinder, aber du bist so oft in deiner eigenen Welt, dass du alles um dich herum vergisst. So wie das mit dem Cappuccino", erinnerte I-Aah ihn.

Leise seufzte Michael und nickte.


******* *******

"Michael, Michael! M I C H A E L!!!", rief Maria, als sie in sein Arbeitszimmer kam. Ihr Mann schreckte von seinem Tisch auf und sah sie verwirrt an.

"Was schreist du denn so?"

"Ich schreie so, da ich dich schon seit mehr als fünf Minuten rufe und du nicht antwortest", entgegnete Maria ein wenig sauer. "Tschuldigung, ich war mit meiner Arbeit beschäftigt."

Maria ging auf ihn zu und sah über seine Schulter. "Oh ja, das sehe ich. Kannst du nun bitte die Zeichnung einfach Zeichnung sein lassen und dich fertig machen, wir müssen bald los", bat Maria ihn.

"Wohin denn?", fragte Michael, der in aller Ruhe weiter seine Linien zog. "Zu der Party, meines Chefs, von der ich dir schon die ganze Woche erzähle", antwortete Maria.

Michael hielt kurz inne und kratzte sich an der Augenbraue. "Da musst du alleine hin, ich muss das hier noch fertig machen", meinte Michael und klopfte ihr leicht auf die Schulter.

Wenn Blicke hätte töten können, wäre Michael auf der Stelle von seinem Sessel gefallen. Sauer verließ Maria sein Arbeitszimmer und ließ die Tür lautstark ins Schloss fallen.

Michael zuckte zusammen und sah auf. Sie wusste doch, wenn er arbeitete, dass er seine Ruhe brauchte und keine Zeit für anderes hatte. Wieso war sie immer so sauer auf ihn?


******* *******

Stunden später sah Michael wieder von seiner Zeichnung auf und streckte sich erstmal ordentlich durch. Sein verspannter Körper knackste überall, aber danach ging es ihm besser.

Müde drehte er das Licht ab und verließ sein Arbeitszimmer. Als er nur Augenblicke später das Schlafzimmer betrat sah er Maria auf der Seite im Bett liegen und leise weinen.

Besorgt setzte er sich zu ihr und strich über ihren Kopf. "Maria, was hast du? Was ist auf der Party passiert?", fragte Michael leise. Seine Frau schlug seine Hand weg und vergrub ihr Gesicht im Polster.

"Maria, bitte rede mit mir. Hat dich jemand belästigt? Hat man dir wehgetan?", fragte Michael besorgt. Abrupt setzte sich Maria auf und funkelte ihn aus ihren grünen Augen böse an.

"Der Einzige der mir wehgetan hat, bist du, du Idiot!", rief Maria wütend, stieg aus dem Bett und lief ins Badezimmer wo sie sich einsperrte. Leise seufzte Michael und folgte ihr.

"Bitte mach die Tür auf, lass uns reden", sagte Michael.

Doch das Einzige was er von seiner Frau vernahm war weinen. Er setzte sich neben die Badezimmertür und hörte ihr so lange zu, bis sie vor Erschöpfung einschlief.

Erst am nächsten Tag erfuhr er, dass Maria ihren Chef angerufen und eine Magen-Darm-Virus vorgetäuscht hatte. Die nächsten drei Tage war sie zu Hause geblieben und hatte kein Wort gesprochen.


******* *******

"Wenn du so darüber nachdenkst, am liebsten würdest du dir nun selbst in den Hintern treten und das nicht nur einmal sondern für jedes einzelne Mal, als du sie zum Weinen gebracht hast", sagte I-Aah.

Leise seufzend blickte Michael von Maria zu dem kleinen Esel und atmete tief durch. "Du hast so verdammt Recht", seufzte Michael leise und lächelte ihn schief an.

Noch einmal seufzte Michael frustriert und dachte an all die Male, die er Maria verletzt und zum Weinen gebracht hatte. Wie das eine Mal, als er ihren Geburtstag vergessen hatte.

Oder die dutzenden Mal, die er vergessen hatte sie abzuholen und sie mit dem Taxi nach Hause fahren musste. Die drei schrecklichen Mal, als er die falschen Blumen gebracht hatte und sie allergisch reagierte.

Die vielen Male, die er zu spät zu Verabredungen oder zum Essen nach Hause gekommen war. Die Tage, an denen er aus einer Mücke einen Elefanten gemacht hatte und ihr die Schuld gab, weil er so stur war.

Die Tage, wo sie ihm etwas erzählte und er unüberlegt angefangen hatte zu lachen und sie somit auslachte. Michael fielen immer mehr solche Dinge ein und er fing an zu begreifen.

Fing an zu begreifen, warum Maria ihm die Frage gestellt hatte, warum sie überhaupt geheiratet hatten. Michael wurde bewusst, dass die wirklich glücklichen Tage seiner Familie immer weniger wurden.

Schweren Herzens begriff er ebenfalls, dass Maria nur noch selten vor Glück weinen sah. Das letzte Mal war, als Aaron seine ersten vorsichtigen Schritte gemacht hatte.


*******

"Spaceboy", wisperte Maria, als sie ihm vorsichtig über das Gesicht strich, welches sie ihm gerade frisch rasiert hatte. Das Spital hatte zwar Pflegepersonal für Intensivpatienten, aber Maria wollte das nicht.

Auch, wenn sie wusste, dass das Personal darauf geschult war, so wollte sie Michael selbst pflegen, so lange er im künstlichen Tiefschlaf und sein Heilungsprozess im Gange war.

Michaels Werte waren stabil und das letzte CT hatte ergeben, dass sein Gehirn soweit abgeschwollen war, dass die Ärzte ihn in den nächsten Tagen aufwecken wollten, wenn der Zustand so blieb.

"Katie und Aaron geht es gut, sind vermissen dich, ich habe ihnen erzählt, dass du bald wieder kommst. Lass mich sie bitte nicht angelogen haben, hörst du!

"Die Beiden brauchen dich! Ich brauche dich, Michael! Du magst zwar ein Idiot sein, aber du bist mein Idiot und du bist ihr Dad. Lass sie nicht ohne dich aufwachsen!"

"Bitte, ich flehe dich an, mach die Augen auf!"

Wieder liefen Tränen über Marias Wangen, als sie seine rechte Hand nahm und fest drückte. Seit nun mehr einer Woche kam sie jeden Tag und flehte ihn an, aufzuwachen, aber nie tat er ihr den Gefallen.

Erschöpft setzte sich Maria auf den Sessel, lehnte ihren Oberköper gegen das Bett und legte ihren Kopf auf sein Knie, während ihre Hand nach wie vor seine hielt.

*******

Michael saß am Boden vor Marias Füßen und sah ihr ein weiteres Mal beim Schlafen zu. Er hatte keine Ahnung, wie viele Tage er das schon tat, was er jedoch wusste, dass er sehr viel über sein Leben nachdachte.

Seine Eltern, die er bei einem Brand verlor, als er gerade einmal fünf Jahre alt war. Er erinnerte sich an das Waisenhaus, wo er ein Jahr lang lebte, da er keine anderen Verwandten hatte.

An diese drei schrecklichen Pflegefamilien in denen er über vier Jahre lang verteilt war. Ebenfalls erinnerte er sich daran, dass er von der letzten Pflegefamilie weggelaufen war und sich Wochenlang versteckte.

Nach einer langen, stürmischen und regnerischen Nacht war er völlig schöpft und durchnässt im Vorgarten eines älteren Ehepaares liegen geblieben und sie hatten ihn bei Sonnenaufgang gefunden.

Er hatte wahnsinnige Angst gehabt, dass er nun wieder ins Waisenhaus oder zu dieser schrecklichen Pflegefamilie musste. Doch so weit kam es zum Glück nicht.

Nachdem das ältere Ehepaar ihn ins Haus geholt hatte, schickte ihn Evelyn erst einmal unter die heiße Dusche und suchte ihm Sachen zum Anziehen hinaus.

Henry hatte ihm währenddessen etwas zu Essen gemacht, was Michael sogleich verschlang. Er hatte schon seit Tagen nichts mehr Richtiges zu Essen gehabt und war mehr als nur hungrig.

Evelyn konnte Michael damals nur einige Details entlocken, bevor er vor Erschöpfung auf der Couch einschlief. Die Beiden hatten ihn schlafen lassen und ihn die nächsten drei Tage liebevoll umsorgt.

In diesen drei Tagen hatte Michael so viel Liebe bekommen, wie die letzten fünf Jahren nicht mehr. Er fühlte sich bei Evelyn und Henry zu Hause und wollte nicht gehen.

Die Beiden sahen, dass genauso, sie beschlossen, trotz ihrer sechzig und zweiundsechzig Jahre, dass sie Michael adoptierten. Der damals fast elfjährige Michael hätte nicht glücklicher sein können.

Evelyn und Henry sprachen mit dem Behörden und kaum ein halbes Jahr später war alles über die Bühne gegangen - Michael war nun ein Guerin und sehr glücklich.

Seine schulischen Fähigkeiten wurden getestet und man stellte fest, dass er sehr schnell alles aufholte, was er verpasst hatte. Er war nur ziemlich faul und interessierte sich nur für Kunst und graphisches Zeichnen.

In der High School lernte er schließlich seine besten Freunde kennen, die Geschwister Max und Isabel Evans, sowie Liz Parker und Kyle Valenti und natürlich auch Maria DeLuca.

Obwohl Michael ein Draufgänger war und er liebend gerne flitterte, so dauerte es zwei Jahre, bis er Maria endlich um ein Date bat. Es fielen ganze Gebirgsketten von seinem Herzen, als sie ja sagte.

Von dem Tag an, waren sie fast unzertrennlich und genossen ihre junge Liebe. Evelyn und Henry hatten Maria immer schon gemocht und waren begeistert, dass die Beiden nun ein Paar waren.

Die Einzige, die skeptisch war, war Amy DeLuca. Sie traute Michael anfangs nicht ganz. Jedoch stellte sie mit der Zeit fest, dass er ihre Tochter wirklich liebte.

Am Tag ihres High School Abschlusses stellte Michael Maria die Fragen aller Fragen und als sie überglücklich ja sagte, konnte auch er nicht glücklicher sein.

Es dauerte jedoch noch weiter fünf Jahre, bis sie endlich zum Traualtar schritten, da sie beide das College abschließen und sich einen Job suchen wollten.

Als der große Tag endlich da war, waren beide so nervös, dass sie sich kaum auf den Beinen halten konnten. Aber schließlich und endlich am 14. Februar 2005 gaben sie sich das Ja-Wort.

Sie gaben sich ebenfalls das Versprechen immer für einander da zu sein, egal was auch passieren mochte. Sie wollten für immer zusammen bleiben und alles dafür geben.

An dem Tag konnten sie nicht ahnen, dass sie drei Wochen später schon auf eine harte Probe gestellt wurden, als Evelyn und Henry sich eines Abends hinlegen und für immer friedlich einschliefen.

Für Michael brach eine Welt zusammen, als er seine Eltern fand und machte die nächsten Wochen die Hölle durch. Dies alles stand er nur durch, da Maria immer an seiner Seite war.

Die nächsten zehn Jahre waren meist eine Achterbahnfahrt der Gefühle, da sie sich auf eine Weise so ähnlich waren und auf eine andere Art und Weiße doch nicht.

Jedoch rauften sie sich immer wieder zusammen und ihr Glück wurde mit Katie und Aaron perfekt. Sie liebten ihre Kinder über alles und konnten ihr Glück an manchen Tagen kaum fassen.

Michael blickte wieder zu Maria, die friedlich an ihn gelehnte schlief und lächelte. Er liebte es ihr einfach nur beim Schlafen zuzusehen und ihr ab und zu dabei durch die Haare zu streichen.

"Es ist an der Zeit", sagte I-Aah neben ihm und riss Michael so aus seinen Gedanken. Er drehte den Kopf nach rechts, wo der kleine Esel saß und ihn schief anlächelte.

"Ist meine Zeit abgelaufen? Komm schon, I-Aah, das kannst du noch nicht machen! Ich liebe meine Familie, ich kann sie nicht im Stich lassen! Da musst du doch was machen können!"

Der kleine Esel sah ihn treuherzig an.

"Ich weiß, dass du deine Familie liebst und sie dich! Ich bin nicht der Engel des Todes, ich bin nur dein Unterbewusstsein das dir sagt es ist an der Zeit."

"Ich kann dir nicht genau sagen, was nun ansteht. Ich kann dir nur sagen, gehe ins Licht und finde es heraus oder aber bleib hier sitzen, sieh Maria weiterhin zu und wir unterhalten uns."

"Jedoch gibt es nicht mehr viel zu reden, wir haben in den letzten Tagen dein ganzes Leben besprochen und tief in dir drinnen, weißt du, was du zu tun hast!", antwortete I-Aah.

Michael überlegte einen Moment, bevor er sich aufrappelte und sich über Marias beugte und ihr etwas ins Ohr flüsterte. I-Aah neben ihm, sah ihm geduldig zu.

Schließlich drehte sich Michael zu ihm und lächelte. "Keine Ahnung, was gleich passiert, aber ich weiß, dass du immer da sein wirst, so wie immer, stimmt's?!", sagte Michael.

I-Aah nickte nur und trottete mit Michael zum Licht.


*******

Langsam kam Michael zu sich und öffnete die Augen, die sich erst an das grelle Licht gewöhnen mussten. Nach ein paar Mal Blinzeln ging es und er konnte die Augen offen halten.

Etwas groggy sah er sich um und stellte fest, dass er sich in seinem Krankenzimmer befand. "Ich bin am Leben", schoss es ihm durch den Kopf und lächelte.

Vorsichtig drehte er den Kopf und sah Maria, die nach wie vor an seinem Knie lehnte. Ein weiteres Lächeln bildete sich in seinem Gesicht und er hob vorsichtig die Hand, um ihre Wange zu streicheln.

"Maria", wisperte Michael, nur Momente später, liebevoll.

Seine Frau rieb sich die Augen und sah ihn an. "Michael?", fragte sie noch ein wenig müde und richtete sich langsam auf. Er nickte nur und strich weiterhin sanft über ihre Wange.

Mit Tränen in den Augen hielt sie seine Hand fest an ihre Wange gedrückt und lächelte ihn an. "Du trinkst deinen Kaffee am liebsten mit Vanillemilch und einem halben Teelöffel Caramelsirup."

"Du hast es am liebsten, wenn ich ihn dir ans Bett bringe und du beschwerst dich immer, wenn ich dir einen Schluck davon stehle. Aber du lächelst mich immer an und gibst mir dann auch den letzten Schluck."

"Eigentlich mag ich meinen Kaffee gar nicht so, ich mache das nur, damit ich dich ein wenig ärgere und damit ich sehe, wie deine grünen Augen einfach nur aufblitzen."

"Ich liebe dein Kirsch Haarshampoo, es erinnert mich immer an unser Picknick unter dem Kirschbaum. Ich liebe es, dass du, wenn du nachdenkst dich genauso an der Augenbraue kratzt wie ich."

"Du weißt immer wie du mich aufheitern kannst, egal wie mies meine Stimmung ist. Du machst die besten Spaghetti auf der ganzen Welt, selbst an dem Tag an dem du die Sauce versalzen hast."

"Egal um welche Uhrzeit du wach wirst, du drückst mir immer einen Kuss auf die Schläfe und eilst erst dann ins Bad, da du schon so dringend auf die Toilette musst."

"Immer, wenn ich auf Geschäftsreise bin oder mit den Jungs länger unterwegs, trägst du meine Schlafsachen. Du legst Katie und Aaron je ein Shirt von uns ins Bett, damit sie besser schlafen."

"An dem Abend unseres ersten Dates, als ich dich nach Hause brachte und wir auf der Terrasse standen, da habe ich in deine wundervollen grünen Augen gesehen und wusste, dass ich dich für immer behalte."

"Danach habe ich dich küsst und es war als würde ich das Universum explodieren sehen. Ich war damals der glückliste Teenager auf der Welt und heute bin ich noch immer der glücklichste Teenager der Welt."

"Ich sehe vielleicht aus wie ein erwachsener Mann und ich gehe hart für mein Geld arbeiten, aber dennoch bin ich tief in meinem Innersten noch immer der Teenager, der sich in dich verliebt hat."

"Der vom ersten Date an wusste, dass er dich heiraten würde, da du sein Leben um so vieles bereicherst. Selbst mit dem verrückten Sockentick, dass du nie die gleiche Farbe anziehst."

"Ich weiß, ich bin manchmal total unsensibel und ich treibe dich mit meiner Art und Weiße fast in den Wahnsinn, vor allem, wenn ich dir nach einem Streit auch noch den falschen Kaffee bringe."

"Es tut mir so unendlich leid, dass ich dich vor allem in letzter Zeit so oft zum Weinen gebracht habe. Das wollte ich nicht und jedes Mal, wenn ich dich weinen höre, da zieht sich mein Herz schmerzhaft zusammen!"

"Ich habe eine zweite Chance im Leben bekommen und die werde ich voll ausnutzen! Egal, was noch passieren mag, ich werde dich und die Kinder nie freiwillig im Stich lassen!"

"Ich liebe dich so sehr, Maria und ein Leben ohne dich wäre die Hölle für mich! Genauso sehr liebe ich Katie und Aaron, die dir jetzt schon in vielen Dingen ähnlich sind."

"Ich will einfach nur mit dir nach Hause gehen, mit dir zusammen Spaghetti kochen und uns mit unseren Kindern jeden Abend die Sesamstraße ansehen, bis sie schließlich einschlafen."

Maria, die ihm mit Tränen in den Augen zugehört hatte, setzte sich nun auf die Bettkannte und strich schluchzend über seine Wange. "Ich liebe dich, Michael", wisperte Maria.

Langsam setzte sich ihr Mann auf und küsste sie nur Augenblicke später voller Leidenschaft. Erst als die Luft für beide knapp wurde, lösten sie sich voneinander und hielten einander fest im Arm.

Nach ein paar Minuten löste sich Michael langsam von Maria und blickte in ihre grünen Augen, die ihn liebevoll ansahen. Sanft strich er über ihre Wange und lächelte.

"Alles Liebe zum zehnten Hochzeitstag, ich liebe dich, Maria", wisperte Michael. Seine Frau lächelte ihn überglücklich an und gab ihm einen sanften Kuss.

"Ich liebe dich, Spaceboy, alles Liebe zum Hochzeitstag!", flüsterte Maria an seinen Lippen. Michael lächelte, strich ihr die Glückstränen von den Wangen und küsste sie erneut.

*******

Eine Woche später, blickte Michael auf seine schlafenden Kinder und lächelte glücklich. Katie hatte es sich auf seinem Brustkorb gemütlich gemacht, während Aaron an Maria gekuschelt war.

Die Beiden seufzten leise im Schlaf und hielten ihre Stoff I-Aah's fest. Michael sah zu Maria, die langsam einschlief. Wieder lächelte er und drehte den Fernseher ab.

Schließlich legte er sich vorsichtig auf den Rücken und rückte näher an Maria und Aaron heran. Ebenso vorsichtig deckte er seine Familie zu und drückte ihnen je einen Kuss auf den Kopf.

"Ich liebe euch, so sehr", wisperte Michael, bevor auch er einschlief.


-The End-



PS: Das Maria Geld darauf setzt, dass I-Aah Michaels Lieblingscharakter bei Winnie Puuh war und Michael darauf mit dem pragmatisch antwortet, stammt nicht von mir, der stammt aus einem der englischen Bücher, die verlegt wurden, als die Serie schon vorbei war.
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