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Nur Dein

von Vokaya
Kurzbeschreibung
GeschichteFamilie, Liebesgeschichte / P12 / Het
Marian Lancaster Robin "Robert Huntington" Hood
13.02.2015
19.02.2015
7
10.903
 
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18.02.2015 1.737
 
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Nur Dein

Kapitel 5

Disclaimer:

Die bekannten Charaktere und Orte in dieser Geschichte gehören mir nicht und auch der Inhalt ist frei erfunden. Ich verdiene mit dieser Story kein Geld, sondern schreibe nur aus Spaß an der Freude.


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Mit schreckgeweiteten Augen und offenstehendem Mund schaute Marian Robin hinterher, als dieser wutentbrannt im Inneren der Höhle verschwand.

Sein vollkommen unerwarteter Ausbruch hatte sie fast ein wenig verängstigt. Sie hatte immer gewusst, dass er ein heißblütiges Temperament besaß, das zuweilen auch mit ihm durchging, aber auf einen solch rasenden Zorn, der sich zu allem Überfluss gegen sie selbst richtete, war sie nicht gefasst gewesen.

Auch die Unterstellungen, die er ihr gerade an den Kopf geworfen hatte, drangen erst allmählich in das Bewusstsein der jungen Frau.

Sie sollte einen Geliebten haben? Wie kam Robin nur auf einen so lächerlichen Gedanken?

Einen Moment war Marian verwirrt, doch gleich darauf dämmerte ihr die Wahrheit. Es gab nur eine mögliche Erklärung: er hatte sie zusammen mit Mark auf der Lichtung gesehen und völlig falsche Schlüsse aus der Situation gezogen.

Sie konnte ihm daraus nicht einmal einen Vorwurf machen, schließlich wusste Robin nicht, dass sie einen Bruder hatte. Damals, kurz bevor der junge Mann sie aus der Gewalt Lord Alwines befreit hatte, war Mark nicht mit ihren Eltern nach Nottingham gekommen und sie hatte richtig vermutet, dass er auf Schloss Lancaster geblieben war, um ihre Eltern in deren Abwesenheit zu vertreten.

Doch obwohl die beiden Geschwister eine tiefe Zuneigung verband, hatte Marian ihren Bruder auch nach ihrer Befreiung nicht erwähnt, denn Robin und die Sherwood-Band hatten mit genügend anderen Problemen zu kämpfen gehabt.

Robin hatte ihre Begegnung mit Mark zwangsläufig falsch auffassen müssen. Schließlich hätte sie dasselbe gedacht, wenn sie ihn mit einer anderen Frau in den Wäldern gesehen hätte.

Was die junge Frau jedoch nicht nur erschreckte, sondern auch zutiefst kränkte, war die Art und Weise, wie Robin sich ihr gegenüber gerade verhalten hatte. Immerhin waren sie beide kein Paar und er hatte somit nicht den geringsten Anspruch auf sie!

Wie kam er dazu, sie derart grob zu behandeln, sie sogar anzuschreien? Dazu hatte er kein Recht, von einem Grund ganz zu schweigen!

Dennoch wurde eine zaghafte Stimme in ihrem Inneren laut, die sie vor einem vorschnellen Urteil warnte. Erneut rief sie sich Robins Worte ins Gedächtnis.

Warum hatte Robin sie gefragt, wie sie ihm so etwas antun konnte?

Seine Stimme hatte geklungen, als würde ihm die Vorstellung, sie könnte in den Armen eines anderen Mannes liegen, einen beinah körperlichen Schmerz bereiten.

Gingen seine Gefühle für sie viel tiefer, als es bislang den Anschein gehabt hatte?

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"Marian, ist es wahr, was Robin gesagt hat?" fragte Winniefred nach einer gefühlten Ewigkeit des Schweigens ungläubig. "Hast du dich in einen anderen Mann verliebt? Willst du uns verlassen?"

"Nein, das habe ich nicht und das werde ich nicht", wehrte die Angesprochene entschieden ab. "Es ist alles nur ein großes Missverständnis."

"Aber Robin hat gerade selbst gesagt, er hätte dich mit einem fremden Mann zusammen gesehen", wandte nun auch Will verwirrt ein. "Warum sollte er so etwas behaupten?"

"Weil es wahr ist!" rief Marian aus und wusste nicht, ob sie lachen oder weinen sollte. ""Aber es gibt etwas, das Robin nicht weiß und auch gar nicht wissen kann. Der Mann, in dessen Gesellschaft er mich gesehen hat, ist mein Bruder."

Bei dieser Eröffnung zeigten sich Verwunderung und Erleichterung zugleich auf den Gesichtern der Cousins. Nun war auch ihnen klar geworden, dass das Zerwürfnis zwischen Robin und Marian tatsächlich auf einem folgenschweren Missverständnis beruhte.

"Es war vor allem mein Fehler", gab die junge Frau verlegen zu. "Bisher hat sich einfach nicht die Gelegenheit ergeben, euch von ihm zu erzählen. Schließlich hatten wir noch vor wenigen Tagen ganz andere Sorgen und wussten oft nicht, wie wir überleben sollten."

Sie unterbrach sich und hob hilflos ihre Schultern. "Trotzdem hat Robin nicht ganz Unrecht", fuhr sie fort und konnte nicht verhindern, dass ihr eine zarte Röte über die Wangen schlich. "Ich habe mich wirklich verliebt, aber er hat keinen Grund, eifersüchtig zu sein. Robin ist der einzige Mann, den ich liebe, aber wie es scheint, ist er einfach zu blind, um das zu sehen. Dabei hätte ich viel mehr Grund zur Eifersucht als er! Immerhin sind ihm alle anderen Frauen lieber als ich!"

Während sie sprach, schlich ein Hauch von Bitterkeit in ihre Stimme und Tränen der Enttäuschung, die sie so lange verborgen hatte, brannten in ihren Augen, als sie sich daran erinnerte, wie liebevoll Robin von Cleo, wie bewundernd er von Erica gesprochen hatte.

Sie selbst hingegen hatte vergeblich auf ein liebes Wort oder eine zärtliche Geste gewartet, bis sie die Hoffnung schließlich aufgegeben hatte.

Und nun warf er ihr aus heiterem Himmel vor, dass sie Gefühle für einen anderen Mann hegen könnte! Dabei war er es doch, der alle anderen Frauen ihr vorzog!

"Da irrst du dich", wandte Winniefred, der die Traurigkeit ihrer Freundin nicht verborgen geblieben war, sanft aber eindringlich ein. "Das weiß ich genau. Natürlich ist Robin anderen Frauen immer mit Respekt und Bewunderung begegnet und wir alle wissen, wieviel er riskiert hat, um Cleo die Augen über Lord Alwine zu öffnen. Ich kann verstehen, dass dich der Gedanke sehr schmerzt, aber hast du wirklich nie bemerkt, mit welcher Zärtlichkeit er dich ansieht, wieviel ihm an deinem Wohlergehen liegt und wie gern er in deiner Nähe ist? Wenn du wirklich glaubst, dass du Robin nichts bedeutest, dann bist du genauso blind wie er."

Verlegen senkte Marian den Blick und schwieg, als ein Anflug von Scham in ihr aufstieg. Sie musste sich eingestehen, dass Winniefred mit ihrer Behauptung durchaus Recht haben mochte.

Wenn Robin wirklich nichts für sie empfand, warum war es ihm dann nicht gleichgültig, wenn sie mit einem anderen Mann zusammen war? Hatte er sich längst für sie entschieden und sie hatte seine wahren Gefühle nur nicht erkannt?

"Manchmal hatte ich die Hoffnung, dass er meine Liebe erwidert", gab sie leise zu. "Aber ich hatte Angst, daran zu glauben."

Winniefred nickte verständnisvoll. "Ich weiß", antwortete sie und legte mitfühlend einen Arm um die Schultern ihrer Freundin. "Robin hat es dir nicht gerade leicht gemacht, aber glaub mir, er liebt dich. Er hat es mir gesagt. Am besten gehst du zu ihm und erzählst ihm alles. Wenn er erst die Wahrheit kennt, wird alles gut."

Nach einem letzten Zögern nickte Marian und stand mit klopfendem Herzen auf, um ihrem Liebsten zu folgen.

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Währenddessen hatte Robin die ganze Zeit auf seinem Bett gelegen und starrte unablässig an die steinerne Decke der Höhle.

Noch immer saß die Eifersucht auf den vermeintlichen Nebenbuhler wie ein giftiger Dorn in seinem Herzen und verbannte jedes zärtliche Gefühl. Unaufhörlich sah er Marian vor sich, wie sie diesen unbekannten Mann anstrahlte und sogar einen Kuss auf seine Wange hauchte.

Erneut durchfuhr ein scharfer Schmerz seine Brust, als wäre ihm das Herz im Leibe zerrissen worden. Alles hätte er dafür gegeben, wenn sie ihn nur ein einziges Mal so angesehen, ihn auf diese Weise liebkost hätte! Aber dieser Traum würde nun niemals in Erfüllung gehen, denn Marian hatte einem anderen Mann ihre Gunst geschenkt.

Wie konnte sie ihm nur so etwas antun? Nach allem, was sie gemeinsam durchgestanden und miteinander geteilt hatten!

Die leise Stimme der Vernunft, die ihm zuflüsterte, dass ihre Zeit im Sherwood Forest und auch die tiefe Freundschaft, die sie beide verband, ihm nicht das Recht gab, Anspruch auf Marian zu erheben, verdrängte Robin energisch.

Er liebte sie so sehr und sie bereitete ihm nichts als Kummer!

Einmal mehr spürte er, wie der gekränkte Stolz ihn übermannte.

Was ihn anging, konnte sie ihm gestohlen bleiben!

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Das leise Knarren der Tür riss den jungen Mann aus seinen Gedanken und als er herumfuhr, sah er zu seinem Erstaunen Marian eintreten. Seine anfängliche Freude verbarg er jedoch sofort hinter der ausdruckslosen Maske seiner Gesichtszüge.

Sicher war sie nur gekommen, um ihm zu sagen, dass sie mit diesem Fremden fortgehen würde. Er mochte sie verloren haben, aber um keinen Preis würde er ihr zeigen, wie sehr diese Erkenntnis ihn verletzte!

"Was willst du?" fragte er tonlos und wich ihrem Blick beharrlich aus. "Hast du dich entschlossen, deinem Geliebten zu folgen?"

Marian schüttelte zu seiner Verwunderung den Kopf, doch zugleich flackerte ein Funke der Entschlossenheit in ihren Augen auf.

"Nein, Robin", gab sie ruhig zurück. "Du verstehst überhaupt nichts! Mark ist..."

"Oh doch, ich verstehe sogar sehr gut", fiel der junge Mann ihr spöttisch ins Wort. "Er ist ein gutaussehender junger Mann aus vornehmem Hause, der alles hat, was ich nicht habe und dir das Leben bieten kann, von dem du immer geträumt hast."

"Hör mir doch zu!" rief sie, der Verzweiflung nah, aus. "Mark ist nicht mein Geliebter! Er ist..."

"Und wenn schon!" Robin lachte hart und bitter auf. "Wenn er es noch nicht ist, wird er es ohnehin bald sein! Wenn ich nur höre, wie zärtlich du seinen Namen aussprichst! Früher einmal dachte ich, du würdest einen Mann nicht um seines Reichtums, sondern um seiner selbst willen lieben. Wie töricht ich doch war."

Marian sah ihr Gegenüber traurig und hilflos zugleich an. Es tat ihr unendlich weh, von dem Mann, dem ihr Herz gehörte, so hart und lieblos behandelt zu werden.

Wie konnte sie ihn nur dazu bringen, sie anzuhören?

Robin steigerte sich dermaßen in seine Eifersucht hinein, dass keiner ihrer Erklärungsversuche, kein besänftigendes Wort ihn erreichen würde.

Ihr blieb nur noch eine Möglichkeit...

Robin wachsam im Auge behaltend, ging sie mit langsamen Schritten zu ihm hinüber und setzte sich auf die Bettkante. Mit einem zaghaften Lächeln auf den Lippen sah sie, wie seine Augen vor Erstaunen weit wurden, als sie sich zu ihm hinunterbeugte.

"Töricht bist du wirklich", flüsterte sie zärtlich. "Weißt du denn nicht, wie sehr ich dich liebe?"

Bevor Robin auch nur ein Wort der Erwiderung hervorbringen konnte, verschloss Marian seine Lippen mit einem innigen Kuss.

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