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Nur Dein

von Vokaya
GeschichteFamilie, Liebesgeschichte / P12 / Het
Marian Lancaster Robin "Robert Huntington" Hood
13.02.2015
19.02.2015
7
10.903
 
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13.02.2015 1.813
 
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Nur Dein

Kapitel 1

Disclaimer:

Die bekannten Charaktere und Orte in dieser Geschichte gehören mir nicht und auch der Inhalt ist frei erfunden. Ich verdiene mit dieser Story kein Geld, sondern schreibe nur aus Spaß an der Freude.


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Langsam schickte sich die Sonne an, hinter dem Horizont zu versinken und die Schatten im Sherwood Forest wurden länger, als Robin mit seinen Freunden zu ihrem Unterschlupf zurückkehrte. Sie alle hatten eine aufregende und gefahrvolle Zeit hinter sich, doch nun waren sie endlich in Sicherheit.

Nach langer Abwesenheit war König Richard nach England zurückgekehrt und es herrschte wieder Frieden im Land. Als Zeichen seiner Anerkennung hatte er Robin sogar das Angebot gemacht, ihn zum Ritter zu schlagen und sein Schloss wieder aufbauen zu lassen. Der junge Mann konnte es kaum glauben, dass er ein so verlockendes Angebot abgelehnt hatte.

Während der Jahre, die er in den Wäldern verbracht hatte, hatte ihm die Hoffnung Kraft gegeben, dass er das Anwesen seiner Familie eines Tages neu errichten lassen würde. Doch nun hatte er die Gelegenheit, die das Schicksal ihm geboten hatte, nicht ergriffen und er bereute seine Entscheidung auch keinen Augenblick.

Robert Huntington gab es nicht mehr. Er war Robin Hood und so würde es bleiben bis ans Ende seiner Tage. Der Sherwood Forest war seine Heimat, der einzige Ort, an dem er glücklich werden konnte und den Anderen schien es genauso zu gehen...

Lächelnd ließ Robin den Blick in die Runde schweifen, vorbei an Will, Winniefred und Barbara, die sich dem Abendessen zugewandt hatten und nebenbei miteinander lachten und scherzten, bis er schließlich an Marian hängenblieb, die schweigend am Tisch saß.

Zum ersten Mal fiel ihm auf, wie schön sie war: der Schein des Feuers tauchte ihr blondes Haar und ihre helle Haut in warmen, goldenen Schein, ihre blauen Augen strahlten und ihr Mund erinnerte an eine frisch erblühte Rose.

Aus dem Mädchen war eine junge Frau geworden. Und sie war einfach atemberaubend schön!

Als sie sich umwandte und ihm ein scheues Lächeln schenkte, traf es Robin wie ein Schlag in die Magengrube. Der Atem stockte ihm, sein Herz überschlug sich fast und sein Bauch fühlte sich an, als würde ein ganzer Schwarm Schmetterlinge darin herumflattern. Eine Flut von neuen, unbekannten Gefühlen durchströmte ihn und verwirrte ihn zutiefst.

Schon früher hatte er sich zu Marian hingezogen gefühlt, bei den Anspielungen der Anderen jedoch immer lächelnd abgewinkt. An diesem Abend spürte er zum ersten Mal, wie tief seine Gefühle wirklich gingen.

War er am Ende gar verliebt?

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Während des Abendessens hörte Marian lächelnd zu, wie Will, Winniefred und Barbara sich angeregt unterhielten, doch ihr entging nicht, dass Robins Augen fast unablässig auf ihr ruhten.

Unter seinem Blick wurde sie seltsam unruhig. So hatte er sie noch nie angesehen und sie hatte sich in seiner Nähe auch noch nie so sonderbar gefühlt.

Zwar war ihr innerlich schon früher warm geworden, wenn Robin sie angelächelt hatte, aber an diesem Abend hatte sich zwischen ihnen etwas verändert. Das Herz schlug heftig in ihrer Brust, in ihrem Bauch kribbelte es wie von den zarten Flügelschlägen Tausender Schmetterlinge und eine unerklärliche Gänsehaut überzog ihren Körper.

Was war auf einmal mit ihr los? Sie benahm sich beinah wie eine verliebte Närrin!

Im nächsten Moment erstarrte Marian innerlich, als ihr bewusst wurde, was sie gerade gedacht hatte.

Verliebt sollte sie sein? War das Liebe?

Schon lange sehnte sie sich heimlich nach einem Zeichen der Zuneigung von Robin und sie konnte nicht leugnen, dass sie jedes Mal ein sanftes Flattern in ihrem Innersten spürte, wenn sie ihn erblickte. Nur ein Blick von ihm ließ ihre Knie schwach werden und wenn er sie anlächelte, wollte sie die ganze Welt umarmen.

Es gab keinen Zweifel: sie liebte Robin und dieses Gefühl war wunderschön.

Gleich darauf kehrte Marian jedoch grausam in die Wirklichkeit zurück. Sie machte sich keine Hoffnung, dass Robin sie eines Tages zu seiner Gefährtin oder gar zu seiner Gemahlin erwählen würde. Dafür war ihr der Tag, an dem sie gehört hatte, er hätte sich in Cleo verliebt, noch zu gut in Erinnerung.

Zuerst hatte sie es gar nicht glauben können, denn Robin war kein Mensch, der sich leicht den Kopf verdrehen ließ. Doch als er sich sogar auf die Suche nach Cleo gemacht hatte, obwohl sie ihm nach dem Leben getrachtet hatte, war sie vom Gegenteil überzeugt gewesen.

Insgeheim konnte sie es ihm nicht einmal verdenken, denn sie selbst kam nicht umhin, Cleo zu bewundern. Die junge Frau war klug, mutig und eine hervorragende Schwertkämpferin. Außerdem war sie, wie sich Marian selbst überzeugen konnte, nachdem Cleo mit der Sherwood-Bande Frieden geschlossen hatte, eine freundliche und warmherzige Frau.

"Die perfekte Gefährtin für Robin", dachte sie traurig, während sie sich in Gedanken mit Cleo verglich. Schon seit frühester Kindheit hatte Marian bewundernde Blicke und Komplimente für ihre Schönheit bekommen und war überzeugt, dass sie einen Mann durchaus beeindrucken konnte. Auch im Umgang mit dem Schwert war sie nicht ungeschickt und im Kampf schreckte sie vor keiner Gefahr zurück, doch Cleo würde sie wohl trotzdem niemals das Wasser reichen können.

Robin hatte so warm und liebevoll von ihrer Rivalin gesprochen, dass er in sie verliebt sein musste.

Allein der Gedanke verursachte ihr einen beinah körperlichen Schmerz.

Auch der Tag, an dem sie Erica und ihren Vater, die als Köhler ihren Lebensunterhalt verdienten, in den Wäldern getroffen hatten, stand ihr noch lebhaft vor Augen. Jedes Mal, wenn Marian an die Worte dachte, die Robin im schützenden Dunkel der Nacht gesagt hatte, ging ein heftiger Stich durch ihr Herz.

Sie wäre sehr klug, aber Erica wäre so...

Er hatte den Satz damals nicht zu Ende geführt, aber das war auch nicht nötig gewesen. Sie wusste, was er hatte sagen wollen.

Erica war etwas Besonderes.

Einmal mehr musste Marian ihm widerwillig Recht geben. Erica war sehr hübsch und was immer sie anfing, schien ihr zu gelingen.

Wie konnte Robin eine solche Frau nicht bewundern? Was hatte sie ihm dagegen schon zu bieten?

Äußerliche Schönheit genügte einfach nicht. Würde er Gefallen an ihr finden, wenn sie eine so geschickte Kämpferin wie Cleo und gleichzeitig eine so hervorragende Hausfrau wie Erica wäre?

Marian war sich mehr als unsicher, was die Gefühle des jungen Mannes anging. Einige Male hatte er sie so angeschaut, als gäbe es für ihn nur sie allein auf der Welt, doch sie könnte die Wärme in seinen Augen und seiner Stimme einfach nicht vergessen.

Würde er so liebevoll von einer anderen Frau sprechen, wenn er Marian liebte?

Die junge Frau seufzte traurig. Sie würde sich wohl damit abfinden müssen, dass er niemals so tiefe Empfindungen für sie hegen würde, wie sie für ihn. Selbst wenn er sich ihr eines Tages zuwandte, wäre sie für ihn nur die zweite oder gar die dritte Wahl. Es war das Beste, wenn sie gar nicht erst anfing, sich Hoffnungen zu machen.

Falsche Hoffnungen würden nur Liebeskummer mit sich bringen und darauf konnte sie verzichten.

Als sie schließlich aus ihren Gedanken auftauchte und Robin einen verstohlenen Blick zuwarf, bemerkte sie, dass er sie aufmerksam, fast besorgt ansah.

Hatte er sie die ganze Zeit beobachtet? Wie gut, dass er nicht wusste, in welche Richtung ihre Gedanken gegangen waren!

Trotzdem sagte sein Blick ihr deutlich, dass er sie jeden Moment fragen würde, was sie bedrückte und das konnte sie nicht riskieren.

Was hatte sie ihm auch sagen sollen, ohne sich vor ihm und den Anderen bloßzustellen?

Mit einem entschuldigenden Lächeln stand sie auf und ging hinein.

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Robin ließ die junge Frau nicht aus den Augen, als sie sich von ihrem Platz erhob und gleich darauf in ihrem Unterschlupf verschwand.

Mit welcher Anmut sie sich bewegte! Sie hätte sogar dem Königshof Ehre gemacht! War er vorher blind gewesen?

Sie war so unglaublich schön, dass sein Herz sich allein bei ihrem Anblick fast überschlug und ein verträumtes Lächeln den Weg in sein Gesicht fand. Wenn das, was er fühlte, die Liebe war, von der er die Troubadoure hatte singen hören, war es das Schönste, das er sich nur vorstellen konnte. Er hatte sein Herz hoffnungslos an Marian verloren und würde es um keinen Preis zurückfordern wollen.

Die Heftigkeit seiner eigenen Gefühle erschreckte Robin aber auch ein wenig. Niemals zuvor war ihm eine Frau begegnet, die eine solch drängende Sehnsucht in ihm erweckt hatte. Selbst jetzt musste er alle ihm zu Gebote stehende Selbstbeherrschung aufbieten, um ihr nicht hinterher zu laufen, sie in seine Arme zu schließen und sie bis zur Besinnungslosigkeit zu küssen.

Wie gerne wollte er sie halten, sie ganz nah bei sich spüren und sie niemals mehr gehen lassen!

Der junge Mann schüttelte den Kopf und hätte beinah über sich selbst gelacht. Er konnte kaum glauben, dass es eine Zeit gegeben hatte, in der er sich eingebildet hatte, in Cleo verliebt zu sein.

Sicher hatte ihr damaliges Zerwürfnis ihn sehr bekümmert und er sah sie immer noch als eine bewundernswerte Frau, eine gute und vertraute Freundin, aber seine Gefühle für sie waren nichts im Vergleich zu dem, was ihn mit Marian verband.

Wie hatte er nur jemals eine andere Frau ihr vorziehen können? Sie war einfach vollkommen. Die beste Gefährtin, die er sich nur wünschen konnte.

Doch Robin, der nichts von Marians Gefühlen ahnte, war auch unsicher.

Was sollte er jetzt tun?

Es war eine Sache, sich selbst seine Liebe einzugestehen, aber wie sollte er Marian seine Gefühle zeigen? Schließlich wusste er nicht, ob sie genauso fühlte wie er. Zwar hatte er schon mehr als einmal geglaubt, eine tiefe Zärtlichkeit in ihren Blicken zu sehen, doch es mochte ebenso gut nur Einbildung gewesen sein.

Vielleicht war nur der Wunsch der Vater des Gedankens gewesen.

Was empfand Marian für ihn? Liebte sie ihn? Oder war er für sie nur ein guter Freund?

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Den ganzen Abend quälten ihn dieselben Fragen und selbst als er im Bett lag, fand er lange keinen Schlaf.

Verlegen musste Robin sich eingestehen, dass er nicht die geringste Ahnung hatte, wie man um eine Frau warb und er wusste auch nicht, wen er hätte um Rat fragen können, denn als er noch mit seinen Eltern auf Schloss Huntington gelebt hatte, war er viel zu jung gewesen, um an Liebe zu denken.

Nach einer Weile beschloss er, sich zuerst über Marians Gefühle klar zu werden, bevor er ihr seine Liebe gestand.

Nicht auszudenken, wenn er vor ihr das Gesicht verlor!

Aber wer konnte ihm helfen?

Mit einem Mal fiel Robin Winniefred ein. Seine Cousine war zwar auch noch jung, aber als Frau würde sie wissen, wie er Marian beeindrucken konnte. Ganz gleich wie, er würde ihr nach allen Regeln der Kunst den Hof machen und ihr Herz erobern, das schwor er sich.

Mit diesem hoffnungsvollen Gedanken schlief er endlich ein.

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