CatDog - Schwarze Liebe

GeschichteDrama, Krimi / P18 Slash
13.02.2015
13.02.2015
6
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Verschlafen blinzle ich in den neuen Tag. Die ersten Strahlen der Morgensonne fallen durch die zugezogenen Vorhänge ins Zimmer herein. Leise setze ich mich auf und schaue zu dir hinüber. Du schläfst tief und fest, so wie immer. Ein sanftes Schmunzeln liegt auf deinen Lippen. Vorsichtig streichle ich dir übers Gesicht. Du bemerkst es nicht. Du liegst einfach seelenruhig neben mir und schläfst. Ich muss lächeln. Du siehst so unschuldig aus, wenn du schläfst. So als könntest du keiner Fliege was zu Leide tun. Ich streife dir zärtlich durchs Haar und lege meinen Kopf auf deine Schulter. Auch das bemerkst du nicht. Du schläfst weiter, so wie jeden Tag. Sanft greife ich nach deiner Hand, die ruhig auf deiner Brust liegt. Sie fühlt sich so fremd an, so kalt, als wäre es nicht deine. Ich lasse sie wieder los und denke nach. Denke daran, wie das alles angefangen hat. Wie ich hinter dein Geheimnis gekommen bin und die Wahrheit herausgefunden habe. Ein kalter Schauer läuft mir dabei über den Rücken und eine Spur von Trauer macht sich in mir breit. Wenn ich damals nicht alles herausgefunden hätte, wäre es nie so weit gekommen. Aber dann würdest du jetzt auch nicht neben mir liegen und schlafen. Dann wärst du vermutlich längst weg – irgendwo weit weg von mir. Dann wäre unsere Liebe zerbrochen, alles wegen dieser Sache. Dass ich das nicht zulassen konnte, verstehst du doch, oder? Ein kurzer Blick auf deine unveränderte Miene sagt mir klar und deutlich, dass du es verstehst. Noch einmal lege ich meine Hand in deine, die sich immer noch kalt und eisig anfühlt. Ich beuge mich zu dir herab und gebe dir einen sanften Kuss auf die Wange. „Oh Dunglap“, flüstere ich. Ich weiß, dass du mich nicht hören kannst. Ich weiß, dass du diese Welt längst verlassen hast. Diese eine jene Welt, die uns beiden bis vor kurzem noch offen stand. In der wir immer unseren Träumen und Zielen hinterherjagten und dabei völlig vergaßen, füreinander da zu sein. Du musst nichts sagen. Ich weiß, dass es auch meine Schuld ist. Ich weiß, dass ich dich viel zu oft eingeengt habe. Ich weiß, dass ich dir mehr Freiraum hätte lassen sollen. Dass ich dir die Zeit hätte geben sollen, dir über deine Gefühle klar zu werden. Dass ich es hätte verstehen sollen, als du gesagt hast, dass du Abstand brauchst. Aber das konnte ich nicht. Ich hatte viel zu große Angst davor, dass du dich von mir abwenden könntest. Dass du eine neue Liebe findest, die dir all das gibt, was ich dir nicht geben kann. Dass du mich eines Tages vor vollendete Tatsachen stellst und mich verlässt. Das durfte nicht geschehen. Das konnte ich nicht zulassen. Nur deshalb habe ich das getan. Nur, damit du mich nicht verlässt. Nur aus Liebe zu dir. Ich weiß, dass du das verstehen kannst. Ich weiß, dass du mir deswegen nicht böse bist. Dass du mir sagen würdest, dass du mich immer noch liebst, wenn du könntest. Keine Angst, du musst nichts sagen. Ich weiß auch ohne ein Wort von dir, was du fühlst. Mir geht es doch genauso. Ich höre in Gedanken deine Stimme, die zärtlich meinen Namen flüstert. Ich spüre deine sanfte, warme Haut auf meiner. Spüre, wie du mich in den Arm nimmst und mir zärtlich durchs Haar streichelst. Ich höre, wie du mich fragst, ob ich Lust habe, mit dir auszugehen. Wie du mir sagst, dass nur ich für dich zähle. Dass nichts in deinem Leben wichtiger ist als ich. Ich weiß, dass du das jetzt nicht mehr kannst. Aber wahre Liebe kommt auch ohne Worte aus, oder?
So leise es geht stehe ich auf und gehe zur Tür. Dort drehe ich mich noch einmal zu dir um und lächle. „Ich liebe dich“, flüstere ich sanft.
Weißt du noch, wie du mir damals geschworen hast, dass uns nichts auf dieser Welt trennen kann? Heute weiß ich, dass du die Wahrheit gesagt hast.
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