Wenn ein Traum vergeht

von Nairalin
DrabbleDrama / P12
Brandir
12.02.2015
12.02.2015
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Huhu,

hier ist mein Wichtelgeschenk für Súlimë zum Wichteln Poesie-Drabbles von AuctrixMundi.

Ich hoffe, es gefällt dir!

Vorgabe:
Die Herrlikeit der Erden
Muss Rauch und Aschen werden,
Kein Fels, kein Aertz kann stehn.
Dies was uns kann ergetzen,
Was wir für ewig schätzen,
Wird als ein leichter Traum vergehn.

A/N: Ich benutze das Gedicht allerdings mit neuer Rechtschreibung ;) Ich hoffe, das macht nichts.

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Brandir schaute mit einer gewissen Düsternis zum Bach, wo Níniël lachend und mit leuchtenden Augen zu Turambar aufsah, der breit grinste. Natürlich war er gutaussehend mit seinen schwarzen Haaren, den funkelnden, blauen Augen und den hohen Wangenknochen. Manch einer glaubte gar, dass er von den Elben abstammte, auch wenn das unsinnig war.

Er griff nach seiner Tasche und griff nach dem Notizbuch, welches er einst von seinen Eltern bekommen hatte und seitdem für seine heimliche Leidenschaft nutzte. Gedichte hatten ihm geholfen, mit seiner Verkrüppelung zurechtzukommen und die Tuscheleien der anderen zu ignorieren.

Doch der Schmerz saß tief, als er zu Níniël blickte und ihre Freude erkannte, Freude, die sie nicht bei ihm verspürte offensichtlich. Seine Hand begann über das Papier zu fahren und Worte niederzuschreiben.

"Was machst du da?", wurde Brandir unterbrochen und blinzelte perplex. Silbrig blaue Augen nahmen sein gesamtes Blickfeld ein und er seufzte in einem Moment sehnsüchtiger Schwäche.

"Ich schreibe nur", murmelte er beschämt und blickte zur Seite. Was er nicht erwartete war, dass sich seine Angebetete zu ihm auf die Bank setzte und sich vorbeugte, um zu lesen, was dort stand.

"Die Herrlichkeit der Erden
Muss Rauch und Aschen werden,
Kein Fels, kein Erz kann steh'n.
Dies, was uns kann ergötzen,
Was wir für ewig schätzen,
Wird als ein leichter Traum vergehn."

Ihre Stimme betonte die Vokale auf eigene Art und Weise und er schluckte betreten. Seine Gedichte waren nicht für andere bestimmt und mit Sicherheit nicht gut. Er erbebte innerlich, als sie ihre Hand auf seinen Unterarm legte und ganz gebannt jedes weitere Wort las.

"Es ist wundervoll, auch wenn sehr trübsinnig, Brandir", kommentierte sie schließlich und sein Herz meinte auszusetzen. "Aber es spiegelt sich deine Persönlichkeit in dem Gedicht. Du solltest mehr an dich selbst glauben. Du bist ein wundervoller Anführer!", sagte sie leise und ihre Augen glitzerten im Licht, welches durch die Baumkronen fiel.

Brandir lächelte gequält und nickte stumm. Für einen Moment glaubte er, ihre Lippen auf seiner Wange zu spüren.

Dann war sie weg.
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