Ein Augenblick

von Jiao
GeschichteAbenteuer, Romanze / P18
Kakashi Hatake Sakura Haruno Sasuke Uchiha
12.02.2015
14.04.2019
16
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Prolog











Es war mitten in der Nacht, als das Funkgerät auf ihrem Nachttisch zu heulen begann. Sakura war schlagartig hellwach. Sie hatte Bereitschaftsdienst im Krankenhaus. In Sekunden hatte sie sich angezogen und hastete zur Tür. Ein Blick auf die Uhr sagte ihr, dass es zwischen vier und fünf Uhr nachts war. Sie fluchte leise, aber sie wusste, dass sie nicht geweckt werden würde, wenn es sich nicht um einen absoluten Notfall handelte.

Nach Tsunade war sie der begabteste Medizinninja, den Konoha zu bieten hatte. Würde es lediglich darum gehen, dass die Ambulanz unterbesetzt war, dann hätte man sie nicht gestört. Wenn Sakura Haruno ins Krankenhaus gerufen wurde, dann ging es um Leben oder Tod und um etwas, dass kein normaler Medizinninja heilen konnte. Als Expertin für Gifte wurde sie oft gerufen, wenn es bei dem Notfall Vergiftungen mittels einem aggressiven und neuartigem Gift handelte.

Sie sprang von Dach zu Dach, die kühle Frühlingsluft zischte an ihr vorbei. Als sie das Krankenhaus betrat kamen ihr sofort einige Schwestern entgegen gerannt.

„Haruno-san. Wir müssen uns beeilen“, sagte Miko, eine der Krankenschwestern und drückte ihr ein Klemmbrett mit der Patienteninformation in die Hand.

Sakura überflog es kurz, während Miko sie in raschen Schritten zu einem der Räume im Erdgeschoss führte.

„Es liegt keine Vergiftung vor?“, fragte Sakura, als sie gerade umblättern wollte, hörte sie einen dumpfen Schrei. Sie sah auf.

Miko sah sie blass und mit ängstlichen Augen an. Sie stand vor der Doppeltür und schüttelte auf Sakuras Frage hin den Kopf, dann öffnete sie die Tür für Sakura.

Sakuras Blick fiel auf den weißhaarigen Patienten, der sich auf der Liege krümmte. Kakashi Hatake. Sie biss die Zähne zusammen, drückte Miko das Klemmbrett in die Hand und hastete zu der Liege. Mehrere Arzthelfer versuchten Kakashi festzuhalten. Als Sakura an seiner Liege ankam, traf sie sein Arm mit voller Wucht im Gesicht.

„Haruno-san!“, schrie Miko auf.

Es war zu schnell passiert, als dass sie es hätte kommen sehen können. Sie hörte einen Schrei und sah wie einer der Helfer gegen die Wand flog. Vorsichtig trat sie einen Schritt zurück.

Sakura sah zu Miko, während ihre Wange brannte. „Was ist passiert?“, fragte sie, während die Helfer versuchten Kakashi festzubinden.

„Es sind seine Augen. Und er hört nichts mehr ...“, antwortete Miko hastig.

Sakura sah wieder zu Kakashi während ein weiterer Arzthelfer zu Boden fiel. Sie trat wieder auf ihn zu, diesmal gefasst auf seine Reaktion. Als er um sich schlug, packte sie rasch seine Hand und band sie fest. Er hatte das Gesicht vor Schmerzen verzogen und die Augen zusammengekniffen. Seine Bewegungen waren unkontrolliert und so schaffte sie es rasch seine zweite Hand zu ergreifen und ein Helfer band sie fest.

Dann beugte sich Sakura über ihn. Grünes Chakra floss in ihre Hände und sie konzentrierte sich auf das, was sie durch das Chakra spüren konnte, während sie leise Anweisungen über Schmerzmittel und weitere Medikamente an Miko weitergab, die bereits eine Spritze vorbereitete.

Kakashis Trommelfell war so traumatisiert, dass er in diesem Moment gar nichts mehr hören konnte. Er hatte keine schlimmen Verletzungen. Die, die er hatte heilte sie rasch. Sie waren nicht der Grund, warum man sie gerufen hatte und leicht zu heilen. Der Grund, wieso man sie gerufen hatte, waren seine Augen. Sie lenkte ihre Hände zu ihnen. Gift breitete sich in seinem Auge aus.

Sie öffnete die Augen und trat von Kakashi zurück, der jetzt ruhig dalag.

„Wurde Tsunade-sama informiert?“, fragte sie Miko.

„Tsunade-sama hat im Moment keine Zeit.“, entgegnete Miko.

Sakura nickte und sah wieder zu Kakashi. Was konnte sie tun? Es war nicht möglich aus den Augen das Gift mittels Wasser zu filtern, sie würde in jedem Fall ein Gegengift brauchen. Aber wie, wenn sie keine Probe von dem Gift hatte? Wie war das Gift überhaupt in seine Augen gelangt? Sie hob erneut die Hände und untersuchte seine Augen. Das Gift fraß sich in seinen Sehnerv, weswegen er solche Schmerzen gelitten hatte. Sie konnte das Gift nicht aus ihm herausholen.

Panik umfasste sie. Einer der berühmtesten Ninjas Konohas würde das Augenlicht für immer verlieren, wenn ihr nichts einfiel um ihm zu helfen. Der berühmte Kopierninja, der wegen seinem Sharingan Auge alle Jutsus kopieren konnte, würde wegen ihr womöglich seine Ninjalaufbahn aufgeben müssen. Sie konnte das Gift nicht aus seinem Körper holen, noch konnte sie es neutralisieren.

Aber was wenn … Sakura ließ etwas normales Chakra in ihre Hände fließen und leitete es mit dem Heilchakra in Kakashis Auge. Es funktionierte und ihr Herz machte einen Satz. Sie bildete eine Kapsel um das Gift. Sie konnte es vielleicht nicht aus dem Körper herausholen, aber sie konnte es aufhalten. Die Kunoichi mit dem rosa Haar trat zurück und verformte Fingerzeichen um ein Siegel auf ihr Chakra zu legen, sodass es sich nicht bewegen würde und genau so an der Stelle bleiben würde. Sie ließ wieder Heilchakra in ihre Hände fließen und kontrollierte Kakashis Augen. Als sich das Chakra nicht mehr bewegte und Kakashis Sehnerv vor dem Gift schützte atmete Sakura erleichtert auf.

Sie öffnete die Augen und trat zurück. Miko sah sie erwartungsvoll an. „Ist er geheilt?“

Sakura schüttelte den Kopf. „Nein. Ich habe das Gift versiegelt und für den Moment breitet es sich nicht aus. Das gibt mir Zeit um nachzudenken.“, antwortete sie.

Sie sah wieder zu Kakashi, während ihre Gedanken um das Gift kreisten. Er schlief und sah jetzt friedlich aus. Ohne den Blick abzuwenden sagte sie zu Miko:

„Ich werde hier bleiben, falls sich das Siegel löst. Keine Schmerzmittel mehr. Ich muss merken, wenn er wieder Schmerzen hat.“

Miko nickte und alle verließen den Raum. Sakura setzte sich auf einen Stuhl neben Kakashis Liege. Langsam kam die Müdigkeit wieder und das Adrenalin, das sie wach gehalten hatte verebbte. Sie sah Kakashi an, der seelenruhig zu schlafen schien. Es würde eine viertel Stunde dauern bis die Schmerzmedikamente verebbten. Bis dahin musste sie ihn aufmerksam beobachten.

Sakura blieb eine halbe Stunde wach und beobachtete Kakashi, bevor sich ihre Augen von selbst schließen und sie einschlief.
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