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Second Apocalypse? New Life

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Familie / P16 / Gen
Arisa Kuhouin Ayase Shinomiya Daryl Yan Shu Ouma Tsugumi
10.02.2015
31.03.2015
7
13.150
 
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31.03.2015 2.190
 
Kapitel 6: Tell me why


Inzwischen waren einige Tage vergangen, aber von Shu hatte man immer noch nichts gehört. Ayase saß auf dem Sofa und dachte nach. Warum ar das passiert? Wo ist Shu? Und... lebt er überhaupt noch? Es waren so viele Fragen, doch sie fand darauf einfach keine Antwort. Gai und Mana-Shina waren auch sehr traurig darüber, dass ihr Vater nun schon seit Tagen verschwunden war. Und das ausgerechnet am 24. Dezember... Ein Zusammenhang war natürlich nicht ausgeschlossen, schließlich gab es immer noch diesen ähnlichen Virus. Wobei, dieser könnte sich natürlich auch als etwas ganz anderes oder auch leicht behandelbares herausstellen. Schließlich gab es ja noch keine Todesfälle. Ayase seufzte. Wenn das alles so weitergehen würde, dann würde sich daraus wohl eine weitere Apokalypse entwickeln.

„Und Sie müssen wirklich darauf achten, dass Ihre Tochter mehr isst.“, kündigte der Arzt an und schob seine Brille wieder weiter nach oben. Arisa nickte und fragte:“Aber wann müssen wir denn dann wiederkommen? Sie hat ja immer noch diese-“ Der Arzt unterbrach sie:“Kommen Sie einfach in zwei Wochen wieder, wenn irgendetwas auffällig ist, dann zögern Sie nicht, zu kommen.“ Etwas verärgert darüber, dass der Mediziner sie einfach unterbrochen hatte, sagte sie:“Gut. Dann gehen wir jetzt. Einen schönen Tag noch!“ Verdutzt blickte der dunkelhaarige Mann der Frau hinterher.

Draußen schneite es noch immer und die gesamte Stadt war in Weiß gehüllt. Arisa lief zusammen mit Fujika die Straßen entlang, nach Hause. Gerade eben erst wurde Fujika aus dem Krankenhaus entlassen. Es fiel kein Wort zwischen Mutter und Tochter. Arisa wusste einfach nicht, was sie sagen sollte. Sie hatte sich zwar vorgenommen ab sofort mehr für Fujika da zu sein, aber das ging ja leider nicht von heute auf Morgen. Vor allem aber, schämte sie sich schrecklich für ihre Fehler. Arisa's Blick wanderte nach links, zu Fujika. Sie war wirklich dünn und die Verbände ließen das Erlebte nur erahnen. Arisa suchte nach Worten, aber es gelang ihr weiterhin nicht. Was sollte sie auch sagen? - Tut mir leid, dass ich eine so schlechte Mutter war? – oder – Sorry, dass ich Acht Jahre mich nicht richtig um dich gekümmert habe? - Absurd. Egal, wie sehr sie sich anstrengte, sie konnte keinen wirklichen Satz verfassen.

Zwanzig Minuten später waren Arisa und Fujika zu Hause. Doch es herschte weiterhin Stille. Eine geradezu erdrückende Stille. Fujika saß am ziemlich großen Tisch und tippte mit ihrem kleinen Finger immer wieder auf die Tischfläche. Vermutlich erwartete sie, dass ihre Mutter bald gehen würde um zu arbeiten oder ähnliches. Aber sie tat es nicht. Kurz verschwand Arisa und Fujika seufzte. Nun ist sie wohl doch wieder gegangen..., waren ihre Gedanken. Doch nach einigen Minuten kam sie sie zurück – mit einer Tasse. Die Frau stellte die Tasse auf den Tisch, vor Fujika. Diese blickte verwirrt – Hatte ihre Mutter etwa extra für sie ein Getränk gemacht? Skeptsich nippte das Mädchen an der Tasse. Kakao..., dachte sie. Ihr Blick richtete sich auf Arisa. Obwohl das Gesicht der Frau immer noch mehr Kälte zeigte, schien sie leicht zu lächeln. Verwundert und etwas wütend fragte Fujika:“Was soll das?“ Arisa antwortete nicht, denn sie hatte selbst keine Antwort. Das Mädchen wiederholte seine Frage:“Was soll das, Mama?!“ Keine Reaktion. „Du hast dich nie wirklich darum geschert, wie es mir ging! Und jetzt stellst du mir einfach eine Tasse Kakao hin und glaubst es würde alles in Ordnung sein?!“, schrie das Kind schon fast und Arisa schaute erschrocken. Sie hätte nicht gedacht, dass ihre Tochter gleich so reagieren würde und sofort auf einen Versönungsversuch kommen würde. Doch nun verstand sie, dass sie mit ihr reden musste.

Arisa setzte sich auf den gegenüberliegenden Stuhl und begann nun endlich zu reden:“Es tut mir leid.“ Doch ihre Wortwahl war leider recht schlicht und in Fujika machte sich abermals Wut breit. Glaubte sie wirklich, dass so schnell alles toll wäre?! Doch noch bevor, Fujika ihre aufgebrachte Reaktion darauf aussprechen konnte, fuhr Arisa mit leichten Tränen in den Augen fort:“Es tut mir leid, dass ich nicht bemerkt habe, wie schlecht es dir geht. Es tut mir leid, dass ich nur gearbeitet habe und es tut mir leid, dass ich-“ Sie konnte nicht weiter reden, denn ihre Worte wurden in dem Schluchzen erstickt. Arisa fühlte sich einfach schrecklich. So sehr sie es auch versuchen würde, sie könnte das Geschehene nicht rückgängig machen. Fujika sah zu ihrer Mutter, die sie nie zuvor weinen gesehen hatte. „Mama...“, brachte sie nur hervor und Arisa fuhr weiter schluchzend fort:“Ich... Will es endlich besser machen. Ich möchte die Bezeichnung 'Mutter' verdient haben.“
Irgendwie war Fujika gerührt von diesen Worten und das, obwohl sie es gar nicht wollte. Ein weiteres Seufzen englitt ihr und sie sagte:“Na ja, wenn du wirklich tewas änderst, dann haben wir vielleicht mal ein normales Mutter-Tochter-Verhältnis...“ Arisa musste leicht Lächeln, immerhin schien ihre Tochter bereit für eine Art Neuanfang zu sein.

Einige Momente später schaute Fujika zu ihrer Mutter auf und sagte plötzlich:“Dann will ich aber...., dass du mir etwas über Papa erzählst.“ Arisa stockte, ihr Herz begann zu rasen und sie musste schlucken. Es fiel ihr ja schon schwer daran zu denken und jetzt sollte sie ihr von ihm erzählen? Das würde sie vermutlich nicht können. Arisa schluckte ein weiteres Mal und schaute zu Fujika. Wenn sie ehrlich war, gab es einen Grund, dass sie Fujika nicht gerne direkt in die Augen schaute. Sie hatte die gleichen grünen Augen, wie er. Zwar war sie größtenteils Arisa wie aus dem Gesicht geschnitten, aber die Augen... Ja, die Augen hatte sie eindeutig von ihrem Vater. In ihrer Brust machte sich ein Ziehen breit und sie versuchte ein Wort heraus zu bringen, aber sie zitterte zu sehr. Plötzlich hörte sie ein Seufzen. „Du musst dich nicht zwingen. Es ist mir wichtig, dass du es mir irgendwann mal erzählst. Aber wenn du das jetzt noch nicht kannst, dann ist das okay für mich.“, erklärte Fujika und nahm wieder einen Schluck von ihrem Kakao. Arisa war überrascht und ihr Puls raste zwar noch, aber war bei weitem nicht mehr so schnell wie zuvor. Dass ihre Tochter so verständnisvoll wäre, hätte sie nicht gedacht. In diesem Moment wurde ihr ein weiteres Mal klar, dass sie eigentlich so gut wie nichts über ihr eigenes Kind wusste.

Inzwischen war es schon recht spät – 18:00 Uhr. Tsugumi seufzte und aß weiter von ihrem Brötchen. Daryl war in den letzten Tagen bei einer wichtigeren Operation gewesen – Natürlich streng geheim. Natürlich war sie das gewöhnt, aber dadurch hatte er noch nichteinmal von Tsuki's Schock erfahren. Nun gut, sie wollte ihn anrufen, wurde allerdings nur von den anderen „hohen Tieren“ abgespeist. Es war manchmal doch recht deprimierend, größtenteils alles alleine machen zu müssen – Immerhin hatte sie sich frei genommen und musste somit gerade nicht arbeiten. Plötzlich hörte sie ein Knarzen und sieht wie Tsuki hinter der Tür hervor kam. Das mädchen fragte mit seichter Stimme:“Mama?“ Tsugumi wurde aufmerksam und aus ihren Tagträumen gerissen. „Was ist?“ Tsuki antwortete:“Ich... möchte zu dir kommen.“ Tsugumi lächelte und Tsuki kam hergerannt. Sie hätte eigentlich nie so gefragt, aber Tsugumi war klar, dass die Ereignisse noch immer nicht ganz aus dem Kopf des Mädchens verschwunden waren – Ganz würden sie es wahrscheinlich leider sogar nie. Tsuki setzte sich auf den Schoss ihrer Mutter und Tsugumi strich ihr durch das Haar. Tsuki war eben immer noch ein kleines Mädchen.

An einem anderen Ort... Die Frau mit dem weißen Kittel schaute auf die Wertetabelle, die die Vitalwerte des Patienten aufzeichneten. Sie seufzte:“Wissen Sie noch immer nicht, wer er ist, Sensei?“ Der Angesprochene schüttelte den Kopf und meinte:“Nein. Er wurde einfach in einem dichten Wald mit schweren Verletzungen gefunden. Das war vor zwei Tagen.“ Die angehende Medizinerin schaute mitleidig zu dem Mann im Bett, der von vielen Schläuchen und Geräten umhüllt war. „Wir wissen nicht, wer er ist. Er hatte keinen Ausweis oder ähnliches bei sich. Seine Kleidung war so zerfetzt, dass er sogar mehr nackt, als bekleidet war.“, fügte Der Arzt hinzu und die Frau fragte sogleich nach:“Etwa ein Verbrechen? Meinen Sie etwa, er wurde Opfer eines Verbrechens? Und warum machen wir dann keine Suchanzeige, er hat vielleicht Familie.“ „Darum wollen wir uns bald kümmern. Aber er soll erst mal etwas zu Kräften kommen. Eventuell gibt ja auch jemand eine Suchanzeige auf.“, gab der Arzt zurück und gab dem Mann im Bett eine Spritze. Über seine Identität war ja leider nichts bekannt.

Im Chefzimmer des Kouhin-Labors... „Aber Kouhin-Sama, Ihr könnt doch nicht einfach genau jetzt kürzer tretten! Wir wissen immer noch nicht mehr über den neuen Virus, deshalb-“ Die Stimme des Mannes war laut und leicht wütend, aber er wurde von Arisa unterbrochen:“Das ist mir klar. Aber Sie sind mein Stellvertreter und im Gegensatz zu Ihnen habe ich nun mal auch noch eine Tochter.“ Wenn Arisa ehrlich war, dann wäre sie am liebsten wieder 24 Stunden arbeiten gegangen, um alle Sorgen darunter zu ertränken. Aber diesmal wollte sie sich dagegen wehren. Wenn sie nichts tun würde, dann würde sich auch nichts ändern und sie würde eventuell bald komplett den Draht zu Fujika verlieren – Wenn sie das nicht schon fast hatte. Dem Mann entkam ein tiefer Seufzer. Warum musste sie ausgerechnet jetzt, einen auf 'Super-Mutti' machen? Seiner Ansicht nach, gab es wichtigeres als das. Na ja, er wusste ja gut, warum er so etwas nerviges wie Kinder nicht hatte. Arisa fuhr fort:“Ich weiß, es ist ein ungünstiger Zeitpunkt, aber ich habe Vertrauen in Sie, Aihada-San.“ Mit diesem letzten Satz ging die Leiterin auch, denn den Großteil an Arbeit konnte jetzt erst mal Seishiro Aihada machen. Sie wusste sowieso, dass er schon lange scharf auf den Posten war, also wieso nicht? Die eigentliche Führerin blieb ja doch sie, auch wenn sie kürzer tretten würde.

Die Uhr tickte ausnahmslos. 'Tick' und 'Tack' hallte es immer wieder in Ayase's Ohren. Sie hielt es einfach nicht mehr aus. Sie saß hier, auf dem heimischen Sofa, während sie nicht die geringste Ahnung hatte, was mit Shu war. Ob er noch lebte und wenn ja, wo? Diese Ungewissheit zerfrass ihren Körper förmlich. Ihr war kalt, sogar eiskalt. Sie hatte zwei Kinder um die sie sich kümmern musste, weswegen sie versuchte, sich nichts anmerken zu lassen. Aber es wird immer schwerer so zu tun, als wäre alles in Ordung. NICHTS war in Ordung! Die Frauenhand verkrampfte sich in das orange-gelbene Polster des Sofa's und wurde bereits kurz darauf auch von Tränen aufgeweicht. „Ich kann nicht mehr...“, flüsterte sie mit gebrechlicher Stimme, die nur schwerlich zu verstehen war.

Es verging einige Zeit, bis sich die Frau wieder etwas gefangen hatte. Diverse Gedanken gingen ihr durch den Kopf. Sie spielte schon länger mit dem Gedanken eine Suchanzeige aufzugeben. Aber das wollte sie ja schon vor einign Tagen und da hieß es lediglich, dass man noch nichts tun könnte. Shu hätte ja genau so gut einfach fortlaufen können oder mit einer anderen Frau durchgebrannt sein. Zumindest im Auffassen der Polizei. Obwohl Ayase mehrmals klargestellt hatte, dass es so nicht sei, passierte gar nichts. Natürlich hatte sie den Polizisten nicht gesagt, wie Shu verschwunden war. Die hätten sie doch in die nächste Klapse einweisen lassen, hätte sie diese Wahrheit erzählt. Das nachdenkliche und traurige Gesicht Ayase's zeigte viele Emotionen, allerdings zeichnete sich vorallem eine aus: Ratlosigkeit. „Dann werde ich es aber spätestens Morgen noch einmal versuchen....“, nahm sich die Frau vor. Natürlich hätte sie es glaich machen können, aber zu groß war die Angst, dass man sie wieder für histerisch hinstellen würde.

An einem anderen Ort. Das auf- und abtippen des Fußes hallte durch den Raum – Trotz der Tatsache, dass es nur leise erklang. Ein Seufzer entglitt der Person. „Monate noch warten... Also echt!“ Hinter der murrenden Blauhaarigen erschien plötzlich noch eine andere Person aus der Dunkelheit. Ihr fettes Grinsen stellte einen starken Kontrast zu der ganzen, recht tristen Umgebung dar. Seufzend sagte Diana zu der Person:“Mensch Aurora! Erschreck mich doch nicht so!“ Sie erhielt lediglich ein Schulterzucken ihrer Gegenüber. „Ich sag's dir Diana-Chan... Der Boss ist viel mehr böse auf uns, als er es zugeben will.“, meinte Aurora und strich sich einer ihrer langen Strähnen aus dem Gesicht. Diana hob eine Augenbraue und fragte:“Schon fertig mit dem Regenerieren?“ Aus Aurora's Mund entkam lediglich ein stures 'Pah!' gefolgt von:“Das könnte ich eher DICH fragen. Aber woher kommt überhaupt schon wieder diese miese Laune, hm? Ach, ich kann's mir ja schon denken – Langeweile.“ Wütend drehte Diana ihren Kopf zur Seite und sagte mit genervtem Stimmfall:“Halt die Klappe!“

Wird Arisa ihr Vorgenommenes umsetzen können? Was ist denn nun wirklich mit Shu?! Und was plant Da'ath und steckt eigentlich hinter Dianas und Auroras Verhalten? Ihr werdet es demnächste erfahren....

Fortsetzung folgt...



Sorry, dass es diesmal länger gedauert hat. Aber es wird generell nun längere Wartezeiten geben, zumal die Story größere Ausmaßen als zuvor geplant angenommen hat. Demnach: Schönen Abend noch!




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