Same love

von Eternity-
KurzgeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P12 Slash
Eliot Nightray Leo Baskerville
09.02.2015
09.02.2015
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Inspiration: Mackelmore & Ryan Lewis- Same love

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Ich gehe wenige Meter hinter dir, damit die Bediensteten vielleicht aufhören zu tuscheln. Damit dein Ansehen nicht noch weiter sinkt. Obwohl du gesagt hast, dass es dir nichts ausmacht, dass sie unser Geheimnis wissen, gehst du mit erhobenem Haupt und straffen Schultern den Gang entlang und drehst dich kein einziges Mal nach mir um.

Wie sehr stört es dich wirklich, Eliot?

Wenn ich dich ansehe lächelst du und es ist ein ehrliches Lächeln.

Wenn sich unsere Finger berühren und ich am Ende doch deine Hand nehme, drückst du sanft zu und küsst mich auf die Wange.

Und wenn ich mich auf Zehenspitzen stelle und meine Lippen berühren sanft die deinen, dann erwiderst du diese Gefühle zärtlich und ohne schlechtem Gewissen.

Denn wofür sollten wir uns schon schämen?

Und doch sehe ich wie schnell du dich von mir abwendest, wenn wir uns auf einem Ball befinden. Wie schnell du meine Hand loslässt, wenn ein Mitschüler in unsere Richtung sieht. Wie schnell sich deine Lippen von meinen lösen, wenn du die Schritte deiner Schwester hörst.

Gerne würde ich dir diese Angst nehmen, dieses lächerliche schlechte Gewissen,… wenn ich nur könnte.

Ich will nicht egoistisch sein und sagen, du sollst dich von all jenen abwenden, die diese Verbindung, die zwischen uns besteht, nicht akzeptieren wollen. Es ist dein Erbe, das du hier mit Füßen zu treten glaubst und ich bin dein Diener, ein Sklave in den Augen der Adeligen, und ich liebe dich und es lässt sich nicht mehr rückgängig machen.

Ich sehne die Tage herbei, die wir einst hatten. Als wir an jenem Morgen in den Armen des jeweils anderen aufgewacht sind und die Sonne dafür gesorgt hat, dass sich deine Augenlider langsam hoben und du mich mit solch liebevollen Blick ansahst, dass ich mir sicher war, dass sich uns nichts in den Weg stellen konnte. An jenem Morgen als deine Finger durch mein zerzaustes Haar fuhren und du mir zugeflüstert hast, wie schön meine Augen wären – jene Augen, für die mich die Gesellschaft so sehr verachtet.

Wie lächerlich naiv ich doch war.

Plötzlich bleibst du stehen, ohne Vorwarnung ziehst du mich in das nächste Zimmer – das Musikzimmer. Ich versuche mich aus deinem Griff zu befreien, doch du hältst mein Handgelenk eisern fest.

Du drehst dich um und ich wende den Blick ab. Ich weiß, was du fragen willst und ich ahne die Gegenantwort, die du mir auf meine Antwort geben wirst.

Es ist nicht so einfach wie du dir das vorstellst, Leo.

Stimmt. Es wäre viel einfacher, wenn wir nicht in dieser Gesellschaft leben würden. Wenn du keiner Herzogfamilie angehören würdest und ich nicht dein Diener wäre.

Wäre es wirklich einfacher?

Ich denke, dass man sich nicht hinter den Wörtern  einfach und schwierig verstecken sollte. Es ist deine Einstellung, die uns im Weg steht…



Vielleicht ist es auch die meine.

Ich habe schon lange aufgehört an die Zukunft zu denken.

Und an das Was wäre wenn.

Denn das Was wäre wenn wird nie eintreten und ist nur ein Produkt unserer Fantasie.

Du hebst mein Kinn und ich sehe in diese eisblauen Augen, in denen sich so viele Emotionen  widerspiegeln. Du sagst irgendetwas, aber ich kann es nicht verstehen. Ich bin taub für deine Ausreden geworden.

Blind für deine Liebe.

Und stumm für die meine.

Du drückst mir einen Kuss auf die Lippen, doch es ist nicht derselbe wie an jenem Tag, als du mir deine Liebe gestanden hast.

Im Grunde war es kein Liebesgeständnis, aber ich wusste was du sagen wolltest und hab es hingenommen, dass du womöglich nie sagen würdest wie sehr du mich liebst. Du küsst mich, du drückst mich und du berührst mich – alles bedeutet dasselbe.

Ich liebe dich.

Es ist so unglaublich schnulzig, aber ich sage es dir gerne. Ich bin mir über meine Gefühle im Klaren und denke nicht an die Gesellschaft, die dir ohnehin nur Böses will. Ich denke an dich und mein Herz, das unter dem deinen ruht. Und wenn wir sterben, werden wir nebeneinander ruhen und ich werde zum ersten Mal, dort oben im Himmel, deine Hand halten können, ohne meine Gefühle zurückhalten zu müssen. Und du wirst mich in den Arm nehmen, mich küssen und alles wird vergessen sein.

Keine Heirat mehr.

Keine Gesellschaft…

Und ich schließe meine Arme um deinen Rücken, drücke mein Gesicht an deine Brust und verstecke die Enttäuschung und die Trauer und vielleicht sogar den Zorn. Ich spüre deine Wange an meinem Kopf, höre den Seufzer, der deine Lippen verlässt und spüre die Hand, die mir über den Rücken streicht. In diesen Momenten bist du unglaublich zärtlich und liebevoll. In diesen wenigen Momenten habe ich das Bedürfnis dir zuerst meine Meinung zu sagen, dich dann am Kragen zu packen und dir unter Tränen einen Kuss aufzudrücken und die Herzogfamilie zum Teufel zu wünschen.

Und in meiner Vorstellung ziehst du mich in dein Zimmer, wirfst mir einen Koffer zu und sagst im ruhigen Ton, dass ich das wichtigste zusammenpacken soll. In meiner Vorstellung würden wir fliehen…

…Und in meiner Vorstellung würdest du wenig später getötet werden.

Wenn ich in deine Augen sehe, sehe ich den Deal, den ich damals gemacht habe. Sehe ich das Ereignis, das mich dazu veranlasste dir frühzeitig meine Liebe zu gestehen.

Ich frage mich wirklich wie viel Zeit uns noch bleibt.

Gemeinsame Zeit – solche die wir zusammen verbringen, nicht die Sekunden, Minuten, Stunden, Tage und Wochen, die ich zähle bist du mir gewaltsam aus den Händen gerissen wirst.

Wenn du wüsstest, dass dir nur mehr wenig Zeit bleibt, wie würdest du reagieren?

Wie wichtig wäre dir unsere Verbindung, dass du alles aufgibst für diese eine gemeinsame Zeit?

Die Tür öffnet sich und du schreckst zurück. Ich verstecke mein Gesicht hinter den Haaren und drehe deiner Mutter den Rücken zu. Sie sagt etwas bezüglich deiner Heirat, du antwortest ihr ebenso bissig wie die letzten Male und sie geht noch einen Schritt nach vorne, erhebt die Stimme und schreit dich an.

Und dann fällt dieser Satz, der dich plötzlich verstummen lässt:

„Leo ist dein Diener! Und obendrein noch ein Mann! So habe ich dich nicht erzogen, Elliot!

Die Liebe kann man nicht lenken und es war garantiert nicht meine Absicht mich in dich zu verlieben.  So wie es nicht die deine war diese zu erwidern. Es geschah einfach… ohne Grund, ohne Erziehung…

Ich drehe mich langsam um und sehe deinen Rücken, der mir die Sicht versperrt. Beschützt du mich oder beugst du dich deiner Mutter nun?

Ich wünschte ich könnte an dir vorbeirennen und dieses Anwesen verlassen. Ich will die Antwort nicht hören, die du ihr gibst. Ich will die Enttäuschung, die in meinem Gesicht zu sehen sein wird, nicht der einen Person zeigen, die einen Keil zwischen uns treibt. Unauffällig halte ich mir die Ohren zu und wenige Minuten später, verlässt sie den Raum.

Lächelnd drehst du dich zu mir um.

Verwirrt sehe ich zu dir hoch. Deine Hände legen sich sanft auf meine Wangen und deine Lippen legen sich auf die meinen. Einen kurzen Moment später löst du dich von mir und flüsterst mir mit liebevollem Blick und sanfter Stimme Worte zu, die einen Augenblick dafür sorgen, dass mir das Herz stehen bleibt.

„Lass uns frei sein, Leo.“
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