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Bilder einer Ausstellung

Aufzählung/ListeFantasy, Freundschaft / P12
Gary Ib Mary
09.02.2015
02.12.2015
7
3.553
1
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Dieses Kapitel
1 Review
 
09.03.2015 387
 
Es ist eine große, weite Welt, die dich gefangen hält, mein alter Freund.
Warum hast du dir diesen düsteren, fernen Ort ausgesucht, um dort zu wohnen? Dieser triste Grund aus Sand und Staub, der ewig stumm am Meeresboden liegt, kann doch nicht alles sein, was dein Universum darstellen soll. Die sonnenlose Ferne, in der du dich windest und regst, die lieblose Kälte und Grausamkeit, die deine dunklen, schwarzen Schuppen küsst. Es gefällt mir nicht. Der Ort ist mir zu wider. Sag mir, Tier aus alter, unbekannter Zeit, was erblicken meine leeren Augen da am Rande deiner begrenzten Welt? Was ist das für eine allzu harte Kante, die deine und meine Realität so herbe trennt? Warum ist ihr Übergang nicht weich und zart? Dann könnte ich einen Teil meines Reiches in deines verlegen und du würdest ein Stücken meiner Erde gewinnen. Es wäre doch erquickend, für beider Seiten gleichermaßen, ein Teil zu geben, wenn sie einen anderen bekommen. Geh den Handel mit mir ein, treuer Gefährte. Zögere nicht, mach schnell, bevor der Augenblick verfliegt und unsere süßen Blicke verzogen sind,  in ferne neue Welten, die uns heute noch so unbekannt erscheinen. Wage den Schritt, denn ich fürchte mich, ihn selbst zu gehen. Ich habe Angst, sollte ich die Schwelle deines Wellenweitenmeeres berühren und überschreiten, ein Teil von ihr zu werden. Mich plagt die scharfe Sorge, meine eigene Dimension zu verlassen und mich in deiner, mir so fremden und kalt von steifen Meeresbrisen und Wellen gepeitschten Wunderwelt verloren zu fühlen. Ich als Mensch, im versunkenen Reich der formlosen Wellen und leise atmenden Monster der Finsternis. Ich gehöre nicht dort hin....
Dennoch will ich einen Teil deines Reiches erhalten, in meinem Herzen, in meiner Seele, tief verborgen und wohl behütet. An einem Ort, nur für mich.
Ich möchte einen Teil von dir, um ihn zu meinem zu machen. Ein Teil, das ein Ganzes ergänzt und wertvoller macht. Für sich selbst und für andere.....
Der wortlose Gefährt schweigt, leere große Augen starren aus dem Bild. Der Blick des Fisches geht in die Ferne, hinauf zum Himmel, an dem die Vögel kreisen. Seichte Wolken ziehen vorbei und ein hellblaues Meer erstrahlt fernab voll allem Lebenden und Toten. Es ist weit, unergründlich und hoch oben am Horizont. Licht überflutet und hell ist es dort.
Wie schön doch das Fliegen sein muss.
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