Mandelbrauner Frühling

von angymary
KurzgeschichteRomanze, Freundschaft / P12
Alexandra "Alex" Schwarz Elyas Schwarz Emely Winter
07.02.2015
07.02.2015
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Etwas kitzelte mich an meiner Nase. Verärgert und noch total verschlafen wedelte ich mi meiner Hand vor meinem Gesicht herum, dabei berührte ich Haare. Blinzelnd öffnete ich meine Augen und jammerte im Stillen darüber, dass es meiner Meinung nach viel zu hell war, um die Augen geöffnet zu halten.
Elyas grinste mich an. In seiner Hand hielt er eine meiner Haarsträhnen und streichelte mich damit im Gesicht. Brummend nahm ich sein Handgelenk und legte es auf seine Taille. Er schmunzelte und beugte sich vor, um mir einen flüchtigen Kuss auf die Lippen zu geben.
»Morgen, Schlafmütze.«, sagte er mit rauer Stimme. Verdammt, musste er jetzt schon am Morgen so sexy klingen? Ich fühlte mich nach dem Aufwachen wie ein zerzauster, ungeduschter Muffel. Sicher kein appetitlicher Anblick. »Ich dachte, ich kriege dich nie aus dem Land deiner Träume, Schatz.« Ich verdrehte die Augen und legte meinen Kopf an seine Halsbeuge. Mit meinem morgendlichen Aussehen musste er eben Vorlieb nehmen. Ich war viel zu faul – und nebenbei bemerkt von meinen Gefühlen zu ihm überwältigt, schließlich wachte ich nicht alle Tage mit ihm in meinem Bett auf – um aufzustehen und das zu ändern.
»Außerdem ist das Land deiner Träume in die Realität verlegt worden. Ich bin ja hier.«, fügte er frech grinsend hinzu. Ich seufzte nur zufrieden und legte meine rechte Hand in seinen Nacken. Ich kraulte ihn eine Weile, während meine Gedanken zum letzten Abend zurück wanderten. Die letzten Stunden waren ziemlich emotional und auch anstrengend gewesen. Aber wenn das hier das Resultat war, konnte ich gut damit leben.
Ich fühlte mich, als wäre ich in einer anderen Welt. Wie oft hatte ich mir als sechzehnjähriges Mädchen gewünscht, dass mich Elyas so ansah wie jetzt, dass ich ihn so berühren konnte wie jetzt? Ich erinnerte mich an den Schmerz, den er mir bereitet hatte, sowohl vor sieben Jahren als auch an den der letzten Monate, aber auch gleichzeitig daran, dass ich ihm vergeben hatte. Es war Vergangenheit und ersteres noch dazu ein riesiges, unglückliches Missverständnis gewesen.
»Woran denkst du?«, murmelte er mit den Lippen an meinem Haar. Ich kuschelte mich noch enger an ihn, dabei fuhr ich mit den kreisenden Bewegungen meiner Finger an seinem Nacken fort. Mit geschlossenen Augen gähnte ich.
»Dass ich das alles noch nicht glauben kann. Bestimmt wache ich bald auf und bin ganz alleine hier. Oder du bist Eva und ich halte dich im Traum für dich. Dann wäre allerdings die Frage, wie Eva in mein Bett gekommen ist und darüber will ich beim besten Willen nicht nachdenken.« Ich verzog das Gesicht. Elyas lachte melodisch und meine Mundwinkel hoben sich automatisch zu einem kleinen Lächeln. Ich mochte dieses Geräusch, nein, ich liebte es.
Mit einem zufriedenen Seufzer legte ich meinen Kopf in meinen Nacken und sah zu ihm auf. Seine türkisgrünen Augen blickten mich liebevoll an und ich hatte das Gefühl, in einem wunderschönen See all glücklicher Emotionen zu versinken. Im positiven Sinne, denn ich ertrank nicht, ich schwebte darin und atmete seinen wunderbaren Duft ein. Mehr brauchte ich nicht zum Leben.
Dieser Ansicht war ich, bis sich mein Magen leise aber doch ebenda meldete und Elyas zum Grinsen brachte.
»Hat da jemand Hunger?«, fragte er und zog mich mit seinen Armen noch näher an sich heran. Ich stemmte mich mit beiden Händen gegen seine Brust, um ihn ansehen zu können. Außerdem war mir peinlich, dass mein Bauch immer dann grummeln musste, wenn es gerade echt unpassend war. Nie im Leben wollte ich jetzt aufstehen und essen!
»Ja, Hunger auf dich.«, murmelte ich und gab ihm einen Wangenkuss, den er mit geschlossenen Lidern und leicht geöffneten Lippen annahm. Erst nach einigen Sekunden rührte er sich wieder. Ich schmunzelte in mich hinein, als ich erkannte, dass er auf mich genauso stark reagierte wie ich auf ihn. Es war unglaublich und gleichermaßen auch unbegreiflich.
»Dann komm und gib mir mehr als einen Wangenkuss!«, verlangte er mit seiner sexy Stimme, die meine Haut kribbeln ließ. Ich dachte an die Minuten, bevor wir von Eva gestört worden waren und schenkte ihr gedanklich einen bitterbösenweltuntergangswürdigen Blick.
Um seiner Forderung nachzukommen, legte ich meine Hände an seine Wangen, die neben der Nase weich und gegen Kinn etwas kratzend waren, und küsste ihn. Er erwiderte ihn sofort und legte so viel Liebe hinein, dass ich glaubte, mein Herz würde gleich zerspringen, weil es das nicht aushielt. Mit geschlossenen Augen küsste ich ihn immer drängender.
»Ich liebe dich.«, murmelte ich an seinem Mund und spürte sein Lächeln an meinen Lippen.
»Ich dich auch, mein Schatz.«, gab er mir zurück und ein warmes Gefühl breitete sich in meinem Körper aus. Dieser Moment war perfekt. Nie und nimmer wollte ich mehr aus diesem Bett raus. Doch leider wurde mein Plan durchkreuzt. Ehe ich mich an ihn kuscheln konnte, ertönte ein schnarchendes Geräusch von Evas Bettseite, dann raschelte es und wenig später sah ich sie aufrecht im Bett sitzen.
Elyas und ich wechselten einen Blick, dann schenkten wir wieder Eva unsere Aufmerksamkeit. Ihre kurzen, schwarzen Haare standen ihr vom Kopf weg und ihre Augen waren schmal. Sie drehte ihren Kopf zu uns und nickte uns zu.
»Noch immer da.«, begrüßte sie uns mit einem Nicken zu Elyas, dann stand sie auf und schlurfte ins Bad. Ich ließ mich nach hinten fallen und entfernte mich somit ein paar Zentimeter von Elyas. Er stützte sich am Ellbogen ab und musterte mich aufmerksam. Ein leichtes Lächeln lag auf seinen Lippen, dass ich mir für immer dort wünschte. Nach einer Weile fuhr er mit einem Finger meinen Arm auf und ab. Sofort bekam ich eine Gänsehaut.
Kurz darauf kam Eva frisch und munter aus dem Bad. Sie warf uns einen kurzen Blick zu, der deutlich ein EndlichhatsieeinenManngefundendaswurdeaberauchmalZeit enthielt. Sie schnappte sich ihre Tasche, zog sich Stiefel und Jacke an und mit einem »Ich muss los, wir sehen uns!« verließ sie das Zimmer. Endlich waren wir wieder alleine und ungestört. Doch der wunderbare Augenblick währte abermals nicht lange. Ich fragte Elyas, wie spät es war. Da der Wecker noch nicht geklingelt hatte, musste es vor halb neun sein.
Er rutschte vom Bett und stand auf. Ich wollte eigentlich meinen Blick von ihm lassen, doch den Gedanken konnte ich nicht mal zu Ende denken, da gaffte ich ihn schon mehr oder weniger auffällig an, während er sich die Hose anzog und dann auf sein Handy schaute.
»Erst zwanzig nach acht. Noch genug Zeit also.« Er hielt mir eine Hand hin und ich fasste sie. Schnell half er mir auf und bald stand ich neben ihm. »Und glaub nicht, ich habe eben deine Blicke nicht bemerkt. Aber keine Sorge, du bekommst heute Abend mehr zu sehen …« Er lehnte sich vor und küsste mich an der Wange, sehr nah an meinem Ohr. Ich erschauderte und errötete.
»Du bist ja so was von nicht schüchtern!«, lachte er ungeniert und setzte sich auf meinen Schreibtischsessel. Mein Laptop war auf Standby, also drückte er wahllos auf ein paar Tasten, bis der Bildschirm anging. Währenddessen holte ich eine frische Hose aus meinem Schrank und zog sie mir an.
»Was machst du da?«, wollte ich wissen. Ich trat hinter ihm und schaute über seine Schulter.
»Nur checken, ob Luca eine neue Mail geschrieben hat –«, sagte er und konnte nicht weitersprechen, denn ich holte schon aus und gab ihm einen Klaps auf den Kopf. Belustigt drehte er sich zu mir um und sah in mein böses Gesicht. »Das war doch nur ein Scherz, Emely, Schatz.« Sanft fasste er nach meiner Hand und streichelte ihren Handrücken. »Alles gut?«, fragte er mit großen, nach Versöhnung bettelnden Augen.
»Schöner Scherz.«, grummelte ich, konnte ihm aber nicht lange böse sein. Seine Augen hatten fast den gleichen Effekt wie die seiner Schwester. Ouh, Alex. Ich musste mich heute ihren Fragen stellen. Nicht gut.
»Was ist los?«, fragte Elyas sofort, denn er hatte meine Gesichtsregungen genauestens beobachtet. Ich schüttelte den Kopf und suchte nach einem T-Shirt in meinem Schrank.
»Alex«, gab ich ihm zur Antwort. »heute ist das Gespräch.«
»Wo du ihr alles erklärst? Über uns und so weiter?«, fragte Elyas und lehnte sich im Sessel zurück. Ich nickte und automatisch wanderte meine Hand zu meinem Mund. Böse Angewohnheit, an meinen Fingernägeln zu knabbern! Schnell zog ich sie wieder zurück und verschränkte meine Arme, eine ebenfalls gewohnte Geste von mir. Was soll’s.
»Na dann viel Spaß!« Elyas ließ sich ein hämisch Grinsen nicht nehmen. Er war eben immer noch Elyas, aber auch der, in den ich mich verliebt hatte. Mit ihm würde es mir sicherlich nicht langweilig werden. Aber gleichzeitig war ich mir ebenso sicher, dass ich es ihm auch nicht immer leicht machen würde. Dafür was die Verführung viel zu groß, in bei erster Gelegenheit zu necken. Na gut, vielleicht nicht mehr so wie damals am See – ich sah noch immer sein Gesicht vor mir und das brachte mich zum Kichern – aber er musste sich auf ein paar ironische Konter gefasst machen!
»Was ist denn so lustig?«, wollte Elyas augenblicklich wissen. Ihm entging ja auch nichts! Ich schüttelte bloß den Kopf und zog sein graumeliertes »Elyas 01«-Shirt heraus.
»Gute Wahl.«, bestätigte er. Mit einem BH und diesem T-Shirt bewaffnet ging ich ins Bad. Auch wenn ich jetzt mit ihm zusammen war – das dachte ich zumindest nach den tausend »Ich liebe dich« von letzter Nacht und den ganzen liebevollen Blicken und Küsse, die wir ununterbrochen austauschten – konnte ich mich nicht überwinden, mich jetzt vor ihm umzuziehen. Da war ja noch die Sache mit meinen zu kleinen Brüsten. Es war so gar nicht fair, dass ich seit damals Komplexe deswegen hatte!
Mit seinem Pullover an meinem Oberkörper kam ich wieder raus. Gerade piepste der Wecker und sagte uns damit, dass es 8:30 Uhr war. Elyas stellte den Wecker ab und lächelte mich dann an. Mit einer unsicheren Handbewegung fuhr er sich durch die Haare und blickte dann wieder zu mir. Langsam öffnete er seine Arme und ich ging auf ihn zu, um seine Umarmung anzunehmen. Wie lange würde es dauern, bis wir nicht mehr so unsicher uns gegenüber waren? Ich löste mich nur unwillig wieder von ihm und sah in seine Augen. Dunkle Schatten lagen unter ihnen, er hatte definitiv zu wenig Schlaf gehabt. Aber seine Augen waren nicht mehr trüb und matt, sie leuchteten jetzt und das gefiel mir sehr. Ich kam ihm einen leichten Kuss auf die Wange und dann auf den Mund.
Wir kamen wieder um ein »Ich liebe dich« nicht herum, denn es war viel zu befreiend, es zu sagen und zu hören. Schließlich ging Elyas auf die Tür zu und zog sich seine Schuhe an. Ich folgte ihm.
»Du willst sicher was essen. Gehen wir frühstücken.«, meinte er und warf mir meine Jacke zu, die neben ihm am Haken hing. Ich nickte, streifte mir meine Jacke über und griff nach meinen Schuhen, die in Elyas’ Nähe standen. Den ersten schaffte ich ohne Probleme anzuziehen, doch beim zweiten verlor ich wohl ganz leicht das Gleichgewicht und musste wie ein Kindergarten umher hopsen, um nicht umzukippen. Endlich hatten ich den Schuh und konnte mich wieder aufrichten. So früh am Morgen und schon hatte ich mich wieder blamiert.
»Du bist unglaublich.«, lachte er los und legte einen Arm um meine Schultern. »Du hast dich wahrscheinlich wirklich bei der Vergabe von der ›Peinlichkeit‹ heiser geschrien, denn anders kann ich mir das gar nicht erklären!« Ich wich grummelnd seinen lachenden Augen aus. Er spielte auf die E-Mail an, die ich Luca alias ihm vor einigen Monaten geschrieben hatte.
»Ja, ja …«, machte ich und öffnete die Tür. Dabei strich ich seine Hand von meiner Schulter und stolzierte durch die Tür. Böser Fehler, echt, echt böser Fehler. Entweder war es Elyas’ Anwesenheit, der mich von einer Peinlichkeit in die nächste trieb, oder schlicht und einfach meine Schuld. Da ich letztere aber lieber jemand anderem zuschob, musste er herhalten, ob es ihm gefiel oder nicht. Das sogar im wahrsten Sinne des Wortes, denn ich stolperte über ein kleines Paket am Boden, welches ausgerechnet direkt vor der Tür stand griff reflexartig nach hinten, um mich noch rechtzeitig an seinem Ärmel festzuhalten.
»Na hoppla!«, rief er aus, genauso sarkastisch wie damals, als ich vor seinen Augen in seinem Treppenhaus gestürzt war und das weil Alex unbedingt umziehen hatte müssen. Wieder einmal fragte ich mich, warum es ausgerechnet diese eine Wohnung war, die ganz oben im Haus lag und wo es keinen Aufzug gab.
»Sehr witzig.«, knurrte ich und verfiel damit in mein altes Verhaltensmuster ihm gegenüber. Er hob eine Augenbraue und ich beeilte mich schnell, zu lächeln. Ich hatte mir ja vorgenommen, weniger gemein zu sein. Also sollte ich mich mal zusammenreißen.
Hand in Hand gingen wir zum Parkplatz vor der Uni. Da stand sein schwarzer Mustang mit den zwei weißen Streifen und ich drehte mich beim Gehen erwartungsvoll zu ihm hin. Meine Augen flehten nach einer Erlaubnis, seinen tollen Wagen fahren zu dürfen. Bitte, bitte, bitte! Sofort zogen sich seine Augenbrauen zusammen.
»Du weißt doch, wie wenig ich das mag.«, sagte er. Ich machte einen Schmollmund. »Dreh dich wieder nach vorne, sonst fliegst du noch.« Er bemühte sich, ein spöttisches Grinsen zu unterdrücken. Bitterböse starrte ich ihn an, dann befolgte ich seinen Rat. Ein drittes Mal vor ihm fast auf die Nase zu fliegen wollte ich dann doch nicht.
»Aber versprich mir, dass ich bald damit fahren darf!«, flehte ich ihn an. Ja, kaum zu glauben, aber ich flehte Elyas Schwarz an. Zu gemein auch, wenn ausgerechnet er meinen Traumwagen fuhr. Wiederum aber auch das größte Glück, das ich haben konnte. Mit einem fetten Grinsen im Gesicht, das man zum letzten Mal im Teenageralter haben sollte, ging ich neben ihm weiter. Ich strömte vor Glücksgefühlen über und musste mich sogar bemühen, nicht neben ihm her zu hopsen.
Im Auto schaltete Elyas das Radio an und ein Lied ertönte viel zu laut. Erschrocken zuckte ich zusammen und er drehte es sofort mit einem entschuldigenden Blick in meine Richtung leiser. Das Lied musste neu oder von einem völlig unbekannten Interpreten sein, denn ich hatte es noch nie gehört. Ich wippte mit dem Kopf zum Takt der Melodie, doch so ganz wollte es mir nicht in die Knochen. Das Lied war zwar nicht schlecht, entsprach aber nicht so ganz meinem Geschmack.
Mit einem kleinen Lächeln registrierte ich, dass Elyas meine Hand, die auf meinem Schoß lag, nahm und unsere Finger verflocht. Während der ganzen Fahrt in diesem super Auto konnte ich es nicht lassen, Elyas unentwegt anzustarren. Damit machte ich wohl seiner Penetranz, die er besonders im letzten Halbjahr an den Tag gelegt hatte, große Konkurrenz. Denn egal, wie sehr ich mich anstrengte, nach vorne auf die Straße zu sehen, sofort lag mein Blick wieder auf seinem Gesicht. Jedes Mal, wenn er an einer Ampel stand, sah er mich ebenfalls an. Ich liebte diese türkisgrünen Augen. Und ich liebte ihn. Und das beste von allem: Er liebte mich. Mich, das kleine Mädchen mit den kleinen Brüsten aus einer kleinen Stadt.
»Emely?« Ich blinzelte. Hatte er etwa was gesagt? Schon verwunderlich, dass ich es nicht gemerkt hatte, wo ich ihn doch schon fast wie ein Stalker permanent anstarrte! »Woran denkst du denn, wenn ich fragen darf?«
»Warum willst du die ganze Zeit wissen, was ich denke?«, fragte ich zurück. Sein Druck um meine Hand verstärkte sich und sein Daumen fuhr zärtlich über meine Haut.
»Weil ich wissen will, was in diesem hübschen Köpfchen vorgeht.« Ich rollte mit den Augen. Ja klar, hübsches Köpfchen. Mal wieder kam ich zu der Tatsache, dass Komplimente eben viel schlimmer waren als die bösartigste Beleidigung. Was sollte ich darauf sagen? Ich schwieg, während ich an einer Antwort feilte. Ich strengte mich beim besten Willen an, nicht sarkastisch zu sein.
»Hat dir meine Stimme die Sprache verschlagen, oder was?«
»Nein, keine Sorge.«, beeilte ich mich zu sagen und schaffte es endlich, kurz aus dem Fenster zu sehen. »Wohin fahren wir denn, wenn ich fragen darf?« Wir fuhren durch ein Viertel, in dem ich mich nicht auskannte. Ich dachte, er hatte mit frühstücken gemeint, in seine Wohnung oder ein nah gelegenes Bistro gemeint. Doch wir befanden uns ganz sicher nicht in der Gegend von seiner Wohnung, seltsam. Jetzt wurde ich von mal zu mal neugieriger und brachte es sogar hin, ihn nicht zum Zentrum meines Blickfeldes zu machen.
»Das wüsstest du wohl gerne.«, grinste mich Elyas an und parkte einige Meter weiter in dieser Straße ein. Ich nickte, kam jedoch nicht in die Gelegenheit, zu antworten, denn er hatte schon die Tür geöffnet und war ausgestiegen.
Einen kurzen Augenblick saß ich alleine im Auto und nutzte den Moment, um mich zu beruhigen. Ich war noch immer ganz hibbelig und überwältigt von meinen Gefühlen, obendrauf konnte ich mein Glück noch nicht wirklich fassen. Als ich schließlich bereit war, auszusteigen und ihn wieder anzusehen, öffnete er mir schon Gentleman-like die Tür.
»Darf ich bitten, Madame?« Ich quälte mich aus dem Sitz auf, als wäre ich im sechsten Monat schwanger und verdammte mal wieder meine Tollpatschigkeit. Allerdings würde ich nie wieder auf die dämliche Idee kommen, einen weiteren Joggingversuch zu unternehmen, um was wegen meiner motorischen Fähigkeiten zu tun. Diese Blöße würde ich mir nicht mehr geben, dessen war ich mir hundertprozentig sicher.
Aus dem Auto raus, seine Hand ignorierend, die er mir hingehalten hatte, streckte ich mich. Er schlug hinter mir die Autotür zu und seine Hand fasste mich am linken Ellbogen. So führte er mich zum Gehsteig. Ich musste zugeben, dass ich ein bisschen aufgeregt war. Wohin brachte er mich? Jedenfalls konnte es nur mehr besser werden als die Dates mit Sören Nordmann, die ich hinter mir hatte und welche zum Glück auch schon Jahre her waren. Einmal hatte er mich in eine alte Bude ausgeführt, damit wir schnell unseren Hunger stillen konnten. Das Essen hatte vielleicht nicht grausig geschmeckt, aber es gab sicher schönere Orte und Nahrungsmittel als dort, wo wir waren. Ich verzog mein Gesicht.
»Was ist los, mein Engel?«, fragte Elyas, kaum hatte er das gesehen. Ich fasste beruhigend nach seiner Hand.
»Nichts, nichts.«, beeilte ich mich. »Ich habe nur gerade an Sören gedacht.« Seine Augenbrauen wanderten nach oben. Skeptisch blickte er zu mir hinunter.
»Warum denkst du an diesen Vogel?«
»Ich habe mich eben gefragt, wohin du mich bringst und bin dann zu dem Gedanken gekommen, dass es ein besserer Ort sein wird als die, wo ich schon mit Sören war. Ich will gar nicht so genau drauf eingehen, sonst verschlägt es dir sogar noch den Appetit.« Beim letzten Satz grinste ich. Vielleicht hatte ich übertrieben, aber ich war auch etwas sauer auf den Idioten von damals. Ohne ihn hätte ich schon vor sieben Jahren mit Elyas zusammen kommen können.
»Denk nicht an ihn, er ist es nicht wert.«, bestätigte er meine Gedanken. »Außerdem ist alles besser, was ich mache. Auf solch niedriges Niveau lasse ich mich nicht herab.« Ich nickte und schmiegte kurz meinen Kopf an seinen Oberarm. Dann blieb er plötzlich stehen und zeigte auf einen kleinen, gemütlichen Laden. Es war ein französisches Lokal und versprach Baguettes. Ich leckte mir über die Lippen.
Zusammen betraten wir das Geschäft und gingen zur Auslage uns gegenüber. Dort stand eine kleine Frau mit pechschwarzen, kinnlangen Haaren. Auf ihrem Kopf hockte eine schneeweiße Mütze. Mit einem breiten Grinsen auf ihren rotgeschminkten Lippen begrüßte sie uns mit einem »Bonjour!«. Dabei klang sie, als ob sie sich die Nase zuhielt. Französisch hatte immer so einen näselnden Nachklang.
»Bonjour, Mademoiselle.«, erwiderte Elyas und lächelte charmant. »Wir hätten gerne zwei Tomaten-Mozzarella-Baguettes, bitte.« Die kleine Frau nickte abgehakt und holte die zwei besagten, länglichen Brote für uns.
»Zum Mitnehmen oder hier Essen?«, fragte sie mit französischem Akzent. Elyas sah mich kurz an, dann sagte er, dass wir es mitnehmen wollten. Während er für uns beide bezahlte – und diesmal brauchte er mich nicht abzulenken wie damals bei dem Cover-Konzert, denn ich hatte vor, mich bald zu revanchieren – grübelte ich darüber nach, wo er unser Frühstück essen wollte. Kaum eine halbe Minute später standen wir wieder vor dem Lokal.
»Also, spann mich mal nicht auf die Folter!«, rief ich aus und wir fassten uns wieder an den Händen. Wir mussten uns ständig berühren. Würde das ab jetzt für immer so sein? Ich wollte seine Hand immer in meiner spüren. Sie war schön warm und versicherte mir obendrein, dass er da war, genau bei mir und dass er mich nicht verlassen würde.
»Du bist ein ungeduldiges Monster.«, schimpfte er und gab mir einen kurzen Kuss. Ich presste die Lippen zusammen und blieb stur.
»Jetzt sag schon! Wir haben schließlich nicht alle Zeit der Welt.« Damit meinte ich seinen anstehenden Besuch im Krankenhaus. Mit einem Blick auf meine Armbanduhr sah ich, dass es 8:50 Uhr war. Nebeneinander schlenderten wir die Gasse entlang, dabei entfernten wir uns von seinem Mustang.
Elyas schüttelte bestimmt den Kopf und ließ mich wieder im Ungewissen. Ihm schien das anscheinend mächtig Spaß zu machen. Kopfschüttelnd trottete ich neben ihm her.
Die Gasse machte eine Biegung und ich sah eine lange Baumreihe vor mir. Dahinter konnte ich Wasser rauschen hören. Mit großen Augen drehte ich mich zu ihm um. Hatte er mich zur Spree gemacht, dem Fluss, der durch Berlin floss? Grinsend zog er mich weiter über die Straße. Wir traten ans Ufer und setzten uns an eine Bank. Erst dort gab er mir mein Baguette. Herzhaft biss ich hinein und genoss diesen wundervollen Augenblick.
»Den Wasserturm zeige ich dir auch bald.«, unterbrach er die Stille. Ich freute mich, dass er das sagte. Nicht nur, dass ihm dieser Ort sehr wichtig war, dort hatte Alex auch ihren ersten Kuss bekommen. Ich konnte es kaum erwarten, auch einmal dort oben zu stehen und auf Berlin herabzuschauen.
»Freut mich.«, gab ich zu und lehnte mich an ihn. Schweigend aßen wir weiter. Mir reichte seine bloße Anwesenheit, dann war alles perfekt. Er brauchte gar nicht viel zu reden. Da Elyas vor mir mit seinem Frühstück fertig war, hatte er wieder einen leeren Mund, um zu reden. Nachdem er einmal den Blick schweifen hat lassen, blieb er an Büschen neben uns hängen.
»Hey«, sagte er und stupste mich an. »ich glaube, das sind Verwandte von Mr Busch!« Von einer Sekunde auf die andere fuhr ich knallrot an. Diese Peinlichkeit würde er mich wohl nie vergessen lassen! Wieso hatte ich nur meinen Mund geöffnet, als ich betrunken war? Man sollte mich mit Klebeband knebeln, wenn – nein, falls! – ich wieder so viel trank.
»Ha, ha, Herr Schwarz, haben Sie es heute mal wieder lustig?«, erwiderte ich und biss herzhaft in mein leckeres Baguette. Hmmm, es schmeckte wirklich gut.
»Immer, wenn Sie da sind, Fräulein Winter.«, flüsterte er mit schmeichelnder Stimme. Ich schluckte und sah ihn mit großen Augen an. Sein Gesicht war meinem plötzlich so nah und ich stellte mich schon auf einen Kuss ein, während ich dachte, dass dieser sehr unappetitlich sein würde, wenn ich gerade ein Baguette gegessen hatte. Doch ich hatte mich geirrt. Als sein Mund nur mehr kurz vor meinem war, drehte er den Kopf und biss schnell in mein Baguette hinein.
»He!«, rief ich und hielt mein Baguette weg. Grinsend kaute er an seinem ergatterten Stück. Ich funkelte ihn an und drehte mich etwas weg, um die letzten Bisse in Ruhe zu essen. Er brach in schallendes Gelächter aus, welches mich zum Schmunzeln brachte.
»Schon gut, ist deins.«, brachte er zwischen zwei Glucksen hervor. Ich verdrehte mit einem verräterischen Grinsen die Augen. Nachdem ich mein Frühstück endlich vollständig verputzt hatte, nahm er meine Hand in seine und stand auf. Fragend sah ich ihn an.
»Es wird Zeit, dass wir zurück fahren. Ich hab ja noch den Termin.«, erklärte er mir und seufzend nickte ich. Eigentlich wollte ich noch länger hier mit ihm sitzen, aber er hatte Recht. Ich rief meine vernünftige Emely hervor und ging mit ihm zurück zum Auto. Die ganze Fahrt über hielt er weiter meine Hand und ich genoss es. Ich fühlte mich in seiner Nähe geborgen und wollte dieses Gefühl nie wieder verlieren. Ich brauchte es jetzt wie die Luft zum Atmen. Die Liebe zu ihm wuchs mit jeder Sekunde und ich konnte sie mir nicht mehr weg vorstellen.
Um halb zehn kamen wir bei seiner Wohnung an. Ich stieg langsam aus und blieb neben dem Wagen stehen. Wenn ich es so Recht bedachte, hatte ich noch keine Lust, mich Alex zu stellen. Sie würde mich ganz schön böse ansehen, wenn sie erfuhr, was sie alles in den letzten Wochen, wenn nicht Jahren verpasst hatte. Vielleicht konnte ich jetzt noch einmal nach Hause gehen und das Gespräch auf heute Abend verschieben? Aber dann würde ich wohl die ganze Nacht bei ihr sitzen und könnte nicht mit Elyas in sein Zimmer verschwinden … Ich errötete bei diesem Gedanken und schnell sah ich weg, damit er es nicht bemerkte.
»Wo bleibst du denn, Schatz?«, hörte ich ihn bei der Haustüre rufen. Ich sah auf und ging langsam auf ihn zu. Er interpretierte meinen unglücklichen Gesichtsausdruck richtig. »Nervös?«, fragte er.
»Ach nein, ich stelle mich gerade nur dem größten, nachtragenden Monster der Welt. Sie wird mir gleich den Kopf abbeißen, wenn sie erfährt, was ich ihr alles verschwiegen habe.« Ich ließ missmutig die Schultern hängen. Aber es brachte nichts, ich musste jetzt da rein, in die Höhle des Löwen.
»Also, stopp mal, es bin immer noch ich, der an dir knabbert und beißt!« Mit einem anzüglichen Lächeln fuhr sein Blick einmal an mir rauf und runter. Sofort wurde mir heiß unter der Haut und ich sah schnell verlegen weg.
»Elyas!«, sagte ich aufgebracht. Wieso musste er alles, was man sagte, schmutzig machen? Ich trat mit empörtem, erhobenen Kopf an ihm vorbei.
»Vorsicht, Stufe.«, sagte er und ich funkelte ihn böse an. Wie konnte man nur so … mir fehlten die Worte. Ich sah wieder auf den Boden, da ich jetzt nicht auch noch vor ihm stolpern wollte. Das würde ihm so passen!
Vor ihm ging ich die Treppen hinauf und ärgerte mich zum wohl schon tausendsten Mal, wieso es fünf verdammte Stockwerke waren. Bei der Hälfte legte Elyas seine Hand auf meinen Rücken und schob mich an. Obwohl ich das irgendwie dämlich und ganz sicher auch peinlich fand, ließ ich ihn machen, da es so erstaunlicherweise um einiges einfacher war. Schließlich kamen wir oben an und ich lehnte mich an der Wand neben der Tür an, um kurz zu verschnaufen.
Er holte währenddessen einen Schlüssel aus seiner Tasche und sperrte die Tür auf. Mit einem charmanten Elyas-Lächeln ließ er mir den Vortritt und ich trat vor ihm in die schöne Wohnung. Den Schlüssel schmiss er auf eine Kommode auf der rechten Seite. Kurz darauf verzog er die Augenbrauen und schob eine Vanille-Duftkerze zehn Zentimeter nach links. Ich sah ihn fragend an, doch er machte nur eine wegwerfende Handbewegung. Aha. Ich würde Alex später danach fragen, denn diese Kerze sah ganz so aus, als ob sie ihr gehören würde.
Ich betrat das Wohnzimmer und fragte mich, ob ich zu Alex ins Zimmer gehen sollte. Da ich die Begegnung mit ihr aber lieber vor mir herschob, lehnte ich mich an die Lehne der Couch und sah Elyas an.
»Ich gehe mich schnell umziehen, dann muss ich schon los. Ich hole Alex.« Er verließ das Wohnzimmer und verschwand in den kurzen Gang. Ich seufzte und ließ mich nach hinten auf die Couch fallen. So lag ich da, bis ich Alex aus ihrem Zimmer rennen hörte. Als ich aufschaute, sah ich sie ohne Hose und in einem ausgeleierten Shirt. Letzteres gehörte ganz sicher nicht ihr, denn so etwas würde sie als Modedesign-Studentin gewiss nicht kaufen. Daher vermutete ich, dass Sebastian da war. Vielleicht sollte ich ihr vorschlagen, später noch einmal zu kommen, wenn er gegangen war, damit ich die beiden nicht störte. Doch ehe ich auch nur daran denken konnte, es wahrhaftig in Erwägung, beschloss ich, dass es Schwachsinn war. Alex würde mich nicht mehr gehen lassen.
Es war also soweit.
»Hi, du!« Sie lehnte sich vor und umarmte mich fest. Ich erwiderte die Umarmung, dann kämpfte ich mich von dem Zwerg frei. »Ihr seid zu zweit gekommen!«, quietschte sie und ihre Augen funkelten vor Begeisterung. Ich rollte nur mit den Augen.
»Ja, ja.«, machte ich murmelnd und setzte mich ordentlich hin.
»Nein, nein, Emely, ich will jetzt mehr als ein ›ja, ja‹ hören!«, stellte sie sofort klar. »Du hast es mir versprochen! Bevor ich alt und grau bin, so waren deine Worte.« Dieses Monster merkte sich auch alles. Ich klopfte auf den Platz neben mir und sie sprang wirklich über die Lehne des Sofas, um sich dann neben mich hinzukauern.
»Sag mal, ist Sebastian da?«, fragte ich. Sie nickte.
»Ja, er ist in meinem Zimmer, aber keine Sorge, er geht bald zusammen mit Elyas zum Krankenhaus. Und derweil hast du genug Zeit für mich, nur damit das klar ist!« Na, wenn das so war.
»Aber jetzt weich nicht aus! Ich will alles ganz genau wissen und das meine ich wortwörtlich! Kein Ausweichen mehr und nichts darfst du auslassen! Ich will jedes schmutzige Detail wissen!« Meine Augen verengten sich zu Schlitzen.
»Wie kommst du darauf, dass es schmutzig wird? Alex!« Sie grinste mich frech an, dann rückte sie näher und wartete mit einem gespannten Gesichtsausdruck. Mit aufgeblähten Wangen sah ich mich im Wohnzimmer um, während ich nachdachte, wann und wie ich zu erzählen beginnen sollte. Alles schien miteinander verflochten zu sein und damit sie wirklich die ganze Geschichte verstand, musste ich wohl oder übel vor genau sieben Jahren anfangen. Das würde lange dauern.
»Ich mach mich dann auf den Weg. Macht’s gut, ihr zwei!« Elyas winkte uns zu, dabei schenkte er mir einen langen Blick aus seinen türkisgrünen Augen. Ich lächelte ihm schüchtern zu. Sebastian eilte hinter ihm her und gab Alex einen flüchtigen Kuss auf die Wange.
»Emely, bleibst du zum Mittagessen bei uns?«, fragte Elyas und mit einem kurzen Blick auf Alex nickte ich. Zufrieden grinste er, dann verließ er seine Wohnung. Dabei fiel mein Blick auf die Duftkerze.
»Bevor ich anfange, zu erzählen, habe ich noch eine kleine Frage.«, meinte ich. Alex sah ziemlich aufgeregt aus und ein Schatten legte sich über ihr Gesicht, als ich die Zeit bis zur Offenbarung noch immer hinauszögern wollte.
»Was denn?«, wollte sie dann dennoch wissen.
»Was hat es mit diese Vanille-Duftkerze auf sich? Elyas scheint sie nicht sehr zu mögen.«
»Och, die hab ich kurz nach meinem Einzug gekauft und da hingestellt. Er fühlt sich in seiner Männlichkeit oder so bedroht, jedenfalls verrückt er sie jedes Mal. Nervig ist das.«, erklärte sie mir. Oh, das klang ganz nach Alex. Ich verstand Elyas. Für einen solchen Schnickschnack wie Kerzen war ich nicht zu haben. Natürlich konnten sie schön aussehen, aber den Sinn dahinter verstand ich nicht ganz. Außer sie dufteten nach Elyas, dann würde ich jedes einzelne Exemplar kaufen und überall aufstellen.
»Na gut, genug über mich!«, meinte Alex und klatschte enthusiastisch in die Hände. »Erzähl!« Ich nickte langsam und zog die Beine an. Dann mal los. Wie begann ich nur? Diese Frage musste ich mir nicht lange stellen, denn Alex hielt es keine Sekunde lang aus.
»Seit wann bist du in ihn verliebt? Wieso warst du anfangs so kratzbürstig zu ihm? Sag schon!«
»Seit wann?« Ich grinste und sah auf meine Füße. »Zum ersten Mal war ich mit vierzehn Jahren in ihn verliebt.« Alex riss erstaunt die Augen auf. Das hatte sie wohl nicht gerechnet. Tief Luft holend begann ich von damals zu erzählen.