Der Vegane Krieg

GeschichteAbenteuer, Drama / P16
07.02.2015
11.03.2015
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Ich hasse diesen Krieg. Ich hasse ihn von ganzem Herzen. Doch ich kämpfe in ihm und ich bin einer der grimmigsten Kämpfer auf unserer Seite. Ich kann mich rühmen, dass an meiner Stellung keiner diese Pflanzenfresser vorbeigekommen ist. Diesen Krieg kämpfe ich schon seit drei Jahren. Doch er begann viel früher.
Vor fünf Jahren gründete sich aus einer Abspaltung der Grünen und diverser Tierschutz und Tierrechtsorganisationen die VPD, die Vegane Partei Deutschlands. Auch in anderen Ländern gründeten sich entsprechende Parteien. Noch bevor der Verfassungsschutz aufmerksam wurde, brannten überall Bauernhöfe, Schlachthäuser oder Metzgereien. Auch Anschläge auf Gerbereien und Läden für Lederbekleidung wurden verübt. Sobald der Erste Mensch dabei starb, war dieser Krieg eröffnet. Es fing mit einem Guerillakrieg, vergleichbar dem in der Kubanischen Revolution. Die Kämpfer wurden zwar von den Politiker der VPD verurteilt, jedoch nur in den Medien. Hintenherum wurden sie unterstützt. Aus dem Untergrund heraus wurden Leute erschossen als sie tierische Produkte kauften.
Auf diese Anschläge hin formierte sich eine Bürgerwehr und die Dinge wurden hässlich. Es wurde zu einem Regelrechten Straßenkampf. Man konnte nicht einmal in den nächsten Laden gehen ohne irgendwo Schüsse oder Explosionen zu hören oder aufgehalten zu werden und nach den Ernährungsgewohnheiten befragt zu werden. Die Polizei wurde nicht mehr Herr der Lage. Als dann die Armee ausrückte um die beiden Gruppen zu trennen und unschädlich zu machen, lösten sich die Bürgerwehren auf und die veganen Milizen zogen sich zurück. Sie übernahmen in der Alpenregion das die Regierungen und von dort breitete sich in Zentraleuropa der Krieg aus. In Skandinavien von Lappland aus, im Nahen Osten aus dem Kaukasus aus. In Ostasien aus der Mongolei heraus. Australien wurde gleich übernommen, in Amerika von Mexiko aus nach Süden und Norden und in Afrika von Kongobecken aus. In diesen Regionen konzentrierten sich diese Milizen und rückten geschlossen vor.
Immer mehr Leute fielen und die Armeen wurden gespalten. Es gab viele Überläufer, die moderne Waffensysteme mitbrachten. Wenn es vorher schon hässlich war, wurde es nun vollkommen unerträglich. Jeden Augenblick musste man damit rechnen sich aus versehen auf eine Bombe zu setzen, da vegane Schläfe mitten unter der Fleischfressenden Gesellschaft lebten und Attentate verübten. Ich hielt mich die erste Zeit aus diesem Konflikt heraus, ich wollte mit diesem Krieg nichts zu tun haben. Doch dann geschah etwas, dass meine Meinung änderte.
Ich war gerade beim einkaufen. Mein Sohn, Markus hatte seinen ersten Geburtstag. Er blieb mit meiner Frau Fiona zu Hause und ich war einkaufen, für das Fest. Es sollte in unserem Garten gegrillt werden am Abend. Während ich also Steaks, Würstchen und Bier besorgte, ebenso wie Becher und Pappteller. Auf dem Heimweg hörte ich eine laute Explosion und hatte schon ein flaues Gefühl im Magen. Auch die Rauchsäule die ich sah, trug nicht dazu bei, dieses Gefühl zu mindern. Als ich in unsere Straße einbog und die Ruine unseres Hauses stieg ich in die Eisen. Das konnte nicht sein! Ich stieg aus und ging wie in Trance zur Ruine. Jemand hatte einen gewaltigen Sprengsatz in unserem Keller deponiert. Ich suchte die Trümmer ab und fand die Leichen meiner Frau und meines Sohnes. Ein unmenschlicher Schrei entfuhr meiner Kehle und ich schwor auf lautstarke Art und weise Rache.
Vorübergehend konnte ich bei einem Freund unterkommen. Er trainierte schon vorher mit mir in einer Kampfsportschule. Doch in den zwei Monaten, die ich bei ihm war, trainierten wir jeden Tag. Michael, mein Freund, war der Patenonkel John's, er schwor ebenso wie ich Rache. Jeden Tag trainierten wir acht Stunden lang, bis zur Erschöpfung. Den Rest des Tages besorgten wir uns Waffen oder stellten Nachforschungen an, wer für diesen Anschlag verantwortlich sein könnte. Nach zwei Monaten hatten wir alle Informationen zusammen und hatten den Attentäter ausfindig gemacht. Es war ein Handwerker, der einen Tag vor dem Anschlag meine Heizung gewartet hatte.