Die Geschichte einer Hexe

von Erenya
GeschichteDrama, Freundschaft / P12
Kyuubey
07.02.2015
07.02.2015
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Der Geruch verbrannten Fleisches umspielte ihre Nase, die sie rümpfte, als wollte sie vor diesem Duft zurückweichen. Ihr Atem ging schwerer, als ihr Blick über die Berge lebloser Menschenkörper streifte. Hatte sie wirklich dafür gekämpft? Für dieses Blutbad, welches sie nicht verhindern konnte?
Fest umklammerte sie ihr Schwert. Es war noch nicht vorbei und auch wenn ihr Herz vor Leid schmerzte, sie musste durchhalten. Sie durfte die Hoffnung nicht aufgeben, denn Gott war auf ihrer Seite.
„Kyubey, wo sind die anderen? Wir müssen uns schnell um die Hexe kümmern.“
Jetzt durfte sie noch nicht leiden. Sie musste einen klaren Kopf bewahren und ihre Freunde auch dieses Mal wieder erfolgreich zum Sieg führen. Sie war ihre Anführerin, auf sie verließ man sich, seit sie zu ihrer Waffe gegriffen und Frankreich zu einer besseren Heimat gemacht hatte.
'Sie sind ganz in deiner Nähe.'
Die Worte von Gottes Boten drangen in ihre Ohren. Sie waren also in ihrer Nähe. Entschlossen lief sie los und rief die Namen ihrer Freunde. Viele Schlachten hatten sie gemeinsam geschlagen. Dies sollte die letzte, große Schlacht sein. Danach war Frankreich frei. Frei von den Monstern, die England auf sie gehetzt hatte. Denen die Engländer gefolgt waren.
„Jeanne...“
Sie blieb stehen, als sie die Stimme ihrer Vertrauten hörte. Ihre beste Freundin, die immer tapfer an ihre Seite in die Schlacht gezogen war. Ohne zu zögern, ohne zu klagen.
„Anique!“
Erneut hört sie die Stimme ihrer Verbündeten, die leidvoll nach ihr rief. Angst machte sich breit, denn sie wollte nicht noch mehr Menschen, schon gar nicht welche die ihr so nahe standen, verlieren.
Aniques Rufe wurden von klagenden Stöhnen übertönt. Sie hatte arge Probleme ihre Gefährtin zu hören, doch schließlich, entdeckte sie das vertraute Gesicht. Sofort lief sie näher auf ihre Freundin zu, und half ihr unter den Soldaten hervor.
„Da bist du, geht es dir gut?“
Ein leises Lachen kam von Anique, als sie die Frage vernahm. Es war eindeutig, dass es ihr nicht gut ging. Ganz und gar nicht gut.
„Es geht... man könnte sagen, dass ich schon schlimmeres erlebt habe... allerdings...“
Anique hielt in ihren Worten inne und zog ihren Soul Gem hervor, der einst in einem hoffnungsvollen Grün geleuchtet hatte, doch nun mit jeder Sekunde schwärzer zu werden schien. Die Kriegerin hielt den Atem an, denn sie wusste was es bedeutete. Ihre Freunde konnte nicht mehr kämpfen, egal was passierte. Sie würde die Kraft des Magical Girls, die Kraft, die ihnen Kyubey geschenkt hatte, nicht mehr einsetzen können.
„Verstehe... Ist schon in Ordnung. Ruh dich hier aus. Die Janett und Ich werden die letzte Hexe vernichten. Danach holen wir dich ab.“
Sanft strich sie Anique eine Strähne aus dem Gesicht. Sie lächelte, denn ihre Freundin sollte nicht denken, dass es vorbei war. Das war es nicht. Sie konnte nur kein Magical Girl mehr werden. Anique konnte bald wieder ein normales Leben leben. Wie vor ihrer Ernennung zum Magical Girl. Ein Wunsch, den sie für ihre Freundinnen schon lange hegte.
Vorsichtig lehnte sie Anique gegen den Berg aus Körpern. Sie wollte es ihrer Freundin bequemer machen, bevor sie in die letzte Schlacht zog. Geschickt löste sie den Umhang, der an ihrer Rüstung hing und bedeckte damit den Blutgetränkten Boden. Ihr Lächeln schwand nicht, als sie Anique darauf bettete.
„Ruh dich aus. Ich bin so schnell wie möglich wieder da.“
Sie wickelte Anique in ihren Umhang und strich sanft über ihre Wange. Sie sollte sich keine Sorgen machen. Keine Sorgen. Alles würde gut. Man würde sie wie Helden feiern. Jetzt würde sie erst nicht mehr verlieren, denn sie würde nun auch für Anique kämpfen.
„Jeanne...“
Leise rief Anique ihrer Freundin nach. Es war ein erbärmlicher Versuch sie aufhalten zu wollen. Mehr als erbärmlich, denn Jeanne hörte sie nicht mehr. Ihr Lächeln war das letzte, woran sie sich erinnerte bevor ihr Soul Gem gänzlich schwarz wurde und eine weitere französische Hexe das Schlachtfeld zu einer Hölle machte.
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