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Tanz des Spiels 3

GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P18
Aomine Daiki Kagami Taiga Kise Ryōta Kuroko Tetsuya Momoi Satsuki Murasakibara Atsushi
07.02.2015
10.06.2015
48
54.269
5
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31.05.2015 1.360
 
Aomine Daiki lag auf seinem Bett und warf ein Basketballkissen immer wieder in die Luft und fing es. Das rothaarige Mädchen ging ihm nicht mehr aus dem Kopf. Ihre dreiste Art. Ihr Selbstbewustsein. Einfach alles an ihr. Obwohl sie definitiv nicht mal C hatte, war sie doch auf ihre Art perfekt. Gequält schloss er die Augen. Morgen würden der Rise und der Teufel wieder zurück fliegen. Es war ja nur ein Wochenendausflug. Und Kyoko hatte viel Spaß mit dem Paar. Die Wendung, die zwischen Betzy und Nanase passiert war, war selbst für Aomine zu krass gewesen. Aber was ihn am allermeisten stöhrte, waren die Paare der Gruppe. Ivory und Taiga. Murasakibara und Betzy. Kazunari und Kumiko. Nanase und Seijuro. Tetsuya und Ryota. Es waren die liebevollen Blicke, die lieben Worte und das Verhalten dieser Leute, was ihm wahnsinnig auf den Zeiger ging.
Seufzend setzte er sich auf. Das Kissen warf er in die Ecke. Dabei traf es ein Bild auf der Eckkomode. Es stellte ihn und ein Mädchen dar, wie sie eng umschlungen unter einem Baum standen. Das war eine schöne Erinnerung. Aber sie endete ja leider nicht gut. Wasrum hab ich ihr Foto überhauptnoch? Eigentlich sollte ich es weg- Nein. Nein, das kann ich nicht tun. Ich will sie nicht vergessen! Aomine rieb sich die schmerzende Brust. Er hatte das Mädchen mit den rotbraunen Locken im letzten High School Jahr kennen und lieben gelernt. Sie waren zusammen aus, hatten sich in einander verliebt. Und dann war sie bei einem Autounfall gestorben. Aomine hatte es keinem erzählt. Wollte kein Mitleid. Nicht mal Satsuki hatte was gemerkt.
Aomine stand auf und ging ins Badezimmer. Nach einer ordentlichen Dusche ging er zurück in sein Zimmer und sah auf sein Handy. Wer schreibt denn um diese Uhrzeit? Er seufzte, als er den Absender sah.

Hey, Daiki!
Ich hab n bisschen was über deine Süße raus gefunden. Willst du’s wissen? Dann treffen wir uns morgen nach der Schule auf nen Kaffe, ok?

Du bist nervig wie eine Fliege. Warum sollte ich deine Hilfe brauchen? Ich komme auch ohne deine Hilfe klar! Also lass mich endlich in Ruhe, verdammt!

Werd nicht gleich gemein. Ich wollte dir ja nur helfen, weil ich etwas wirklich Interessantes gesteckt bekommen habe. Aber hey. Ich muss dir nichts sagen. Schönen Abend noch.


Aomine seufzte. Wenn alle Mädchen so waren, wollte er keine Freundin. Und dabei war Iv noch relativ handzahm. Wenn man sie mal so mit dem Rest verglich. Wieder seufzte der Junge und sein Blick wanderte zum Bild zurück. Chihiro. Meine wunderbare, sanfte Chihiro.
Mit sehr viel Willenskraft legte er das Bild auf die Spiegelseite und ging ins Bett. Wie befürchtet, träumte er von ihr.

Er wollte gerade aufs Dach und dort seine Mai-chan-Hefte ansehen, als er etwas hörte. Ein leises Schluchtzen. Weiblich. Jung. Daiki seufzte. Sollte er wieder gehen? Nein. Auch, wenn er nicht so aussah, war er nicht dumm und auch nicht kaltherzig. Deswegen trat er aufs Dach und suchte nach dem Besitzer der Schluchtzer. Was er nicht erwartet hatte, war dieses Mädchen. Sie hatte schulterlange, ahornbraune Locken und dunkelbraune Augen. Sie war sehr schlank, hatte aber ordenlich Vorbau und sanfte Kurven. Daiki sabberte fast.
Sie bemerkte ihn und sah ihn aus ihren verheulten Augen erschrocken an. „Bist du hier, um dich daran zu ergötzen, dass er Schluss gemacht hat?“, schrie sie ihn an. Er hob eine Augenbraue. „Wer und warum?“, fragte er. Erstaunt sah sie ihn an. „Du bist nicht mit Shigeru-kun zusammen?“, fragte sie misstrauisch. Aomine verzog das Gesicht. „Er ist ein Idiot und Ekelpacket. Den Sack würde ich nicht mal geschenkt haben wollen“, entgegnete Daiki ehrlich und ließ sich fallen. Sie sah weg. Ihre Locken verdeckten ihr Gesicht.
„Wie heißt du?“, fragte er. „Chihiro“, kam eine leise Antwort. „Ich bin Daiki“, stellte er sich vor. Mit einem schiefen Lächeln sah sie ihn wieder an. „Ich weiß. Du bist der Power Forward unserer Schule und ein Mitglied der Generation der Wunder.“ Er verdrehte die Augen. „Ja, das stimmt.“
Chihiro musterte ihn. „Auf dem Feld siehst du gefährlicher aus.“ Er grinste. „Und warum nicht jetzt auch?“ „Keine Ahnung. Du siehst wirklich nett aus. Ich freue mich, dass ich diese Seite gesehen habe.“ Damit stand sie auf und ging. Daiki sah ihr nach. Sie wahr ziemlich ehrlich, aber auch sehr nett.

Drei Wochen später waren sie zusammen. Heimlich, damit sie nicht von seinen Fans gelyncht und er nicht von allen verarscht wurde. Noch immer wünschte er sich, er hätte es publik gemacht.


Mit verdammt schlechter Laune betrat Daiki am nächsten Tag die Bahn. Ivory sah ihn kurz an, sagte aber nichts und wandte sich wieder ab. Die ist sauer. Und zwar richtig, dachte Daiki niedergeschlagen. Gestern hatte er sie ziemlich gemein angefahren. Hatte seine schlechte Laune an ihr ausgelassen. Vielleicht sollte er sich entschuldigen. Aber nicht, während der Rest dabei war.
Bei ihrer Haltestelle angekommen, schlurfte Daiki hinter dem Rest her. Er redete nicht mal mit Satsuki. Konnte einfach mit keinem reden. Während der ersten zwei Unterrichtsstunden schlief er auf dem Dach. Danach saß er zwar im Klassenzimmer, war mit den Gedanken aber weit weg. In der Pause wurde er von Ivory komplett ignoriert. Beim Training versaute er alles. Bis Kagami ihm solch eine Kopfnuss gab, dass er nach Vorne um kippte. „Meine Fresse, was ist los mit dir? Du bist doch sonst nicht so grottig“, fuhr der Rothaarige ihn an. Dass sich Aomine nicht wehrte, sondern einfach die Halle verließ, verwirrte nicht nur Kagami.
Aomine machte sich auf den Heimweg, Dabei sah er Iv, die auch gerade zur Bahn lief. Alleine. „Ivory!“ Sie blieb stehen, sah ihn aber nicht an. Neben ihr blieb er stehen und holte tief Luft. „Es tut mir leid“, sagte er. Ausdruckslos sah sie ihn an. „Weißt du, ich kann es nicht haben, wenn Leute, die ich mag, traurig sind. Aber bei dir komme ich einfach nicht durch. Ich weiß, dass ich manchmal ziemlich nerve, wenn ich jedem helfen will. Aber deswegen musst du mich noch lange nicht so anfahren. Wenn du meine Hilfe nicht willst, sag es. Dann halte ich mich vollkommen raus.“
Aomine fluchte wie ein Bierkutscher und nahm Iv dann einfach in die Arme. Überrascht sah sie zu ihm hoch. „Es tut mir wirklich leid, dass ich so gemein war. Es lag nicht an dir und es war nicht richtig, meine schlechte Laune an dir auszulassen.“ Er ließ sie los und rieb sich den Nacken. „Hast du noch ne Weile Zeit?“, fragte er irgendwann. „Klar. Willst du mit zu mir kommen? Nigou und Talli brauchen Auslauf.“ „Sicher.“

Bei Iv angekommen sprangen ihnen die Hunde sofort entgegen. „Kann es sein, dass sie heute noch mehr Energie haben als sonst?“, fragte Aomine mit einem minimalen Lächeln. „Nein, das liegt an dir. Sie freuen sich über Besuch“, verneinte Iv und schnappte sich die Leinen. Tallis gab sie Aomine. „Oi, warum bekomm ich die Schwierige?“, beschwerte er sich gespielt. „Das ist meine Rache“, eklärte Iv mitleidslos.
Gemeinsam verließen sie die Wohnung und machten sich auf den Weg zu Hundepark Sie gingen einen Weg lang, der so gut wie nie benutzt wurde, weswegen sie in Ruhe reden konnten. „Also, was hat dich gestern so angefressen?“, fragte Iv nach einer Weile.
Erst sagte Aomine nichts. Dan begann er. „Es war im letzten Jahr der High School. Ich war heimlich mit einem Mädchen zusammen. Sie hieß Chihiro und war die wohl wunderbarste Person, der ich jemals begegnet war. Ihr war es egal, ob ich ein Wunder war. Es hat sie einfach nicht interessiert. Und dann ist sie gestorben. Bei einem Autounfall. Sie hat ein Metallstück in die Brust bekommen. Noch immer wünsche ich mir, ich hätte unsere Beziehung damals publik gemacht.“ Aomine konnte Iv nicht in die Augen sehen. Wollte nicht das Mitleid in ihren Augen sehen.
„Ich kann dich verstehen. Ich bin auch immer noch sehr traurig, dass Aaina damals gestorben ist. Vor allem, da ich in ihrer Nähe war und sie trotzdem nicht retten konnte. Ich weiß nur zu gut, wie sehr einen die mitleidigen Blicke stöhren, also keine Sorge, ich werde dich nicht mit solchen Blicken bombadieren“, versicherte sie. Überrascht sah er Iv an. Dann lächelte er. „Danke.“
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