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And we Run

GeschichteLiebesgeschichte, Erotik / P18 / MaleSlash
Jared Leto
04.02.2015
23.02.2021
141
321.441
23
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Dieses Kapitel
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23.02.2021 1.749
 
Ich bin nicht glücklich, aber ich wollte euch auch nicht noch ewig warten lassen. Also seid bitte nachsichtig mit mir...

Danke an Schoko, Maja, Lumi, Uni, Nuxe und Penelope für eure Kommis <3

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Kapitel 141


Schon in der Aufwärtsbewegung begann Jareds Schulter- und Halsmuskulatur zu protestieren. Die Länge des Spreizeisens, die Gabriel gewählt hatte, und der daraus resultierende Abstand zwischen seinen Händen war zu groß, um sich entspannt hängen zu lassen. Binnen kürzester Zeit war er schweißgebadet, so viel Kraft kostete es ihn, nicht in Tränen auszubrechen oder zu schreien. Bis er seine Endposition erreicht hatte, war selbst sein Kiefer verkrampft und er zitterte wie Espenlaub.

Hätte sein Herr ihn nicht flüsternd gebeten, es hübsch zu machen für Brian und ihm versprochen, dieses Schauspiel nicht lange zu ziehen, seine Nerven hätten einfach schlapp gemacht.

Dafür genügte eigentlich dieser Raum an sich. Es GAB viele Erinnerungen hier. Zu neunzig Prozent welche, auf die er gern verzichtet hätte. Doch diesmal waren nur sie drei hier und nichts würde außer Kontrolle geraten. Außerdem entschädigten die Blicke seines Mannes und die Aussicht auf selbigen für einiges. Sogar für die aufflackernden Monitore, die ihn unter anderen Umständen todsicher aus der Fassung gebracht hätten.

So aber fand er es tatsächlich anregend, sich darauf zu sehen. Seine Haltung erinnerte an einen Tänzer im Sprung oder an einen nackten Jesus ohne Kreuz. Von Brian, dessen pornoreife Vorstellung jeden zweiten Bildschirm ausfüllte, ganz zu schweigen. Auch wenn es einem Teil von ihm nach wie vor nicht passte, wie freudig der Brite sich einem anderen an den Hals warf und wie gut ihm Gabriel offenbar gefiel.

Dass er das Ganze selbst inszeniert hatte, machte es nicht erträglicher; Ebenso wenig wie der Umstand, dass es ihn erregte. Es war zum Verzweifeln. Ganz besonders, weil es seinem Herrn just in diesem Moment einfiel, aufreizend langsam zu Brian hinüber zu schlendern, um selbst Hand anzulegen. Und es gab nichts, das er dagegen tun konnte. Vollkommen hilflos musste er zusehen, wie Gabriel den Briten liebkoste und wie wollüstig der sich ihm entgegen drückte. Gott. Das hier fühlte sich an, wie einer dieser Unfälle, bei denen man nicht hinsehen will, aber unfähig ist, den Blick abzuwenden.

Gerade hatte sich der Amerikaner auf einer Armlehne niedergelassen und sich eins von Bris Knien auf den Schoss geladen. Sacht legt er seine Hand um die seines Mannes, um ihn zu führen, während der wichste. Der Brite stöhnte guttural und warf mit geschlossenen Augen den Kopf in den Nacken. Schmunzelnd sah Gabriel zu Jared auf.

„Nein, Kittycat“, sagte er laut genug, dass Selbiger ihn hören konnte, ohne den Angesprochenen eines Blickes zu würdigen. Dann griff er ihm in die Haare. „Augen nach vorne. Sieh Fang an dabei. Du wirst nämlich sagen, wann es genug ist.“ Damit brachte er seinen Mund noch etwas näher an das Ohr des Briten. „Du musst ihn ganz genau im Auge behalten. Siehst du, wie er leidet und wie er sich anstrengen muss? Das tut er nur für dich, also genieß es. Lass dich davon erregen, aber übertreib es nicht. Wir wollen ihn ja nicht verletzen, nicht wahr?“ Sein Herr hatte die Stimme verschwörerisch gesenkt, sprach jedoch immer noch laut genug für sein Anschauungsobjekt.



Brian nickte leicht. „Nein, Sir,“ antwortete er artig und so rau, dass Jared schauderte. „Aber woher weiß ich, wann?“ Fragte der Brite dann, und für einen Moment flog sein Blick zwischen Gabriel und ihm hin und her.

Der Amerikaner zuckte die Schultern. „Du kennst ihn gut. Du wirst den Punkt, an dem er es nicht mehr aushält, erkennen. Oder sollen wir näher ran gehen? Würde dir das helfen?“

„Ja, Sir“, stimmte der Brite begeistert zu und war schon in der Vorwärtsbewegung, bevor Gabriel dazu kam, entsprechende Anweisungen zu geben.

Harsch zerrte er seinen Schüler zurück in Position.

Selbiger schnappte erschrocken nach Luft, während ihr Herr seine Hand weiter auf und ab schob, auf und ab.

„Nicht so eilig“, schnurrte er dem Kleineren ins Ohr. „Oder glaubst du, ein solches Zugeständnis gibt‘s umsonst?“

Brian errötete am ganzen Körper. Er gab wirklich ein verdammt heißes Bild ab wie er da saß; mit weit gespreizten Beinen, großen, fragenden Augen, einer Hand unter Gabriels Führung an seinem Schwanz und inzwischen drei Fingern der anderen in seinem hübschen, wohlgerundeten Hintern. Darüber konnte man als Zuschauer die eigene missliche Lage durchaus vergessen. Wie gebannt verfolgte Jared jede Bewegung der beiden, während er schon rätselte, welchen Preis sein Herr wohl einfordern würde.

Einerseits hoffte er darauf, dass er hoch ausfallen möge. Hilflos zusehen zu müssen, wie sein Liebster sich um den Verstand vögeln ließ, reizte ihn ungemein. Andererseits konnte er aber nicht abwarten, Bris Hände auf seinem angespannten Körper zu spüren und in dessen Augen zu schauen, wenn er ihn berührte.

Nur zu genau konnte er sich vorstellen, welchen Eindruck die gestreckten Muskeln und Sehnen unter seiner Haut auf seinen Mann machen würden. Vor allem aus nächster Nähe. Dank langjähriger Erfahrung wusste er: So etwas zu sehen war heiß; es zu spüren ... so, als schütte man Kerosin ins Feuer. Und dafür, ein solches Geschenk zu riechen und zu schmecken, gab es nicht einmal mehr Worte. Jedenfalls keine, die er kannte.

Gänsehaut rieselte über seinen Leib, als Gabriel sich lediglich einen Wangenkuss aufdrücken ließ, ehe er seinem Schüler gestattete, aufzustehen. Der Brite atmete stoßweise, als er von sich abließ und es war unübersehbar, wie schwer es ihm fiel, seine Glieder zu sortieren. Ein wenig unbeholfen machte er einige Schritte auf Jared zu. Dann blieb er stehen und sah mit verklärtem Blick zu ihm auf.

Sicher war der Jüngere gerade sehr, sehr kurz davor gewesen, zu kommen und hatte dementsprechend zu kämpfen. Außerdem sah er entzückend beschämt aus. Gabriel wiederum schien ausgesprochen zufrieden mit der Atmosphäre, die er geschaffen hatte. Lächelnd nahm er eine vielbändige Lederpeitsche und einen Stock von einer der Kleiderstangen.

„Eine Augenweide, nicht wahr?“ Fragte er Brian im Tonfall eines Viehzüchters, der ein besonders gelungenes Exemplar präsentiert, und legte lässig einen Arm um seines Schülers Schulter. „Ich krieg einfach nie genug davon ihn so zu sehen.“

„Ja, Sir“, hauchte der Brite ehrfürchtig und ließ sich, ohne den Blick ein einziges Mal abzuwenden, dichter an Jared heranführen.

Selbigem wurde heiß und kalt zugleich, während er auf seinen Mann hinuntersah. Der streckte scheu die Hand aus und fuhr mit den Fingerspitzen zärtlich seinen Oberschenkel hinab. Genießerisch schloss der Amerikaner die Augen, um sich ganz den verschiedenen Empfindungen hingeben zu können, die die zarte Berührung und Brians Nähe ihm bescherten.

Von unendlicher Erleichterung wegen dessen Sanftheit, über Scham angesichts seiner unübersehbaren Erregung, bis hin zum Sehnen nach mehr Härte war alles dabei. Er wünschte sich geradezu Bri würde jetzt den Stock zur Hand nehmen und zuschlagen, sodass er einen Gegenpol hatte zu seinen vor Anstrengung schmerzenden Muskeln, aber der dachte gar nicht daran. Stattdessen erkundete er unendlich behutsam jeden Zoll seines gestreckten Körpers und pflanzte unzählige hauchzarte Küsse auf seine gespannte Haut.

Jared schauderte unter jedem Einzelnen. Er seufzte leise und ließ sich einfach fallen. Seinetwegen hätte es ewig so weitergehen können, so high war er gerade.

„Lass ihn runter“, sagte Brian schließlich wie aus weiter Ferne.

Sicher gab es inzwischen kaum einen Flecken an ihm, den Selbiger nicht ausgiebig gerochen, geschmeckt und gefühlt hatte.

„Sehr gut“, hörte er Gabriels Stimme antworten, ehe es leise klickte und er behäbig abwärts schwebte. „Warum gerade jetzt?“

„Ich weiß nicht so recht“, gab der Brite zu. „Er hat aufgehört, zu zittern, und er sieht ... benebelt aus. Ich hab einfach das Gefühl, es reicht.“

„Gute Entscheidung“, lobte ihr Herr und stoppte die Winde, sobald Jared Boden unter den Füßen hatte. „Wir machen das schön langsam“, erklärte er seinem Schüler, während das Anschauungsobjekt versuchte, festen Stand zu bekommen. Gar nicht so einfach, nur auf den Ballen. Sein Gewicht nicht mehr mit den Armen halten zu müssen, war allerdings eine immense Erleichterung; und verdammt schmerzhaft. „Kannst du dir vorstellen, warum?“ Setzte Gabriel die Lehrstunde, die wunderbar beruhigend über ihr Objekt hinweg plätscherte, vollkommen ungerührt fort.

„Damit wir länger Spaß daran haben?“ Fragte Brian trocken und ausgesprochen provokativ, während er die Hände aufreizend Jareds Arme entlang und durch seine Achseln gleiten ließ.

Ihr Herr gluckste amüsiert. „Das auch. Ja. Aber vor allem kann er die Muskeln, die er die ganze Zeit so beanspruchen musste, mal ein bisschen entspannen. Außerdem würde der uns hier glatt umkippen, wenn wir ihn einfach losmachen. Und das will ja keiner. Aber erzähl du mir noch mal, du bist kein Sadist.“ Damit zerzauste er dem Briten väterlich das Haar. Dann trat er dicht hinter ihn und legte die Arme um seine Taille. „Du stehst doch drauf deinen Kerl zu quälen. Man muss glatt ein bisschen aufpassen auf dich. Nicht, dass du über die Stränge schlägst, hmm?“

Fasziniert sah Jared zu, wie Brian sich auf die Unterlippe biss und schuldbewusst den Blick senkte.

„Ja, Sir“, nuschelte der Angesprochene, hob die Lider und sah halb entschuldigend und halb spekulativ zu ihm auf.

Wieder lachte der Amerikaner. „Keine Sorge, dein Schatz ist hart im Nehmen. Wer weiß? Wenn du fleißig übst, erklärt ihr vielleicht eines Tages die Unabhängigkeit? Aber bis dahin macht ihr sowas besser nicht alleine. Es gibt nämlich noch ne Menge zu lernen ... Hast du schon mal jemanden geschlagen?“

„Ähm“, machte Brian, während Jared mehr und mehr abdriftete.

Er war viel zu vereinnahmt von den Händen des Briten und dessen wunderschönen, ausdrucksvollen Augen, als dass er sich auf mehr hätte konzentrieren können. Dabei war ihm durchaus klar, dass Zuhören womöglich eine gute Idee wäre, wenn er wissen wollte, was Gabriel als Nächstes plante. Nur wollte er das gar nicht. Zumal er sicher war: Sein Dom würde ihn gezielt ansprechen, falls er wert darauf legte. Also gab er sich einfach seinen Gefühlen und der Erschöpfung hin. Tränen liefen ihm über die Wangen, aber es störte ihn nicht einmal. Das Einzige, das er gerade bedauerte, war den Mann, den er so sehr liebte, nicht umarmen zu können.

Der schien sein Bedürfnis danach jedoch zu spüren. Vielleicht hatte er aber auch nur den Eindruck, ihn trösten zu müssen. Jedenfalls drängte er sich dicht an ihn, legte einen Arm um seine Taille und begann ihm zärtlich die Haare zu kraulen. Seine Unterhaltung mit Gabriel riss trotzdem nicht ab. Schläfrig stützte Jared das Kinn auf Brians Scheitel – eine Schulter wäre ihm lieber gewesen, doch die war leider unerreichbar. Seiner Müdigkeit zum Trotz versuchte er sein Bestes, wach zu bleiben, aber die ruhigen Stimmen waren so einlullend und er fühlte sich so friedlich, dass ihm bald die Augen zufielen, ohne dass er etwas dagegen tun konnte.
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