The real Ghostbusters: Ex umbra in solem

von MariLuna
GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P16 Slash
04.02.2015
07.05.2016
36
160472
5
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Ich gestehe: ich bin ein Fan der Cartoon-Serie „The Real Ghostbusters“ (1986-1991), während ich die Kinofilme nicht so prickelnd fand. Und von der Cartoon-Serie fand ich nur die von J.M.Straczynski wirklich exzellent (also die ersten 75 oder so).
Jetzt endlich hat sich ein Plotbunny, das ich damals (also 1989) schon hatte, gepusht durch die vielen englischen Fanfictions dieses Fandoms, aus den dunklen Tiefen meines Hirns befreit und mir gedroht, mich aufzufressen, wenn ich ihm nicht gebe, was es will.
Also dann, bitteschön! (Ich gebe ihm sogar mehr als diese eine Szene, mag es daran ersticken *g*)


Übrigens: Zurück zu den alten Rechtschreibregeln. Da weiß ich wenigstens Bescheid.  :-))
und … dies hier spielt ca. 1988, da gibt es noch keine Handys (ich weise nur darauf hin, weil dieser Fehler in englischen FFs häufig vorkommt - selbst wenn Egon Handys erfunden hätte, würden die ohne die dazugehörigen Funkmasten etc. nicht funktionieren). Die Ghostbusters benutzten ihr Funkgerät im Auto und Walkie-Talkies. Janine bedient ein schickes Schnurtelefon, und Kreditkarten sind Luxusartikel. Die kennen noch nicht mal elektrische Zahnbürsten – außer Egon, der hat sich eine selbst gebastelt, und die sieht aus wie ein Rührstab aus dem Mixer (grusel).
Floppy-Disk. Videokassetten. Walkman. Kassetten. Vinyl-Platten. Eine Gallone Benzin kostet noch unter 1 Dollar.
Ja, das waren noch Zeiten...

Disclaimer: The real Ghostbusters was produced by Columbia Pictures Television (now Sony Pictures Television), DiC Entertainment and Coca-Cola. (echt jetzt, kein Scherz, das sagt Wiki!!) Created by Dan Aykroyd and Harold Ramis. Story Editor: J. Michael Straczynski.Für alle, die nicht wissen, wie die Jungs aussehen:

http://www.retrorobotreview.com/wp-content/uploads/2014/06/the-real-ghostbusters-the-complete-series-20081201022247692.jpg

Ex umbra in solem
(Aus dem Dunkel ins Licht)

Prolog

Bis auf das Summen des Verbannungscontainers ist es still im Untergeschoß der Geisterjägerzentrale. Das Geräusch ist sehr tief und konstant, und es hat eine beruhigende Wirkung. Erstaunlich, wenn man bedenkt, daß es sich dabei um einen richtigen kleinen Kosmos handelt, von dieser Realität nur getrennt durch zehn Zentimeter dickes Metall.
Normalerweise meidet Dr. Peter Venkman, seines Zeichens Geisterjäger, diesen Raum so oft wie möglich, aber seit den Ereignissen der letzten Tage fühlt er eine gewisse Unruhe in sich, eine Vorahnung, die an ihm nagt.

Er lauscht nach oben, obwohl er weiß, wie zwecklos das ist. Die Mauern sind dicht und die Tür erst recht, er würde erst bemerken, daß er nicht mehr allein ist, wenn die Tür geöffnet wird. Er lauscht trotzdem, nur, um sicher zu gehen.
Es ist erst später Nachmittag, und er kann sich ungefähr ausmalen, wo sie alle gerade stecken: Egon und Ray arbeiten in Egons Labor mal wieder an etwas höchst Wissenschaftlichem, dessen Namen er garantiert nicht aussprechen kann, Janine sitzt hinter ihrem Schreibtisch, vertieft in einem ihrer Liebesromane, und Winston bastelt selbstvergessen an Ecto-1 herum. Er weiß nicht, wo Slimer sich rumtreibt, aber das ist nicht schlimm, denn der kleine Geist meidet die Nähe des Verbannungscontainers wie der Teufel das Weihwasser und würde sich niemals freiwillig hier herunter begeben.

Vorsichtig streckt er die linke Hand aus und legt sie flach gegen die durchsichtige Plexiglasscheibe neben den blinkenden Kontrollen. Nachdem sie vor zwei Jahren die Weihnachtsgeister irrtümlich eingefangen und dann mühsam wieder aus dem Verbannungscontainer holen mußten, hat Egon neben einer Schleuse auch noch diese Sichtscheibe eingebaut.
Es funktioniert in beide Richtungen, und niemand von ihnen war wirklich überrascht, als einige Geister dort drinnen diese Gelegenheit wahrnahmen, einen Blick zu riskieren. Sie sind neugierig, und sie langweilen sich schnell. Zum Glück sind nur die wenigsten von ihnen böse und gefährlich. Die wirklich Gemeinen bleiben selten, sie nutzen den Verbannungscontainer als das, was er ist: ein Eingangstor zu ihrer eigenen Welt.
Diejenigen, die noch hier verweilen, haben ihren Ursprung in dieser Welt und könnten selbst dann nicht weg, wenn sie wollten. Aber sie sind sicher weggeschlossen.

Peter ist daher nicht überrascht, als hinter dem Glas plötzlich eine Bewegung zu sehen ist, und dann starrt ein gelbes Auge mit roten Pupillen zu ihm heraus.

„Oh, hallo Peter.“
Die rauhe, zischende Stimme scheint direkt in seinem Kopf zu entstehen.

„Bogeyman“, grüßt er ruhig. Er hat jemand anderen erhofft, jemanden, der freundlicher ist – vielleicht der Marshmallowgeist oder Kobold Drool - doch er nimmt, was er kriegen kann.
Andererseits, wenn er genauer darüber nachdenkt, ist in seiner derzeitigen Verfassung der Bogeymann das logischere Ergebnis.

Er hört das Kratzen spitzer Krallen auf der anderen Seite des Glases, und plötzlich verschwindet das Auge, und stattdessen drückt sich die fahlblaue Hand des Bogeymans gegen seine eigene. Obwohl durch das dicke Glas geschützt, spürt er ein leichtes, elektrisches Kribbeln an seinen Fingerspitzen.

„Ich kann sie schmecken, deine Angst“, säuselt das Schreckgespenst aus dem Schrank. „Sie ist süß wie immer.“

Um Peters blasse Lippen zuckt ein schwaches Lächeln. Natürlich hat er Angst, wer hätte das nicht, nach all dem? Zu viele mächtige Dämonen und Geister oder selbsternannte Götter haben ihm im letzten Monat allzu vertraulich zugezwinkert. Und erst heute …
um Himmels Willen, heute haben die Mächte von Gut und Böse ein Baseballspiel um seine Seele gespielt! Die Guten haben zwar gewonnen, und das haben sie allein Winston zu verdanken, aber langsam wird die Frage, warum immer er das bevorzugte Ziel solcher Attacken sein muß, immer lauter in seinem Hinterkopf.


„Sagst du es mir?“ Er muß nicht genauer ausführen, was er meint, schließlich spricht er hier mit dem Bogeyman. „Komm schon, du naschst von meiner Angst, da ist es nur fair.“

„Laß mich raus, dann gebe ich dir deine Antwort.“

„Vergiß es.“

Schweigen. Die Hand wird wieder durch das Auge ersetzt. Ein großes, funkelndes Auge, mit absurd langen Wimpern.

„Einen Versuch war es wert“, grinst das Wesen. Es hält kurz inne, scheint darüber nachzudenken. „Du willst also wissen, wieso deine Seele auf der Hitliste ganz oben steht? Wieso fragst du nicht euren kleinen grünen Freund?“

„Weil er nur ein kleiner Geist der dritten Sorte ist. Aber du bist Stärke sieben. Er fühlt nur die Auswirkungen, nicht den Grund.“

Der Bogeyman schweigt. Plötzlich verändert er seine Größe, läßt seinen riesigen Kopf so weit schrumpfen, bis durch das kleine Fenster sein gesamtes Gesicht zu erkennen ist. Nun kann Peter das Grinsen sehen, das er bisher nur aus seiner Stimme heraushören konnte. Und er sieht noch etwas anderes: er sieht die Weisheit eines jahrhundertealten Wesens, das sich von der Furcht einer unendlichen Anzahl von Kindern ernährt hat, und das schon vor langer Zeit zu dem Urteil gekommen ist, daß die Menschen eine erbärmlich bedauernswerte Spezies sind.

„Wieso sollte ich dir etwas sagen, was du schon längst weißt?“ erkundigt es sich beinahe sanft.

Sekundenlang starren sie sich nur abwartend an, und schließlich nickt Peter einmal.

„Ich bin ein Geisterjäger, euer Gegner, meine Seele ist ein wertvoller Triumph für euch...“, beginnt er und hält dann herausfordernd inne.

„... und du stehst am Abgrund. Wieder einmal“, ergänzt der Bogeyman genüßlich. Dann wartet er, bis er den Schimmer der Erkenntnis in den grünbraunen Augen des Mannes vor sich (aber leider außerhalb seiner Reichweite) aufblitzen sieht, bevor er wohlakzentuiert und langsam fortfährt. Jedes einzelne Wort zergeht ihm dabei regelrecht auf der Zunge.

„Es gibt viele wertvolle Seelen, und deine gehört bei Weitem nicht dazu. Jeder deiner Gefährten ist reiner und edler als du, Dank deiner Arroganz, das weißt du selbst am Besten, kleiner Peter. Deine Arroganz ist dein Schutzschild, aber sie hat sich schon längst gegen dich gewandt.“
Er hält kurz inne, um sich an der stärker werdenden Furcht des Geisterjägers zu weiden. Die Furcht eines Erwachsenen ist anders als die eines Kindes, weil sie sich nicht vor ihm persönlich ängstigen, aber das macht sie nicht weniger deliziös. Und in seiner Situation darf man nicht allzu wählerisch sein.
„Aber es gibt etwas anderes, was deine Seele für alle so wertvoll werden lässt. Sie stand damals am Abgrund, und das hat nie aufgehört, egal, was du gedacht oder gehofft haben magst. Und weil die süßen Trauben für uns besonders hoch wachsen, sind jene, die in unserer unmittelbaren Reichweite hängen, unser bevorzugtes Ziel. Verstehst du, was ich dir damit sagen will, Geisterjäger?“

Mit diesen Worten preßt er sein ganzes Gesicht gegen das Glas und leckt dann einmal mit seiner langen Zunge darüber.


Unwillkürlich lässt Peter seine Hand sinken und weicht einen Schritt zurück.

„Armer, kleiner Peter.“ Der Bogeymann blinzelt ihm nocheinmal verschlagen zu und verschwindet schließlich in den Tiefen des Verbannungscontainers.

Dr. Peter Venkman derweil schließt die Augen und kämpft gegen sein plötzliches Schwindelgefühl an.

„Oh, Shit“, stößt er zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor.
Und dann, ganz leise, beinahe unhörbar, aber mit einem deutlichen Zittern:
„Weiß nicht, ob ich das nochmal durchstehe.“

Fast eine ganze Minute starrt er nur dumpf vor sich hin, dann strafft er die Schultern, und Entschlossenheit blitzt in seinen Augen. Er ist Wissenschaftler. Also wird dieses Problem jetzt genau so angegangen: zuerst wird die bisher nur hypothetische Theorie verifiziert und dann eine Lösung gesucht.
Mit neuerwachter Energie läuft er die Treppe hinauf. Er muß sofort einen Anruf tätigen.

***


Vier Monate später steht er direkt vor dem Abgrund, von dem der Bogeyman gesprochen hat und befindet sich kurz vor dem freien Fall.
Und er weiß es.

***
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