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“Seht ihr sie nicht?“

GeschichteHorror, Schmerz/Trost / P18 / Gen
03.02.2015
03.02.2015
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Tja, sowas entsteht, während man mit einem Asthmaanfall im Bett liegt und seine Gedanken über vollkommen banale Dinge schweifen lässt.
Eigentlich schreibe ich so was ja eher nicht, da ich immer ein bisschen zu Sparsam mit den Beschreibungen umgehe.
Ich hoffe sie gefällt euch trotzdem.
Also, lasst euch überraschen....


“Seht ihr sie nicht?“

Lass es aufhören... bitte lass es aufhören....
Es brennt.
Ihre Schreie hallen durch meinen Kopf und brennen sich in mein Gedächtnis.
Sie betäuben meine Ohren und lähmen meinen Körper.
Es fühlt sich so fremd an.
Bin das überhaupt noch ich?
Wo ist das liebe, kleine Mädchen geblieben, welches immer so nett und freundlich war.... musste es wirklich einer jungen Frau mit Suizidgefährdung weichen, welche sich nicht mal mehr selber im Spiegel anschauen kann, da sie sich selbst so hasst?
Der Anblick war grauenvoll...
Ich hab sie gesehen.
Ihre leblosen Körper.
Ihre offenen Münder und ihre, vor Entsetzen, geweiteten Augen, die sturr ins Leere gerichtet sind ... sie starren an einen Punkt, den nur sie sehen können, aber sie werden ihn niemals erreichen.
Den Roten Lebenssaft, der die Wände und den Boden bedeckte...
Ihre Leichen.
Und diese Augen.... die so kalt sind, als würden sie dich am liebsten gleich töten....
Sie werden auch mich hohlen.
Sie werden mich töten, wie alle anderen auch.
Von innen zerreißen werden sie mich...
Sie werden mein Blut trinken und mich ehländig verrecken lassen.
Wer “Sie“ sind?
Ihr müsst sie doch sehen!
Seht ihr sie denn nicht?
Na, die Schatten.... die Dämon, die alle umgebracht haben, die Kreaturen, die ihren Ursprung aus den tiefsten Tiefen der Hölle haben, die gefallenen Engel, die sich nun nicht mehr um das Erhalten der Menschen kümmern, sondern unter der Sklavensherrschaft des Todes höchst persönlich stehen und jeden hohlen, der sich ihnen in den Weg stellt...
Seht ihr sie etwa nicht?
Sie sind hier....
Sie beobachten mich....
Ich bin nirgendwo sicher... überall werden sie mich finden.
Egal wo ich mich verstecke.... sie finden jeden.
Was “Sie“ machen?
Sie suchen dich heim und warten bis du friedlich eingeschlafen bist. Dann schleichen sie sich in deine Träume und machen dir Angst, bis du schweißgebadet aufwachst und verstellen musst, dass es jede Nacht so weiter geht... es macht ihnen Spaß Menschen leiden zu sehen. Sie treiben ihre Opfer bis zum Suizidversuch, aber sie lassen sie nicht springen. Sie halten ihre Opfer so lange fest umklammert, bis es sich weinend und windend das Leben nehmen wollen und sogar den Tod um Gnade anbetteln.... doch der Tod hat keine Gnade. Es lässt dich erst in sein Reich, wenn er die Arbeit seiner Sklaven für angemessen hällt und sich überlegt, ob du schon fertig bist.
Wenn du genug geschrien hast.
Wenn du genug Schmerzen erleidet hast.
Wenn er sich sicher ist, dass deine Seele gebrochen genug für sein Reich ist.
Dann.... vielleicht dann lädt er dich ein ihm zu folgen.
Aber ihr müsst sie doch sehen!
Ihre verschwommenen Unrisse.
Ihren knochigen Körper, der sich wie ein Skelett auf dich zu bewegt.
Ihre Augen, die nur zwei leere Löcher sind und die so kalt sind, wie Eis. Sie ziehen dich in ihren Bann und wollen dich nicht mehr her geben. Sie fesseln dich und machen dich bewegungsunfähig. Sie wollen nicht, dass du weg läufst. Denn ihre Folter ist noch lange nicht beendet.
Auch nicht die Blutspur, die sie überall da hinterlassen, wo sie ihre Arbeit verrichten haben?
Nein?
Aber sie stehen doch direkt vor euch...
Lauft! Rennt weg!
Irgendwo hin, aber WEG!
Lauft so schnell ihr könnt, sonst hohlen sie euch.... aber ihr könnt nicht weg.... sie lassen niemanden entkommen. Sie beenden immer ihre Arbeit und dann auch immer so, dass ihr Herr stolz auf sie ist...

Quietschend geht die Zinmertür auf.
Eine der vielen Schwestern kommt herein und legt eine Hand auf meine Schulter, die unter einer Zwangsjacke lag.
Nicht nur die Zwangsjacke bedeckte meinen Körper, sondern auch Stricke, die meine Beine fest umschlossen haben und eine Augenklappe über meinem rechten Auge, da es ja allen Angst machen würde.
Es mag es sehr.
Es macht mich zu etwas anderen, denn es ist nicht mein eigenes...
Man wollte nicht, dass ich mir mein Leben nehme.
Sie wollen nicht mein Blut sehen... aber ich finde es doch so schön...
Diese kaminrote Farbe.
Der Geruch nach Verwesung und Tod.
Der metallige Geschmack, den ich doch so gerne in meinem Mund spüre.

“Du solltest dich jetzt etwas hinlegen. Es ist schon spät!“

Nein, ich werde nie wieder schlafen.
Nie wieder... denn dann bin ich verwundbar.
Dann schleichen sie sich in mein Unterbewusstsein und lassen mich Todesqualen erleiden.
Sie kommen schon irgendwie in mich hinein, egal was sie dafür tun müssen....
Sie pieksen mich von innen heraus mit Nadeln, um mich wach zu halten.
Ich will nicht schlafen, selbst wenn ich es könnte....
Ich sehe so viel Schreckliches.... ob es die Zukunft ist?
Ich weiß es nicht.
Aber es sieht sehr danach aus...
Sie projektieren grässliche Bilder vor meinem inneren Auge.
Bilder, die mir den Atem rauben.
Tote Menschen.
Gefesselte Opfer.
Kleine, wehrlose Mädchen.
Ein Raum voller Blut.
Den Wunsch zu sterben, der sich in den Augen der Opfer wieder spiegelt.
Ich werde sie nie wieder vergessen.... diese Schmerzen, die ich erleiden musste, den Hass, den ich damals gespürt habe, die Angst, dass sie weiter machen, aber auch gleichzeitig dass sie mich verlassen würden.
Denn sie sind in mir drinnen.
Sie sind ein Teil von mir und ich kann sie nicht einfach gehen lassen!
....

Die Schwester drückt mich auf die Matratze, auf der ich sitze und kettet mich, wie jeden Abend, an.
Sie haben Angst, dass ich in der Nacht anfange mich wieder zu ritzen oder aus meiner Zelle ausbrechen und weiter töten würde.
Doch ihre Maßnahmen bringen nichts.
Nicht ich ritze mich, sondern die Schatten...
Nicht ich will aus meiner Zelle ausbrechen, denn in ihr fühle ich mich geborgen, sondern die Schatten....
Keiner der Schwestern sieht sie.
Deswegen sterben auch immer so viele, wenn sie mir zu nahe kommen.
Ich kann doch da nichts für....
Die Schatten haben mich unter ihrer Kontrolle....
Sie spucken auf einmal Blut und fallen dann tot um. Ihr Blick sturr ins Leere gerichtet... doch es kommen immer wieder Neue.
Warum geben sie nicht einfach auf und lassen mich gehen?
Es wäre doch so viel einfacher!
Sie wollen mir “helfen“, zumindest nennen sie es so, doch sie wollen mich nur kontrollieren können.
Mich überwachen, damit ich nicht noch mehr töte....
Aber es macht doch so viel Spaß... wenn ich aus meinen Opfern das Leben saugen kann.... wenn ihre Seele vor mir auf und ab schwebt und ich sie dann mit mir nehmen kann....
Die Kreaturen habe mich schon lange übernommen.
Mir meinen Willen genommen.
Mich zu einer ihrer Sklaven gemacht.
Mich gebrochen.
Sie kontrollieren mich!
Ich kann nicht mehr klar denken. Sie vernebeln meinen Verstand.
Sie rauben mir jegliche Kraft um mich ihnen zu wieder setzten....

Ich habe auf einmal wieder so einen unmenschlichen Hunger auf Blut.
Ein Verlangen, welches sich nicht so einfach stillen lässt.
Ich will es sehen... die rote, schimmernde Farbe....
Ich will es spüren... dieses dickflüssige Wasser....
Ich will es nach so langer Zeit wieder genießen können.... in alle seiner Pracht....
Man hat es mir so lange verwehrt.... all die Jahre...
Schon öfters konnte ich es zurück halten, doch es nimmt die Oberhand von mir und zwingt mich ihr zu folgen....

Diese Schwester ist perfekt....
Bevor sie aus der Tür geht, lasse ich sie zu fliegen.
Sie versucht sie zu öffnen, doch es ist zwecklos...
Sie starrt mich vollkommen verstört an.... so als wäre ich ein Monster.
Aber ich bin doch eins....
Mir kannst du nicht entkommen.
Nicht einmal, wenn du es versuchst.
Sie weicht an die Wand zurück und schaut in meine Augen.
Sie sind blutrot.
Sie spiegeln meine zerbrochene Seele wieder.
Meinen Wunsch endlich erlöst zu werden.
Meine Traurigkeit und meine ganze Liebe zu mir selbst.
Doch gleichzeitig hasse ich mich....
Es ist ein ewiges Hin und Her, wie Ebbe und Flut oder wie das Ende der Nacht dem Tag weichen muss, um dann nach ein paar Stunden wieder selber verschwinden zu können.
Sehe ich da Angst in ihren?
Dieses Blau.... es funkelt so schön wenn sie Angst habe.
Sehr schön sogar.
Ihre Hand wandert ganz langsam zu dem Alarmknopf, direkt neben der Tür. Doch bevor sie ihn drücken kann, ist ihre Hand schon ab.
Sie fällt auf den Boden und zuckt Wild mit den Fingern.
Ihr Blut sieht so schön aus, aber es ist dreckig.
Beschmutzt durch ihre vielen Unreinheiten....
Ich muss lächeln.
Wie naiv doch manche sind.
Sie schreit.
Es.klingt in meinen Ohren... so schön, wenn ich sie selber so zu richten kann.
Schrei weiter!
Ich höre dir gerne zu.
Lass dich von mir formen.... sei mein kleines Spielzeug....
Sie sinkt auf die Knie und starrt auf ihren Arm, wo vorhin noch eine Hand war. Doch jetzt sieht man nur noch rot.... rot wie Blut....
Dass kommt davon, wenn man mich hintergehen will.
Betrüger und Verräter werden bestraft.
Dass ist die Strafe dafür, dass du so ungläubig und naiv bist....
Doch dann lächelt sie.
Sie lächelt?
Warum lächelst du?
Schrei weiter!
Ich will, dass du Qualen erleidest... ich will, dass du genauso leiden musst wie ich....
Warum hast du aufgehört zu Schreien?
Du tust mir damit weh... weist du dass?
Es brennt dort, wo ich mir vor langen einmal mein Herz ausgerissen habe.
Woher kommt dass?
Eine Träne rennt über meine Wange... es ist immer wieder ein komisches Gefühl, auch wenn ich es schon öfter als tausend Mal erlebt habe....
Schrei doch bitte weiter!
Bitte schrei weiter....

“Shhh... ist doch gut. Es wir alles gut!“

Wie kannst du nur sowas sagen, wenn ich die gerde deine Chance zum Schreiben genommen habe!
Ich habe dir die rechte Hand abgetrennt!
Du... du... du .... warum?
Warum tust du mir das an?
Ist es denn zu viel verlangt, dass ich dich Schreien hören will?
Ich will doch nur Gerechtigkeit....

“Schlaf jetzt.“

Sie verschwindet...
Sie fällt zu Seite und bleibt reglos liegen.
Um sie herum ist eine große, rote Pfütze, die sich immer weiter ausbreitet.
Ihre abgetrennte Hand zuckt noch immer....
Sie ist tot...
Wenigstens den Gefallenen tut sie mir.
Dann wird bestimmt wieder eine Neue kommen und das Selbe Spiel beginnt von vorne.....

Ich habe doch gesagt, dass mir keiner entkommt....
Aber keiner hört auf mich.
Keiner versteht mich.
Keiner hat so viel durchgemacht wie ich.
Keiner spürt das, was ich spüre...
Schmerz, Wut, Hass, Trauer.... dunkle Gefühle, die seit Jahren in mir verborgen sind und nun endlich an die Oberfläche kommen.
So lange musste ich sie zurück halten....
Ich habe Spaß am töten.
Warum?
Weil “Sie“ es so wollen.
Ich bin eine Marionette.
Jemand, der durch die Hand anderer geführt wird und ihren Befehlen unterliegt .
Kleine Fäden heften sich bei jeder meiner Bewegung  an meinen Körper und lenken mich.
Ich muss alles machen, was sie von mir wollen... ansonsten erleide ich die Qualen und nicht meine Opfer...
Und dass will ich nicht....

Wieder sehe ich diese Kreaturen.
Wieder holen sie sich eine weitere Familie und zerren sie mit in ihr Reich.
Der Anblick ist grauenhaft....
Aber warum kann ich nicht auch einfach sterben?
Was für einen nutzen habe ich?
Wozu bin ich hier?
Sie reißen mit ihren klauenartigen, knochigen Fingern Hautfetzen aus den leblosen Körper und beißen genüsslich hinein.
Ihr Mund färbt sich dabei tief rot.... es bildet einen Schönen Kontrast zu dem Schwarz der Knochen....
Sie beugen sich zu ihren Opfern um ihnen auch noch den letzten Rest Blut auszusaugen.
Dann lassen sie die Leichen verschwinden....
Sie lösen sich in Luft auf, bevor auch die Schatten verschwinden und nur noch einen leblosen Raum hinter ihnen lassen, der einen blutigen Schlachtfeld sehr ähnlich sah...
Es riecht nach Verwesung.
Nach Blut.
Nach Tod....
Unter den Opfern war auch ein kleines Mädchen...
Sie muss ungefähr in meinem Alter sein, als es bei mir begann.
Ereilt sie das selbe Schicksal?
Sie hat nicht wie ihre Mutter geschrien und sah auch gar nicht erschreckt aus... eher gelangweilt....
Ob sie schon mit ihrem Leben abgeschlossen hat?
Ob sie weiß, was ihr bevor steht?
Welche Qualen sie erleiden muss?
Es schaute nur zu dem schwarzen Skelett hoch, bevor auch sie die Augen schloss und ins Reich der Träume fiel....

Wieder rennt eine Träne über meine Wange...
Warum muss es auch immer nur so weh tuen?
Warum kann nur ich sie sehen?
Was habe ich falsch gemacht, damit ich sowas verdient habe?
Warum weine ich überhaupt?
Wegen einem kleinen Mädchen....
Nur weil sie mich an mich selbst als kleines Kind erinnert heißt dass noch lange nicht, dass ich in Tränen ausbrechen muss....
Es ist so ungerecht!
Aber kein Wunder.... Gerechtigkeit gibt es auf unserer Welt nicht.....

Oh nein, ich höre sie...
Oh bitte, lass den Schmerz schnell vergehen.....
Sie kommen....
Die Schatten.
Die Kreaturen der Finsternis.
Der Tod persönlich in Form seiner Diener.
Die gefallenen Engel.
Die zerbrochenen Seelen, die ihren Weg nicht in dem Himmel gefunden haben.
Sag mir doch bitte einer wann es endlich aufhört!
Nimmt dieser Albtraum denn nie ein Ende?
....


“Objekt 14 hat wieder gemordet, Sir.“
“Ich weiß. Sperrt sie weiterhin weg und schafft endlich eine neue Schwester hier her!“
“Natürlich, Sir. Hey... bring mal die Neue Schwester her!“

“Und wer sind sie?“
“Die neue Schwester.“
“Nun gut, dann fang ich jetzt an zu erklären. Objekt 14 ist eine brutale Killermaschine. Dieses Mädchen soll angeblich von Dämonen besessen sein und bringt so gut wie jeden um. Sie ist schon sehr lange hier, um genau zu sein seit ihrem achten eLebensjahr,aber wir werden aus ihr einfach nicht schlau. Sie ist mittlerweile 14 Jahre alt. Ihre Aufgabe ist es nun, sich mit ihr anzufreunden und ihr Vertrauen zu gewinnen und uns dann Bericht zu erstatten. Es wird hart und nicht einfach werden.... Verstanden?“
“Ja... ähm... eine Frage noch!“
“Ja?“
“Was ist mit meiner Vorgängerin passiert?“
“Sie ist tot und wenn sie nicht aufpassen ereilt sie das selbe Schicksal!“
“Aber, gibt es denn keine andere Möglichkeit sie zum Reden zu bringen?“
“Wir haben es auf dem friedlichen Weg versucht, aber es hat uns noch weniger gebracht als jetzt. Sieist vom Teufel besessen.... sowas kann man nicht heilen oder wieder aufheben. So leid es nmir auch tut, aber die einzige Möglichkeit sie zum reden zu bringen, ist ihr Schmerzen zuzufügen.... immer und immer wieder....!“
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