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Vampire Poison

Kurzbeschreibung
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Dr. Helen Magnus Nikola Tesla
02.02.2015
21.03.2015
7
9.491
2
Alle Kapitel
8 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
02.02.2015 1.392
 
Hallo, an alle. :)
Ich hatte ja vor einiger Zeit eine neue Teslen-Story angekündigt und hier ist nun endlich das erste Kapitel.
Ich hoffe euch gefällt die Story und ich würd mich natürlich riesig über Feedback freuen.

Hier noch ein kleiner Hinweis: Die Story spielt zeitlich gesehen irgendwo zwischen 'der Abtrünnige' und 'Chimäre'.

So, genug des Vorworts. Viel Vergnügen. ;)
LG Helen
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Irgendjemand da oben genoss es sehr, ihr das Leben schwer zu machen. Sie vermutete ihr Vater.

Dessen wurde sich Helen Magnus – wieder einmal – bewusst, als Nikola Tesla eines Abends im Sanctuary aufkreuzte und sie um Verzeihung bat.

Seit sie herausgefunden hatte, dass Nikola für SCIU in Area 51 arbeitete, war sie nicht allzu gut auf ihren ehemaligen Studienpartner zu sprechen. Sie stand ihm zu, dass er seinen Fehler bezüglich des Raum-Zeit-Knotens korrigiert hatte. Auch, dass er  sein eigenes Leben riskiert hatte, um Henry zu retten. – Das war ja alles schön und gut. Aber Tatsache war, dass Nikola Tesla niemals einfach so vorbei schauen würde und sich für ein Experiment entschuldigen wollte, von dem er noch selbst behauptet hätte, es wäre ein voller Erfolg gewesen.

Wenn sie auch anfänglich den Eindruck gehabt hatte, dass es dieses Mal genauso zu sein schien, so änderte sich ihre Meinung doch schlagartig, als der Vampir von einer Sekunde zu nächsten unter Schmerzen zusammenbrach.

Zuerst hatte sie denken wollen, dass es nur ein weiterer Versuch war, um sich ihr Mitleid zu erheischen. Doch gleichzeitig wusste sie, dass Nikola niemals zu solch niedrigen Mitteln greifen würde. Er würde niemals betteln, noch würde er – Gott bewahre – auf die Knie vor jemandem fallen.

*~*~*~*

„Und, wie sieht's aus?“, fragte Will neugierig.

Helen fuhr sich nachdenklich mit dem Zeigefinger über die Unterlippe.

„Nicht gut.“, antwortete sie schließlich. „So eine Zusammensetzung habe ich noch nie zuvor gesehen.“

„Dann wissen Sie nicht, was das ist?“, fragte er überrascht.

„Nun ja…“, begann Magnus zögernd.

Etwas Derartiges hatte sie persönlich noch nie gesehen, allerdings hatte sie während ihres 113-jährigen Urlaubs von etwas Ähnlichem in den Aufzeichnungen ihres Vaters gelesen.

„Es wäre gut möglich, dass dies von den Praxianer erschaffen wurde – vor Tausenden von Jahren.“, beendete sie ihren Satz.

„Woran sehen Sie das?“, wollte der Protegé wissen.

Helen hob den Kopf: „Sehen Sie wie das Gift ganz speziell die Vampir-DNS in seinem Körper angreift? Vampire sind äußerst resistent gegen jede mögliche Art von Giften und Krankheiten. Wenn also ein derartiger Wirkstoff seine vampirische Natur gezielt angreift...“

„...muss dieses Gift als eine Art von Biowaffe gegen die Vampire entwickelt worden sein.“, beendete Will Magnus Satz. „Und da die Praxianer die einzige Rasse war, die auf so fortschrittlichen Niveau Krieg geführt hat, können nur sie die Erschaffer dieses Giftes sein.“

Helen nickte leicht.

Der Gedanke dass Nikola durch dieses Gift sterben könnte, versetzte ihrem Magen einen gewaltigen Tritt.

„Aber wie wurde Tesla vergiftet?“, riss Will Magnus aus den Gedanken.

Helen überlegte kurz: „Das Gift verbreitet sich sehr schnell in seinem System. Er muss dem in den letzten Tagen ausgesetzt gewesen sein.“

„SCIU war's!“, rief Nikola von seinem Krankenbett zu den beiden.

Diese drehten sich um und sahen den Vampir fragend an.

„Wow, Tesla. Ich bin beeindruckt. Sie arbeiten noch keine 12 Monate für die und schon wollen die Sie umbringen.“, sagte Will sarkastisch und grinste den Vampir frech an.

Nikola verengte leicht die Augen und stieß ein kaum vernehmliches Knurren aus, ignorierte den Jüngeren dann jedoch und wandte sich an Magnus.

„Also? Wen darf ich verprügeln und wo bekomme ich ein Heilmittel her?“, fragte er grinsend.

Ein Zucken ging durch Helens Gesicht und ein Schnauben war von Will zu vernehmen.

„Sie und welche Armee?“, fragte er verächtlich.

„Was hab ich Ihnen bitte getan, Kuschelbär?“, fragte Nikola verwirrt.

„Nur ein Wort: Area 51.“, gab Will schnippisch zurück.

„Genug!“, rief Helen dazwischen und die beiden Streithähne verstummen sofort. „Will, würden Sie bitte alle Informationen über Praxis und die Praxianer zusammentragen, die wir haben?“

Will warf Nikola noch einen giftigen Blick zu, bevor er Magnus zu nickte und aus der Krankenstation verschwand.


Nikola sah Will einen Moment nach, bevor er sich grinsend an Helen wandte.

„Also?“, begann er in erwartungsfreudigen Ton. „Nur du und ich. Verbringen wir noch ein paar letzte Stunden in vertrauter Zweisamkeit, bevor ich schließlich abtrete?“

Dieses Mal konnte Helen ein leichtes Lächeln nicht verhindern und trat auf Nikolas Bett zu.

„Tut mir ja Leid deine Illusion zum Platzen zu bringen, aber ich fürchte, dass dir kaum noch Zeit bleibt.“, erklärte Helen und lies sich auf dem gegenüberstehenden Bett nieder.

Nikola legte den Kopf leicht schief: „Was denn? Das war kein Witz, was du William vorhin gesagt hast?“

Helen schüttelte kaum merklich den Kopf: „Nein, Nikola, das war mein voller Ernst. Bei der Geschwindigkeit, mit der sich das Gift in deinem Körper ausbreitet, bleibt dir nicht mehr viel Zeit.“

Nikola schüttelte ungläubig den Kopf: „Aber ich fühl mich gut!“

Seine Stimme hatte einen leicht weinerlichen Ton angenommen und Helens Herz zog sich schmerzlich zusammen.

„Nicht mehr lange. Ich vermute, in ein paar Stunden wird sich dein Zustand rapide verschlechtern. Du wirst Kopfschmerzen kriegen, Schwindelanfälle, Konzentrationsschwächen... alles könnte passieren.“, erklärte die Ärztin und bemühte sich um eine konstante Stimme. „Dann wirst du die Kontrolle über deine Gliedmaßen verlieren. Schüttelkrämpfe, Fieber... Bis dein Körper schließlich...“


Nikola hatte den Blick gesenkt, während sie gesprochen hatte. Einen Moment lang herrschte Totenstille. Helen sah besorgt auf Nikolas gesenkten Kopf. Warum sagte er denn nichts? Es war doch sonst nicht seine Art, unschöne Dinge so stumm und gefasst hinzunehmen. Wo war die Schimpf- und Hasstirade auf SCIU und die Praxianer?

Behutsam trat Helen  einen Schritt auf den stillen Vampir zu.

„Nikola?“, begann sie vorsichtig und erschrak, als Nikolas Kopf blitzschnell hochschoss und ihre Blicke sich kreuzten.

Was Helen sah erschütterte ihr Weltbild zutiefst. In den sonst so beherrschten, kühlen, emotionslosen, genialen Augen sah Helen nun einen Wirbel aus den unterschiedlichsten Gefühlen. Der, normalerweise berechnende und musternde, Blick ihres besten Freundes war nun getrübt von Hass und Zorn, aber auch Verwirrung, Verzweiflung und Angst. Helen war mit dieser Version von Nikola völlig überfordert.

Noch nie in den vergangenen 120 Jahren hatte sie Nikola wirklich ängstlich erlebt.

Nikolas Augen zuckten unsicher und orientierungslos zwischen ihren hin und her.

Aus einem spontanen Impuls heraus, trat sie auf Nikola zu und zog ihn zu sich. Teils weil sie nicht wusste, was sie anderes tun konnte, teils weil sie sichergehen musste, dass das alles kein böser Traum war. Es war real!


Nikolas Körper versteifte sich automatisch, als Helen seinen Körper zu sich zog. Das war ungewöhnlich. Niemals – wirklich niemals – hatten Nikola und Helen sich anders berührt, als mit Hände schütteln oder einem freundschaftlichen Schulterklopfen. Teils aus seiner Abneigung gegenüber Menschen und teils, weil er einfach nicht der Typ für Körperkontakt war. Sicherlich war es bei Helen immer etwas anderes gewesen. Allerdings hatte er sich, gerade ihr gegenüber, sehr distanziert verhalten um zum einem nicht mit John ständig aneinander zugeraten und zum anderen, um nicht die Selbstbeherrschung zu verlieren.

Langsam – ganz langsam – entspannte er sich und schließlich erwiderte er die Umarmung.

Wie hieß es doch gleich – Drastische Situationen erforderten drastische Maßnahmen!


Eine gefühlte Ewigkeit verblieben sie in dieser Innigkeit, bevor Helen sich schließlich sanft löste. Nikolas Arme glitten hinunter neben seinen Körper und sein Blick senkte sich wieder. Einen Moment herrschte eine peinliche Stille.

„Wir werden einen Weg finden!“, durchschnitt Helens – überraschenderweise – selbstsichere und feste Stimme die Stille. „Hast du gehört, Nikola? Du wirst nicht sterben! Hast du mich verstanden?“


Im ersten Moment reagierte der Mann vor ihr nicht. Doch dann hob er den Kopf und sah sie an. Zurück waren die kühlen, berechnenden Augen. Zurück war das arrogante und leicht anzügliche Grinsen. Kurz gesagt: Nikola Tesla war wieder da – Scheinbar.

„Jawohl, Milady.“, antwortete er grinsend und erhob sich von dem Krankenbett.

Helen trat automatisch einen Schritt zurück.

„Also?“, fragte Tesla schließlich. „Wo fangen wir an?“

Helen hob gekonnt eine Augenbraue: „Wir? Du wirst dich hinlegen. Das letzte was dir jetzt hilft ist Aufregung.“

Nikolas Grinsen verwandelte sich ein liebevolles Lächeln und seine Stimme nahm einen samtweichen Ton an: „Wir wissen doch beide ganz genau, dass Ruhe das letzte ist, dass ich mir jetzt gönnen werde. Und lieber sterbe ich beim Versuch mein Leben zu bewahren, als nutzlos im Bett.“

Ein Lächeln zog sich über ihre Lippe – Ja, das war ihr Nikola!
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