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Im Rhytmus unserer Herzen

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P12 / MaleSlash
Mai Tsuzuki "Misato Uehara" Nana Osaki Nobuo Terashima Ren Honjo Shinichi Okazaki Yasushi Takagi
01.02.2015
06.08.2015
7
7.685
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03.02.2015 1.249
 
Gelangweilt saß ich auf der Bank und wartete auf Mai. Es war nichts Neues, dass sie sich verspätete. Eigentlich hätte ich mir das schon denken können. Ungeduldig wippte ich mit meinem rechten Fuß auf und ab. Das erinnerte mich stark an unser erstes Date. Ich hatte sie auf einen Kaffee eingeladen. Fast eine Stunde hatte ich in diesem Café gesessen und auf sie gewartet. Als sie dann endlich kam, hatte ich schon meinen vierten Milchshake getrunken. Mai liebte es, andere warten zu lassen. Das gab ihr ein Gefühl von Unabhängigkeit, vielleicht sogar Freiheit.
Und wie aufs Stichwort schlenderte ein mir gut vertrauter Blondschopf um die Ecke.
"Ah, Akki da bist du ja schon", rief Mai und nur wenige Sekunden später fiel sie mir um den Hals.
Bei solchen Aktionen merkte ich, wie viel jünger sie doch war.
"Nicht so stürmisch ... Mai", sagte ich, während ich sie leicht von mir weg drückte.
"Tut mir leid. Hihi. Es ist nur so, dass wir uns so lange nicht mehr gesehen haben."
Ihre Stimme klang hoch, ziemlich euphorisch, ja so wie immer.
"Da magst du wohl recht haben. Wieso hast du eigentlich mich eingeladen?"
Diese Frage brannte mir schon die ganze Zeit auf der Zunge.
"Ich habe dich vermisst. Außerdem bin ich die Managerin von Nana Osaki, arbeite bei Blast´s Plattenfirma und hatte deswegen noch Freikarten."
Okay, diese Antwort hatte ich nun nicht erwartet.
"Nicht dein Ernst oder?"
Mai sollte die Mangerin von Nana O sein?
"Mein voller Ernst", sagte sie strahlend.
Dieses Lächeln, genau wie auf den Fotos.
"Wir sollten gehen, sonst kommen wir noch zu spät", sagte ich und bot Mai meinen Arm an.
"Du hast recht." Sie hakte sich bei mir unter.
Gemütlich schlenderten wir die Straße hinunter, denn wir hatten schließlich noch eine knappe Stunde Zeit bis zum Konzertbeginn.
"Und was machst du so?", fragte sie irgendwann neugierig.
"Ich arbeite immer noch im Musikgeschäft und manchmal in einer Bar."
Mir war klar, dass das im Gegensatz zu Mais Job nichts war.
"Das freut mich für dich."
Unsere Unterhaltung wurde rasch unterbrochen, da wir schon am Ort des Konzerts angekommen waren.
"Ist es für dich in Ordnung, wenn wir den Hintereingang benutzen? Hier vorne sind so viele Menschen."
Mai klang ängstlich.
"Kein Problem."
Warum sollte mich das auch stören?
"Gut, dann komm mit", sagte sie und zog mich hinter sich her.
Mit Mai an meiner Seite kam ich durch die Menschenmassen im Inneren des Clubs an. Sogar an den Bodyguards kam ich kinderleicht vorbei. Wir standen in der vordersten Reihe, hinter uns tobte die Menge schon. Als die Band die Bühne betrat, wurde Mai rot und ihre Augen glitzerten. Die ersten Klänge ertönten. Mai schaute gebannt hoch zur Bühne.
"Sind sie nicht toll?", fragte sie wie in Trance.
Ich war noch immer ein großer Fan von Blast. Ihre Songs waren toll. Vor allem Nanas Stimme, einfach grandios.
Das Konzert verging wie im Flug. Sie spielten gerade eine Zugabe. Ehe ich mich versah, gingen die Scheinwerfer aus und der Saal leerte sich. Ich wurde von einer Stimme aus meinen Gedanken gerissen.
"Kommst du noch mit in die Bar?", fragte Mai.
"Ja gerne."
Mai schleifte mich nach draußen und dann in einen Hauseingang in derselben Straße.
"Mai, hier sind wir!" Das war Nana. Wir gingen zu ihnen.
"Sag mal, wer ist denn deine reizende Begleitung?", fragte ein Junge mit blauen Haaren, der wohl weitaus jünger war als ich.
"Das ist Akki", antwortete Mai.
"Akki also, ja? Das sind Nobu, Yasu und Nana kennst du ja wahrscheinlich schon. Oh und ich bin Shin", sagte er grinsend.
"Eigentlich Akina. Freut mich."
Nachdem ich mich mit Nobu und Shin ein wenig vertraut gemacht hatte, fiel mein Blick auf Yasu. Irgendwo hatte ich ihn schon einmal gesehen.Ja,natürlich hatte ich ihn schon mal gesehen,aber nicht auf der Bühne.Da war ich mir sicher.
Doch dann fiel es mir wieder ein. Vor zwei Tagen fuhr ich wie immer mit dem Zug, es war Rush Hour. Es war so voll, dass niemand sich rühren konnte. Plötzlich spürte ich eine fremde Hand an meinem Rock. Schon wieder so einer. Ich wusste nicht, was ich tun sollte. Zu meinem Glück hatte es jemand bemerkt. Ein Mann packte den Typen.
"Hat man ihnen nicht beigebracht, dass es sich nicht gehört, wehrlose Frauen zu belästigen? Sie verschwinden jetzt wohl besser", sagte er.
Der Grabscher verdrückte sich.Im wahrsten Sinne des Wortes.Er drückte sich an vilen anderen Menschen vorbei.Der Zwischenfall schien im ziemlich unangenehm. Nur der andere Mann, mein Ritter in der schillernden Rüstung, war noch da.
"Vielen Dank", murmelte ich.
"Man muss schönen Frauen in Not doch zur Hilfe eilen", sagte er und lächeltedabei.
Seit diesem Ereignis ging er mir nicht mehr aus dem Kopf. Seine sanfte Stimme und diese höfliche Art. Erst jetzt fiel mir auf, dass er mich die ganze Zeit schon anschaute. Ich überlegte, ob ich zu ihm rüber gehen sollte. Doch bevor ich mich entscheiden konnte, kam er schon auf mich zu.
"Und wie hat dir das Konzert gefallen?", fragte er mich ganz direkt.
"Ihr wart große Klasse."
"Besten Dank."
"Ich wollte mich noch einmal für letztens bedanken."
Eine ziemlich komische Aussage, da ich ja nicht wusste, ob er sich überhaupt noch daran erinnerte.
"Ach, das war keine große Sache."
Er erinnerte sich also.
"Machst du so etwas öfter?", fragte ich lächelnd.
Ich überlegte, konnte ich ihn einfach Yasu nennen oder war das unangebracht?
"Um genau zu sein war es das erste Mal. Übrigens, du kannst mich ruhig Yasu nennen. Und wie darf man dich nennen?"
Konnte er etwas Gedanken lesen?
"Also eigentlich Akina,aber... meine Freunde nennen mich Akki."
Was war das für eine Aussage?Meine Freunde nannten mich überhaupt nicht so.Ich bin 24,da ist Akki ja wohl etwas unangebracht.Mai war die einzige,die das tat.Okay,Haru machte das hin und wieder auch,aber nur um mich zu ärgern.
Normalerweise wäre mir das jetzt sehr unangenehm gewesen. Doch das war es nicht. Ich unterhielt mich blendend mit Yasu.
"Akina,hast du die anderen gesehen?"
"Jetzt wo du es sagst. Wo sind sie nur abgeblieben?"
"Wir sollten sie suchen. Sie haben eine Menge getrunken. Nicht das sie noch etwas anstellen."
Fürsorglich war er also auch noch. Im Gegensatz zu den anderen war er recht erwachsen.
"Aber, hast du nicht genauso viel getrunken?", fragte ich neugierig.
"Stimmt. Ich vertrage das aber. Und was ist mit dir?"
Hatte er das etwa nicht mitbekommen?
"Ich habe keinen Alkohol getrunken", sagte ich lächelnd.
Ich packte Yasus Hand und zog ihn mit in den Nebenraum.
Hatte ich es mir doch gedacht.  Nana, Shin und Nobu lungerten an der Bar herum. Sie waren sturzbetrunken und sehr laut. Mai, die neben ihnen stand, versuchte verzweifelt, sie zu beruhigen.
Der Abend endete damit, dass wir aus dem Club flogen. Yasu stützte Nobu, Mai Nana und ich Shin. Wir brachten die drei nach Hause. Dann trennten sich auch unsere Wege.
"Wollen wir vielleicht öfter mal wieder etwas zusammen machen?", fragte Mai mich.
"Sehr gern."
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