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Gruppe 15: Beweissuche

von MDU-Story
GeschichteAbenteuer, Sci-Fi / P12 / Gen
30.01.2015
30.01.2015
10
6.668
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30.01.2015 435
 
Kapitel 2 - Narina


Acht Uhr kam schneller als gedacht. Im einen Moment stand sie noch im Schlafzimmer und verschob ihr Date auf den nächsten Tag, im nächsten stand sie tatsächlich pünktlich neben Pete und wartete auf Freddy. Mila war nervös – alles andere wäre auch töricht gewesen – und zupfte immer wieder an ihrer nachtschwarzen Kleidung herum, bis Pete ein „Lass das!“ zischte und sie brav die Hände in die Hosentaschen schob.
Freddy tauchte mit einer Verspätung auf und murmelte etwas von einem Verkehrschaos, Mila allerdings hörte nicht wirklich hin, sie war viel zu sehr damit beschäftigt, den Gleiter zu bewundern.
„Wie viel Arbeit hast du da reingesteckt?“, wollte sie wissen.
Freddy runzelte die Stirn und kratzte sich am Kopf. „Eine Menge“, antwortete er dann ausweichend und sie hakte nicht weiter nach. Die Rückbank war schmal und bot keinen Platz, die Füße auszustrecken, reichte jedoch für ihre Zwecke aus. Es war kein allzu weiter Weg bis zum Regierungsgebäude.
„Wo glaubst du eigentlich, diese Beweise zu finden?“, flüsterte sie, als sie ausstiegen und Freddy den Gleiter um die nächste Ecke lenkte, um dort im Schatten zu warten.
„In den Büros natürlich!“
Sie schluckte. Dass die Büros der obersten Regierungsbeamten hervorragend geschützt sein würden, war doch wohl klar. Vor allem, wenn sie tatsächlich korrupt sein sollten. „Wie willst du da reinkommen?“
Er grinste sie bloß an, hielt ein seltsames anmutendes Gerät hoch – es sah ein bisschen aus wie die Schweizer Taschenmesser, die sie einmal in einem Museum betrachtet hatte – und schlich zum Nebeneingang. Sie konnte nicht erkennen, was genau er tat, dazu war es schon zu dunkel, doch es dauerte nur wenige Sekunden, bis sie beide durch die Tür schlüpfen konnten und sich in einem nur spärlich beleuchteten Gang wiederfanden.
„Ist eigentlich ein Fluchtweg“, wisperte Pete. „Aber er liegt dicht an den wichtigen Büros, also komm!“
Er schien die Baupläne auswendig gelernt zu haben. Mila wunderte sich, wie er es überhaupt geschafft hatte, sie einsehen zu können, beschloss dann aber, dass sie das lieber nicht wissen wollte. Sie warf einen Blick auf die altmodische Uhr an ihrem Handgelenk. Kurz nach neun und das Gebäude war wie ausgestorben. So hatten die Straßen nicht einmal in den schlimmsten Kriegszeiten ausgesehen. Aber irgendwie sah es der Regierung ähnlich, dass sie pünktlich Feierabend machten, während die einfache Bevölkerung oft bis tief in die Nacht hinein schuften musste.
Sie hatten gerade die erste Tür erreicht – ein unscheinbares Schild wies darauf hin, dass es das Büro des Wirtschaftsministers war – als plötzlich das unverkennbare Geräusch von Fußschritten ertönte. Sie hatte im Krieg oft genug Soldaten vorbeigehen gehört, um den Klang schwerer Kampfstiefel zu erkennen.
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