Von Calais nach Dover - Die Fahrt über den Kanal

von NichtFee
GeschichteFantasy, Freundschaft / P12
27.01.2015
27.01.2015
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Das ist eine Art unabhängiger „Prequel“ zu „No one knows ‘cept Lorelei“.  Julia, Gracie, Louise, der erwähnte Karl, Max und Louise’s Boot gehören natürlich der H20 Serie. Nur die kleine Lorelei ist meine Erfindung. =)
Viel Spaß beim Lesen und ich hoffe, der One Shot gefällt euch!



1987. Auf der Reise um die Welt, ein letzter Versuch sich selbst zu retten, nehmen Louise Chatham und ihre Freundinnen einen kleinen Passagier mit an Bord.


Von Calais nach Dover – Die Fahrt über den Kanal


In der Nähe der französischen Hafenstadt Calais stand eine Frau, vielleicht am Ende ihrer Vierziger, an Bord eines weißen Bootes, das gerade mal groß genug für sie und ihre Mitreisenden war und betrachtete eben jene, die am Steg standen und heftig miteinander diskutierten.

„Beeilt euch! Wir wollen noch bei Tageslicht in Dover einlaufen!“, rief Louise Chatham ihren beiden Freundinnen, Gracie und Julia, zu. Diese unterbrachen ihre Diskussion und gingen die wenigen Schritte zum Boot.

„Keine Bange, wir kommen ja schon.“ Julia half Gracie vorsichtig das kleine Boot zu betreten.  „Max ist hier der Trödler“, fügte sie beinahe nebensächlich hinzu.

Max, für seinen Teil, löste das Tauseil und sprang mit aller Kraft die er aufbringen konnte auf das Deck, sodass das kleine Boot gefährlich schaukelte.

„Ah!“, kreischte Gracie, als Wasser schwer gegen den Bug schlug und klammerte sich automatisch an Julia fest.

„Ohne mich würdet ihr nicht sehr weit kommen“, verkündete er lachend.

„Wir kommen sehr wohl ohne dich aus; wir sind schwimmend schneller als du mit deinem Boot“, erwiderte Julia verstimmt.

„Ich werde mein Boot nicht hier zurück lassen“, fiel Louise rasch ein, bevor Julia tatsächlich das Angebot unterbreiten könnte den relativ kurzen Weg nach Dover zu schwimmen.

Das hier war ihr Boot. Das war ihr Ausflug um ihre Freundschaft sowie ihre Geheimnisse zu retten und ihre längst vergangene Beziehung zu Karl zu reflektieren. Er hatte ihr Vertrauen ineinander zerstört und obwohl sie sich die meiste Zeit vertrugen kriselte es immer wieder. Julia schien auch nach Jahrzehnten nicht mehr in der Lage, irgendjemanden zu trauen. Und Gracie kämpfte mit ihrem Leben als Meerjungfrau. Sie hatte es aufgeben wollen, aber eine Mondfinsternis nahm ihr ihr Kräfte nur für die Zeit eins halben Tages. Nie war sie unglücklicher gewesen, als in der Sekunde, in der sie erfuhr, dass das Wasser ihr immer noch gehorchte.

Es gab so viele ungeklärte Probleme zwischen ihnen, so viel, das endlich ausgesprochen werden musste. Darum waren sie ans andere Ende der Welt gefahren und nicht, um an der Küste Calais auch noch Max von sich zu stoßen.

Louise warf einen kurzen Blick gen Himmel, wolkenlos und klar und strahlend blau. Sie hoffte, es würde so bleiben. Langsam begannen sie vom Steg wegzutreiben. In dem Tempo würden sie bei Einbruch der Nacht nicht einmal den Hafen verlassen haben. Dann blickte auf das Ufer von Calais zurück.

Ein junges Mädchen schlenderte den Küstenweg entlang, bog auf den Steg ein, setzte sich letztendlich am Ende des Holzes nieder und ließ ihre Füße nur knapp über dem kalten Wasser baumeln. Interessiert in dem was vor ihr geschah, wie das Boot lange Muster auf die unruhige Wasseroberfläche zeichnete, beobachtete sie die kleine Reisegruppe, als ihr Boot langsam immer weiter auf das Meer hinaustrieb.

Gedanklich puzzelte Louise eine, wenn auch nicht ganz grammatikalisch einwandfreie, französische Frage nach dem Verbleib ihrer Eltern zusammen.

„Tes parents... äh... oú vous trouvez-vous?“

Das Mädchen sah sie perplex an und Louise konnte beobachten, wie sich ihre kleinen Augenbrauen fragend zusammen zogen. Es sagte ihr auch, dass sie noch viel zu nah an der Küste waren.

„Pardon! Ich kann kein Französisch!“, rief die Kleine auf Englisch zurück und hob entschuldigend die Schultern.

„Wo sind deine Eltern?“ Louise war froh sich nicht weiter in einer fremden Sprache unterhalten zu müssen.

Das Mädchen hob nur wieder die Schultern und blickte auf ihre Schuhe, bevor sie zurückrief: „Zu Hause. Da sollte ich auch sein, aber die Fähre ist zu teuer und ich kann mich nicht noch einmal drauf schleichen. Das Öl stinkt.“ Sie verzog kurz das Gesicht, hielt sich demonstrativ die Nase zu und lächelte Louise verlegen an.

Sie hörte Julia hinter sich kichern. „Niedliches Kind.“

„Wie können sie doch mitnehmen“, schlug Gracie ohne lang zu überlegen vor.

„Haben dir deine Eltern nicht beigebracht, nicht mit Fremden mitzugehen?“, fragte Max Gracie leise, nur um zu sagen, dass die Kleine ablehnen würde. „Annette würden wir auch nicht mit Fremden mitgehen lassen.“

„Unsere Tochter ist ja auch hochschwanger! Ich hoffe, wir kommen rechtzeitig wieder zurück....“, murmelte sie niedergeschlagen, bei dem Gedanken, die Geburt ihrer Enkelin verpassen zu können. Max umarmte sie und ruhte sein Kinn auf ihrer Schulter.

Julia verdrehte belustigt die Augen.

Louise ließ sich nicht von den Sorgen des Paares ablenken, stattdessen rief sie wieder über das Wasser: „Wir wollen nach Dover. Möchtest du mit uns mitkommen?“

„Darf ich?“ Sie stand auf und tat voller Hoffnung einen Schritt nach vorn, welcher sie beinahe in den kalten Ozean transportiert hätte.

„Natürlich kannst du mit uns fahren, sonst hätte ich es nicht angeboten.“ Nacheinander deutete sie auf ihre Begleiter. „Das sind meine Freunde: Julia, Gracie und Max. Ich bin Louise. Wie heißt du?“

Plötzlich grinste sie. „Euer Boot.“

„Mein Boot?“, stellte sie die verwirrte Rückfrage.

„Lorelei.“

Wieder kicherte Julia und seufzte dann. „Süß…“

„Max, würdest du das Boot bitte wieder die wenigen Meter zurückbringen und unsere Passagierin abholen?“ Louise wandte sich von ihm ab und murmelte leise: „Außerdem will ich nicht, dass sie über ihre Füße fällt und ertrinkt.“

Schließlich holte Max die Kleine auf das Boot. Sie dankte ihm und sobald er das Boot sicher aus dem Hafen gelenkt hatte, ließ er es frei treiben. Das Mädchen setzte sich an den Bug und beobachtete das dunkle Wasser vor ihr, wie es von der Bootspitze gespalten wurde. Derzeitig zogen sich die vier Erwachsenen in das kleine Bootshaus zurück, doch zehn Minuten später kam Max wieder raus und kniete sich neben sie.

Er zwinkerte ihr zu. „Ich pass auf, dass du uns nicht über die Reling gehst, oder dazwischen durchrutschst.“

„Werde ich nicht“, versprach sie leise, hielt sich aber an dem untersten Strang der Reling fest.

„Hast du keine Angst, allein zu sein?“

„Ich weiß nicht... Wo sind Louise und... die anderen?“

Er seufzte tief. „Sie streiten sich, seit Jahren. Eigentlich hoffte ich, dass diese Tour sie etwas beruhigen würde und sie eine endgültige Lösung fänden, doch es hilft nicht viel. Ich kann auch nichts dagegen unternehmen und will nicht unbedingt im Auge des Sturms landen.“ Er deutete zurück auf die kleine Kabine. „Nicht bei den dreien.“

„Warum streiten sie?“

„Ein Freund von uns, Karl, hat etwas getan, was die drei tief verletzt hat. Seit dem kehrt einfach kein Frieden mehr ein. Ich habe aufgehört es verstehen zu wollen“, entschuldigte er sich, anstelle ihr zu sagen, was er wusste.

„Das ist blöd“, sagte sie und sah fragend zu ihm auf. „Sollten Freunde nicht einander helfen?“

Max nickte bestätigend. Kinder hatten einfache Welt, manchmal wünschte er sich in eben jene triviale Logik zurückkehren zu können. „Ja, sollten sie, aber so einfach ist das leider selten.“

Kurz darauf kam auch Louise wieder ans Tageslicht. Sie blinzelte verärgert der Sonne entgegen. Die Entscheidung, die sie getroffen hatten, war keine, die sie auch nur ansatzweise begrüßte.

„Hoffentlich lassen sie mein gutes Boot ganz!“ Sie hielt kurz inne. „Welch friedliche Ruhe! Frag nicht - Max. Ich würde die Diskussion lieber an Land als hier, auf dem offenen Meer, fortsetzen.“ Sie lächelte ohne Überzeugung und wandte sich an ihren jungen Gast. „Wie bist du nach Calais gekommen? Wo sind deine Eltern?“

„Ich wollte allein sein, aber ich will nicht, dass sie sich Sorgen um mich machen, also muss ich zurück.“

Louise' Augen verengten sich. „Du bist erst sechs, sieben oder acht und einem jungen Mädchen wie dir kann alles passieren. Hast du denn keine Angst um dich selbst?“

„Doch.“

Nun seufzte sie. „Max, das Boot dreht ab“, sagte sie plötzlich ohne jeden Zusammenhang. Vielleicht sagte sie es auch nur, um mit dem Mädchen allein zu sein, dachte Max. Wahrscheinlich war sogar genau das der Grund.

„Bitte sei vorsichtig, ich will nicht nass werden“, warnte sie ihn.

„Klar, mittlerweile sollte ich ja wissen, wie ich mit deinem Boot umgehen muss. Dennoch zeitweise sehr stur, die alte Dame. Aber immer für eine Überraschung gut.“ Das sagend ging Max außer Sichtweite um das Boot wieder auf den richtigen Kurs zu bringen. Bei der Gelegenheit könnte er auch Gracie bitten acht auf den Kurs zu haben, oder ihn wenigstens nicht unbewusst zu ändern.

„Sie ist nicht alt!“, rief Louise ihm nach. „Und nicht stur. Sie hat Charakter!“

So wie Max es zuvor getan hatte, setzte sich auch Louise neben die Kleine. Irgendwo hatte sie gelesen, dass es Kindern weniger Angst einjagte mit ihnen auf Augenhöhe zu sprechen.

„Wenn du Angst hast,... nein, du sagtest, du liebst deine Familie. Weshalb läufst du dann weg, in das... Ungewisse?“

„Ich bin nicht weggelaufen“, erwiderte das Mädchen leise, jedoch mit sichtlicher Gereiztheit und sah wieder dem Spiel der gegen den Bug schlagenden Wellen zu. „Ich wollte allein sein.“

„Das ist doch da gleiche.“

„Ist es nicht.“

„Und wo ist der Unterschied?“, fragte Louise nach einer Weile.

Sie antwortete nicht darauf, starrte aber wieder auf das Wasser hinab. „Wo kommt ihr her? Ihr kommt nicht aus England, ihr sprecht anders.“

„Aus Australien, die Goldküste. Das ist auf der anderen Seite der Erdkugel.“ Louise wollte ihre vorige Frage schon wiederholen, doch wurde von einem starken Kurswechsel unterbrochen, der das Boot um fast volle neunzig Grad wendete. Sie war sich sicher, dass das nicht von der Steuerung ihres Bootes herrührte. Sicherlich hatte Gracie ihre Finger im Spiel. Bedauernswert, dass sie sich entschieden hatten, es aufzugeben. Die nächste Mondnacht auf Mako Island würde ihr Ende besiegeln. Und diesmal würden sich sicher gehen, dass es keine Mondfinsternis war, die ihre Magie über der Vulkaninsel entfaltete.

Das Mädchen klammerte sich ob der ruckartigen Bewegung sofort an dem weißen Geländer fest. Als das Wasser über den Bug spritzte hob Louise ihre Hände zum Schutz; das Mädchen schloss die Augen und duckte sich, um nicht allzu viel abzubekommen. Louise beabsichtige, überhaupt nicht nass zu werden.

Die unzählbar vielen, kleinen aufgewirbelten Wassertropfen fielen in tausenden von winzigen Eiskristallen auf beide hernieder und spielten ihre eigene Melodie. Einige trafen auf dem Boden auf und schlitterten weiter zurück in den Ozean. Als der glitzernde Eisregen endlich abebbte, sah das Mädchen mit weit aufgerissenen Augen auf die zurückgebliebenen Kristalle herab und Louise warf ihr sorgenvolle Blicke zu.

Neugierig nahm sie einen kleinen Kristall in die Hand, warf ihn aber nach kurzer Inspektion erschrocken von sich.

Dieser Zwischenfall würde ihre beiden Freundinnen mehr aufregen als alles, was Karl je getan hatte.

Unsicher blickte die Kleine auf. „Wurdest du so geboren?“

„Nein, Mädchen, das geht nicht.“ Vor lauter Erleichterung über diese Frage begann sie zu kichern.

„Kannst du mehr mit Wasser machen?“

Unfähig sich wieder zu beruhigen, schüttelte Louise den Kopf. „Nein, jeder hat nur eine Kraft.“

„Jeder?“

„Julia und Gracie“, antwortete sie leise, legte ihre Hände aufeinander und machte Wellen wie von Flossen.

Ihre Augen leuchteten auf. Verstand sie tatsächlich die Andeutung? „Wirklich?“, fragte sie erstaunt. „Kein Märchen?“ , hauchte sie.

Louise beobachtete die Emotionen, die über das Gesicht Loreleis zogen. Sie war zu lesen, wie ein offenes Buch uns Louise glaubte bei ihrem Anblick, noch nie ein glücklicheres Kind gesehen zu haben.

„Wie nennt sich das, was du gerade gemacht hast?“

„Hydro-Kryokinese.“ Wieder kräuselten sich die dünnen Augenbrauen als sie versuchte zu verstehen. „Hydro- welcher Käse?“

„Kryokinese. Das bedeutet, Wasser gefrieren.“

Das Mädchen schwieg wieder und blickte auf den Ozean neben sich. „Wasser gefrieren“, wiederholte sie. „Hydro-Kryo…. Kryo…“

„Kryokinese“, ergänzte Louise leise.

„Kryokinese“, wiederholte sie. „Hydro-Kryokinese. Ha! Hydro-Kryokinese heißt Wasser gefrieren.“ Ihre Lippen formten noch einige Male den fremden Ausdruck.

Verwundert beobachtete Louise sie bei ihren Versuchen und schob mit ihrer Hand die restlichen Eiskristalle weg, bevor sie schmelzen konnten. Oder bevor Julia oder Gracie von ihrem Ausrutscher erfuhren.

„Du hast keine Angst vor mir? Schock? Irgendetwas?“, fragte sie dann. Nun, sie hatte davon gehört, dass junge Kinder mysteriöse Sachverhalte schneller akzeptierten als Erwachsene, dennoch hatte sie sich auf eine stärkere Gegenwehr vorbereitet.

„Anderson's Kleine Meerjungfrau war eins meiner Lieblingsgeschichten“, strahlte die Kleine.

„Nun, Süße, Anderson ist nicht einmal nah an der Realität dran. Wir lösen uns nicht in Schaum auf, und müssen keine Prinzen erstechen.“

Die Neugier schien wieder zu siegen, denn sie stellte kurz darauf die nächste Frage. Immer noch mit großen, leuchtenden Augen und einem breiten Lächeln im Gesicht. „Welche Farbe hat dein Fischschwanz?“

„Gold-Orange.“

„Hat jeder seine eigene Farbe?“

Gott, auf welche Ideen sie kam. „Nein, wir sind alle Orange. Bitte, Kleine, lass es unser Geheimnis bleiben. Erzähle weder Julia noch Gracie noch irgendjemand anders davon.“

„Warum sollte ich?“

„Es ist unser größtes Geheimnis und... sie würden nicht wollen, dass ich es verrate. Die meisten Menschen reagieren nicht so wie du darauf, dass wir anders sind und nicht einmal immer menschlich aussehen. “ Wieder kreuzte Karl ihre Erinnerung und sie fragte sich, ob sie ohne ihn sich auch dazu entschlossen hätten, ihre Fähigkeiten dem Wasser zurückzugeben.

Der größte Teil der Fahrt bestand darin, dass sie Fragen stellte und Louise versuchte darauf zu antworten. Dabei überraschte sie es immer wieder, welche kuriosen Ideen das Kind hatte.

„Wie bist du so geworden?“, fragte sie irgendwann, als schon die matten Kreidefelsen von Dover in Sicht kamen.

Louise lehnte sich an das Geländer und betrachtete Lorelei von der Seite. Diese starrte wieder auf den Ozean vor sich. „Du bist neugierig“, murmelte sie mit einem Lächeln. Die Sonne strahlte auf ihren Rücken und wärmte sie.

„Entschuldigung.“

„Nein! Das ist vollkommen in Ordnung. Wären wir nicht neugierig gewesen, wären wir nie zu Meerjungfrauen geworden. In der Nähe der Küste von Australien gibt es eine kleine Insel. Wir nennen sie einen Mondpool, denn als der Mond schien und wir dort im Wasser waren, begannen unendlich viele Blasen aufzusteigen. Und beim nächsten Kontakt mit Wasser… es war magisch.“

„Gibt es auch woanders solche Inseln?“

„Ehrlich gesagt, weiß ich es nicht. Lange dachte ich, Mako sei die einzige, aber dann kam meine Cousine dahinter und sie ist hier verwandelt worden. Irgendwo in Europa. Und wenn es in Europa und Australien Mondinseln gibt, vielleicht auch anderswo.“

Beide bemerkten nicht, dass sie mittlerweile von zwei Augenpaaren aufmerksam beobachtet wurden. Julia und Gracie standen in der Tür zur Kabine. Schon vor einer Stunde hatten sie ihre Auseinandersetzung aufgegeben und wollten Louise wieder in ihre Gespräche einbinden. Doch dann hatten sie sie am Bug sitzen sehen, die Arme um das Geländer gelegt, den Kopf daran gelehnt, genauso wie ihr junger Passagier. Die kleine rothaarige Gestalt und die größere blonde unterhielten sich seit Ewigkeiten und auch wenn sie kein Wort hörten, waren sie sich sicher, dass sich zwischen den beiden eine Beziehung entwickelte.

Louise die oft distanziert und kontrolliert wirkte und das Mädchen, das sie über den Kanal brachten.

„Ich hätte Lou nie zugetraut, so gut mit Kindern umgehen zu können“, merkte Julia an.

Gracie stimmte ihr mit einem Nicken zu. „ Es tut ihr bestimmt gut, mit wem anders als mit uns zu reden.“