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London 2012

von Anni83
GeschichteLiebesgeschichte / P16 / Gen
26.01.2015
18.03.2021
37
44.224
4
Alle Kapitel
57 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
31.08.2019 964
 
Vielen Dank an KatzenLady61 für das Review.




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Die deutsche Mannschaft stand schon versammelt vor dem Eingang des Hotels. Der Bus stand auch schon bereit, der sie zum Flughafen bringen würde. Von den meisten der Franzosen hatte sich Amelie schon verabschiedet und nun lag sie in den Armen von Yannick. Sie wollte hier nicht weg. Sie wollte sich nicht von ihm verabschieden. Sie wollte einfach nur bei ihm sein.
Sanft strich der junge Franzose ihr durch die Haare und küsste sie vorsichtig in den Nacken.
„Ich will nicht gehen“, flüsterte sie leise.
„Ich weiß. Ich will das ja auch nicht, aber wir haben keine andere Wahl. Du hast deinen besten Freund zu Hause, der dich im Moment sehr dringend braucht. Und wir sehen uns doch schon in zwei Wochen wieder.“ flüsterte er.
„Ich benehme mich voll albern“, murmelte sie und schlang ihre Arme nur noch fester um seinen Körper.
„Nein mon cherie. Du benimmst dich nicht albern. Ich will ja auch nicht, das du gehst aber zwei Wochen sind wirklich nicht lange und wir können jeden Tag telefonieren oder skypen“ schlug er ihr vor und küsste sie noch einmal auf die Stirn und den Kopf.
Die große blonde Deutsche löste sich leicht und sah ihn mit einem liebevollen Lächeln an.
„Ich werde jeden Tag zählen. Aber ich glaube, das wir das schaffen können“ wisperte sie.
„Natürlich schaffen wir das. Und jetzt ab mit dir. Henning sieht schon ziemlich ungeduldig aus“ sagte er noch zu ihr.
Amelie seufzte leise auf und zog ihn noch ein letztes Mal zu sich herunter um ihn zu küssen.
„Du wirst mir fehlen“ hauchte sie dann leise.
„Du mir auch“, erwiderte er und dann schaffte es Amelie endlich sich von ihm zu lösen und in den Bus zu den anderen zu steigen.
Sarah hatte ihr einen Platz am Fenster freigehalten, auf den sie sich setzte und der älteren ein dankbares Lächeln zuwarf.
Sie schaute noch einmal aus dem Fenster und sah das Yannick noch immer vor dem Hotel stand. Sie winkte ihm zu, warf ihm noch einen Handkuss zu und dann setzte sich der Bus auch schon in Bewegung und kurz darauf war er nicht mehr zu sehen.



Es war früher Abend als Amelie, Paul und Britta in Halle ankamen. Von Marseille aus flogen sie ja nicht lange bis nach Leipzig und vom Flughafen bis zu dem Haus ihrer Eltern war es auch nicht sehr weit.
Kaum hatte Paul die Haustür aufgeschlossen, da kam aus der Küche schon Brigitte Biedermann und zog erst ihren Sohn, dann ihre Tochter und zum Schluss auch Britta in eine feste Umarmung.
„Es ist so schön das ihr wieder da seit“ begrüßte sie die drei.
„Mum. Wir waren doch nur zwei Wochen weg“ beschwerte sich Amelie leicht.
„Ja und dir schien es in den zwei Wochen sehr gutzugehen sonst hättest du dich öfters gemeldet“, erwiderte diese und Amelie wurde richtig blass im Gesicht.
Scheiße man, da hatte sie recht. Es war so viel passiert in den letzten zwei Wochen und war so glücklich mit Yannick, das sie sich gar nicht so oft bei ihren Eltern gemeldet hatte.
„Tut mir leid Mum. Aber in den zwei Wochen ist so viel passiert.“ entschuldigte sie sich und senkte ihren Blick auf ihre Schuhe.
„Ich will alles wissen. Aber jetzt kommt doch erst einmal herein.“
Ihre Sachen ließen sie erst einmal im Flur stehen und folgten Brigitte in die Küche. Dort saß Jannick auf der Eckbank und schnippelte gerade Gemüse.
Kaum hatte Amelie die Küche betreten, da ging sie auf ihren besten Freund zu und zog ihn in eine ganz feste Umarmung.
Dieser schien nur darauf gewartet zu haben, denn er krallte sich richtig an ihrem T-Shirt fest und fing dann herzzerreißend an zu schluchzen.
„Hey. Shhht. Ist ja schon gut ich bin ja bei dir“ flüsterte sie leise und wiegte ihn in ihren Armen.
Erst als er sich wieder beruhigt hatte löste sie sich von ihm, sah ihn an und reichte ihm ein Taschentuch.
„Jetzt mal ganz im Ernst. Scheiß auf sie. Die haben einen Sohn wie dich gar nicht verdient“ sagte sie zu ihm, als er sich die letzten Tränen aus dem Gesicht wischte.
„Sie hat recht Jannick. Vergiss sie einfach, wenn sie dich nicht zu schätzen wissen“ setzte sich Britta auf seine andere Seite und legte ihm einen Arm um die Schulter.
„Ja vermutlich habt ihr recht“, murmelte er.
„Und schau mal. Amelie hat ihre Pläne extra über den Haufen geworfen und bleibt hier in Halle bei dir“ kam es von Paul und das ließ ihre Mutter sofort aufhorchen.
„Was? Wo wolltest du denn hin?“ fragte sie sofort nach.
Amelie sah ihren Bruder nur mit einem todbringenden Blick an.
“Das werde ich dir gleich erzählen. Aber ich will erst einmal meine Sachen nach oben bringen“ erwiderte sie und stand von ihrem Platz auf.
Alle vier sahen ihr nur verwirrt hinterher als sie die Küche verließ.
„Oha. Sie will mich wohl auf die Folter spannen“ kam es von Brigitte.
„Jap. Davon kannst du ausgehen, Mum“ grinste Paul.
„Sie hat doch wohl nicht etwa jemanden kennengelernt?“, fragte sie an ihren Sohn gewandt.
Dieser hob abwehrend seine Arme.
„Meine Lippen sind versiegelt. Ich werde gar nichts sagen“ erwiderte er sofort darauf.
Inzwischen brachte Amelie wirklich ihre Sachen nach oben in ihr Zimmer, schloss die Tür hinter sich und ließ sich mit einem zufriedenen Lächeln an der Wand heruntergleiten.
Sie wollte es richtig genießen, dass sie ihre Mutter so auf die Folter spannen konnte.
Bevor sie wieder nach unten zu ihrer Mutter und den anderen ging, holte sie ihr Handy heraus und schrieb eine kurze WhatsApp an Yannick.
Sie vermisste ihn jetzt schon so ungemein und das schrieb sie auch mit in die WhatsApp.
Dann seufzte sie noch einmal auf und ging dann wieder nach unten zu den anderen.
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