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London 2012

von Anni83
GeschichteLiebesgeschichte / P16 / Gen
26.01.2015
18.03.2021
37
44.224
4
Alle Kapitel
57 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
17.06.2019 1.144
 
Hallo. Hat echt lange gedauert aber ich hab mich in den letzten Wochen so unter Druck gesetzt. Ich arbeite gerade an einem Projekt das ich umschreibe um es an einen Verlag zu schicken. Deshalb hat es länger gedauert als sonst.
Vielen Dank an KatzenLady61 für das Review.



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Die nächsten Wochen gingen unglaublich schnell ins Land. Das passte Amelie so gar nicht denn sie wusste, das sie sich dann wieder von Yannick trennen musste und das wollte sie auf gar keinen Fall. Beim Training lief es immer noch richtig gut für sie und sie hatte ein ganz gutes Gefühl für London.
Paul hatte sich, damit abgefunden das seine kleine Schwester einen Freund hatte und er kam auch sehr gut klar mit Yannick.
Am letzten Abend saßen sie alle zusammen im Aufenthaltsraum und sahen sich das Endspiel der EM zwischen Spanien und Italien an.
Die erste Halbzeit war vorbei und es stand schon 2:0 für Spanien als sich Amelies Handy meldete. Ein kurzer Blick auf ihr Handy sagte ihr, das es Jannick war.
„Hey Jannick. Was geht ab?“ meldete sie sich grinsend.
Sie saß auf dem Boden vor Yannick, der ihr sanft durch die Haare strich.
„Amelie? Du musst mir helfen“ schniefte er leise und sofort schrillten alle Alarmglocken in ihrem Kopf.
Abrupt stand sie auf und alle sahen sie verwirrt an.
„Jannick? Was ist denn passiert?“ fragte sie sofort nach.
„Meine Eltern wissen es. Sie wissen es, Amelie. Und sie haben mich gerade mit gepackten Koffern vor die Tür gesetzt“ erklärte er seine Situation.
Ihre Augen wurden immer größer und sie wurde ganz blass im Gesicht.
„Scheiße Jannick. Okay ganz ruhig jetzt. Geh zu uns nach Hause und erkläre meinen Eltern die Situation. Sie werden dich bestimmt nicht wegschicken und wir haben noch ein freies Zimmer. Ich komme morgen auch aus dem Trainingslager zurück und dann reden wir darüber, okay?“ versuchte sie einen klaren Kopf zu bewahren.
„Nein ist schon gut. Ich komme schon irgendwie unter. Ich will euch keine Umstände machen“ murmelte er leise.
„Hör auf mit dem Blödsinn. Du machst uns keine Umstände. Und meine Eltern lieben dich doch eh schon fast wie einen Sohn.“ tadelte sie ihn.
„Okay ist ja schon gut. Ich versuche einfach mein Glück“ murmelte er und bevor Amelie noch etwas sagen konnte, hatte er auch schon aufgelegt.
„Verdammte Scheiße“ schimpfte sie laut und fuhr sich mit der Hand durch die Haare.
Ihr Bruder und Britta waren sofort bei ihr und Paul legte ihr einen Arm um die Schulter.
„Hey Kleines, was ist denn los?“, fragte er sanft.
„Das war Jannick. Seine Eltern haben herausbekommen das er schwul ist und jetzt haben sie ihn einfach so vor die Tür gesetzt“ murmelte sie leise.
„Wie Bitte? Jannick ist schwul?“ hakte Paul überrascht nach.
Leise seufzte Amelie und sah ihren Bruder unsicher an.
„Ja. Er hat sich mir nach unserer letzten Abiturprüfung anvertraut. Ich … ich habe ihm gesagt das er zu uns nach Hause soll. Mum und Dad werden ihn schon nicht draußen stehen lassen“ erwiderte sie darauf.
„Nein Kleines. Das glaube ich auch nicht. Meine Güte wie können Eltern so etwas nur machen?“ brachte er heraus.
„Tja … einige Eltern kommen einfach nicht damit klar, dass sie homosexuelle Kinder haben.“ kam es von Markus, der genauso geschockt aussah.
Auch die anderen Deutschen sahen mehr als nur geschockt von dieser Geschichte. Die Franzosen sahen sie allerdings alle nur fragend an.
„Wir werden uns schon um ihn kümmern. Morgen sind wir ja wieder zu Hause“ wisperte Paul und gab seiner Schwester einen Kuss auf die Stirn.
Amelie lächelte nur, nickte leicht und ging dann wieder zurück zu Yannick.



„Was ist denn los?“, wollte er wissen und strich ihr dabei sanft durch die Haare.
„Das war mein bester Freund. Er steckt ziemlich in der Klemme im Moment“ antwortete sie.
„Was ist denn mit ihm?“, fragte er weiter nach.
Einige Sekunden dachte sie nach und schaute nur auf den Fernseher, wo die zweite Halbzeit gerade angefangen hatte.
„Seine Eltern haben herausbekommen das er schwul ist. Sie sind sehr religiös und können so etwas einfach nicht akzeptieren. Als Dank haben sie ihn einfach mit Sack und Pack vor die Tür gesetzt. Ich habe ihm gesagt das er zu uns gehen soll. Meine Eltern werden ihm nicht die Tür vor der Nase zuschlagen“ erklärte sie ihm dann.
Auch Yannick schüttelte unverständlich mit dem Kopf.
„Also Eltern gibt es. So etwas ist eine echte Schande“ flüsterte er leise.
Amelie drehte sich zu ihm um und lächelte ihn liebevoll an.
„Da hast du vollkommen recht, Süßer“, wisperte sie.
„Ihr seit ja morgen wieder zu Hause. Da kannst du dich ein bisschen um ihn kümmern“ strich er ihr eine Strähne aus dem Gesicht.
„Ja das werde ich auch. Eigentlich hatte ich vorgehabt ein paar Tage nach Nizza zu kommen zu dir. Doch daraus wird wohl jetzt nichts mehr“ sah sie ihn entschuldigend an.
Yannick lächelte und schüttelte den Kopf.
„Das ist wirklich sehr lieb von dir mon cherie. Doch er ist jetzt wichtiger und er ist dein bester Freund. Er braucht dich in einer so schweren Zeit“ sagte er zu ihr.
„Danke dass du das verstehen kannst“ bedankte sie sich und strich mit ihrem Daumen sanft über seinen Handrücken.
Am Ende gewannen die Spanier das Endspiel mit 4:0 was eigentlich alle auch abgesehen haben.
„Ich fasse es einfach nicht das morgen schon wieder dieses Trainingslager vorbei ist“, flüsterte sie in einer ruhigen Ecke an der Schulter von Yannick.
„Ja ich weiß. Aber ich werde dieses Trainingslager nie wieder vergessen.“ wisperte er und küsste sie noch einmal sanft.
„Wir können ja jeden Tag skypen und in London sehen wir uns ja dann wieder“ machte er ihr noch Mut.
„Ja. Und ich werde jeden Tag zählen“ hauchte sie leise und ein letztes Mal für diesen Abend küsste sie ihn sanft.



Ihr Koffer war schon gepackt und Britta war noch gerade im Badezimmer und machte sich fertig. Eigentlich wollte sie gar nicht weg. Sie wollte viel lieber bei Yannick bleiben, aber das ging nicht. Er hatte recht. Jannick brauchte sie jetzt als seine beste Freundin und sie sollte für ihn da sein. Ihre Eltern hatten sich gestern Abend noch gemeldet und ihr Bescheid gegeben das Jannick bei ihnen war und es ihm einigermaßen gut ging. Da war sie gleich ein bisschen beruhigter und konnte auch ein bisschen besser schlafen.
„Hey, träumst du?“ wurde sie aus ihren Gedanken gerissen.
Als sich Amelie zur Seite drehte, sah sie Britta die gerade wieder ins Zimmer gekommen war.
„Hmmm …“, meinte sie nur traurig.
„Hey, komm. Du siehst ihn doch in London wieder. Das sind nur noch zwei Wochen. Du wirst das schon schaffen“ setzte Britta sich neben sie.
„Ja ich weiß. Ich benehme mich kindisch, oder?“ murmelte Amelie.
„Nein. Du bist nur verliebt. Da benimmt man sich manchmal einfach so“ lächelte die andere.
Kurz darauf verließen sie das Zimmer, um zum Frühstück zu gehen.
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