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London 2012

von Anni83
GeschichteLiebesgeschichte / P16 / Gen
26.01.2015
15.01.2021
36
43.139
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26.01.2015 1.331
 
Hallo Leute.

Diese Fanfiktion dümpelt nun schon etwas länger auf meinem PC rum. Und da gerade zwei Storys von mir zu Ende gegangen sind, bin ich der Meinung es ist Zeit das sie unter die Menschheit kommt. :D
Dies ist meine aller erste Schwimm Fanfiktion.
Ich wünsch euch viel Spaß.


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Es war der 28.05.2012 und in der Aula des Johann-Gottfried-Herder-Gymnasiums, in Halle an der Saale, herrschte fast eine Totenstille. Man hörte nur das Kratzen der vielen Füllhalter und das Ticken der Uhr, über der Bühne. Auf der Bühne befand sich ein einzelner Tisch, an dem ein älterer Mann saß. Gerade fand die letzte Prüfung der Abiturklassen statt.
Der Mann auf der Bühne warf einen kurzen Blick auf seine Uhr.
„Ihr habt noch 5 Minuten Zeit“, rief er dann in den Raum hinein.
Ganz vorne in der ersten Reihe saß die 19-jährige Amelie Biedermann und fing langsam an sich zu langweilen. Die Blonde war schon seit 10 Minuten fertig und versuchte nun ihre langen, langsam schmerzenden Beine auszustrecken. Schon immer war sie sehr groß für ihr Alter, und seit sie die 1,85 erreicht hatte, wurde es auch immer schwieriger sich in die kleinen Bänke der Schule zu zwängen.
Sie war so unfassbar froh, dass sie diese letzte Prüfung endlich hinter sich hatte, nur die mündlichen hatte sie noch vor sich. Danach gab es für sie nur noch nächste Woche ein zweiwöchiges Trainingslager in Frankreich und dann ging es für sie ab nach London. Denn Amelie war Schwimmerin und hatte endlich den Sprung ins Olympiateam geschafft. Und es war kein Zufall, dass ihr Nachname Biedermann war, denn ihr Bruder war Paul Biedermann. Das war nicht immer sehr leicht für sie, denn der Druck, der auf ihr lastete, war riesig.
Diesen Druck machte sie sich auch manchmal selbst, denn sie wollte den Erwartungen gerecht werden.
Das letzte Schuljahr hatte Amelie komplett in den Staaten bei einem Highschooljahr in Baltimore verbracht. Schon als sie das erste Mal erfuhr, das es in ihrem Highschooljahr nach Baltimore gehen würde, hatte sie schon eine Ahnung bei wem sie dort landen würde. Und tatsächlich landete sie bei Familie Phelps. Ihr war sofort klar, dass Paul das arrangiert hatte, um sicherzugehen, dass seine kleine Schwester auch gut aufgehoben war.
Klar hatte sie sehr viel von ihrem Trainer und Paul gelernt, was das Schwimmen betraf, aber den letzten Feinschliff, der sie in Richtung London brachte, den bekam sie von Bob Bowman und Michael. In diesem Jahr hatte sie sich auch richtiggehend in die Stadt verliebt. Sie hatte sich sogar an der Uni in Baltimore beworben und jetzt musste sie nur noch abwarten, bis sie eine Antwort von der Uni bekam.
„So Leute. Eure Zeit ist abgelaufen. Bitte legt die Stifte zur Seite und gebt die Blätter hier vorne bei mir ab“ riss die Stimme von Herrn Winkelmann, ihrem Englischlehrer, aus den Gedanken.
Schnell packte sie ihre Sachen zusammen und stand dann auf. Erleichtert seufzte sie auf, als sie ihre Beine endlich wieder frei bewegen konnte. Dann nahm sie die Zettel, die vor ihr auf dem Tisch lagen, in die Hand und brachte sie nach vorne zum Tisch.
„Das nächste Mal, kannst du auch schon früher abgeben, Amelie. Gerade bei deiner Größe ist es doch total unbequem an den Tischen zu sitzen.“ lächelte Herr Winkelmann sie an.
Amelie zuckte mit einem schiefen Lächeln auf den Lippen die Schultern.
„Ich wollte nicht so angeben damit, dass ich schon so früh fertig war.“ gab sie dann zu.
Daraufhin konnte der Englischlehrer nur leicht schnaufen und den Kopf schütteln.
Dann drehte sich Amelie um und verließ endlich die Aula der Schule.



Vor der Schule wurde sie schon von ihrem besten Freund Jannick erwartet.
„Na Große, wie ist es gelaufen?“, fragte er sie grinsend.
„Eigentlich ganz gut. Ich bin ganz zuversichtlich“ entgegnete sie ebenfalls grinsend.
Jannick lachte herzhaft.
„Ey du untertreibst doch schon wieder total. Ich hab dich beobachtet, du warst schon 10 Minuten vor dem Ende fertig und hast nur noch Löcher in die Luft gestarrt.“
„Gar nicht wahr. Ich war in Gedanken versunken und habe schon an Marseille nächste Woche gedacht. Und auch an London. Und an das letzte Schuljahr in den Staaten.“ verteidigte sie sich.
„Ja ist ja schon gut.“ hob Jannick abwehrend seine Hände.
„Na los komm du langes Elend. Wir besorgen uns bei Mc Donalds was zu essen und setzten uns dann an die Saale. Was hältst du davon?“ fragte er dann die etwas Jüngere.
Die Bemerkung war sie schon von ihm gewohnt und sie wusste, das er es nicht so ernst meinte. Aber sie war ja mit ­ihren 1,95 Meter auch ein langes Elend.
Amelies Blick ging in den Himmel. Dieser war strahlend blau und es war richtig schön warm.
„Okay das hört sich gut an“ entgegnete sie, machte noch ihr Skateboard von ihrem Rucksack los und folgte Jannick dann zu den Fahrradständern.



Mit einem Lächeln auf den Lippen fuhr sie auf ihrem Skateboard neben Jannicks BMX Fahrrad her durch die Innenstadt von Halle. Gerade musste sie daran zurückdenken, wie vor ein paar Jahren bei dem Jahrhunderthochwasser die ganzen Straßen hier unter Wasser standen. Viele Menschen in der Stadt hatten damals ihr zu Hause verloren und standen praktisch vor dem nichts. Ihre Familie hatte damals sehr viel Glück gehabt, das sie mehr oder weniger verschont geblieben waren.
Jannicks Familie hatte da weniger Glück gehabt, aber Familie Biedermann stand ihnen in dieser schweren Zeit bei und half ihnen beim Wiederaufbau ihres Hauses.



Eine halbe Stunde später saßen sie am Ufer der Saale, ließen sich von der Sonne wärmen und verputzten ihr Essen.
„Wie sieht es eigentlich mit der Liebe bei dir aus, im Moment? Gibt es da jemanden?“ fragte Jannick sie nach einer Weile.
Amelie seufzte leise auf und zupfte etwas Gras aus den Boden. Dann schüttelte sie leicht mit dem Kopf.
„Wirklich nicht? Auch bei den Schwimmern nicht?“ harkte er nach.
Nun rollte die Blonde mit ihren Augen.
„Bist du des Wahnsinns? Weißt du was Paul dann machen würde?“
Jannick lachte wieder herzhaft auf.
„Ich kann es mir sehr gut vorstellen“ grinste er.
„Und wie sieht es bei dir so aus? Gibt es da eine in deinem Leben?“ stellte sie die Gegenfrage.
Der zwei Monate Ältere biss sich unsicher auf seiner Unterlippe herum und senkte seinen Blick auf seine Schuhe.
„Ich ... ich wollte mit dir schon lange über etwas reden. Aber ich trau mich nicht so wirklich, weil ich Angst vor deiner Reaktion habe“ murmelte er leise.
Amelie setzte sich nun auf und sah ihren besten Freund verwundert an.
Sie rückte näher an ihn heran und legte ihm einen Arm um die Schulter.
„Hey, du bist schon seit dem Kindergarten mein bester Freund. Der Beste, den ich mir vorstellen kann. Und es wird nichts, wirklich nichts geben, womit du mich in die Flucht schlagen könntest. Du kannst mir alles anvertrauen“ machte sie ihm klar.
Jannick atmete zitterig aus und sah Amelie dann unsicher an.
„Ich ... ich bin schwul, Amelie“ brach es dann aus ihm heraus.
Im ersten Moment war diese total überrascht, weil sie das gar nicht von Jannick gedacht hatte. Doch dann zog sie ihn noch näher an sich heran und strich sanft über seinen Rücken.
„Das ist absolut okay für mich. Du bist doch immer noch mein bester Freund und wirst es auch immer bleiben. Ich habe damit absolut keine Probleme“ flüsterte sie.
„Seit wann weißt du es denn?“, fragte sie nach einer Weile, in der sie Jannick nur festhielt.
„Seit drei Jahren“, murmelte er.
Amelie sah ihn nur geschockt an.
„Und das sagst du mir erst jetzt? Hast du wirklich geglaubt, dass ich mich von dir distanziere, nur weil du auf Männer stehst?“
Jannick schniefte kurz, wischte sich die Tränen aus dem Gesicht und sah sie entschuldigend an.
„Ja das war ziemlich blöd von mir, hmmm? Tut mir leid Amelie“, entschuldigte er sich.
Amelie lächelte ihn sanft an und zog ihn noch einmal in eine feste Umarmung.
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ich hoffe euch hat der Anfang gefallen.
Freue mich über Reviews.
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