Let's Love

von yezz
SongficRomanze / P6
Rabi
25.01.2015
25.01.2015
4
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Vorwort:

Beim Lesen eines anderen FF ("Lifesaver"), kam ich auf diese Idee.
Bitte seid nachsichtig mit mir, dass war das erste Mal, dass ich in dieser Sichtweise geschrieben habe und es war mit unter doch sehr anstrengend... ;)
Eigentlich sollte es ein OS werden. Nach 4 Stunden Tipperei ist es jetzt doch etwas länger geworden, aber ich hoffe, es gefällt euch :)
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Die Nervosität ließ deinen Magen rebellieren. Warum hattest du dich auch nur dazu breitschlagen lassen? Das war doch Wahnsinn! „Du musst dich unbedingt anmelden!“, hatten deine Freundinnen gesagt. Auch dein Musiklehrer war von der Idee total begeistert. Deine Eltern hatten dich unterstützt und deine Mutter hat stolz „Ach, mein Goldkehlchen!“ geseufzt. Ja, du konntest singen. Auf deiner Schule gab es kaum jemand, der da mithalten konnte. Aber du warst noch nie auf einer größeren Bühne. Vor allem hast du auch noch nie vor Menschen gesungen, die Ahnung hatten. 'Sorry, Herr Pladt.', dachtest du bei dir. Aber dein Musiklehrer war jetzt nicht unbedingt das hellste Licht auf der Torte, was das Fach anbelangte. Wie er seine Prüfung zum Fachlehrer ablegte, war dir völlig schleierhaft. Aber er war ein guter Mensch und ein engagierter Lehrer.
Erschrocken zuckst du zusammen, als dir jemand deine Gitarre reichte. Du hattest sie am Eingang abgeben müssen, damit sie korrekt verkabelt wurde. Auch der Soundcheck wurde so bereits erledigt. Noch 2 Frauen waren vor dir dran. Dein Herz schlägt bist zum Hals. Prüfend schaust du noch einmal an dir runter. War dein Outfit vielleicht nicht zu dunkel? Du hattest deine schwarzen Chucks, eine bordeauxrote, eng anliegende Jeans und ein schwarzes Shirt mit langen Armen an. Dank der vollständig schwarzen E-Gitarre war es eigentlich eine gute Kombination. 'Jetzt bringt es eh nichts mehr, sich darüber Gedanken zu machen.', beendest du deine Gedanken.
Sie suchten eine Sängerin und einen Sänger, die auch Gitarre beherrschten. Für eine Pop-Band mit rockiger Ausrichtung. Du warst ein nervliches Wrack. Ein Name wurde aufgerufen. Jetzt war nur noch eine vor dir. Ihr standet seitlich hinter einem Vorhang der Bühne. Einen guten Blick auf die Darbietungen hattest du hier allemal. Man brauchte auch gar nicht alleine spielen. Sie suchten entweder einen Rhythmus- oder Leadgitarristen. Das sollte von den Fähigkeiten des „Sängerpaars“ abhängig gemacht werden. Je ein Schlagzeuger, Gitarrist, Keyboarder und Bassist standen schon auf der Bühne. Da diese allerdings schon etwas älter waren, konntest du ausschließen, dass das der Rest der Band sein sollte. Diese Kerle hatten nur die einzelnen Songs genannt bekommen und sollten die Sänger begleiten. Du rollst die Augen. Zum gefühlt tausendsten Mal hörst du das Intro einen Ed-Sheeran-Songs. Gut, der Typ kann singen und auch Lieder schreiben. Aber es gab so viel Gutes. Warum immer wieder Ed Sheeran? Als die Sängerin dann auch noch glatt den Einstieg verkackte, musst du mit den Augen rollen. Timing war wohl nicht ihre Stärke. Deine Augen verengen sich automatisch. Intonieren ganz eindeutig auch nicht. 'Da rollen sich ja schon die Zehnägel auf!' Während dir ein Schauder über den Rücken läuft, ziehst du deine Schultern nach hinten. Das ging ja mal überhaupt nicht. 'Jihaaaa, Schweinebacke!', grölt deine innere Stimme. 'Du wirst schon mal nicht Letzte!', damit schleicht sich ein süffisantes Grinsen auf deine Lippen.
Das bedauernswerte Mädchen wurde schon kurz nach dem ersten Refrain von der Bühne geschickt. Geknickt trat sie den Rückweg an und ging an den Wartenden vorbei. Das tut dir jetzt schon irgendwie leid. Die junge Frau vor dir wurde auf die Bühne gerufen. Deine Nervosität wächst noch einmal ein gutes Stück. Das Intro begann und du erstarrst. „Was zum Teufel...?“, murmelst du in dich hinein. Singt die gerade ernsthaft diesen fürchterlichen Helene-Fischer-Song? Du musst dich bezüglich deiner Ed-Sheeran-These gerade eindeutig korrigieren. DAS ist wesentlich schlimmer! Die Gute kam noch nicht einmal bis zum Refrain, als jemand eine Mappe in die Höhe hielt und die Band verstummte. Das war gar nicht gut. Aber irgendwie ist sie auch selbst schuld.
Dann realisierst du, dass das gleichbedeutend damit war, dass du jetzt dran bist. Du atmest tief durch, als du deinen Namen hörst. Jetzt geht es los.
Lange hattest du auf Musikportalen nach einem passenden Lied gesucht. Du wurdest fündig bei einer Sängerin und Bassistin namens Melissa Auf der Maur. Die Stimme und die Kraft in ihren Songs hatte dich ein wenig beeindruckt und mitgerissen. Außerdem wolltest du unbedingt etwas spielen, was keiner sonst spielte. Du wolltest nicht im Einheitsbrei der üblichen Kandidaten untergehen. Außerdem waren die Gitarrenriffs ziemlich prägnant und stark. Du wolltest eben auch etwas Rockiges spielen, wenn es in diese Richtung gehen soll.
Am Mikrofon angekommen, stellst du die Halterung noch etwas ein und schaust zum Gitarristen. Da du den Lead in diesem Stück übernehmen willst, musstest du etwas später einsetzen. Er nickte. Der Schlagzeuger ließ seine Sticks zum Anzählen gegeneinander schlagen. Jetzt wurde es ernst.
Der Einstieg war perfekt. Deine Aufregung wie weggeblasen. Jede Sekunde auf der Bühne wirst du sicherer. Du beginnst mit der Melodie und alles lief wie geschmiert. Ein kleines Lächeln huscht über dein Gesicht, als du den Kopf anhobst, damit dein Mund am Mikrofon ist.

So free and so fuck, so aroused
So alone I try to find the lie,
That lies beneath you, I try
Like a wave, I'm self-acclaimed

Real a lie, you’re truly mine...

Real a lie, you’re truly mine
I am that kind, living blind
Real a lie, I am that kind
Living blind, for a lie


Nach dem Refrain kam ein kurzer Instrumentalteil. Etwas Zeit, um frische Luft zu tanken. Knapp 15 Sekunden hast du jetzt Zeit, um dich auf die zweite Strophe vorzubereiten. Du fühlst dich in diesem Lied wohl. Es betont deine stimmlichen Stärken und kaschierte die Schwächen. Und es war nicht so steif, wie andere. Du kannst sehen, wie sich die 5 Personen vor der Bühne unterhalten. Eine Frau wippte sogar mit dem Fuß.

Behind closed doors your folded blind,
You're truly mine, from behind
Closed doors you meet me,
Like a wave, I'm self-acclaimed


Du willst gerade erneut zum Refrain ansetzen, da wird auch schon die Mappe gehoben. Nach knapp 2 Minuten. Die Hälfte des Liedes. Die Band stoppt und du auch. Eigentlich hast du nicht damit gerechnet, dass du eine Chance hast. Trotzdem bist du etwas enttäuscht. Mit einem kleinen Lächeln verbeugst du dich leicht vor den Zuschauern und drehst dich zu der Band um. „Danke!“, rufst du ihnen zu und winkst ihnen beim Gehen zu. Gerade wolltest du den Stecker aus der Gitarre ziehen, als der Instrumentenmensch, wie du ihn eben hinter der Bühne getauft hattest, dir eine Hand auf den Arm legt. „Ich nehme dir die Gitarre ab. Die wirst du später noch einmal brauchen.“, meinte er grinsend. Deine Augen verengten sich. „Später?“, fragst du verwirrt. „Klar, du bist doch weiter. Wenn der Herr in Schwarz die Mappe hebt, sind die Sängerinnen weiter. Wenn der mit dem roten Pulli die Mappe hebt, dann nicht.“ Du blinzelst verwirrt. Du kannst dich gar nicht daran erinnern, wer die Mappe gehoben hatte. Er nimmt dir die Gitarre ab. „Wenn die anderen hier durch sind, könnt ihr euch die Sänger von den Publikumsrängen aus anschauen“, gibt er dir noch den Tipp. Immer noch überrascht gehst du in die Umkleide. Diese fungierte heute als Aufenthaltsraum. Mit zittrigen Fingern suchst du in deiner Tasche nach dem Handy. Schnell hast du den Gruppenchat von deinen Freundinnen geöffnet. „Oh! Mein! Gott! Mädels!! Ich bin weiter! Ich guck mir gleich mal die Kerle an!! Und später muss ich noch mal irgendwas singen. Ich habe keine Ahnung, was hier gerade passiert, aber es ist unglaublich!“. Schnell kommen jede Menge Gratulationsnachrichten. Noch eben eine SMS an deiner Mutter und dann zu den Publikumsrängen.
Am Anfang hast du dich noch geärgert, dass du so spät an der Reihe gewesen warst. Aber jetzt musst du wenigstens nicht mehr so lange warten, bis die Sänger dran sind. Sie kamen von der anderen Seite auf die Bühne. Kein Wunder, dass du vorher niemanden gesehen hast.
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