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I saved your life

von chrissy45
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P12
Chuck Gally Minho Newt OC (Own Character) Thomas
25.01.2015
10.01.2016
67
119.891
34
Alle Kapitel
244 Reviews
Dieses Kapitel
6 Reviews
 
07.01.2016 2.436
 
Hey Leute :D
Tut mir leid, gestern habe ich es nicht mehr geschafft, das neue Kapitel hochzuladen, weil ich da mit dem Schluss noch nicht zufrieden war, deswegen habe ich es überarbeitet ^.^
Wie ihr vermutlich gemerkt habt, war der Charakter, der eigentlich tot sein müsste, Jeff, aber ich konnte es nicht über mich bringen ihn sterben zu lassen, denn was ist Clint bitte ohne Jeff? Dann wäre das Sani-Duo (oder auch Sani-Trio) ja nicht mehr komplett 0.0
Dieses Kapitel ist übrigens auch wieder etwas länger und das vorletzte, richtige Kapitel des ersten Teils, das man denke ich auch als Showdown bezeichnen kann ;D
Ich kann noch gar nicht glauben, dass dieser Teil in drei Kapiteln vorbei ist! :o :D
Dankeschön für eure tollen Reviews und alles, es freut mich immer von euch zu hören ^.^
So, dann freut euch jetzt auf den Showdown! :D
Viel Spaß beim lesen! <3

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Ganz langsam hob Gally den Kopf und schaute mich wortlos an.
In seinen Augen standen Tränen und er zitterte am ganzen Leib, während seine beiden Hände tief in die Bauchtasche seines Kapuzenpullovers geschoben waren.
Zum ersten Mal seit ich ihn kannte sah Gally völlig verzweifelt und zerbrechlich aus und aus irgendeinem Grund konnte ich diesen Anblick kaum ertragen.
Je länger ich Gally jedoch betrachtete, desto skeptischer wurde ich.
Irgendwas stimmte doch hier nicht! Das war nicht Gally oder zumindest schien er nicht wirklich er selbst zu sein.
„Was ist los mit ihm? Was haben sie mit ihm gemacht?“, fragte ich die Frau in weiß empört und war gleichzeitig überrascht darüber, dass ich so empört war.
Auf der Lichtung hatte Gally mich bedroht, Newt geschlagen, war gemein zu mir gewesen, hatte mir vorgeworfen eine Spionin der Schöpfer zu sein und hatte mich gegen den Schrank in der Putzkammer geschubst. Ich hatte absolut keine Ahnung, warum ich jetzt so besorgt um ihn war, denn wenn ich der Überzeugung 'Behandle andere so wie sie dich behandelt haben' folgen würde, müsste mir Gallys offensichtliche Angst, die ich in seinen Augen erkennen konnte, völlig egal sein. Ich müsste sie sogar gegen irgendeinen Schrank werfen und gemein zu ihr sein, doch stattdessen hatte ich Mitleid und Sorge um Gally.
Zwei Gefühle, von denen ich nie gedacht hätte, dass ich sie einmal für Gally empfinden würde.
„Wir haben nichts mit ihm gemacht.“, behauptete die Frau in weiß in diesem Moment sachlich und tätschelte Gally zufrieden die Schulter.
„Das glauben Sie doch wohl selber nicht!“, rief Minho aufgebracht - vielleicht war es langsam mit dem Respekt vorbei. „Warum ist er überhaupt hier? Er müsste doch eigentlich immer noch auf der Lichtung sein!“
„Mäßigen Sie ihren Ton, Mister Minho. Von einem, der die Labyrinthexperimente durchgestanden hat, erwarte ich etwas mehr Anstand.“, wies die Frau ihn pikiert zurecht, was eindeutig ein Fehler gewesen war, denn jetzt war es mit Minhos Respekt aus und vorbei. Wie man nach kurzem Zusammenleben mit Minho nämlich merkte: niemand sagt dem Hüter der Läufer was er zu tun und was er zu lassen hat.
„Sie können mich mal mit ihrem Anstand!“, fauchte Minho wütend und funkelte die Frau angriffslustig an. „Und ihre Labyrinthexperimente waren auch kompletter...“, doch bevor er den Satz zu Ende sprechen konnte, rammte Thomas ihm den Ellenbogen in die Rippen. Vermutlich dachte er, dass es keine gute Idee war sich mit dem Kopf von ANGST anzulegen, denn das schien diese Frau allem Anschein nach zu sein.
„...kompletter Tomatensalat!“, vervollständigte Minho seinen Satz trotzdem etwas beleidigt, woraufhin wir ihn alle anstarrten.
„Äh, was?“, fragte Bratpfanne hinter mir irritiert, doch bevor Minho erklären konnte, warum er die Labyrinthexperimente für Bratpfannes gelegentliche Gemüsebeilage hielt, sagte die Frau: „Nun, wie ich sehe, fehlt es euch allen noch etwas an Reife.“
„Und ihnen fehlt es an mal-die-Wahrheit-sagen.“, fand Minho, der es immer noch nicht lassen konnte und schaute dann zu Gally. „Jetzt sag du doch auch mal was! Ich will endlich wissen, warum verdammt du hier bist!“
Die Tränen in Gallys Augen waren immer noch da, als versuchte er krampfhaft sie zurückzuhalten, damit er nicht richtig losheulte.
Seine Hände schob er noch tiefer in die Bauchtasche, als er etwas zu murmeln begann.
Zuerst konnte ich nicht verstehen, was er sagte, doch irgendwann merkte ich, dass er den gleichen Satz immer wieder und wieder wie ein Mantra vor sich hinmurmelte: „Ich will das nicht. Ich will das nicht. Ich will das nicht.“
„Willst was nicht?“, fragte Minho schroff, der ebenfalls verstanden zu haben schien, was Gally sagte, woraufhin Newt etwas freundlicher hinzufügte: „Du kannst es uns schon sagen, Gally!“
Gally schüttelte leicht den Kopf, während das Zittern seines Körpers immer heftiger wurde.
„Ich...ich kann es nicht verhindern.“, stotterte er mit bebender Stimme und dann, so als ob er gegen einen Zwang ankämpfen würde, der ihm verbiet zu sprechen, presste er zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor: „Sie...kontrohieren mich.“
Minho runzelte die Stirn. „Kontrohieren?“
„Kontrolllll-hieren.“, sagte Gally erschöpft.
Er schwieg einen Moment, dann kullerte die erste Träne über seine Wange.
„Es tut mir so leid!“, wimmerte er, dann zog er seine Hände aus der Bauchtasche heraus und offenbarte nun das, was er dort die ganze Zeit vor uns versteckt hatte: ein langes, spitzes Messer, dessen Klinge unheilvoll aufblitzte, als Gally das Messer in der Hand drehte.
Die Frau in weiß ließ dieses Messer absolut kalt, was wohl damit zusammenhing, dass sie daran Schuld war, dass Gally es überhaupt besaß.
Doch was passierte jetzt? Was hatte Gally vor oder besser gesagt: was hatte ANGST vor?
Gallys verzweifelt um Verzeihung bittende Augen füllten sich unterdessen erneut mit Tränen, während die Frau neben ihm ganz geschäftsmäßig dreinschaute, als verliefe gerade alles wunderbar nach Plan.
Unterdessen huschte Gallys Blick über die Ausreißer, bis er schließlich bei Thomas angekommen war. Schockiert starrte ich Thomas ebenfalls an und bemerkte dabei, wie Chuck neben ihm überrascht die Augen aufriss, in die kurze Zeit später ein seltsamer Ausdruck trat, der mir ein ganz mieses Gefühl gab.
Was hatte Chuck vor? Bestimmt nichts Gutes!
Angst und Panik machte sich in mir breit, während Gally das spitze Messer in seiner Hand hob und damit auf Thomas zielte. Der hatte vermutlich immer noch nicht so ganz begriffen, was gerade passierte, während Chuck sich schon sprungbereit aufstellte.
Ich wusste jetzt, was er vorhatte und das konnte ich unmöglich zulassen. Seinen Plan musste ich irgendwie verhindern, doch für einen Plan, um Chucks Plan zu torpedieren, war es mittlerweile eindeutig zu spät, denn Gally hatte das Messer unterdessen direkt auf Thomas gerichtet.
„Es...es tut mir so unendlich...“, setzte Gally an und dann passierten plötzlich mehrere Dinge auf einmal: Chuck sprang vor Thomas, ich sprang vor Chuck und Gally...rammte sich das Messer in die eigene Brust.
Sein Körper erzuckte, doch sein Gesichtsausdruck war entschlossen, während die Frau neben ihm überrascht nach Luft schnappte und das konnte nur eins bedeuten: das, was gerade passiert war, war nicht Teil des Plans gewesen.
Immer noch fassungslos starrte ich Gally an, der beide Hände um den Griff des Messers in seiner Brust gelegt hatte und erschöpft auf die Knie sank.
Sein räuevoller Blick war auf den roten Fleck auf seiner Brust gerichtet, der sich rasend schnell ausbreitete, während ihm Tränen über die Wangen liefen.
Ich konnte deutlich sehen, wie er litt und ich hatte schon wieder solches Mitleid mit ihm.
Außerdem kam ich nicht umhin ihn zu bewundern: er hatte sich den Zwängen von ANGST widersetzt und statt Thomas sich selbst getötet.
In diesem Moment schaute Gally auf und wisperte: „...so unendlich leid.“, dann klappten seine Augen zu und er brach vor den Füßen der Frau zusammen, die ihn erschrocken anstarrte.
Gally war tot. Er war tatsächlich tot!
Fassungslos starrte ich seinen zusammengekrümmten Körper an, unfähig zu akzeptieren, was gerade geschehen war.
„Oh Gott.“, hörte ich einen der Lichter hauchen, doch bevor noch jemand etwas Geistreicheres sagen konnte, ertönten zwei ohrenbetäubende Schüsse.
Erschrocken schaute ich auf, denn da ich von Gally so abgelenkt gewesen war, hatte ich nicht mitbekommen, dass eine Gruppe von schwarz gekleideten Gestalten mit erhobenen Waffen die Halle gestürmt hatten.
Zuerst dachte ich, die Schüsse hätten einen von uns getroffen, doch dann sah ich, wie die Frau in weiß entsetzt die Augen aufriss, den Mund zu einem Schrei öffnete und noch bevor sie auch nur einen Ton herausbringen konnte, leblos neben Gally zu Boden stürzte.
Panisch starrte ich die dunklen Gestalten an, deren Gesichter durch die Schutzhelme nicht zu erkennen waren, sondern ihnen den Eindruck verliehen, als seien sie von einem anderen Planeten. Ich glaubte schon, sie würden uns ebenfalls jeden Moment erschießen, doch dann sagte plötzlich eine sympathische, männliche Stimme: „Keine Sorge. Jetzt seid ihr in Sicherheit.“
Unsicher starrte ich die Gestalten an und wusste nicht, ob ich das glauben sollte, denn es war nun mal schwer jemandem zu trauen, der ein Maschinengewehr dabei hatte und damit die gespenstischen Leute hinter den Fenstern erschoss.
Schreie ertönten, Schüsse flogen durch die Luft, Glas splitterte und Blut spritzte gegen die zertrümmerten Fensterscheiben.
Erschrocken blieb ich wie erstarrt stehen.
Das konnte nicht wahr sein. Das konnte unmöglich wahr sein!
Ich legte zwar nicht viel wert auf die Mitarbeiter von ANGST, aber diese Szenerie war einfach...brutal und unwirklich.
Vor allem, weil der Mann, der gerade gesprochen hatte und zwei seiner Kumpanen immer noch vor unserer Gruppe standen und so wirkten, als bekämen sie von den Massenmorden hinter ihnen überhaupt nichts mit.
Während kurze Zeit später die letzten Schüsse verhallten und die Personen alle von den Fenstern verschwunden waren, erklärte der Mann vor uns: „Mein Name ist Hayes Danley und wir bringen euch jetzt an einen sicheren Ort.“
Hinter der getönten Scheibe seines Schutzhelmes meinte ich erkennen zu können, dass er lächelte, was ich allerdings nicht erwidern konnte.
Der letzten Satz des Mannes hatte mich erschrocken zusammenzucken lassen, denn ich hatte ihn definitiv schon einmal fast genau in diesem Wortlaut gehört und als mir einfiel, wo, machte ich instinktiv einen Schritt zurück.
In meinem Traum auf der Lichtung, in dem Männer von ANGST mich meiner Mutter weggenommen hatten, hatte einer von ihnen dasselbe gesagt: „Komm mit, Kleine. Wir bringen dich an einen sicheren Ort.“
Damals war der Ort nicht wirklich sicher gewesen und dennoch hatte ich ihnen geglaubt, allerdings war ich damals auch viel jünger gewesen als jetzt.
Konnten wir unseren Rettern also vertrauen? Oder belogen sie uns auch gerade? Aber zu welchem Zweck? Was sollten sie schon von uns wollen?
Bratpfanne hinter mir schien sich all diese Gedanken nicht zu machen, denn er fragte einfach nur, als könnte er das alles immer noch nicht glauben: „Was zur Hölle ist gerade passiert?“
„Das können wir euch später erklären.“, sagte Mr Danley schnell. „Jetzt haben wir aber gerade keine Zeit dazu. Kommt mit, wir müssen uns beeilen!“
Minho trat sofort einen Schritt nach vorne, doch Newt hielt ihn zurück. „Warte mal! Wir können denen doch nicht einfach so vertrauen!“, warf er ein, doch Minho zuckte nur mit den Schultern.
„Was willst du dann? Hier bleiben?“, fragte er und beantwortete seine Frage sofort selbst: „Auf keinen Fall! Die Typen wollen uns retten! Ist doch egal, wer die sind! Sie sind so wie wir gegen ANGST, zumindest nehme ich das an, sonst hätten sie den ganzen Mitarbeitern ja nicht gerade Ihre Birne weggepustet!“
Newt schürzte die Lippen und seufzte. „Gut.“, murmelte er dann und drückte meine Hand. „Dann gehen wir.“
„Ihr braucht wirklich keine Angst zu haben!“, erklärte Mr Danley freundlich. „Wir bringen euch hier raus!“
Mit diesen Worten drehten er und seine zwei Kumpanen sich um, um die Halle auf demselben Weg zu verlassen, aus dem sie vermutlich auch schon gekommen waren.
Die anderen seiner Truppe gingen entweder hinter oder neben uns und so flankiert führten sie uns aus der Halle Richtung Ausgang.
Dabei tauchten in meinem Kopf schon wieder tausende Fragen auf, wie zum Beispiel woher diese Leute überhaupt wussten, dass wir genau heute, genau jetzt aus dem Labyrinth fliehen und in dieser Halle auftauchen würden und woher sie wussten, dass es diese Labyrinthexperimente überhaupt gab, doch all diese Fragen stellten sich in den Hintergrund, je näher wir dem Ausgang kamen.
Ich konnte noch gar nicht glauben, dass wir jetzt wirklich frei waren oder zumindest frei von ANGST.
Alles, womit unser Leben seit dem Erwachen in der Box zu tun gehabt hatte, ließen wir gerade hinter uns: die Lichtung, das Labyrinth, ANGST, die Frau in weiß und Gally.
Es war ein komisches Gefühl, denn das war das einzige, was ich wirklich kannte, das einzige, an das ich mich aus meinem Leben erinnerte. Endlich frei zu sein erschien mir so unwirklich und noch seltsamer war der Gedanke jeden Moment dieses Gebäude zu verlassen und etwas anderes von der Welt zu sehen.
Allerdings war die Sorge, unsere Retter könnten doch keinen Deut besser sein als ANGST, immer noch in meinem Hinterkopf eingeprägt. Wie ich auf der Lichtung gelernt hatte, sollte man Vertrauen nicht einfach so verschenken, andererseits war ich im Moment viel zu aufgewühlt, um mir zu überlegen, was wir sonst tun könnten, deswegen folgte ich einfach den anderen und hielt an der Hoffnung fest, dass nun endlich alles gut werden würde.
Draußen war es dunkel und es regnete in Strömen, doch unsere Retter hatten Taschenlampen dabei, mit denen sie uns den Weg zu einem zerbeulten und zerkratzten Bus leuchteten, in den wir uns vor dem heftigen Regen flüchten konnten.
Schließlich saß ich neben Newt auf einem Zweiersitz am Fenster und starrte hinaus auf das Gebäude, aus dem wir gerade geflohen waren, von dem ich jedoch nicht viel sehen konnte, da die gegen die Fensterscheiben prasselnden Tropfen meine Sicht versperrten.
Es war immer noch ein komisches Gefühl außer Gefahr zu sein. Unwirklich, wie ein Traum.
Ich konnte nicht glauben, dass die Schöpfer wirklich alle tot waren. Und Gally.
So richtig hatte ich das alles noch nicht realisiert.
Newt legte mir beschützend einen Arm um die Schulter, woraufhin ich mich an ihn kuschelte und für einen Moment die Augen schloss, allerdings öffnete ich sie sofort wieder, als der Motor des Busses aufheulte und die Stimme von Mr Danley ertönte: „So, jetzt habe ich Zeit euch das alles zu erklären.“
Ich schaute auf und sah unseren Retter vor uns im Gang stehen, wo er sich an der Lehne eines unbesetzten Sitzes festhielt. Er hatte seinen Schutzhelm abgenommen, sodass ich ihn jetzt betrachten konnte: er sah aus als wäre er am Ende seiner Dreißiger, seine Haut war gebräunt, seine Augen leuchtend grün und seine haselnussbraunen Haare waren vorne hochgegeelt, von dem Schutzhelm jedoch etwas platt gedrückt. Mit seinem Drei-Tage-Bart sah er wirklich freundlich aus, sodass ich gar nicht anders konnte als ihm zu vertrauen und während der Bus lostuckerte, begann Mr Danley zu erzählen.
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