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I saved your life

von chrissy45
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P12
Chuck Gally Minho Newt OC (Own Character) Thomas
25.01.2015
10.01.2016
67
119.891
34
Alle Kapitel
244 Reviews
Dieses Kapitel
5 Reviews
 
01.01.2016 3.016
 
Hey liebe Leute! ^.^
Ouhh es ist schon 2016!! Das ist total heftig! :D ich hoffe ihr seid alle gut reingekommen und freut euch auf mein neues Kapitel, das - wie bereits erwähnt - um Thomas' wiedererrungene Erinnerungen geht ^.^
Also, das Kapitel ist sogar relativ lang, länger als die letzten jedenfalls und ich denke, es ist ein guter Einstieg für ein neues Jahr :>
Vielen Dank für die neue Empfehlung, die lieben Reviews, die neuen Favoriteneinträge und einfach an alle, die meine Geschichte im letzten Jahr gelesen haben :) <3 ihr seid toll *-*
So und jetzt wünsche ich euch ein schönes Jahr 2016(!!) und viel Spaß mit dem Kapitel! <3
(Beinahe hätte ich an dieser Stelle vergessen das Kapitel auch noch mit hochzuladen :'D oh Mann, das mit meiner Verpeiltheit geht ja schon früh wieder los ;D)

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Dass wir hier weg mussten, sah definitiv nicht nur Newt so. Auch andere Lichter begannen allmählich darüber zu reden, dass wir einfach verschwinden mussten, egal wie.
Wie sich herausstellte waren beim Kampf gegen die Griewer acht Lichter einschließlich Zart, Alby und Dave gestorben, was niemand einfach so hinnehmen konnte.
Rational denkende Lichter verfluchten die Schöpfer, da sie uns alle hierher geschafft hatten und die weniger rational denkenden - damit war Gally gemeint - schoben die Schuld auf Teresa, Thomas und mich. Nach dem Hüter der Baumeister war ich als erstes Mädchen verdächtig, Thomas befand er als unnormal und Teresa als ein dunkles Omen, doch Gott sei Dank teilte niemand seine seltsame Meinung.
Stattdessen schmiedeten einige Lichter Rachepläne oder hatten heimlich Angst davor, dass die Griewer zurückkehren würden, bevor wir endlich wussten, wie genau wir fliehen konnten.
Als ich am nächsten Morgen aufwachte, wusste ich erst nicht genau, wo ich war, da ich mich nicht erinnern konnte in einem Sessel eingeschlafen zu sein, bis ich den im Krankenbett liegenden Thomas entdeckte und dann fiel es mir wieder ein: Jeff hatte mich gestern Abend gebeten die Nachtwache an Thomas' Bett zu halten - das hätte ja gar nicht mal so gut geklappt.
Allerdings schien ich auch nicht sehr viel verpasst zu haben, denn Thomas lag immer noch steif in seinem Krankenbett. Nervös trat ich an seine Seite, um ihn aus der Nähe zu betrachten.
Thomas sah tatsächlich so aus als wäre er tot. Seine Haut war leichenblass und an seinem Hals traten die Adern dick und in bereits verblassenden Dunkellilatönen hervor.
Aus irgendeinem Grund bekam ich bei diesem Anblick schreckliche Schuldgefühle. Natürlich war es Thomas Idee gewesen und er hätte sie auch so durchgeführt, wenn ich ihm nicht geholfen hätte, doch trotzdem war ich es gewesen, die ihn mit dem Greifarm gestochen hatte.
Also war es irgendwie schon meine Schuld.
Ich seufzte und schüttelte langsam den Kopf.
„Wehe, du bist tot.“, murmelte ich und warf Thomas einen bösen Blick zu. „Glaub mir, wenn du stirbst, dann bring ich dich um und du willst ganz sicher nicht, dass es dazu kommt! Aber ich würde es tun, das kannst du mir glauben! Der blöde Griewerarm liegt da draußen immer noch rum und ich hab absolut keine Scheu davor ihn...“, redete ich weiter, ließ jedoch der Rest des Satzes offen im Raum stehen, denn plötzlich wurde die Tür zu Thomas' Krankenzimmer geöffnet und ich wollte lieber nicht, dass egal wer gerade herein kam hörte, dass ich mit Thomas redete, obwohl der mich gar nicht hören konnte.
„Summer, was machst du da?“, fragte Chuck, der kurze Zeit später auf der anderen Seite von Thomas' Bett stand und mich mit schlief gelegtem Kopf ansah.
„Jedenfalls nicht mit einem Halbtoten reden.“, log ich und wechselte schnell das Thema. „Was machst du hier?“
„Ich wollte Thomas besuchen. Ich hab gehofft, dass er vielleicht schon wach ist.“, erklärte Chuck.
„Er hat sich seit dem Stich noch kaum bewegt.“, meinte ich und seufzte. „Irgendwie hab ich Angst, dass er vielleicht tot ist, dann wäre sein Opfer ganz umsonst gewesen.“
„Aber Thomas stirbt doch nicht einfach so.“, beharrte Chuck und musterte Thomas eingehend, so als suchte er irgendeinen Hinweis darauf, wann er wieder aufwachte.
Dann hob er seine linke Hand und begann Thomas leicht an der Schulter zu rütteln.
„Thomas.“, rief er, hörte dabei jedoch nicht mit dem Rütteln auf. „Hey, Thomas! Kannst du mich hören? Kannst du hören, was ich sage, Thomas?“
Schweigend beobachtete ich, wie Chuck Thomas aufmerksam beobachtete und wurde bei dem Anblick irgendwie noch trauriger. Chuck glaubte fest daran, dass Thomas aufwachen würde und ich? Glaubte ich ebenfalls daran?
„Los, Thomas! Komm schon! Bitte wach auf!“, rief Chuck weiter, wobei seine Stimme allmählich immer verzweifelter wurde. „Sei doch nicht tot, sonst...sonst...“, sagte er und geriet dabei ins Stocken, weil ihm vermutlich keine passende Drohung einfiel.
„Sonst was?“, ertönte eine leise, krächzende Stimme, die nur einer Person gehören konnte:
„Thomas!“, riefen Chuck und ich im Chor - Chuck überglücklich und ich ungläubig, doch bevor ich anzweifeln konnte, dass es tatsächlich Thomas gewesen war, der gesprochen hatte, öffnete der flatternd seine Augen und schaute Chuck und mich abwechselnd an.
„Hey, Leute.“, murmelte er erschöpft, während Chuck und ich ihn nur anstarrten.
„Oh Mann, Thomas! Du lebst! Ich fasse es einfach nicht!“, rief Chuck und schüttelte dabei heftig den Kopf.
„Ich auch nicht.“, gab Thomas zu und grinste uns an. „Ich bin echt froh euch zu sehen, diese Schmerzen waren einfach die Hölle!“
„Wie geht es dir denn jetzt?“, fragte ich und fügte nach kurzem Zögern hinzu: „Hast du...was gesehen?“
Sofort verschwand das Lächeln aus Thomas' Gesicht und machte einem ernsten Ausdruck Platz.
„Ja, habe ich und ich denke, es ist wirklich wichtig.“, meinte Thomas und blickte uns einen Moment lang schweigend an. „Wir müssen eine Versammlung einberufen.“
Chuck riss aufgeregt die Augen auf. „Echt? Eine Hüterversammlung?“
Thomas nickte. „Und du, Summer, musst auch dabei sein. Ich denke nämlich, dass dich das, was ich zu sagen habe, auch etwas angeht.“


Wenig später saßen die acht verbliebenen Hüter, Newt und ich im Versammlungsraum und waren alle gespannt, was Thomas uns zu erzählen hatte.
Minho und Newt waren genauso überrascht über Thomas' plötzliches Aufwachen gewesen wie ich, hatten der Versammlung aber sofort zugestimmt und sogar erlaubt, dass ich dabei sein durfte, auch wenn das eigentlich verboten war.
Deswegen warf Gally mir auch ständig böse Blicke zu, wenn er nicht gerade damit beschäftigt war Thomas abschätzig zu mustern. Vermutlich war er sogar der einzige, den es überhaupt nicht interessierte, was Thomas zu erzählen hatte.
Nach einer dramatischen Pause leitete Thomas seinen Vortrag mit einem Räuspern ein und warf einen kurzen Blick in die Runde, was deshalb funktionierte, weil er auf dem Stuhl saß, auf dem ich vor ein paar Wochen gesessen hatte, als entschieden wurde, dass ich Sani werden würde.
Jetzt saß ich allerdings auf dem Stuhl, auf dem Newt damals gesessen hatte, während der Albys Platz eingenommen hatte, da er nun der Anführer war, allerdings war ihm deutlich anzusehen, dass ihn das nicht wirklich glücklich machte.
„Also gut.“, begann Thomas. „Ich werde jetzt nicht groß Herumreden, sondern sofort zum Punkt kommen: bei der Verwandlung, die ich durchgemacht habe, sind Erinnerungen hochgekommen, die sehr nützlich sein könnten.  Ich habe Dinge über unsere Vergangenheit vor dem Labyrinth herausgefunden und einen Weg, wie wir von hier fliehen können, doch dazu werde ich später kommen. Zuerst fang ich ganz am Anfang an.“
Er räusperte sich erneut, bevor er weiter redete: „Als wir klein waren, da wurden wir alle von unseren Familien getrennt und von ihnen weggebracht. Aus irgendeinem Grund hatten uns die Schöpfer ihnen weggenommen, weil sie uns für etwas benutzen wollten: wichtige Tests, für die nur wir geeignet waren, denn: Wir sind die Auserwählten. Die Schöpfer brachten uns in eine Einrichtung, in der wir für ein paar Jahre ein halbwegs normales Leben führten, allerdings fingen sie dort schon an uns zu manipulieren. Sie gaben uns zum Beispiel nahmen, die gar nicht unsere eigenen sind. Alby für Albert Einstein, Newt für Isaac Newton und Thomas für Thomas Edison.“
„Warte mal, was?!“, rief Bratpfanne und starrte Thomas fassungslos an, so wie wir anderen auch. „Unsere Namen sind nicht unsere echten Namen?“
Thomas schüttelte den Kopf. „Wie gesagt: die Schöpfer manipulieren uns schon die ganze Zeit und nehmen uns alles, was uns mit unserer Vergangenheit bei unseren Eltern verbindet: die Erinnerung an sie, die Namen, die sie uns gaben...einfach alles.“
Ich musste schlucken. Irgendwie war es ein seltsames Gefühl zu erfahren, dass der Name, den man trug und von dem man felsenfest überzeugt war, dass es der eigene war, eigentlich nur eine dumme Erfindung war. Summer war also gar nicht mein Name, aber welcher war es dann? Und warum glaubte ich dann, dass ich wirklich so hieß? Wie hatten die Schöpfer das gemacht?
„Jedenfalls war das nicht das einzige, was die Schöpfer getan haben. Sie haben Teresa und mich irgendwie...gezwungen bei ihnen mitzumachen. Ich weiß nicht genau wie und wieso, aber sie haben uns dazu gebracht zu helfen und...“ Er hielt einen Moment inne, bevor er den Satz zu Ende sprach. „...und wir waren dabei, als das Labyrinth gebaut wurde. Genauer genommen war es meine Idee.“
Für einen Moment war es ganz still, dann explodierte das Pulverfass, dass genau zwischen Winston und Bratpfanne saß und schon die ganze Zeit kurz davor gewesen war in die Luft zu gehen.
„Deine Idee?!“, wiederholte Gally fassungslos und sprang auf. „Ich hatte es doch gewusst! Thomas ist der Böse! Er gehört zu den Schöpfern! Ben hatte also recht und ich auch! Bei meiner Verwandlung habe ich ihn gesehen, diesen Verräter! Wegen ihm sitzen wir hier fest und wegen ihm sind Leute gestorben! Warum hören wir ihm überhaupt noch zu? Wir sollten ihn auf der Stelle verbannen!“
Erschrocken drehte ich mich zu Gally um.
Verbannen? Meinte er das ernst?
„Hier wird niemand verbannt!“, rief Newt sofort und funkelte Gally wütend an. „Und jetzt setz dich wieder hin Gally und halt die Klappe! Thomas mag zwar manchmal ein Vollidiot sein, aber wir werden ihn trotzdem nicht verbannen. Vielleicht hat er ja dieses blöde Labyrinth gebaut, aber er ist jetzt kein Teil der Schöpfer mehr. Er ist jetzt wie wir. Oder etwa nicht?“
Thomas nickte, während Gally verächtlich schnaubte.
„Wie wir? Newt, das glaubst du doch wohl selber nicht!“
„Doch!“, widersprach Thomas ihm vehement. „Es tut mir wirklich leid, aber ich kann es nicht ändern. Ich weiß wirklich nicht, wie mein altes Ich so etwas tun konnte und ich verachte es dafür, aber das bin ich nicht mehr. Teresa und ich, wir wurden beide hierher geschickt, genau wie ihr.“
„Thomas hat recht.“, fand Owen. „Wir haben alle das gleiche durchgemacht in der Box und das alles. Was früher war, das zählt jetzt nicht mehr.“
Newt nickte. „Die Menschen, die wir früher waren, gibt es nicht mehr und wir könnten nie wieder so sein wie sie. Ich glaube dir, Thomas. Jetzt erzähl mal von dem Ausweg. Du hast gesagt, du bist dir jetzt sicher wie wir hier rauskommen. Hat das was mit dem Code zu tun?“
Thomas nickte, während von Gally noch ein mürrisches Schnauben, aber kein weiterer Aufstand kam. „Okay, also als Erschaffer des Labyrinths weiß ich natürlich auch, wie es funktioniert und wo sich der Weg nach draußen befindet. Ich bin mir sicher, dass ihr dort noch nie gesucht habt, denke aber auch, dass dieses Manöver extrem gefährlich ist.“, erklärte Thomas und warf einen wachsamen Blick in die Runde. „Mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit werden wir das nicht alle überleben. Viele werden von uns sterben müssen, weil das, was ich vorhabe, wirklich an Selbstmord grenzt. Vermutlich werden wir sogar fast alle dabei draufgehen, aber...“
„Thomas!“, unterbrach Minho ihn genervt.
„Ja?“
„Hör endlich auf das die ganze Zeit zu wiederholen. Ja, schön, vielleicht werden wir alle sterben, aber das wussten wir doch eh schon! Sag uns jetzt endlich deinen doofen Plan!“
Thomas musste schlucken. „Na gut, der Plan ist so: wir müssen zu einem Raum, in dem sich ein Computer befindet, mit dem man das Labyrinth und die Griewer abschalten kann. Durch den Code, den wir ja bereits haben, öffnet sich eine Tür, durch die wir das Labyrinth verlassen können.
Eigentlich klingt das ja ganz schön und gut, das einzige Problem ist nur, dass sich dieser Raum an einem gefährlichen Ort befindet und zwar tatsächlich im Griewerloch, wie Minho und ich bereits vermutet haben und um den zu erreichen müssen wir uns vermutlich an allen Griewern vorbei kämpfen, die in diesem Labyrinth leben und das werden wir sicher nicht alle schaffen.“
Erneut herrschte für einen Moment Stille, doch dieses Mal war es Cole, der Hüter der Kartenzeichner, der das Wort ergriff. „Durch das Griewerloch? Sag mal, hast du sie noch alle? Wie soll das bitte überhaupt einer von uns überleben?“
„Da gehen wir alle bei drauf.“, fand auch Winston, doch Minho nickte nur. „Natürlich! Das ist unsere einzige Chance! Leute ernsthaft, wie könnt ihr sagen, dass wir das nicht tun sollten, immerhin ist das der einzige Weg! Würdet ihr nicht lieber beim Versuch sterben von hier zu fliehen, als auf dieser verdammten Lichtung alt zu werden? Obwohl, nein! Das würdet ihr ja gar nicht! Die Griewer werden nämlich heute Abend schon wieder kommen und wieder welche von uns töten! Wir müssen hier weg, am besten schon heute.“
„Minho hat recht.“, fand Bratpfanne. „Das ist der einzige Weg und ich finde, wir sollten es versuchen. Wir werden sonst eh sterben. So sieht es aus!“
„Genaueres können wir auch gleich noch besprechen.“, meinte Newt und blickte Thomas schief an. „War das alles, was du sagen wolltest?“
Thomas hielt einen Moment inne und schüttelte dann den Kopf. „Nein, da ist noch was.“, sagte er, kratze sich am Hinterkopf und schaute dann zu mir herüber. „Die Tests, die die Schöpfer an und durchführen, nennen sie Variablen. Das sind Situationen, mit denen sie uns konfrontierten und beobachten, wie wir darauf reagieren. Das Labyrinth ist zum Beispiel eine Variable und die sich bewegenden Wände. Dass sie den Himmel ausgeschaltet haben, gehört auch dazu und Teresa ist auch eine Art Variable. Weil wir nur Jungs sind, sollte sie als einziges Mädchen für Verwirrung sorgen und das Ende auslösen. Naja, aber wie wir alle wissen ist Teresa gar nicht das einzige Mädchen.“
Augenblicklich starrten alle mich an und ich begann sofort mich unwohl zu fühlen. Warum mussten sie denn jetzt alle so blöd gucken? Was konnte ich denn schon dafür, dass ich hier war?
Eigentlich war das nur eine Frage, die ich mir immer mal wieder stellte, doch nie hätte ich gedacht, dass sie mir jemand beantworten konnte, allerdings nur bis zu dem Zeitpunkt, an dem Thomas sagte: „Und ich weiß auch wieso das so ist.“
„Wieso denn?“, fragte ich nervös, denn irgendwie hatte ich - warum auch immer - Angst vor der Antwort. War das normal?
Langsam wandten sich die Hüter wieder Thomas zu, der bereits dazu ansetzte mir eine der brennendsten Fragen zu beantworten, die mir schon im Kopf herumschwirrte, seit ich mit der Box angekommen war: warum war ich hier?
„Als ein Schöpfer war ich in der Lage fast überall hinzukommen, also auch in die Räume, in denen neue Frischlinge oder Gegenstände mit der Box hochgeschickt wurden. Summer kannte ich wie euch alle auch, doch irgendwas an ihr war anders. Sie sollte nicht hier hoch. Ich weiß nicht mehr, was sonst mit ihr passieren sollte, ich weiß nur, dass sie ein Jahr später als wir hergekommen war und dass sie nicht auf die Lichtung durfte. Aber dann irgendwann muss irgendwas passiert sein, ich habe leider keine Ahnung, was, aber dieses Ereignis war der Grund dafür, dass Summer mich auf einmal bat, für sie etwas Verbotenes zu tun. Ich wollte es erst nicht machen, weil ich wusste, dass ich es nicht durfte, aber dann habe ich nachgegeben: Summer wollte unbedingt hierher, hier auf diese Lichtung, obwohl sie für was anderes bestimmt war und ich habe sie hochgeschickt, auch wenn ich an ihrer Stelle dran gewesen wäre. Dieses Manöver fanden die Schöpfer gar nicht lustig, denn dadurch verlängerte sich das ganze Experiment um einen Monat.“
Nachdem Thomas geendet hatte, starrte ich ihn mit aufgerissenen Augen an, während sich in meinem Kopf alles auf den richtigen Platz setzte. Zwar fehlten immer noch ein paar Informationen, aber langsam machte alles Sinn: Bens Gerede von einem Fehler, mein Traum vor dem Aufzug...das alles machte auf einmal Sinn!
„Natürlich!“, sagte ich plötzlich, sodass mich wieder alle anschauten. Eigentlich wollte ich vor Gally nicht darüber reden, weil ihn das alles überhaupt nichts anging, doch im Moment war mir das egal, weshalb ich einfach erklärte: „Als Ben mich umbringen wollte, hatte er gesagt, dass ich etwas Verbotenes getan hätte und damit alles durcheinander gebracht hatte. Ich schätze wohl, damit war gemeint, dass ich mich auf die Lichtung habe schicken lassen ohne Erlaubnis.“
Völlig verwirrt über mich selbst schüttelte ich den Kopf.
Warum hatte mein altes Ich das gewollt? Freiwillig?
Was zur Hölle hatte mich dazu bewegt unbedingt auf die Lichtung zu wollen?
Und was wäre sonst mit mir passiert, wenn ich das nicht getan hätte?
Na toll, irgendwie hatte ich das Gefühl, dass diese neue Erkenntnis noch mehr Fragen aufwarf, als sie beantwortete.
„Ach ja und da ist noch was.“, sagte Thomas plötzlich und sah mich nachdenklich an.
„Was denn?“, fragte ich unsicher, ob ich das auch noch wissen wollte.
„Den Zettel, den ich dir geschrieben habe, den habe ich dir gegeben, kurz bevor ich dich hochgeschickt habe.“
„Okay?“, sagte ich etwas verwirrt, da ich eigentlich gedacht hatte, dass das, was er mir sagen wollte, irgendwas Wichtiges wäre.
Wann er mir den Zettel gegeben hatte spielte doch überhaupt keine Rolle oder?
„Naja, dieser Zettel...“, fing Thomas an und blickte mich ratlos an. „Den Zettel hab zwar ich geschrieben, aber ich weiß ganz sicher, dass die Botschaft von jemand anderem kam, allerdings habe ich keine Ahnung, wer das war.“
Irritiert starrte ich Thomas an und spürte plötzlich ganz genau den Zettel in meiner rechten Hosentasche, dessen Autor eigentlich aufgeklärt worden war, jetzt aber wieder in der Schwebe hing.
Warum konnte eigentlich nicht mal alles klar sein? Warum mussten immer tausend Fragen in meinem Kopf herum schwirren und jetzt schon wieder eine neue und zwar:
Wer hatte den Zettel wirklich schreiben wollen, es aber nicht fertig gebracht es selbst zu tun?
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