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I saved your life

von chrissy45
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P12
Chuck Gally Minho Newt OC (Own Character) Thomas
25.01.2015
10.01.2016
67
119.891
34
Alle Kapitel
244 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
26.01.2015 1.386
 
So, heute kommt schon das nächste Kapitel :) ich habe der Geschichte einen anderen Namen gegeben, weil ich fand, dass der erste Name doch nicht so gut passte :'D ich hoffe das stört nicht! Also dann, viel Spaß :)

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Kaum war der Satz verklungen, setzte das Stimmengewirr wieder ein und diesmal war es so laut, dass ich alles davon mitbekam.
„Ein Mädchen?!“
„Das geht doch gar nicht!“
„Wie sieht sie aus?“
„Wir werden sie auf keinen Fall hoch holen! Ich meine, sie ist ein Mädchen!“
„Das erste Mädchen seit über zwei Jahren!“
„Das kann nicht sein, das ist unmöglich!“
„Jetzt seid verdammt nochmal leise!“, übertonte die besonders tiefe Stimmen des Dunkelhäutigen – wie ich mir jetzt ziemlich sicher war – alle übrigen Stimmen. „Natürlich holen wir sie hoch! Die Schöpfer haben sie geschickt, das wird wohl einen Grund haben! Außerdem können wir sie überhaupt nicht wieder zurück schicken, das wisst ihr alle genau so gut wie ich. Und jetzt gebt mir endlich das Seil!“, kommandierte er.
Es dauerte nicht lange, da wurde mir ein langes Seil entgegengeworfen, an dessen Ende sich eine große Schlaufe befand.
Etwas unsicher trat ich mit dem linken Fuß hinein und hielt mich an dem Seil fest, dass sich langsam in Bewegung setzte.
Während ich immer höher gezogen wurde, bekam ich es langsam ernsthaft mit der Angst zu tun. Wo würde ich mich wohl gleich befinden? Und wer waren all diese Leute, die auf der Erdoberfläche auf mich warteten?
Als mein Kopf sich schließlich oberhalb des Randes der Box befand, konnte ich sie sehen und war ziemlich überrascht. Es waren Jugendliche, alles Jungs und ungefähr fünfzig Stück davon. Sie alle starrten mich an und mir wurde plötzlich ziemlich unwohl bei dem Gedanken, sie könnten erkennen, dass ich geweint hatte.
Irgendwann kam das Seil zum Stehen und der dunkelhäutige Junge hielt mir eine Hand hin, um mir aus der Schlaufe und auf den festen Boden zu helfen.
Als ich mit den Füßen auf dem Gras stand, nahm ich zum ersten Mal meine Umgebung war:
ich befand mich auf einer riesigen Wiese, die ungefähr die Größe von vier Fußballfeldern hatte und sie war umzäunt von vier riesigen Mauern aus Stein, was in mir sofort eine Platzangst auslöste.
Die Mauern waren so groß, dass einem beim Hochgucken sofort schwindelig wurde. In der Mitte der Mauern befand sich jeweils ein Spalt, der so breit war, dass vielleicht sechs Leute gleichzeitig hindurchgehen konnten und so hoch, wie die Mauern selbst.
Ich wandte den Blick von den Mauern ab; sie machten mir jetzt schon Angst.
Ansonsten gab es auf der Wiese einen kleinen Wald, eine Art Gemüse – und Obstplantage, an den muhenden, grunzenden und mähenden Geräuschen zu urteilen Gehege mit Tieren und eine ziemlich windschiefe, aber dennoch große Hütte.
Die Box, aus der ich gekommen war, befand sich so ziemlich in der Mitte des Platzes, der Himmel über mir war leuchtend blau und nur vereinzelnd mit kleinen weißen Wolken bedeckt.
Schließlich glitt mein Blick wieder zurück zu der Jungenschar, die mich immer noch beobachtete.
Ich wollte gerade etwas sagen, da kam mir der dunkelhäutige Junge zuvor. „Das hier“ er machte eine ausladende Bewegung mit den Armen „nennen wir die Lichtung.“, erklärte er. „Und deswegen nennen wir uns die Lichter.“
Er schwieg einen Moment, senkte die Arme und seufzte dann laut auf. „Ach, wem mache ich hier was vor: es ist ziemlich schräg, dass du ein Mädchen bist, nur damit du's weißt, seit zwei Jahren kommt immer regelmäßig im Abstand von einem Monat ein Junge mit dieser verdammten Box an und jetzt plötzlich...“
Der Junge unterbrach sich selbst und fuhr sich mit den Händen durch die kurzen Haare. „Aber vielleicht hat es irgendwas zu bedeuten.“ Er wandte sich an den blonden Jungen. „Wir sollten vielleicht eine Versammlung einberufen.“
„Und worüber reden?“, fragte ein Asiate, der muskulöse Arme und Beine besaß und ziemlich stark aussah.
„Was sollen wir denn bitte dabei rausfinden, wenn wir nur darüber reden, warum sie hier ist?“, sagte eine Stimme mit einem vorwurfsvollen Unterton, die mir bekannt vorkam, denn es war die seltsam schnarrende Stimme des Jungen, der den Dunkelhäutigen aufgefordert hatte, ihnen zu erzählen, was in der Box war. Als ich in die Richtung schaute, aus der die Stimme kam, stach mir die Person, zu der sie gehörte, sofort ins Auge. Es war ein Junge, der, wie alle anderen, so aussah, als sei er um die sechzehn Jahre alt. Auch er besaß relativ große Muskeln, helle Haut und kurze Haare, doch das besondere an ihm waren seine seltsamen Augenbrauen, denn sie waren so geschwungen, dass er die ganze Zeit so aussah, als wäre er zornig und skeptisch.
Scheinbar hatte er gemerkt, dass ich ihn beobachtete, denn er schaute mich ebenfalls an und als sich unsere Blicke kreuzten, lief mir sofort ein unangenehmer Schauer über den Rücken.
„Und vielleicht hat es ja nicht mal einen Grund.“, fügte der Junge hinzu, ohne mich aus den Augen zu lassen.
„Gott, dann halt nicht, du Depp! Woher soll ich denn verdammt nochmal wissen, warum die uns ein Mädchen geschickt haben?!“, fragte der Dunkelhäutige den Jungen genervt.
Als der gerade den Mund aufmachte, um etwas zu sagen, winkte der Dunkelhäutige ab und sagte: „Nein, vergiss es, ich will deine Stimme nicht hören. Erspar mir das bitte.“
Mit diesen Worten drehte er sich wieder zu mir. „Tut mir leid, das hier ist alles gerade ein wenig unkoordiniert. Wir werden jetzt einfach damit leben, dass du hier bist. Ich heiße Alby.“, erklärte er und hielt mir seine Hand hin.
Ich schüttelte sie, während er mich fragte: „Und mit wem habe ich die Ehre?“
Ich musste stutzen, denn ich wusste es nicht. Ich hatte keine Ahnung, wie ich hieß, wie alt ich war, wie ich aussah.
Während Alby und alle anderen Jungs mich erwartungsvoll anstarrten, wurde mir klar, dass ich jetzt etwas sagen musste und das bedeutete, dass ich zum ersten Mal meine eigene Stimme hören würde.
„Ehrlich gesagt, weiß ich es nicht.“, antwortete ich und zuckte dabei beinahe zusammen.
Es war seltsam, sich selbst reden zu hören, ohne mit der Stimme vertraut zu sein, doch irgendwie fand ich, dass sie zu mir passte, denn sie war hoch und klar.
Alby schaute mich überrascht an.
„Du weißt es nicht?“, fragte er verwirrt. Dann schaute er sich in der Menge um. „Wir konnten uns alle noch an unsere Namen erinnern.“
Als er das sagte, wurde mir erst bewusst, dass alle diese Jungs ebenfalls einmal diesen Moment erlebt hatten, in dem sie in der Box aufgewacht waren und sich an nichts mehr erinnern konnten. Nur noch an ihren Namen und nicht mal das konnte ich.
Langsam schüttelte ich den Kopf.
Alby schwieg einen Moment, dann sagte er: „Naja, bestimmt wird er dir in den nächsten Tagen einfallen.“
Ich nickte, doch ich teilte definitiv nicht die Zuversicht, die in seiner Stimme mitschwang. Wie sollte ich mich denn an meinen Namen erinnern?
„Ach, was ich noch sagen wollte“, hob Alby an und blickte dabei wieder in die Menge. „Ihr werdet die Finger von ihr lassen! Ihr alle! Ich weiß, sie ist ein Mädchen, aber wir werden sie genauso respektvoll behandeln, wie einen Jungen. Wer dagegen verstößt, den schubse ich eigenhändig die Klippe runter! Haben wir uns verstanden?“
Die Jungs nickten, während mir zum zweiten Mal an diesem Tag ein kalter Schauer über den Rücken lief. Es beunruhigte mich irgendwie, dass Alby es für nötig hielt den Jungs einzuschärfen, dass sie sich nicht an mich ranmachen sollten.
„Na gut.“, sagte Alby. „Dann geht jetzt wieder an eure Arbeit!“
Grummelnd verstreute sich die Menge wieder, nicht ohne mir noch einen letzten Blick zuzuwerfen.
Ich hörte einige von ihnen im Weggehen murmeln:
„Die Kleine ist ja echt süß.“, „Es ist wirklich schräg, dass wir jetzt ein...Mädchen hier haben!“ und „Mal gucken, wer Albys Verbot als erstes bricht.“
Als ich das hörte, wurde mir irgendwie unwohl. Hoffentlich schlossen sie nicht irgendwelche Wetten ab.
Und der eine hatte gesagt, dass ich süß wäre und das ließ mich nachdenklich werden. Wie sah ich denn überhaupt aus?
Alby war es, der plötzlich meine Gedanken unterbrach. „Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich das schaffe, die Tour mit dir selbst zu machen.“, sagte er, wobei ich mich sofort fragte, was für eine Tour er meinte. Bevor ich nachfragen konnte, drehte Alby sich herum und meinte: „Vielleicht kannst du das ja für mich machen?“
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