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Die Menschen, die mich lieben

GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Eustass 'Captain" Kid Marco der Phoenix Monkey D. Ruffy Puma D. Ace / Gol D. Ace Sabo Trafalgar Law
23.01.2015
07.06.2015
13
41.060
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11.02.2015 3.323
 
Meine Starre, ausgelöst durch den Schock, löst sich langsam auf und ein wütender Ausdruck tritt auf mein Gesicht. Ich reiße meine Hände los, was Arlong scheinbar nicht erwartet hat, denn er bemüht sich nicht, mich zurück zu halten.
„Woher weißt du von Ruffy?“, knurre ich ihn an. Ich bin mit einem Satz auf den Beinen und starre ihn von oben herab in angespannter Haltung an. Er jedoch bleibt gelassen kniend auf dem Boden und grinst frech vor sich hin: „Sagen wir doch einfach, es gibt noch mehr Leute, die dich nicht leiden können. Und die haben mir netterweise verraten, welche Methoden bei dir am besten funktionieren.“ Noch mehr Leute? Von wem redet er? Akainu würde sich doch nicht mit solchen unwichtigen Schülern abgeben, oder?
„Was genau willst du damit erreichen einen hilflosen Jungen zu schlagen, hä?!“ Ich merke, wie mein Körper zittert vor Anspannung. Ich balle die Hände zu Fäusten, um mich unter Kontrolle zu halten.
„Du sollst aufhören dich hier so aufzuspielen, nur weil du denkst du wärst gut in Basketball. Wir sind hier die besten und wir sind auch diejenigen, die ins Team kommen werden. Und das ganz sicher ohne dich! Hast du das verstanden?“ Mittlerweile ist auch er aufgestanden und hat sich bedrohlich vor mir aufgebaut. Aber ich schrecke nicht im Mindesten zurück. Nur weil er groß ist, muss ich keine Angst haben. Ich bin um einiges schneller und geschickter, das weiß ich.
„Nur weil du 'ne Niete im Sport bist und nicht gegen mich ankommst machst du so einen Aufstand? Lern besser zu spielen, statt deinen Neid in Form von Aggressionen rauszulassen.“ Ich merke, wie ich deutlich entspannter bin. Arlong ist absolut kindisch und überhaupt nicht ernst zu nehmen. Seine Beweggründe hören sich an, als würden sie von einem kleinen Kind kommen. Wobei nicht einmal Ruffy einen solchen Mist von sich gegeben hat, als er klein war. Ich meine, er und seine Anhängsel spielen nicht mal richtig Basketball. Sie rennen zu viert auf Schwächere zu, während der fünfte freie Bahn hat, um Punkte zu machen. Und weil das bei mir nicht funktioniert, fällt ihm nichts besseres ein, als mir zu drohen? Lächerlich!
„Was hast du gerade gesagt?“ Ich kann förmlich riechen, wie die Wut in Arlong hochkommt und seine angespannten Arme unterstreichen es zusätzlich. Was denn? Die Wahrheit kann er also auch nicht hören? Plötzlich fühle ich einen stechenden Schmerz auf meiner Nase und mein Kopf schnellt ruppig zurück. Ich drohe, nach hinten umzufallen, kann mein Gleichgewicht aber gerade so noch halten. Ich fasse mir geschockt mit der Hand an die brennende Nase und sehe, wie das Blut über meinen Handrücken läuft. Arlong hat mich tatsächlich geschlagen. Seine Faust war so schnell, dass ich sie überhaupt nicht kommen gesehen habe. Verdammt! Ich starre ihm für genau drei Sekunden wütend in die Augen und registriere sein triumphierendes Lächeln. Ich mache einen Satz nach vorne, stoße ihn um und verpasse ihm dabei einen Schlag ins Gesicht. Meine Faust brennt danach höllisch. Ich glaube, ich habe den Mund getroffen, seine Zähne haben meine Hand nicht ganz unversehrt gelassen. Dafür ist seine Lippe mächtig aufgeplatzt und ihm läuft Blut am Kinn entlang. Ich sehe aus den Augenwinkeln, wie ein wütender Kid auf uns zukommt. Law und Marco ein wenig hinter ihm. Die sollen mich bloß in Ruhe lassen, ich kann das auch alleine regeln! Den Gedanken verwerfe ich schnell, als ich spüre, wie meine Arme von hinten gepackt und festgehalten werden. Scheinbar sind Kiss und Schwarzgurt, die Muskelpakete, geübt darin jemanden so zu umklammern, dass er sich nicht los machen kann. Arlong steht längst wieder, von seinem widerlichen Lächeln ist nicht das Geringste übrig. Dafür ziert mein Gesicht ein breites Grinsen. Sie wollen mich also festhalten, während einer auf mich einschlägt. Das hätte man von denen ja erwarten können. Das Wort „fair“ existiert in ihrem Wortschatz scheinbar wirklich nicht. Ich freue mich schon beinahe darauf, Arlongs Fäuste auf mir zu spüren. Er soll sehen, wie viel ich einstecken kann. Bevor ich den Gedanken richtig zu Ende denken kann, spüre ich schon den ersten Schlag im Magen. Ich unterdrücke ein Keuchen mühelos, obwohl deutlich Kraft dahinter gesteckt hat. Ich bin schlimmeres gewohnt. Er kann den ganzen Tag so weitermachen, ich würde ihn weiter angrinsen, solange er mich sieht. Vor so jemandem Schwäche zeigen kommt für mich nicht in Frage. Der nächste Hieb folgt schnell auf dieselbe Stelle wie zuvor. Will der mir meine Organe kaputtschlagen oder was? Er tritt ganz nah vor mich, schmunzelt direkt vor meinem Gesicht vor sich hin.
„Alleine gegen mich zu kämpfen traust du dich wohl nicht, was?“, ich lache extra laut, damit alle Schüler, die sich mittlerweile um uns herum versammelt haben, es hören. Das muss beschämend für ihn sein. Schließlich weiß jeder, wie eine faire Schlägerei unter zwei Männern aussieht. So wie jetzt jedenfalls nicht. Ich sehe, wie Arlong wütend die Lippen zusammenpresst. Bevor er zum nächsten Schlag ausholen kann reiße ich mein Bein nach oben und trete ihm mit voller Kraft in den Schritt. Er zieht geschockt die Luft ein und krümmt sich vor Schmerzen, während ich leise vor mich hin lache. Obwohl sie zu dritt sind, kann ich immer noch austeilen. Eigentlich müsste jetzt der Vierte von ihnen kommen, oder nicht? Vielleicht ist es dann doch eine zu große Blamage. Arlong richtet sich auf, atmet jedoch immer noch schwer ein uns aus. Da hab ich wohl eine empfindliche Stelle getroffen.  Ich beobachte die Faust meines Gegners, wie sie sich demonstrativ hebt, doch bevor sie zum Einsatz kommen kann, wird sie von einer Hand festgehalten. Arlong dreht sich verwundert um und starrt einem wütenden Kid direkt ins Gesicht.
„Zwei gegen drei ist ein wenig anspruchsvoller, du Fischfresse, oder was meinst du Ace?“  Mein Grinsen wird bei seinen Worten noch breiter, das müsste als Antwort reichen. Ich registriere Law, der etwas abseits von uns steht und Marco ganz ruhig an der Schulter festhält. Mein Freund starrt mich mit einer Mischung aus Wut und Besorgnis an, doch ich weiche seinem Blick aus. Ich bin froh, dass der Tätowierte ihn zurück hält.
Kiss, der meinen linken Arm festgehalten hat, hat unbewusst locker gelassen, sodass ich leicht mit der Faust ausholen und sie ihm nach hinten ins Gesicht schlagen kann. Es kann nicht sonderlich weh getan haben, aber es erfüllt seinen Zweck. Er lässt mich augenblicklich los. Schwarzgurt packt mich daraufhin fester und dreht mir den Arm schmerzhaft auf den Rücken. Jetzt wird es schon schwieriger ein schmererfülltes Stöhnen zu unterdrücken. Es fühlt sich an, als würde er meine Schulter auskugeln und meinen Arm ausreißen wollen. Ich wusste gar nicht, dass man mit einem Arm so weit und auf eine so unnatürliche Art nach hinten kommen kann.  Mein Gesicht ist schmerzverzerrt und gerade, als ich den Versuch starten will mich loszumachen, höre ich Sabos Stimme bedrohlich und leise hinter mir: „Lass ihn los.“
Ich drehe meinen Kopf leicht nach hinten, um ihn anschauen zu können und was ich sehe verschlägt mir den Atem. Mein großer Bruder steht angespannt und mit wutverzerrtem Gesicht neben Schwarzgurt und hält ihm eine schwarze Waffe an die Schläfe. Eine Waffe. Was zum Teufel hat Sabo mit einer Waffe zu tun?! Mein Arm wird schlagartig losgelassen und ich halte mir die schmerzende Schulter und sehe, wie das Blut von meiner brennenden Nase vor mir auf den Boden tropft.  

Hoffentlich ist sie nicht gebrochen. Ich schaue zu Kid rüber und dieser sieht mit gerunzelter Stirn zu meinem Bruder. Ihm scheint die Situation ebenso wenig zu gefallen, wie mir. Verdammt, ich kann das auch alleine regeln! Sabo nimmt die Waffe vorsichtig runter, ohne seine bedrohliche Haltung aufzugeben und starrt hasserfüllt zu Arlong, bleibt aber dort stehen, wo er gerade ist.
Mr. Aokiji, der bis eben nicht eingegriffen hat, meldet sich mit gehetzter Stimme zu Wort: „Geht euch alle umziehen, der Unterricht ist vorbei. Und ihr geht ins Krankenzimmer.“ Warum ist er denn so gereizt? Ich dachte immer ihm gefällt es nutzlos einen Streit zu beobachten.
Wollte der gute Herr etwa nicht weiterhin zuschauen? Ich knirsche angespannt mit den Zähnen und beobachte, wie sich die Menge auflöst. Arlong, Kiss und Schwarzgurt sind als erstes verschwunden. Wenige Sekunden später stehen wir alleine in der großen Sporthalle. Kid kommt auf mich zu und grinst mich frech an, was ich erwidere: „Wie lange hättest du so weiter gemacht, du Spinner?“ Er lacht laut und klopft mir auf die Schulter. Glücklicherweise auf die Linke, ich weiß nicht, ob die Rechte gerade irgendeine Form von Berührung ertragen könnte. Bewegen kann ich den Arm auf jeden Fall schon mal nicht.
„So lange, bis ihm langweilig geworden wäre.“ Ich stimme in sein Lachen ein.
„Hört gefälligst auf zu lachen! Das ist nicht einen Meter komisch!“, zischt Sabo. Ich starre ihn erstaunt an. Er ist doch sonst nicht so verklemmt.
„Du stehst da und lässt dich von den Wichsern schlagen und lachst, als ob es dir gefallen würde. Ich hab versprochen, dass dir nie wieder jemand wehtun wird und ich gebe mein Bestes, um dieses Versprechen zu halten, aber du könntest schon ein bisschen selbst auf dich aufpassen, anstatt hier den Masochist zu spielen.“  
Mit jedem seiner Worte verfinstert sich mein Gesichtsausdruck spürbar und ich muss mich stark zusammenreißen, um ihn nicht auch anzuschreien. Dazu habe ich einfach kein Recht. Er versucht nur mich zu beschützen, so wie immer. Dass er bei dem Thema Gewalt so stark reagiert ist nur verständlich, auch wenn seine Worte so nicht sein mussten.
Ich spüre, wie Sabo sich merklich beruhigt und höre es wenige Sekunden darauf deutlich in seiner Stimme: „Es reicht nicht, wenn du hier auf die Krankenstation gehst, du musst zu einem richtigen Arzt. Du siehst echt furchtbar aus. Marco kümmerst du dich darum?“ Er wirft meinem Mitbewohner einen kurzen Blick zu, der ihn scheinbar zufrieden stellt. Dann sieht er mich wieder sanft an: „Ich muss dringend mit Garp reden, ich kann nicht mitkommen. Tut mir leid.“ Skeptisch ziehe ich die Augenbrauen zusammen: „Nicht schlimm. Was hast du denn so wichtiges, dass du zum Alten gehst?“  Wenn die beiden etwas besprechen müssen kann es nur ernst sein.
„Mach dir darüber mal keinen Kopf Kleiner.“ Sabo wuschelt mir kurz durch die Haare und verschwindet dann aus der Sporthalle.
Law setzt sich in Bewegung um kommt langsam auf Kid und mich zu. Er bleibt direkt vor mir stehen, nimmt mein Kinn in die Hand und dreht mein Gesicht hin und her.
„Könnte gebrochen sein. Muss ich mir genauer anschauen, am besten nicht hier.“ Ohne ein weiteres Wort läuft er voraus und ich sehe den Rothaarigen fragend an.
„Emo will mal Arzt werden. Manchmal kommt es mir so vor, als hätte er das ganze Medizinstudium schon hinter sich.“ Er verdreht die Augen und geht ihm nach. Ich bleibe unschlüssig stehen und schaue dann Marco an, der sich die ganze Zeit ruhig verhalten hat. Ohne ein Wort zu sagen schnappt er sich meine linke Hand, verschränkt unsere Finger miteinander und zieht mich mit sich raus, aus der Sporthalle. Während wir ein kleines Stück hinter Kid und Law auf unser Zimmer gehen kann der Blonde seine Besorgnis nicht mehr zurück halten: „Alles okay bei dir?“ Ich schenke ihm ein breites Grinsen, um zu verhindern, dass er sich aufregt: „Ja alles bestens. Und bei dir? Du siehst sauer aus.“
Marco seufzt leise auf: „Ich bin nicht sauer, aber weißt du wie schwer es mir gefallen ist, nicht auf die Deppen loszugehen?“
„Was hat dich davon abgehalten, es zu tun?“ Ich bin froh, dass er nicht eingegriffen hat, aber so wie ich Marco einschätze,  passt das gar nicht zu ihm. Einen übertriebenen Wutanfall hätte ich da schon eher erwartet.
„Ich wollte eigentlich schon zu dir, als Arlong so aggressiv auf dich zu gerannt ist. Aber Kid meinte, es ist besser, wenn wir dich das regeln lassen. Und als es brenzlig wurde hat er gesagt, es wäre, ich zitiere, absolut bescheuert für dich, wenn ausgerechnet ich dir helfe. Und Law war ausnahmsweise seiner Meinung und deswegen durfte ich dastehen und zuschauen, wie du dich fröhlich schlagen lässt.“, seine Stimme klingt von Satz zu Satz vorwurfsvoller.
„Das war gut so, wie du´s gemacht hast.“, versuche ich ihn zu beruhigen, aber sein Miene hellt sich kein Stück auf. Ob es ihn stört, dass ich nicht will, dass er mir hilft? Das tut er doch so schon oft genug. Ich beobachte, wie Kid und Law vor uns in unser Zimmer gehen und die Tür offen stehen lassen. Ich bleibe kurz davor stehen und stelle mich auf die Zehenspitzen, um dem überraschten Marco meine Lippen aufzudrücken. Er schlingt augenblicklich seine Arme um mich und drückt dabei meine rechte Schulter. Ich zucke vor Schmerzen zusammen und entferne mich ein Stück von ihm.
Er murmelt ein leises: „Sorry.“, und zieht mich dann ins Innere des Zimmers. Er schließt die Tür hinter uns und ein kurzer Blick zu ihm verrät mir, dass seine Laune sich gebessert hat, obwohl ich den Kuss unterbrechen musste.
„Ace, setz dich aufs Bett. Ich muss mir deine Nase anschauen. Tut dein Magen weh?“
Brav setze ich mich auf Marcos Bett und ziehe ihn neben mich. „Nein, tut nicht weh.“ Ich höre meinen Freund neben mir seufzen. Wie war das noch gleich mit dem Lügen? Ach ja. Funktioniert einfach nicht.
„Er hat sehr wohl Schmerzen. Und irgendwas stimmt mit der rechten Schulter nicht.“, erklärt er für mich, da ich keine Anstalten mache, meine Aussage richtig zu stellen. Kid schmunzelt ein wenig, aber Laws Miene bleibt emotionslos.
„Dann musst du dein Oberteil ausziehen.“ Ich verdrehe die Augen, weil er so ernst ist. Ich packe mein Sportshirt und will es mir über den Kopf ziehen, was mir leider total misslingt. Als ich meinen rechten Arm nur ein kleinen wenig nach oben ziehe, halte ich laut keuchend in der Bewegung inne. Ich beiße mir auf die Lippe, damit kein weiterer Schmerzenslaut zu hören ist. Mein Gesichtsausdruck spricht ohnehin Bände. Marco legt besorgt seine Hand auf meine gehobene, schmerzende und drückt sie langsam nach unten, sodass sie auf meinem Bein ruht und nicht mehr weh tut.
„Lass das mal lieber, Ace. Marco, hast du hier irgendwo eine Schere rumliegen? Dann können wir das T-Shirt aufschneiden.“ Aufschneiden? Ich mag das Oberteil.
„Ähm…ich hatte mal eine. Irgendwo. Vielleicht hab ich sie auch verloren.“, murmelt der Blonde verlegen vor sich hin und kratzt sich am Kopf. Er sieht unglaublich süß dabei aus und ich kann nicht anders, als ihm einen Kuss auf die Wange zu drücken. Marco lächelt mich daraufhin an und beugt sich zu mir rüber, bis seine Lippen an meinem Ohr liegen: „Warte du mal, bis die beiden weg sind.“ Seine geflüsterten Worte hinterlassen eine Gänsehaut an meinem ganzen Körper und leichte Vorfreude durchzuckt mich bei dem Gedanken an seine Lippen.
„Ach, wofür brauchen wir denn eine Schere.“, lacht Kid und kommt zielsicher auf mich zu. Vor mir bleibt er stehen und ich blicke ihn verständnislos an. Ich beobachte, wie seine muskulösen Arme sich deutlich anspannen, dann packt er den Kragen meines Shirts und zieht mit einem festen Ruck daran und ein lautes, reißendes Geräusch ertönt. Er hat mein T-Shirt mit Leichtigkeit in Fetzen gerissen, die er jetzt achtlos auf den Boden wirft. Marco starrt Kid einen kurzem Moment lang erstaunt an, ehe er seinen Blick auf meine nackte Brust richtet. Einen kurzen Augenblick denke ich, dass es ihn anmacht, bis ich merke, dass er die großen, dunkelroten Stellen an meinem Bauch anstarrt. Law geht mit zügigen Schritten auf mich zu und befiehlt mir, mich hinzulegen und ich lasse mich schwungvoll auf den Rücken fallen. Er öffnet seinen riesigen Erste-Hilfe-Koffer und holt irgendwelche Dinge heraus. Woher hat er den Koffer eigentlich? Der Tätowierte kniet sich neben mich aufs Bett und betastet vorsichtig meinen Bauch. Es tut weh, wenn er mich berührt, aber es ist auszuhalten, also liege ich ohne einen Ton von mir zu geben da und warte auf sein Urteil.
„Das gibt ein paar ganz schön heftige Hämatome. Im Moment sieht es noch harmlos aus, aber morgen wird es viel schlimmer sein und wahrscheinlich auch mehr wehtun.“ Er reicht Marco eine weiße Tube.
„Damit kann man dem ein wenig entgegen kommen, aber viel wird es nicht bringen. Immer morgens und abends eincremen.“ Der Blonde nickt und legt die Tube auf seinen Nachttisch. Dann wendet sich Law meiner Nase zu. Er wischt das ganze Blut mit einem feuchten Tuch weg und tastet mich ab. Ab und zu fragt er, ob dies oder jenes schmerzt und nickt immer wieder fachmännisch. Er drückt mir ein Spray in die Hand: „Scheint, als wäre es eine offene Wunde. Du musst sie regelmäßig desinfizieren. Kann brennen, muss aber sein. Gebrochen ist sie zum Glück nicht. Wenn da nichts dran kommt, wird es auch nicht weiter weh tun. Ein wenig blau werden könnte es trotzdem.“ Ich nicke nur kurz, froh darüber, dass die Nase heil geblieben ist. Jetzt drückt Law auf meinem rechten Arm und auf der Schulter herum und wiederholt das Spiel von vorhin. Mit dem leichten Unterschied, dass ich jetzt bei jeder Berührung zusammenzucke. Nach kurzer Zeit wird Laws Miene immer finsterer, was mich unwillkürlich schlucken lässt. Hoffentlich ist es nichts ernstes. Darauf hätte ich zurzeit gar keine Lust!
„Hm … Also ich kann so nicht genau sagen, was kaputt ist. Ich gehe stark von einer Schulterluxation  aus, dass bedeutet also es muss eine Kernspin Untersuchung gemacht werden.“
„Emo, abgesehen von dir versteht keiner, was du da redest. Also komm mal wieder auf den Boden du Freak!“, motzt Kid drauf los.
„Ich gehe davon aus, dass wichtige stabilisierende Weichteile der Schulter, wie Bänder oder eine Gelenklippe überdehnt oder zerrissen sind. Das heißt seine Schulter ist instabil. Um das genaue Ausmaß des Schultergelenkschadens feststellen zu können muss ein MRT gemacht werden. Hast du´s jetzt verstanden Gothic?“
„Wie behandelt man das denn?“, frage ich misstrauisch nach und ignoriere den kleinen Wortwechsel zwischen den beiden. Es klingt nämlich nicht so harmlos, wie ich es gerne hätte.
„In den meisten Fällen muss es operiert werden, damit man wieder eine belastungsfähige und schmerzfreie Schulter hat. Wenn du ganz viel Glück hast sind die Bänder nur ein wenig überdehnt. Dann musst du die Schmerzen ertragen und deine Schulter eine ganze Zeit lang schonen.“
„Und was ist bei mir der Fall?“, meine Stimme klingt ungewollt panisch. Ich will nicht operiert werden!
„Ace er hat doch gesagt, du musst ein MRT machen, um es genau zu wissen.“ Marco streicht mir beruhigend über die Wange und lächelt mich an. Aber um ehrlich zu sein bringt mir das im Moment nichts, als Schmetterlinge im Bauch. Die Angst bleibt trotzdem. Aus dem schlichten Grund, dass ich nicht tagelang alleine im Krankenhaus verbringen will. Ich hasse es dort!
„Es ist noch sehr früh und ich habe Bekannte im Krankenhaus. Ich denke ich schaffe es, dir einen schnellen Untersuchungstermin zu beschaffen.“ Law schnappt sich sein Handy und verlässt das Zimmer um zu telefonieren. Ich setze mich auf und lehne mich erschöpft an Marco. Meine Nase brennt, mein Kopf dröhnt, meine Schulter pocht und auf meinem Bauch herrscht ein unangenehmer Druck. Es ist einfach nur nervig! Hoffentlich haben Arlong, Kiss und Schwarzgurt auch ordentlich was abbekommen! Marco schlingt seinen Arm um meine Taille und drückt mich sanft an sich.
„Was war das eigentlich mit Sabo?“, meldet sich Kid zu Wort. Ich zucke nur hilflos mit den Schultern. Ich habe keine Ahnung, aber es wäre wirklich interessant zu wissen.
„Wieso zum Teufel hat er eine Waffe? Und warum droht er bei einer schlichten Schlägerei damit?“, Kid klingt mehr als neugierig, aber Marco und ich sind genauso ratlos wie er. Mein Bruder muss mir einiges erklären. Ich lasse meinen Kopf auf den Schoß meines Freundes sinken, schließe müde die Augen und genieße seine Hände, die mir durch die Haare streichen.  
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Hier ist das neue Kapitel, ich hoffe es gefällt euch:) Es wurde noch nicht vollständig kontrolliert, also verzeiht mir, falls ein paar Fehler zu viel drin sind. Immerhin ist es schon spät:D Freue mich über Reviews!
Bis zum nächsten Mal, Bright Sunrise:)
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