What happens next

von Julirot
KurzgeschichteRomanze / P12
Kensi Blye Marty Deeks
22.01.2015
22.01.2015
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What happens next


Sie stand vor seiner Wohnungstür und hob den Arm, um zu klopfen, ließ ihn dann jedoch wieder sinken und starrte eine Weile auf das helle Holz. Sie konnte sich nicht durchringen, zu ihm zu gehen, hatte keine Ahnung was nun weiter passieren würde. Sie hatten sich geküsst, waren sich einig gewesen, dass diese Spielchen aufhören mussten, dass sie alles auf eine Karte setzen und quasi „all in“ gehen würden. Doch was war danach passiert? - Nichts -
Kensi war frustriert und sie hasste es, dass einfach alles so weiter lief wie bisher. Doch was sollte sie tun? Sich ihm an den Hals werfen? Ihn auf eine einsame Insel entführen? Ihn zu seinem Glück zwingen? Nein, so war sie nicht und so wollte sie auch nicht sein. Es musste auch etwas von ihm kommen. Sie konnte nicht die ganze Arbeit alleine machen. Und so stand sie wieder einmal vor seiner Tür und wartete auf das Quäntchen Mut, welches sie zum Klopfen bringen sollte. Doch es kam nicht und sie drehte sich einfach wieder um, wie schon die letzten Male zuvor und ging langsam die Treppe hinunter in Richtung ihres Autos. Als sie es schon fast erreicht hatte, da stand er plötzlich vor ihr, in Trainingsklammotten, verschwitzt und mit einem Grinsen auf dem Gesicht.
„Hi Kens, wolltest du zu mir?“ fragte er und blieb vor ihr stehen.
„Äh .. nein, ich meine … ja...irgendwie schon.“ Er hob eine Augenbraue und schaute sie forschend an.
„Ich war nur gerade eine Runde laufen“, erklärte er völlig unnötigerweise und deutete hinter sich.
„Sehe ich“, meinte sie und musterte ihn. Verdammt, warum sah er nur so gut aus? Sie hatte gehofft, sie hätte ihre Sehnsucht im Griff, so wie er es offensichtlich konnte, doch sie hatte sich getäuscht. Sie wollte ihn am liebsten an sich ziehen, ihm die Kleider vom Leib reißen, ihn küssen, ihn spüren...
„...Kaffee trinken?“ hörte sie noch einige Fetzen seines letzten Satzes und erwachte abrupt aus ihrem Tagtraum. „Kensi?“ fragte er, als er merkte, dass sie nicht bei der Sache war.
„Oh .. ähm, sorry, was hast du gefragt?“
„Ich fragte dich, ob du einen Kaffee trinken willst?“ Sie nickte eilig und er trat zu ihr, legte ihr dann wie selbstverständlich den Arm um die Schultern und zog sie mit sich fort hinauf in seine Wohnung. Kensi war irritiert. Sie wusste nicht was das Ganze jetzt wieder sollte. Er war die ganze letzte Woche so sehr auf Distanz bedacht gewesen, dass er sie nicht ein einziges Mal angefasst hatte, nicht mal aus Versehen und nun das. Sie verstand ihn einfach nicht. Und doch ließ sie sich jetzt mit ihm fortziehen und landete schließlich in seinem Wohnzimmer, wo es so sehr nach ihm aussah.
„Setz dich. Ich will nur schnell unter die Dusche“, sagte er und drehte sich zögernd um, musterte sie noch einmal von oben bis unten und Kensi spürte wie sie rot wurde.
„Okay.“ Sie ließ sich aufs Sofa sinken und starrte ihn an. Er zwinkerte ihr zu und verschwand dann in Richtung Badezimmer. „Mach es dir gemütlich, Kenselina...fühl dich wie zu Hause“, rief er ihr noch zu und dann hörte sie das Wasser rauschen. Sie wusste nicht was sie hier eigentlich genau wollte. War sie dabei ihn zur Rede zu stellen? Wollte sie ihn beschimpfen, befragen, küssen, lieben. Sie wusste es nicht. Sie war unsicher und irgendwie völlig verwirrt. Es kam ihr wie eine Ewigkeit vor, aber plötzlich stand er wieder im Raum, in der Hand zwei Tassen mit dampfendem Kaffee und setzte sich neben sie auf die Couch. Seine Haare waren noch feucht und er hatte sich eine kurze Shorts und ein T-Shirt übergeworfen, seine Füße waren nackt. Kensi schluckte und nahm dann den Kaffee, verbrannte sich beinahe die Zuge und stieß einen leisen Fluch aus.
„Vorsicht heiß“, sagte er und nahm ihr die Tasse wieder ab.
„Ein bisschen spät für eine Warnung“, entgegnete sie und er sah sie wieder an mit diesem Blick, den sie nicht deuten konnte. Was dachte er nur? Was fühlte er? Er versteckte sich selbst immer hinter Ironie, Wortwitz und diesem verdammten Lächeln, welches sie jedes Mal dahinschmelzen ließ, aber sie hatte in letzter Zeit den ernsthaften, verbindlichen Deeks nicht gesehen. Hatte sie sich zu weit vorgewagt indem sie ihm vorschlug endlich mutig zu sein und eine Beziehung einzugehen? Er stellte ihre Tassen auf den Tisch und drehte sich dann ein wenig weiter zu ihr herum, schaute sie an und legte die Stirn in Falten. Kensi starrte ihm in die Augen und ihre Blicke trafen sich. Sie musste die Luft anhalten so sehr durchzuckte es sie und ließ sie für einen Moment zittern. Er hob die Hand und strich ihr eine Strähne hinters Ohr, ließ seine Hand dann einen Moment an ihrer Wange liegen und ihr wurde heiß und kalt zugleich.
„Was?“ fragte er leise, als er ihren Blick sah.
„Deeks ...ich ...“ Sie verschluckte sich fast an ihren Worten und kam nicht weiter.
„Ja?“
„Verdammt was soll das?“ Sie sprang auf und schaute ihn an.
„Was soll was?“ fragte er verwirrt.
„Das hier?“ Sie deutete um sich herum.
„Ich weiß nicht was du meinst“, sagte er und schaute zu ihr auf. Er sah aus wie ein kleiner Junge, der nicht genau wusste, was er hier eigentlich zu tun hatte.
„Oh doch, du weißt ganz genau was ich meine.“
„Ach ja?“
„Stell dich bitte nicht bescheuerter an als du bist. Ich meine dieses ganze Umeinanderherumgelaufe, das Ausweichen, das … ich weiß auch nicht. Wir haben gesagt, keine Spielchen mehr, erinnerst du dich?“ fuhr sie ihn nun an. Er stand auf.
„Ich weiß.“
„Warum machst du es dann immer noch?“
„Ich spiele nicht.“
„Doch, das tust du. Du ignorierst mich einfach.“
„Du hast ja keine Ahnung“, sagte er leise und sie blickte ihm wieder in die blauen Augen.
„Dann erklär's mir. Wenn du nämlich mit mir zusammen sein willst, dann solltest du es auch richtig machen.“ Sie war aufgebracht, sie war wütend und das ließ sie ihn spüren.
„Du willst Verbindlichkeiten?“
„Ja, das will ich“, sagte sie fest und stemmte die Hände in die Hüften.
„Du siehst einfach total niedlich aus, wenn du wütend bist.“
„Deeks...“ Ihre Augen sprühten Funken und wenn Blicke töten könnten, dann wäre es in diesem Moment um ihn geschehen gewesen.
„Ich habe mich das auch schon gefragt“, sagte er.
„Was hast du dich gefragt?“ Er machte sie einfach nur wahnsinnig.
„Was passiert als nächstes mit uns? Wie geht es weiter?“
„Kann es denn so schwer sein?“
„Ja, kann es. Ich bin nämlich schüchtern.“ Er grinste schief.
„Was?“ Nun musste sie lachen, obwohl ihr eigentlich nach schreien zumute war. Konnte es sein, dass er einfach keine Ahnung hatte was er tun sollte? Konnte es sein, dass er sich fürchtete, vor ihr, vielleicht davor irgendetwas falsch zu machen und dafür lieber gar nichts tat?
„Ich will es nur richtig machen, dieses Mal“, sagte er und nahm ihr damit den Wind aus den Segeln.
„Wie richtig ist denn richtig?“ fragte sie und trat auf ihn zu. Sie spürte wieder ihr Herz, welches immer schneller klopfte je näher sie ihm kam.
„Ich will nur, dass es funktioniert“, sagte er und wiederholte damit noch einmal die Worte, die er ihr nach ihrem ersten Mal vor mehr als einem Jahr schon einmal gesagt hatte. Damals hatte sie einen Rückzieher gemacht, doch dieses Mal war es anders. Dieses Mal war sie eine andere, dieses Mal war er ein anderer und die Situation war eine andere.
„Dann sollten wir dafür sorgen, dass es funktioniert Deeks.“
„Okay.“ Sie hob eine Hand und legte sie ihm auf die Brust, ließ sie da liegen und berührte dann mit ihrer anderen Hand seine Wange. Er schloss die Augen und atmete hörbar aus und ein. Dann legte er seine Hände auf ihren Rücken und begann sie langsam nach oben wandern zu lassen. Kensi bekam eine Gänsehaut und lehnte sich gegen ihn, spürte seine Wärme und fühlte sich auf einmal als würde sie schweben. Er legte den Kopf ein wenig schief und dann waren seine Lippen an ihrem Hals, liebkosten sie ganz sacht und entfachten in ihr ein unglaubliches Prickeln. Sie zog an seinem Shirt und er hob die Arme, so dass sie es ihm ausziehen konnte. Dann strich sie ihm über die Schultern und die Arme, über die Brust und den Bauch, spürte seine weiche Haut und seine Muskeln und verursachte nun bei ihm eine Gänsehaut. Er zog sie wieder an sich heran und und seine Hände fanden den Weg unter ihr Shirt und öffneten ihren BH. Sie stöhnte ein wenig auf als er ihre Brust berührte und drückte sich wieder gegen ihn. Er manövrierte sie in Richtung Couch und legte sie dann sanft nach hinten, hielt sie fest und sie spürte seinen Körper, der schwer auf ihr zu liegen kam. Doch es war ein schönes Gefühl, ein Gefühl von beschützt werden, von Geborgenheit und von Leidenschaft. Sie wurden beide überwältigt von dem Verlangen nach dem jeweils anderen. Von einem Verlangen, das lange Zeit aufgestaut gewesen war, was sie nicht zugelassen hatten, aus Angst irgendetwas falsch zu machen. Doch es war Blödsinn gewesen, es hatte sie fast durchdrehen lassen. Sie hatten so viel Zeit vergeudet, hatten Spiele gespielt, waren umeinander herum getänzelt, hatten sich geneckt und geärgert und dabei ganz vergessen, was wirklich wichtig war. Sie befreiten sich langsam von ihren restlichen Kleidern, lagen nun nackt übereinander und küssten sich, streichelten sich und lernten sich auf eine neue, andere Art kennen. Und obwohl es nicht ihr erstes gemeinsames Erlebnis im Bett war, so fühlte es sich doch genau so an. Es war anders, es war wunderschön, es war Zuversicht, es war Vertrauen und es war endlich verbindlich. So war es vor einem Jahr noch nicht gewesen. Sie hatten sich schon viel zu lange gefragt was wohl als nächstes kommen würde in dem Spiel, das sie ihr Ding nannten. Und jetzt als sie sich körperlich vereinigten an diesem schönen Tag, auf seinem Sofa, ganz spontan, da wussten sie es mit einem Mal. Das was als nächstes kam, war nicht nur verliebt sein, nein, es war die Liebe.


ENDE
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