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Eine völlig neue Welt

von RebiCH
GeschichteAbenteuer, Drama / P18 / Gen
Ares Ephiny Gabrielle Joxer Najara Xena
21.01.2015
09.12.2015
51
108.989
 
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12.08.2015 1.691
 
Schlaflos



Ich konnte in dieser Nacht kein Auge zumachen. Ich wälzte mich hin und her, konnte aber beim besten Willen nicht einschlafen. Xena die Wache hielt, beobachtete, wie ich mich umher wälzte, auf der Suche nach einer bequemen Schlafposition, die ich leider nicht finden konnte. Entnervt stand ich auf. - Ich muss irgendetwas unternehmen, damit ich Müde werde. Ich hab echt keine Lust Stunden wach zu liegen. - „Na kannst du nicht schlafen? Wir könnten ein bisschen reden wenn du magst.“ Flüsterte Xena in meine Richtung, damit die anderen nicht erwachten. „Kein Bedarf!“ Meckerte ich genervt zurück. Ich schnappte mir mein Schwert und entfernte mich einige Meter. Xena sprang auf und hielt mich zurück. „Wohin willst du?“ Fragte sie hörbar misstrauisch. „Kann ich hier nicht eine Minute alleine sein?“ Ich drehte mich wütend zu ihr um und funkelte sie Böse an. „Unter den Umständen der letzten paar Tage nicht, nein. Das kann ich nicht verantworten. Auch wenn du uns alle wegstösst, du liegst mir, besser gesagt uns, trotzdem am Herzen. So schnell wirst du uns nicht los.“ Antwortete Xena enttäuscht. „Na gut, ich will  mich auspowern! Damit ich endlich schlafen kann! Du kannst jetzt wieder an deinen Platz zurückkehren.“ Sagte ich kühl und abweisend. „Na gut, aber du bleibst in meinem Sichtfeld.“ Mahnte Xena und liess mich alleine. - Endlich! - Ich suchte mir einen kräftigen Baum und schlug mit meinem Schwert darauf ein. Fetzen von Holzstücken schlugen mir entgegen. Meine Hiebe wurden immer kräftiger. Ich liess meine angesammelte Wut an den Baum aus. Der konnte zwar nicht’s dafür, doch ich musste irgendetwas unternehmen. Meine Wut wich irgendwann Trauer, Tränen flossen in Strömen meine Wangen hinunter. Meine Hiebe wurden immer schwächer, ich war komplett erschöpft. Wollte allerdings nicht, dass mich Xena in diesem Zustand zu sehen bekam. Die Tränen wollten einfach nicht aufhören. Ich spürte ihren Blick in meinem Rücken. - Sie beobachtet mich. -

Erschöpft liess ich mich auf den Boden sinken und begutachtete mein Schwert. Schockiert stellte ich fest, dass die Dämmerung bereits eingesetzt hatte. -Wie lange habe ich auf den Baum eingeschlagen? Das müssen ja Stunden gewesen sein. Das wird wohl nicht’s mehr mit meinem Schlaf.  - Ich drehte das Schwert in meinen Händen. Es faszinierte mich. Zog mich regelrecht in seinen Bann. - Es wäre ein leichtes, mir das Schwert ins Herz zu Bohren. Den Qualen endlich ein Ende zu bereiten. Es ist so scharf, es würde mit Leichtigkeit durch meine Haut gleiten.. - Jemand riss mich aus meinen Gedanken, mein Schwert wurde aus meiner Hand geschlagen. Schockiert stellte ich fest, dass ich mein Schwert gegen mich gerichtet hatte, und die Klinge genau in die Richtung meines Herzen gezeigt hatte. - Mist, das war jetzt wirklich keine Absicht. - Ich blickte auf und erkannte Xena, die schockiert vor mir stand. Ephiny erschien ebenfalls in meinem Blickfeld. Beiden war das Entsetzen anzusehen. - Das muss jetzt scheisse ausgesehen haben. - „Bist du von allen guten Göttern verlassen?! Ich glaube das ja nicht!“ Fand Xena ihre Sprache als erste wieder. Ich starrte traurig mein Schwert an, das nun in unerreichbarer Entfernung lag. „Was habt ihr denn? Ich habe bloss mein Schwert begutachtet, den Knauf. Regt euch nicht gleich auf!“ Versuchte ich mich hinaus zu reden. Etwas besseres fiel mir im Moment beim besten Willen nicht ein. Ephiny setzte sich vor mir auf den Boden. „Rebi erzähl uns keinen Quatsch! Du hast dir nicht den Knauf angesehen! Sprich mit uns.“ Forderte Ephiny nun und blickte mir direkt in die Augen. Ich wand den Blick ab und starrte auf meine Füsse. „Doch hab ich!“ Entgegnete ich stur. Ich hörte wie Xena und Ephiny verzweifelt aufstöhnten. „Wir sind nicht Dumm! Vergiss das nicht. Den Quatsch kauft dir niemand mehr ab.“ Entgegnete Xena, ich hörte Anspannung heraus. „Glaubt es oder nicht. Ist mir eigentlich ziemlich egal!“ Ich erhob mich und lief zu meinem Schwert. Ich hob es auf, steckte es in die Scheide an meinem Gurt und kehrte den zweien den Rücken zu. Ich setzte mich ans Lagerfeuer und blickte ins Feuer.

Xena und Ephiny weckte die anderen auf, Amarice schnarchte vor sich hin. Der Sabber lief ihr wiedermal aus dem Mund. - Wie kann man bloss so tief und fest schlafen? - Fragte ich mich. Gabrielle war wie immer bester Laune. - Immer gut gelaunt, wie immer. Wie kann man bloss so gut gelaunt aufstehen? - Najara war mir da schon ähnlicher, sie war ebenso ein Morgenmuffel. Stöhnend stand sie auf und streckte sich. Ihre Blonden Haare, glänzten in der aufgehenden Sonne. Gabrielle wechselte ihr den Verband aus. Callisto, erwachte von selbst und begutachtete uns alle misstrauisch. Ephiny setzte sich neben mich ans Feuer. Gabrielle, die Najara’s Verband bereits ausgewechselt hatte, bereitete das Frühstück vor. Sie kam ebenfalls ans Feuer. Mir fielen beinahe die Augen zu, so Müde war ich nun. „Guten Morgen Rebi. Gut geschlafen?“ Grüsste mich Gabrielle fröhlich. Als ich keine Antwort gab, musterte sie mich eingehend. „Fit sieht anders aus. Hast du Hunger?“ Fragte Gabrielle immer noch fröhlich. „Nein, ich hab keinen Hunger!“ Antwortete ich schon wieder genervt. Diese Fröhlichkeit konnte ich im Moment nicht ausstehen. Gabrielle verteilte das Frühstück. Es gab gebratenen Reis. Ich schob meine Schüssel lustlos weg. „Isst du das nicht?“ Fragte Amarice, die ihre Schüssel schon geleert hatte. „Kannst es haben.“ Antwortete ich. Dies liess sich Amarice nicht zwei mal sagen. Sie griff nach meiner Schüssel und leerte diese auch im Rekordtempo. Zur Missgunst von Xena. „Rebi du musst was essen! Du hast schon nichts zu Abend gegessen!“ Verlangte sie. „Hab keinen Hunger! Lass mich endlich in Ruhe!“ Xena verwarf die Hände und lief fluchend davon.

Kurze Zeit später ging die Reise zu den Amazonen weiter. Wir stiegen alle auf unsere Pferde und ritten weiter. Ich war so Müde, dass mir ständig die Augen zufielen. Amarice ritt neben mir her, und schlug mir jedes mal in die Seite. Wir ritten nun schon seit Stunden durch den Wald. Endlich hatten wir ihn durchquert, eine grüne Wiese erschien in meinem Blickfeld. In der Ferne konnte man ein Dorf erkennen. „Wir reiten um das Dorf herum!“ Verkündete Xena, die an der Spitze unserer Kolonne ritt. „Schade, ich könnte mal wieder neue Schuhe gebrauchen.“ Seufzte Gabrielle. Je näher wir dem Dorf kamen, desto seltsamer erschien mir die Lage. - Es ist so Still! Normalerweise hört man das Geschrei der Händler auf dem Marktplatz. Hier stimmt etwas nicht. - Xena schien dies ebenfalls zu bemerken. Sie hielt ihr Pferd an und lauschte. „Hier stimmt etwas nicht.“ Analysierte sie die Lage. Sie zog angespannt ihr Schwert. „Also ich kann nichts merkwürdiges hören.“ Stellte Gabrielle fest. „Genau das ist das Problem. Es ist zu Still! Um diese Uhrzeit müssten Geräusche zu hören sein.“ Erklärte Xena. Gabrielle dämmerte es langsam ebenfalls. „Du hast Recht! Wie schaffst du das nur immer? Das ist mir ein Rätsel.“ „Übung.“ Antwortete Xena lächelnd. „Dann lasst uns das mal ansehen!“ Fügte sie hinzu und Argo galoppierte los. Ich gab meinem Pferd ebenfalls die Sporen und zog mein Schwert.

Im Dorf angekommen war niemand zu sehen. Xena stieg von Argo. Wir taten es ihr gleich. Wir durchsuchten systematisch das Dorf. Keine Menschenseele war zu finden. - Wie ein Geister Dorf - Allerdings war unschwer zu erkennen, das vor kurzem noch Betrieb herrschte. Feuer brannten und Kochtöpfe quollen über. In unserem Blickfeld tauchte eine Scheune auf. Bewaffnete Männer standen davor. - Die gehören offensichtlich nicht zum Dorf! - Geschrei erklang aus der Scheune. Die Männer entzündeten Fackeln. „Ay ay ay ay ay!“ Xenas Kampfschrei erklang und sie stürzte auf die Männer zu. Callisto, Amarice, Najara, Ephiny und Gabrielle stürzten sich ebenfalls ins Getümmel. Aus der Scheune stürmten nun  bewaffnete Männer, die durch den Kampfschrei aufgeschreckt wurden. Es wurden immer mehr. Callisto fegte wie eine Abrisskugel durch die Gegner. Sie hinterliess eine Spur des Todes hinter sich. Ich zog ebenfalls mein Schwert und stürmte in den Kampf. Panische Dorfbewohner rannten nun ebenfalls aus der Scheune. Ich musste mehrmals hinschauen, um zu erkennen, ob es ein panischer Dorfbewohner war oder ein bewaffneter Gegner. Es herrschte nun ein riesen Chaos. Meine Müdigkeit verschlimmerte es nur noch.

Ein bewaffneter Gegner erschien vor mir. Ich rannte direkt in ihn hinein. Ich hatte nicht gesehen, dass er bewaffnet war. Ich stolperte benommen zurück. Er griff mich an. In letzter Sekunde parierte ich den Schlag und konterte. Mein Schwert traf seine Brust, doch es glitt nicht durch seine Rüstung. Der Mann lachte auf. „Ein stumpfes Schwert. Wie süss!“ Er lachte mich regelrecht aus. - Scheisse, der Baum war wohl doch keine gute Idee. Mein Schwert ist stumpf! - Der Mann griff erneut an, ich parierte, doch stolperte ich über meine eigenen Füsse. Ich viel Rückwärts auf den Boden, durch den Aufprall verlor ich mein Schwert. Der Mann lachte erneut auf. „Typisch Frau! Ihr gehört in die Küche!“ Lachte er. Der Mann schwang sein Schwert über seinen Kopf und liess es hinuntersausen. Kurz vor meiner Brust, wurde der Schlag abgeblockt. Ich erkannte Najara, die den Schlag mit ihrem Schwert abgeblockt hatte. Sie hielt es in der Linken Hand, dank mir musste sie nun mit der Linken Hand kämpfen, was ihr sichtlich schwerfiel. Najara griff nun an, der mann parierte allerdings gekonnt ihre Schläge. Plötzlich vernahm ich ein surren in der Luft. Der Kopf des Mannes fiel von seinen Schultern und landete neben mir auf dem Boden. Xena’s Chakram flog umher. - Volltreffer! - Najara zog mich auf die Beine. „Bleib hinter mir. Ich passe auf dich auf.“ Sagte sie und wehrte alle Angriffe ab. Sie beschützte mich. Nach kurzer Zeit flohen die verbliebenen Gegner in alle Richtungen davon. Die Dorfbewohner versammelten sich sichtlich Dankbar um uns. Sie bedankten sich für die Hilfe, danach zogen wir weiter. Das Amazonendorf war ganz in der Nähe. Noch etwa 4 Stunden entfernt.

Wir brachen sofort auf, zum entsetzen von Gabrielle. Sie hatte sich schon darauf gefreut, neue Schuhe zu finden. Doch Xena wollte keine Zeit verlieren. Ich ritt wortlos mit. Bei Najara hatte ich mich nicht bedankt. Mein stolz liess es nicht zu. Die Müdigkeit wurde immer schlimmer. Irgendwann bot mir Amarice an, bei ihr mitzureiten. Ich nahm das Angebot dankbar an. Wir banden mein Pferd an ihrem fest und ich stieg zu ihr hinüber. Amarice umklammerte mich fest, ich schlief auf der Stelle ein. Ich wusste, dass ich auf Amarice zählen konnte.
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