World Champion

von Huelk
GeschichteRomanze / P12 Slash
Lewis Hamilton Nico Rosberg
21.01.2015
21.01.2015
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Kommentar: Irgendwie war mir so danach, mal ein anderes Pairing auszuprobieren und ich hatte ohnehin vor, etwas zur Weltmeisterschaft zu schreiben. Ich bin schon sehr gespannt, ob ihr auch dieses Pairing mögt. Viel Spaß beim Lesen!

Disclaimer: Der Inhalt der Geschichte basiert nicht auf Tatsachen, sondern lediglich auf meiner Fantasie. Nur der Rennausgang stimmt mit der Realität überein, so wie der Austragungsort und dass Nico Lewis nach dem Rennen wirklich gratuliert hat. Alle weiteren Ereignisse entspringen bloß meiner eigenen Phantasie. Ich kenne keine der hier genannten Personen, ich verdiene kein Geld damit und möchte auch niemandem zu nahe treten.





World Champion



Abu Dhabi
23. November 2014


Er hatte es also geschafft. Er war wirklich Weltmeister. Und während er dort oben im Glanz des Erfolgs stand, fühlte er selbst sich verlassen wie nie zuvor. Er gönnte es ihm. Von ganzem Herzen, aber er fürchtete noch immer, dass sich von nun an alles veränderte.
Es war der Traum gewesen, der sie bereits seit 16 Jahren miteinander verband. Der sie dazu gebracht hatte, bis an ihre Grenzen zu gehen und darüber hinaus. Der sie beide angetrieben hatte, der sie einander näher gebracht hatte, der ihre Beziehung gefestigt hatte. Der Traum, einmal Weltmeister zu sein.

Er hätte es auch werden können.
Sie hatten dieselben Bedingungen gehabt, das gleiche Auto und er hatte lange selbst die Führung gehabt. Nico ertappte sich dabei, wie er darüber nachdachte, an welchem Punkt sich das Blatt zu seinen Ungunsten gewendet hatte.
War es die Kollision in Belgien gewesen?
War es dieser dumme Verbremser in Italien gewesen?
War es der Ausfall in Singapur gewesen?
Oder hatte es schon davor begonnen, als Lewis in Großbritannien den Sieg geholt hatte? Vielleicht waren es auch die vier Rennen von Malaysia bis Spanien, in denen er Lewis immer so denkbar knapp unterlegen gewesen war.

Nein. Es hatte überhaupt keinen Sinn, sich darüber Gedanken zu machen. Er musste akzeptieren, dass es so ausgegangen war. Er durfte deswegen nicht wütend oder enttäuscht sein. Er durfte nicht zulassen, dass das irgendwas änderte. Es war nicht seine letzte Saison. Es war nicht seine letzte Chance. Beim nächsten Mal...
Nico stöhnte frustriert, als seine Gedanken wieder in diese Richtung drifteten. Es gab immer ein nächstes Mal. Es würde so lange ein nächstes Mal geben, bis es kein nächstes Mal gab. Nämlich bis er aufhörte. Oh, jetzt war er wirklich wieder pessimistisch. Langsam bekam er Kopfschmerzen von diesen wirren Gedanken.
Warum nur war er so unfähig, sich zu entscheiden, wie er das sehen wolle? Warum mussten seine Gedanken diese Unentschlossenheit haben?


Unzufrieden wandte Nico sich von den Monitoren ab und verließ seinen Rückzugsort. Je eher er versuchte, damit vernünftig umzugehen, desto besser. Er mochte enttäuscht sein, er mochte verärgert sein, aber wenn er eins nicht war, dann ein schlechter Verlierer.
Ja, es wäre einfacherer gewesen, hier sitzen zu bleiben und zu warten, bis der ganze Trubel um Lewis vorbei war. Es wäre einfacherer gewesen, wenn er einen großen Bogen um seinen Teamkollegen machte. Aber das wäre nicht nur furchtbar albern, sondern auch nicht sehr fair. Er konnte zugeben, dass sich ein Teil in ihm ehrlich über Lewis' Erfolg freute und es war nur anständig, wenn er ihm das auch sagte.

Auf dem Weg zum Pressegebäude lief er einigen Leuten über den Weg, die ihm auf die Schulter klopften und ihm was davon erzählten, dass es im nächsten Jahr schon klappen würde. Das war sicherlich nett gemeint, aber im Augenblick nervten ihn diese Floskeln gewaltig. Er wollte nicht bemitleidet werden oder dergleichen.
Zum Glück konnte er die meisten recht schnell abwimmeln. Eigentlich war er meistens noch viel zu nett. Es war ihm nie in den Sinn gekommen, die Journalisten anzufahren, dass sie ihn in Ruhe lassen sollten, selbst wenn sie ihm in der Tat schrecklich auf die Nerven gingen.
Wahrscheinlich war genau das sein Problem. Er war immer viel zu nett.
Innerlich verdrehte Nico einmal mehr die Augen über sich. Da waren seine Gedanken ja wieder genau an dem Punkt, an dem er sie nicht mehr hatte haben wollen.


Zehn Minuten später hatte er den kleinen Vorraum erreicht, in dem sich die Podiumskandidaten immer noch eine Weile aufhielten, kurz durchatmeten, bevor sie hinaus traten, um mit Champagner ihren Erfolg zu feiern.
Nico kümmerte sich nicht um die Kameras und Reporter, die sie umzingelten. Er war nicht wegen denen hier, sondern wegen Lewis und kaum dass dieser ihn erblickt hatte und ihm mit einem breiten Lächeln entgegen trat, war sowieso alles um sie herum vergessen. Nico konnte in den Augen des Kleineren deutlich erkennen, dass er sich ehrlich darüber freute, dass er hergekommen war und nur das zählte. Alles andere konnte warten.

„Glückwunsch“, raunte er Lewis ins Ohr, als sie sich die Hand gereicht hatten und sich - freundschaftlich - umarmten. Er hätte ihn so gerne noch einen Augenblick festgehalten, aber das hätte womöglich doch ein bisschen seltsam ausgesehen.
„Danke... ich kann es gar nicht fassen“, antwortete Lewis und sah in der Tat noch ein wenig durch den Wind aus. Es würde wohl noch ein bisschen dauern, bis er das alles realisieren konnte. Sein zweiter Titel, nach sechs Jahren, wohingegen er...

Nico zwang den Gedanken weg. Es war vollkommen egal, dass er noch keinen Titel hatte. Noch hatte er die Chance das eines Tages zu ändern. Das war nichts, womit er sich heute beschäftigen musste.
„Sehen wir uns später noch?“, riss Lewis ihn dann ohnehin aus seinem Kopfwirrwarr. Alleine der Unterton des Älteren verriet, dass er damit nicht ihre Teamfeier meinte, sondern eher den Zeitraum danach.
Nico konnte nicht anders, als vorfreudig zu lächeln. „Klar. Was hast du denn gedacht?“
Irrte er sich oder hatte Lewis sich wirklich Sorgen gemacht, dass er ihn heute nicht mehr sehen wollte? So erleichtert, wie sein Teamkollege jetzt aussah, lag der Verdacht für Nico schon recht nahe.
Er boxte Lewis leicht gegen die Schulter, bevor er meinte: „Na los. Die warten auf ihren neuen World Champion. Nicht, dass Felipe deinen Pokal auch einsackt.“ So frech, wie der kleine Brasilianer manchmal wurde, traute Nico ihm das ohne weiteres zu.

Lewis schien noch immer ganz sprachlos zu sein. Nico wurde ganz warm, bei dem Funkeln in Lewis' Augen. Er konnte sich an lediglich zwei andere Tage erinnern, an denen der Ältere ihn so überglücklich angestrahlt hatte. Bei seiner letzten Meisterschaft und bei ihrem ersten Kuss. Aber vielleicht war gerade nicht der richtige Zeitpunkt, um über Letzteres nachzudenken.
Er wandte sich erst ab, als Lewis mit Felipe und Valtteri zur Tür raus war. Jetzt musste er nur noch die Zeit bis heute Abend rumkriegen.



Die laute Musik und der Alkohol verursachten ihm langsam aber sicher Kopfschmerzen. Ihre Feier war vollkommen überfüllt, man konnte sein eigenes Wort nicht verstehen und der Boden vibrierte unter den dröhnenden Bässen. Er hätte diese Party gerne ein bisschen mehr genossen. Stellenweise tat er das sogar. Aber er bekam seine Gedanken einfach nicht dazu, nicht mehr zwischen Freude über die erfolgreichste Saison seiner Karriere und der Enttäuschung über die verpasste Meisterschaft, hin und her zu kreisen.
Er konnte Lewis im flackernden Licht der Scheinwerfer nur schwer erkennen, aber sein Blick haftete schon fast den ganzen Abend auf ihm. Nico hatte sich bemühte, die standartmäßigen Smalltalks mit seinen Mechanikern und Ingenieuren zu führen. Er hatte mit ihnen alle möglichen, unwichtigen Eventualitäten durchgekaut und hatte ihnen zugestimmt, dass es nächstes Jahr auf jeden Fall noch besser werden würde. Diese Gespräche waren doch alle gleich. Sie liefen immer auf dieselben Phrasen hinaus und der Ausgang war ohnehin absehbar.
Er hatte sich von Niki und Toto tröstend auf die Schulter klopfen und sich sagen lassen, dass sie auf seine Leistung genauso stolz waren. Nico schnaubte bei der Erinnerung daran. Er würde nicht so weit gehen abzustreiten, dass sie in gewisser Weise wirklich stolz auf ihn waren, aber ihn mit Lewis zu vergleichen...
Nein, er glaubte nicht daran. Er war sich sicher, dass Lewis bei ihnen gerade einen höheren Stellenwert hatte und das konnte er ihnen nicht einmal verdenken. Immerhin war Lewis der Weltmeister. Aber dann sollten sie es ihm wenigstens auch so sagen und ihn nicht trösten, wie einen keinen Jungen, der beim 'Mensch-ärgere-dich-nicht' verloren hatte.

Eigentlich war der Abend für ihn gelaufen. Was sollte er hier noch? Ein wenig angespannt hielt er sich an seinem Glas fest, das seit einer Dreiviertelstunde leer war und wartete nur noch darauf, dass er verschwinden konnte.
Für solche Fälle hatten sie immer ausgemacht, sich ein Zeichen zu geben. Es würde nicht gut aussehen, wenn Lewis als erster von seiner Feier verschwand und es würde seltsam wirken, wenn sie gemeinsam gingen. Also würde er ein Zeichen von Lewis bekommen, damit er als erster ging und dann abwarten, bis auch Lewis von der Party verschwinden konnte.
Ein Blick auf die Uhr ließ Nico noch ungeduldiger werden. So langsam könnte Lewis sich mal bemerkbar machen. Er war müde und eigentlich wollte er nur noch ins Bett, schlafen und diesen Tag so schnell wie möglich hinter sich lassen. Andererseits auch wieder nicht...

Genervt über die eigenen Gedanken ließ Nico den Kopf auf die Tischplatte sinken. Sie war angenehm kühl im Vergleich zur Hitze, die in diesem Raum herrschte. Er hatte wirklich genug getrunken und so langsam wirkte auch das in seine Kopfschmerzen mit ein.
Vielleicht hätte er einfach schon selbst vorgehen sollen. Dann hätte er sich ein wenig ausruhen können, bis Lewis kam. Andererseits hätte es wohl recht merkwürdig gewirkt, wenn er so früh ging...

Zum Glück wurden seine Gedanken diesmal schnell unterbrochen, als eine Hand auf seiner Schulter landete. Als Nico wieder aufblickte, sah er Lewis vor sich stehen. Er hatte dieses Grinsen im Gesicht, dass er schon den ganzen Abend nicht hatte ablegen können. Aber da war noch etwas anderes, das Nico nicht genau beschreiben konnte. Vielleicht Sorge?
„Ich dachte mir, dass du langsam gehen wolltest. Da wollte ich mich natürlich noch verabschieden“, erklärte der Brite und Nico runzelte ein wenig verwirrt die Stirn. Es wunderte ihn, dass Lewis selbst zu ihm kam. Das war nicht ihr Zeichen gewesen.
„Ähm, ja. So langsam sollte ich mal.“ Das klang furchtbar steif und nicht eben authentisch. Das musste Lewis bemerken und seinem versteckten Schmunzeln nach zu urteilen, war es auch so.

Der Ältere beugte sich ein Stück zu ihm. Es war schwer bei dieser Lautstärke miteinander zu reden, darum sprach Lewis ihm direkt ins Ohr. Nico konnte den warmen Atem deutlich auf seiner Haut spüren. „Wenn wir uns schon ein Zeichen überlegen, dann ist es nicht sehr hilfreich, wenn du auf dem Tisch einschläfst“, erklärte er und grinste Nico daraufhin breit an.
Gespielt empört verzog Nico das Gesicht und beugte sich nun seinerseits zu Lewis. „Du hast dir so viel Zeit gelassen, da konnte ich ja nicht ahnen, dass es dir ausgerechnet dann einfällt.“


Es fiel Nico schwer, sich von Lewis loszueisen, die Party zu verlassen hingegen nicht. Er war froh, die viel zu sehr aufgedrehte Musik und die gestellten Gespräche hinter sich zu lassen und freute sich jetzt auf ein bisschen Ruhe - und darauf, dass Lewis bald zu ihm kam.

Es war die angenehmste Form von Ruhe, die ihn überkam, als er ihr Hotelzimmer endlich erreicht hatte und die Tür hinter sich schloss, alles was heute geschehen war einfach aussperrte. Er wollte sich heute nicht mehr damit befassen. Er wollte an keine verpassten Chancen oder Enttäuschungen mehr denken. Dafür hatte er noch den ganzen Winter Zeit.
Einen Moment lang blieb Nico mit dem Rücken an die Tür gelehnt stehen und überlegte, was er jetzt machen sollte. Es würde noch ein Weilchen dauern, bis auch Lewis seine Feier verlassen würde. Eigentlich hatte er schon direkt nach dem Rennen geduscht, aber wenn er es sich recht überlegte, dann hafteten zu viele verschiedene Gerüche von zu viel Alkohol und Rauch an ihm und seinen Klamotten.

Nico ließ sich Zeit, als er ein paar frische Sachen aus seiner Reisetasche wühlte. Vorzugsweise etwas, das ganz weit von den Teamfarben entfernt war. Das würde er früh genug wieder tragen müssen.
Auch im Bad ließ er sich mehr Zeit, als er benötigt hätte, versuchte seine ungewollten Gedanken mit dem Rauschen des Wassers zu übertönen und für einen kleinen Moment hatte er sogar das Gefühl, als würde das funktionieren. Doch der währte nicht lange.


Als er wieder ins Zimmer zurückkehrte, war Lewis noch immer nicht hier. Nico konnte nicht verhindern, dass er seufzte.
Ja, sie hatten das schon wer weiß wie viele Male besprochen, aber gerade heute nervte es ihn besonders. Warum konnten sie nicht einfach das tun, was sie wollen?
Er kannte die Antwort darauf natürlich, aber das hieß noch lange nicht, dass er sie auch akzeptieren wolle. Viel anderes blieb ihm allerdings nicht übrig.

Kurz spielte er mit dem Gedanken, sich mit ein bisschen langweiligem Fernsehprogramm berieseln zu lassen, aber danach war ihm irgendwie gar nicht. Er wollte nicht unbedingt versehentlich beim Zappen einen Kanal erwischen, der noch über Lewis' gewonnene Weltmeisterschaft berichtete.
Die Wahl fiel also auf den iPod, wobei er darauf achtete, nicht unbedingt seine allerliebsten Songs zu wählen. Auf keinen Fall wollte er riskieren, diese künftig mit seiner verlorenen Weltmeisterschaft zu verbinden.


Irgendwann war Nico über die Musik hinweg eingedöst.
Er hörte nicht, wie eine Schlüsselkarte durch das Türschloss gezogen wurde. Er hörte nicht, dass jemand das Zimmer betrat. Er bemerkte auch nicht, dass er eine Weile beobachtet wurde, dass sich jemand zu ihm setzte.
Er bemerkte Lewis erst, als dieser ihm ein paar Haarsträhnen aus der Stirn strich, die er nach dem Duschen nicht mehr in Form gebracht hatte. Es dauerte ein Weilchen, bis Nico ihm wirklich gewahr wurde. Er murmelte etwas Unverständliches und konnte ein leises lachen vermischt mit Bob Marleys 'Buffalo Soldier' hören. Einer der Ohrstöpsel hatte sich augenscheinlich verabschiedet.

Nico blinzelte ein paar Mal. Obwohl der Raum nicht hell erleuchtet war, stach es ein bisschen in den Augen. Das war aber vergessen, sobald er Lewis' Gesicht nur wenige Zentimeter von seinem entfernt erblickte.
„Da bist du ja endlich“, nuschelte Nico so leise, dass es fast nicht zu verstehen war und wäre er nicht so müde, dann hätte er vielleicht den Vorwurf deutlicher in seiner Stimme mitklingen lassen. So reizte er Lewis aber nur erneut zum lachen.
„Sorry. Die wollten mich einfach nicht gehen lassen“, antwortete Lewis, offensichtlich ziemlich stolz auf die Rolle, die er mit diesem Titel einnahm.

Nico schnaubte halb belustigt. Er hatte jetzt wirklich keine Lust darüber zu reden. Viel mehr wollte er Lewis. Er beugte sich zu ihm vor, raunte ihm ein „Halt die Klappe“ ins Ohr und verhinderte jeglichen Widerspruch mit einem tiefen Kuss.
Lewis ließ sich nur viel zu bereitwillig darauf ein. Er hatte schon zu lange darauf warten müssen. Da war auch der Titel für einen Moment vergessen, machte Nico diesen doch erst so perfekt für ihn. Er schloss die Augen und genoss den Kuss mit Nico. Das versprach tatsächlich ein perfekter Tag mit perfektem Abschluss zu werden...



Atemlos schmiegte Nico sich an Lewis Brust, lauschte nur auf den schnellen Herzschlag, der dem seinen in nichts nachstand. Er spürte die Hand des Älteren sanft und auch ein wenig abwesend durch seine Haare gleiten. Wenigstens darin, Lewis in jeglicher Hinsicht an seine Grenzen zu bringen, war Nico Weltmeister und dabei konnte er sich ein leichtes Lächeln nicht verkneifen.
Augenblicklich spürte er Lewis andere Hand, die ihn leicht in die Seite knuffte.
„Woran denkst du gerade?“, wollte der Brite wissen. Eigentlich machte Nico das immer am meisten Spaß. Er wusste, dass Lewis es nicht mochte, wenn er nicht wusste, was in ihm vorging. Er wollte es immer wissen und nicht selten machte Nico sich einen Spaß daraus, es ihm nicht zu verraten.
„Mmmhhhmmm...“, machte Nico und schlang die Arme noch ein bisschen fester um Lewis. Er konnte regelrecht vor sich sehen, wie Lewis darüber die Augen verdrehte.
„Komm schon, sag es mir“, verlangte Lewis und konnte dabei seine eigene Ungeduld nicht verbergen. Es war niedlich, wenn er so bittend klang, aber der Jüngere war einfach zu müde, um dieses Spiel noch länger fortzusetzen.

Nico stützte sich auf seinen Ellenbogen, damit er Lewis direkt ansehen konnte. Zwar konnte er sein Gesicht nicht ganz erkennen, aber den Blick des Anderen deutlich auf sich spüren.
„Weißt du...“, begann Nico gedehnt und malte mit der anderen Hand kleine, unsichtbare Kreise auf Lewis' Brust. Eigentlich hatte er das Thema heute nicht mehr aufgreifen wollen, aber es brannte ihm derart auf der Zunge, dass er sich nicht zurückhalten konnte. „Ich habe mir gedacht, dass ich wenigstens in den wichtigsten Dingen der bessere von uns bin.“

Es machte nichts, dass Lewis ihn jetzt ein bisschen auslachte und ihn einen „Spinner“ nannte. Es reichte Nico vollkommen, dass er es besser wusste. Wenn es wirklich drauf ankam, dann konnte er Lewis jeder Zeit schlagen und alleine das war ihm wichtig.

„Du schaffst es bestimmt auch“, sagte Lewis plötzlich in einem so ernsten Tonfall, dass Nico sich fast wunderte, dass es sein Freund war, der das sagte. Wahrscheinlich sah Lewis seinen überraschten Blick gar nicht, aber Nico konnte ihn deutlich auf seinen Zügen spüren.
Er dachte einen Moment darüber nach, was der Ältere gesagt hatte. Es stimmte schon. Sie waren sich in dieser Saison oft sehr angegangen und hatten dabei sicherlich so manche Grenze überschritten. Es war kein leichtes Jahr gewesen. Für sie beide nicht und es hatte viele Punkte gegeben, an denen Lewis' Verhalten ihn sehr verletzt hatte.
Aber irgendwie hatten sie es geschafft. Sie waren beide hier und ihrer Liebe hatte es scheinbar auch keinen Abbruch getan. Obwohl es schwer war. Obwohl es Momente gegeben hatte, an denen Nico sich sehr sicher war, dass es aus und vorbei sein würde.

Nach einer Weile huschte ein Schmunzeln auf seine Lippen, bevor er Lewis wieder ansah und meinte: „Werde ich. Ich bin fair genug dir deinen Triumph zu gönnen, aber...“ Er zögerte absichtlich ein wenig und spürte sogleich Lewis' Ungeduld. „...ich bin auch Racer genug, um ihn mir selbst mehr zu gönnen.“
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