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Geschwister sind...

von Merli
GeschichteFamilie / P12 / Gen
Amerika Deutschland Kanada Preussen Russland Schweiz
20.01.2015
09.09.2017
40
33.629
7
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1 Review
 
28.01.2015 387
 
3. Geschwister sind drängelnd

Es war nicht so, dass sie sich hassten.
Nein, das war es nicht.

Aber eine Basis der einfachen Anerkennung und Zuneigung, nun die besaßen sie auch nicht.
Okay, man machte schon mal etwas für den anderen ohne wirklich eine Gegenleistung zu erwarten. Also keine ernsthafte.

Aber viel mehr war jede Interaktion, die sie beide ausführten ein Machtkampf, und zwar kein kleiner süßer, sondern ein fieser, mit allen ausgespielten Zugstrategien, bei dem es nur einen Sieger gab: Nämlich den Stärkeren, der länger durchgehalten hatte oder die fieseren Tricks kannte.

Manchmal war es zum Haareraufen, manchmal kamen einem schon die Tränen, aber wirklich toll war es nie.
Zumindest wenn man ihn fragte, wie sein Bruder darüber dachte, das wusste er nicht.

Wahrscheinlich machte es dem Kerl einfach nur einen Heidenspaß, ihn Tag für Tag hinters Licht zu führen, erst Vertrauen aufzubauen, um ihn dann hinterrücks niederzuwerfen.
Oh ja, so war sein Bruder.

Ein riesiger, gemeiner, immer auf sich bezogener Bastard, welcher immer im Mittelpunkt stehen musste.
Der immer lauter, schneller, rücksichtsloser war als er.
Welcher viel Zeit investierte, ihn schlecht dastehen zu lassen, damit er mehr glänzte.

Kurz rum: Ein absolutes Arschloch.

Matthew seufzte, als er aus seinem Tagtraum erwachte.
Gerade saß er am Küchentisch, mit einem Blatt und Stift in der Hand um seine Philosophie Hausaufgaben zu machen.

In denen ging es um das Thema Familie, insbesondere Geschwister.
Matthew wusste noch nicht viel über das neue Fach, aber seinen großen Bruder als Arschloch zu beschreiben war wohl eher weniger, was ihm gute Noten einbringen würde.

Aber dennoch dachte er sich seufzend, als er irgendwas zusammenreimte um irgendwann auch mal fertig zu werden, es wäre wenigstens die Wahrheit.

Nein, Matthew hasste seinen Bruder Alfred nicht.

Es war nur so, dass er wirklich dachte, dass der Typ nun mal ein Arschloch war.
Nichts weiter.
Eine einfache Tatsache, mit der er leben musste.

Die er aber zum Glück noch nie jemand erzählt hatte.
Es würde wohl jeder falsch verstehen.

Und genau auf so etwas hatte er, der ruhige, zurückhaltende, im Schatten des Bruders stehende Matthew einfach keine Lust.

Anmerkung:

Das ist einer der Texte, die mir wirklich in den Fingern juckten etwas größeres raus zu machen- immerhin finde ich die Beziehung der zwei einfach faszinierend.
Ich hoffe ich bin nicht die Einzige, der es so ergeht :)
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