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Geschwister sind...

von Merli
GeschichteFamilie / P12 / Gen
Amerika Deutschland Kanada Preussen Russland Schweiz
20.01.2015
09.09.2017
40
33.629
7
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19 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
22.04.2016 497
 
Geschwister sind prägend


Es ist eine Szene so alltäglich, das man sie eigentlich gar nicht beschreiben muss:
Man geht einkaufen. So einfach war das. In einem Supermarkt mit typischen Produkten.
Das ist kein Ort der großen Weisheiten oder dem Moment, in dem man endlich alles verstand.
Nein, es war ein Ort der Milch, Eier und dem Süßkram, welcher immer zu voll war, nie das beinhaltete, was man gerade brauchte und welchen man immer mit dem Wissen verließ, man hat etwas vergessen.
Ja, in dieser Szene befanden wir uns gerade. Vielleicht ist es zu dem Zeitpunkt besonders voll, aber so oder so, nichts Besonderes.

Deswegen traf die Erkenntnis Vash umso härter, als er die Seife in der Hand haltend, innehalten musste.

Der Rest der zu brauchenden Produkte hatte er schon zusammen und es fehlte nur noch dieses eine Teil. Und da wurde ihm eine Sache bewusst:
Seit wann verglich er zur Hölle Seifen? Er war ein Mann, ihn sollte es einen Scheißdreck interessieren welche wie roch, wie sanft sie für die Hand war und ob sie farblich ins Bad passte.
Das Einzige was ihn zu interessieren hatte, war der verdammte Preis, nicht mehr, nicht weniger.

Dennoch stand er hier schon mehr als eine Minute lang und schaute sich die verschiedenen Produkte an. Weder fühlte er sich dabei wohl, noch empfand er es als rational, denn es gab nichts Wichtigeres als Geld, doch er konnte nicht aufhören.
Eine kleine Stimme in ihm zwang ihn dazu, sich für die mit Meeresduft zu entscheiden, obwohl sie dreißig Cent teurer war und weniger Inhalt hatte.
Ob er sich schwul fühlte? Ja absolut, dennoch empfand er auch so etwas wie stolz, als er mit dem letzten Produkt zur Kasse ging.

Wenn ihn jemanden beobachtet haben sollte, wie er intensiv Hygieneartikel verglichen hatte, durfte die Person das gerne für dich behalten. Immerhin hatte er auch schon losgehen müssen um Tampons für seine kleine, kranke Schwester zu kaufen. Es gab wenig, was ihn noch schockte.
Und erst nachdem er den Kaufladen verlassen hatte und schon halb auf den Nachhauseweg war, fiel der Groschen.

Diese kleine, penetrante Stimme die ihn zu farblich passenden Produkten zwang mit angenehmen Duft? Lilli! Diese Hexe.
Seine kleiner Schwester hatte ihn so kirre gemacht mit all ihren Blumen thematisierten Gegenständen zu Hause, sei es Deko, Tee oder andere unsinnige Sachen, dass er ohne es zu wollen, auch damit anfing. Er hatte sich in der Vergangenheit schon oft mit Händen und Füßen gewehrt und es verbal geäußert, wie unsinnig er das alles fand. Seine Schwester hatte ihn immer nur trotzig angeguckt und auf ihr Recht behaart. Oder auch nicht.

Es war jedes Mal ein Kampf aufs Neue gewesen. Vash hatte geglaubt, er hätte ihn gewonnen.
Man, er war sich so sicher gewesen, dass wenn es jemanden gab, der einen wichtigen Eindruck hinterließ, er es wäre mit seiner kalten Logik.
Jetzt ging er mit Meeresduft Seife nach Hause, die passend zu dem neuen Duschvorhang und der Badematte gekauft wurde.
Er hatte verloren.
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