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Geschwister sind...

von Merli
GeschichteFamilie / P12
Amerika Deutschland Kanada Preussen Russland Schweiz
20.01.2015
09.09.2017
40
33.629
6
Alle Kapitel
19 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
20.01.2015 976
 
Willkommen zu meiner neusten kleinen Idee.

Wie der Titel schon sagt, geht es um unsere nervigen, liebevollen Schwestern und Brüder.

Die Texte sind alle unabhängig voneinander zu lesen und es gibt auch kein großes Überthema, an welches ich gedacht habe.
Viel mehr Attribute, die mir zu Geschwistern einfielen und zu denen ich dann kleine Geschichten geschrieben habe.

Die Hauptpersonen werden jeweils im Titel genannt und auch wenn ich Slash Zeichen benutze, sind das bloß keine Pairings.
Das wäre irgendwie gruselig.

Man wird leider merken, dass ich nur bestimmte Personen genommen habe und das viele Geschwisterpaare aus Hetalia fehlen.
Das liegt an der einfachen Tatsache, dass ich deren Charakterisierungen nicht so genau kannte, um diese in Storys zu packen.

Gut, genug erzählt, vielleicht spricht euch ja die eine oder andere Tatsache oder das Attribut an und ihr erkennt euch da wieder.
Vielleicht auch nicht.

Auf jeden Fall viel Spaß beim Lesen.


1. Geschwister sind nervig

Ivan dachte eigentlich immer, er sei ein einfacher Mensch.

Groß gebaut, meistens still und immer einen fiese Kommentar auf den Lippen.
Oft verstand er nicht, was genau um ihn herum passierter, zumal so viel einfach außerhalb seines Blickfeldes geschah. Immerhin war er über zwei Meter groß, da passierte es oft, dass man etwas übersah.
Menschen zum Beispiel. Oder Hunde.
Man, auf wie viele Hunde er schon in seinem ganzen Leben getreten war.
Das war schon nicht mehr normal.

Dennoch, Ivan würde sich selbst nicht als Böse bezeichnen.
Gemein ja, auch ein bisschen fies vielleicht, aber nicht böse.

Dass seine Meinung die anderen Menschen um ihn herum wenig interessierten, zeigten sie ihm jedes Mal.
Für sie war er nur der riesige, rätselhafte Freak, bei welchem, wenn er den Mund aufmachte, nie etwas Gutes herauskommen konnte.

Kurz, die Menschen hatten Angst vor ihm.

Und Ivan akzeptierte das vollkommen, da es genug Annehmlichkeiten für ihn bedeutete.
Zuallererst und das Wichtigste, die Menschen nervten ihn nicht.
Zumindest nicht bewusst, und wenn tat es ihnen danach auch verdammt leid.

Also Ivan hatte Macht.
Über alle Leute um ihn herum.

Wieso hatte er dann gerade eine riesige Plastikblume in seinem Haar?
Und rote Fingernägel?
Wieso rastete er nicht aus, schmiss den kleinen Beistelltisch vor sich um, klopfte sich auf die Brust und suchte den Schuldigen?

Nun, weil er wusste, wer an seiner misslichen Lage schuld war.
Namentlich seine zwei Schwestern.

Einmal Katyusha, seine liebenswürdige, ältere Schwester, mit einem einfachen Herz und dem tollsten Lachen überhaupt.
Diese richtete gerade die Plastikblume in seinem Haar, besonders darauf bedacht, dass sie auf seinem riesigen Quadratschädel nicht bescheuert aussah.

Es war eigentlich ein unmögliches Unterfangen, denn Ivans Körperbau konnte man am besten mit den Worten "Schrankhaft" bezeichnen.
Und sieht eine kleine, zierliche Blume an einem Schrank hübsch aus?
Nein, gut das man mal darüber gesprochen hat.

Der zweite Übeltäter war seine jüngere Schwester Natasha, welche gerade die nächste Nagellackfarbe raussuchte.

Sie war klein, schmal, zierlich, und wenn sie den Mund zu hatte, eine wahre Schönheit.
Machte sie diesen dann doch mal auf, änderten die Menschen ihre Meinung dann wieder ganz schnell.
Dieses kleine hübsche Ding war genauso ein Freak wie ihr großer Bruder.

Er wusste nicht ob er stolz oder enttäuscht darüber sein sollte.

Worauf er aber immer achten musste, war die Tatsache das seine Schwester, schon seit sie sechs war, immer wieder sagte, dass sie in Zukunft heiraten würden.
Sie war vierzehn, also stand die Chance gut, dass sie sich bald in einen anderen Jungen verlieben würde.
Nicht dass Ivan das sonderlich toll fände, wahrscheinlichen müsste er dann mal ein ernstes Wörtchen mit diesem Casanova reden, aber das war eine andere Geschichte.
Eine Schwester mit gebrochenem Herzen wird er besser ertragen können, als eine die ihn immer mit verliebten Augen anschaut.

Ivan kannte nicht viele Grenzen, diese aber schon.

Diese Situation hier, er mit Schmuck in den Haaren und Make-Up in seinem Gesicht, war auch eine Grenze, von der er nicht mal gewusst hatte, dass er sie überschreiten könne.
Aber hier, an diesem verregneten Nachmittag saßen seine zwei Schwestern mit ihm in seinem Zimmer und stylten ihn auf.

Weil ihnen langweilig war und nichts im Fernsehen lief.
Das Wetter war dann auch noch schlecht, es war Sonntag, all ihre Freunde hatten Besseres zu tun, ihre Eltern waren nicht zu Hause und und und.
Alles keine Gründe, weswegen man den einzigen Bruder so misshandeln musste.

Doch Ivan war sich sicher, dass er in den letzten zehn Minuten oft genug etwas zu diesem Zustand gesagt hatte, aber seine Schwestern ignorierten ihn einfach.
Es sei ein Schulprojekt von Katyusha, es ginge um Wandelbarkeit.

Fotografierten ihre Klassenkameraden dafür kleine Vögel, Pflanzen oder die Wolken, da musste seine Schwester ja auffallen.
In dem er seinen siebzehnjährigen alten Bruder zum Transvestiten machen musste.
Oder so ähnlich.

Nicht das es Kleider geben würde, die ihm passen könnten, dennoch wollte seine Schwester ein Portrait, in dem Ivan aussah wie eine Frau.
Dieser Gedanke war so erniedrigend, das Ivan glaubte seine Männlichkeit versuchte sich vor ihm zu verstecken.

Die Tatsache, dass die beiden das tatsächlich durchzogen und seine kleine Schwester gerade meinte, er solle die Augen schließen, war unfassbar.
Und das er der Aufforderung sogar nachkam, ohne sich zu beschweren oder zu murren, das war gar nicht mehr logisch zu erklären.

Wann waren ihm eigentlich die Argumente ausgegangen?
Seit wann ignorierten seine Schwestern ihn so dreist?
So viele Fragen, auf die es keine Antworten gab.

Dafür wusste Ivan, dass er nun roten Lidschatten bekam, passend zu einem tollen Lippenstift.
Er musste nochmal ernsthaft ein Wörtchen mit seinen zwei Schwestern reden.

Aber nicht jetzt, wenn seine Katyusha anfing seinen Kopf zu massieren.
Sie wussten, wie sie ihn rumbekamen, sinnierte Ivan vor sich hin, als er merkte wie ein Pinsel über sein Gesicht fuhr.

Ivan hatte wirklich immer gedacht, er sei ein einfacher Mensch mit einem einfachen Leben.
Aber da hatte er die Rechnung ohne seine Schwestern gemacht.
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