Ich weiß nicht, was soll es bedeuten | ehem. Titel: No one knows 'cept Lorelei

von NichtFee
GeschichteFantasy, Freundschaft / P16
Cleo Sertori Emma Gilbert Lewis McCartney OC (Own Character) Rikki Chadwick
20.01.2015
11.08.2018
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20.01.2015 936
 
Hallo, ihr Lieben. :)
         Zu Anfang ein paar Dinge, die wichtig  oder informativ sind/sein könnten.
        Natürlich gehören mir die H2O-Charaktere nicht, ich spiele nur mit ihnen^^.
         Updates liegen auf Eis, weil ich davor ein paar Änderungen vornehmen muss. Überarbeitete Kapitel sollten weniger Rechtschreibfehler haben und euch darin einige Namen unbekannt sein. Sonst: Lasst euch überraschen, nicht verwirren(!) & tut mir leid, wegen der vielen Partizipien am Anfang.  =)
Liebe Grüße,
:)




Ich weiß nicht, was soll es bedeuten


1_

Als das Taxi den Londoner Flughafen Heathrow erreichte, fiel der Regen wie ein schwerer Vorhang und hüllte alle Formen in ein tristes Grau. Der Himmel war mit dichten Wolken zugezogen und versprach einzig die Aussicht auf noch mehr dicke, nasse und kalte Tropfen, die in den nächsten Stunden auf die Erde niederprasseln würden. Womöglich würden kurzzeitig Täler und Straßen überschwemmt werden, die Themse für ein paar Gezeiten Hochwasser führen und bis zum nächsten Sonnenstrahl die Hälfte der Stadtmenschen in ihre warmen Häuser vertrieben werden. Es fiel die Art Regen, die einen innerhalb weniger Sekunden durchweichte und die London immer dann ertränkte, wenn man es am Wenigsten gebrauchen konnte.

Einzelne Regentropfen schmierten an der Scheibe entlang, als wollten sie sich am kalten Glas festkrallen, um selbst in das sichere Innere des Autos zu gelangen. Doch schon kam ein anderer und stieß den vorigen hinfort. An der Innenseite der Scheibe tippe ich mit meiner Fingerspitze sacht dagegen. Es fühlte sich feucht an, vermutlich die Kondensation des eigenen Atems. Ein deutliches Signal, den Wagen alsbald zu verlassen.

Ich stieg aus, spannte meinen Regenschirm auf und zog meine obligatorische schwarze Regenjacke noch etwas fester um mich. Der Regen hämmerte gegen den elastischen Stoff, sprang zurück und schlug letztendlich auf dem schmutziggrau asphaltierten Boden auf. Eine Weile beobachtete ich das Spiel, eh ich mich davon losriss. Daraufhin nahm ich das Gepäck entgegen, entlohnte den schmalen Fahrer mit Steuergeldern und ergab mich der Wolkendusche.

Mit stetigen, schnellen Schritten, gesenktem Kopf und hochgezogenem Kragen kam ich sicherer als erwartet voran. Dennoch wollte ich nicht vollends blind Abschied nehmen und hielt inne, sobald ich die trockenen Meter erreichte, die die Überdachung dem Regen abspenstig machte. Neben mir prasselte die Sintflut, auf der anderen Seite drängten sich Tabaksüchtige in den schmalen Streifen Trockenheit.

Selbst die Glasscheiben des großen Gebäudekomplexes verschwammen nach wenigen hundert Metern und schienen Staub und Dreck aus dem Stadtregen absorbiert zu haben.

Vorsichtig und mit mehr Entschuldigungen als notwendig schob ich mich an den Rauchern vorbei und bemühte mich, nicht zufälligerweise meinen Regenschirm in deren Richtung auszuschütteln. Seit ich denken kann, begleitet mich eine Abneigung gegen Zigarettenqualm und noch mehr gegen Zigarettenquamlverursachende. Das ist chronisch bedingt - steht sogar in meiner Schulakte. Nicht, dass auch nur eine Menschenseele Zugang dazu hätte.

Immer weiter strebte ich den automatischen Glastüren entgegen. Innen würden Lautstärke und Menschenmassen ansteigen. Hektik, Tatendrang, Verwirrung. Heathrow ist London in der Schneekugel: Ein undurchsichtiges, aufrührendes, alles verschlingendes Gewusel für den, der sich mitreißen lässt.

Bevor die Türen auch mich verschlucken könnten, blieb ich stehen und trat an die Regengrenze heran.

Wer weiß, wann ich das nächste Mal Regen auf meiner Haut spüren würde. Wer weiß, wann ich das nächste Mal Regentropfen spüren würde, die meinen Nacken herunterliefen und mich dazu brachten, mich selbst zu verfluchen keinen besseren Regenmantel gekauft zu haben.

Ich streckte meinen Arm aus, fing ein paar Tropfen auf, ballte meine Hand zur Faust und ließ sie schnell in der Jackentasche verschwinden. So, als könne ich die wenigen Tropfen Regen auf den langen Flug mit mir ans andere Ende der Welt nehmen.

In Australien würde es heiß und trocken werden, zumindest die meiste Zeit des Jahres. Vielleicht würde ich Glück haben und der Himmel würde sich öffnen und es regnen lassen. Genau wie es hier ständig geschah.

Ein Jahr geprägt von Sonne und aridem Klima. Womöglich nur ein halbes oder Vierteljahr, wenn ich die Probleme schneller löste. Mein Aufenthalt auf der anderen Seite der Erdkugel musste sich lohnen, ebenso die lange Anreise. Nicht umsonst flog ich nach Australien.

Sara hat mich ausgesucht. Sie wollte, dass ich das erledigte. Trotz des Debakels vor drei Monaten in den Vereinigten Staaten von Amerika.
 
Auch, wenn ich es nicht unbedingt offen zeigte, war ich ihr dankbar für diesen Einsatz. Australien war weit genug weg, um all das hinter mir zu lassen, was meine Gedanken beschäftigt hielt.

Außerdem musste ich mich konzentrieren. Die kleinste Ablenkung, die Unachtsamkeit einer unbedeutenden Sekunde könnte bisher ungeahnte Folgen haben. Für mich vielleicht ebenfalls, doch das war ein Punkt, um den ich mich nicht hätte weniger sorgen können. Wenn ich nicht richtig arbeitete, könnten Menschen umkommen; das Einzige, was ich nicht zulassen konnte, durfte und wollte.

Es würde keine so lückenlos abgesicherter Einsatz sein, wie die anderen, die ich erfolgreich abgeschlossen hatte. Unsere Systeme hatten kürzlich einen Zusammensturz erlitten und das modernste, funktionierende Gerät ist ohne Zweifel eine klobige Filmkamera, gebaut im Milleniumjahr.

Ich konnte daher nur auf das zurückgreifen, was wirklich existierte. Meine Personalien, unmenschlich hohe Summen aus Erbfonds und eine gefälschter Lebenslauf als Überbleibsel meiner interdisziplinären Lernstunden bei unserer hauseigenen Technikabteilung. Jede andere meiner Identitäten sowie zahlreichen Legenden entbehrten momentan aller Stichhaftigkeit. Aber in wenigen Wochen sollte das ECI wieder auf dem Laufenden sein.

Mit dem nächsten eintreffenden Menschenstrom ließ ich mich durch die Glastüren in die gewohnte, etwas zu stickige Flughafenathmosphäre tragen. In einer fließenden Bewegung senkte ich meinen Regenschirm endgültig neben mir herab, schüttelte die Tropfen ab und trat einen Schritt aus der Wasserlache heraus, welche sich unter meinen Füßen gebildet hatte.

Von hier aus war es ein Leichtes die Sicherheitvorkehrungen zu überstehen, reisefertig zu werden und an Bord des Flugzeuges zu kommen.
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