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Bring mir den Kopf von Gilbert Beilschmidt

GeschichteAbenteuer, Humor / P18
Frankreich Italien Kuba Österreich Preussen Spanien
20.01.2015
25.05.2015
46
108.016
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20.01.2015 2.663
 
(Titelgrafik hier ansehbar: http://fav.me/d8fs99h)

London calling yes I was there too
An' you know what they said? Well some of it was true
London calling at the top of the dial
And after all this, won't you give me a smile?
(London Calling/ The Clash)

„Bruhahahahaha!“
Es ist schön, wenn man Freude auslöst, einzig und alleine dadurch das man sich sehen lässt.
„Mwarharharhar!“
Überschäumende Freude.
„Uhuhuhuhuhu!“
Okay, ES REICHT. „Arthur, ist gut so komisch sehen meine Klamotten nun auch nicht aus,“ versuchte ich die langsam unangebrachte Heiterkeit des Briten zu stoppen, aber der krümmte sich vor Lachen auf seinem Chefsessel und bewies eindrucksvoll, das auch Briten einen Sinn für groben Humor haben können.
„Okay, ich verstehe es nicht,“ seufzte ich, „Was an mir ist so unendlich komisch?“
Glucksend wischte er sich die Lachtränen aus den Augen und giggelte: „Aaaalter, du bist kein Republikflüchtling, du bist ne Republik auf der Flucht.“ Ach ja, der subtile englische Humor … manche Dinge hab ich dann doch nicht so arg vermisst.
„Schön das wenigsten einer sich freuen kann,“ seufzte ich theatralisch und ließ mich auf den Besuchersessel fallen, allerdings nicht, ohne vorher vorsorglich die Flasche Scotch geangelt zu haben, die unvorsichtigerweise auf dem Schreibtisch stand. Nach Jahrzehnten voller Vodka hätte ich sogar in Erwägung gezogen das Zeug zu trinken, das Alfred für Whiskey hielt.  „Mir ist es untenrum zu kühl für echte Heiterkeit.“
„Kurzum: Die geht der Arsch auf Grundeis,“ nickte Arthur, noch immer mit sehr viel weniger Ernst im Gesicht, als angemessen gewesen wäre. Na gut, ich gestehe: an seiner Stelle würde ich auch dastehen und lachen. Die ganze Lage hatte den einen oder anderen komischen Punkt, wenn man nicht selbst der Hauptbetroffene war.

In einem hatte der kleine Giftzwerg Recht: Ich war eine Republik auf der Flucht und das ich es überhaupt bis London geschafft hatte, war ausgerechnet dem internationalen Kommunismus zu verdanken, der seit Jahren auf westlicher Ebene von London aus gesteuert wurde. Ob mir das peinlich war? Ein wenig, aber angesichts der Umstände muss ich sagen, war das jammern auf hohen Niveau. Immerhin war ich hier und das in einem Stück. Darauf hätte ich noch vor kurzen KEINE Wetten abgeschlossen.
Die große Zeit meiner Fluchtversuche war länger schon vorbei, als Dostojewski meinte „Der Mensch gewöhnt sich an alles, das ist seine genaueste Definition“ (und der wusste genau wovon er da sprach) hatte er Recht. Nicht nur was Menschen anging, aber ich nehme an er wusste nicht über uns Bescheid. Ich hatte mich an Russland gewöhnt, sowohl an das Land, als auch seine Verkörperung und mich darauf eingerichtet lange Zeit dort zu bleiben. Nach gewissen Startschwierigkeiten (einige davon taten bei Wetterumschwung noch heute weh) hatten wir uns zusammengerauft – was zeitweilig durchaus wörtlich zu nehmen gewesen ist.

Wir hatten nur die Rechnung ohne die Politik gemacht.

Politiker und Politik können für uns sein wie eine Infektion für die Menschen. Im günstigen Fall muss man hin und wieder niesen, im ungünstigen Fall liegt man im Bett und kotzt sich die Seele aus dem Leib. Und dann gibt es noch Regierungsformen, die sind Pest. Cholera. Ebola. Ich weiß wovon ich spreche, ich hatte das schon gehabt. Das alte Kaiserreich in seinen letzten Zügen war schon kein Vergnügen gewesen und das Durcheinander danach wäre bei einem Menschen als gediegene Magen-Darmgrippe angekommen. Aber dann, die Infektion mit Faschismus … wie soll man das erklären? Das ist als ob man zugleich unter Cholera und galoppierenden Wahnsinn leidet.
Insofern konnte ich Ivan später einiges nachträglich verzeihen, selbst den Teil bei dem meine Hüfte genagelt werden musste und das komplette Jahr 1946. Sogar 1953, auch wenn ich fand, er hätte ETWAS entspannter reagieren können. Reichte ja schon das seine Leute auf meinen Leuten rumtrampelten.
Ivan hatte einen langjährig verschleppte Komplikation mit pseudo-kommunistischen Betonköppen und inzwischen einiges an Immunkräften entwickelt, was mir den Alltag leichter machte, aber Menschen wären ja keine Menschen, wenn sie nicht einen Weg finden würden einem das Leben so richtig schön schwer zu machen.
Um eine lange Sache kurz zu machen: Die wollten meinen Hintern gegrillt auf Toast, weil sie rausgefunden hatten, das die Sache mit den Satellitenstaaten auch ohne eine lebende Nation funktionierte, jedenfalls das was DIE unter funktionieren verstanden. Es gab eine Liste und mein Name stand ganz oben – weshalb ich die alten Fluchtpläne noch einmal vorkramte, verwarf und schließlich das schaffte, womit wirklich niemand mehr gerechnet hatte, ich selbst am wenigsten: Ich machte rüber.

Das ganze klappte nur, weil ich diesmal auf das naheliegende verzichtete, ich versuchte gar nicht erst zu meinem Bruder zu kommen, sondern ließ mich mit einem Haufen betonharter Alt-Kommunisten ein, die bei jedem Treffen erstmal die Internationale absangen und mich penetrant mit „Genosse“ ansprachen, aber – zu meiner grenzenlosen Überraschung schaffte das Greisenkommando es wirklich mich aus dem Land zu bringen. Indem sie mich via Odessa erst in den nahen Osten schmuggelten, dann ab nach Pakistan und von dort aus als Dreingabe zu einer Fuhre besten Afghanen ab nach London – rein theoretisch hätte ich nach der Hälfte des Fluges den restlichen Weg auch ohne Flugzeug zurücklegen können.
So hatte ich meine vorläufige Freiheit einer Horde stark unter Verkalkung und Nostalgie leidender Veteranen diverser gescheiterter Revolutionen und ein paar umtriebiger Geschäftsleute im Marktsegment „Unterhaltung durch Kräuterkraft“ zu verdanken. Ich fand es passend.
Erst einmal in London angekommen machte ich mich schnurstracks auf zu Arthur, der noch immer dort wohnte, wo ich ihn verortet hatte, klingelte und wurde mit einem „Da bist du ja endlich, wie lange brauchst du denn für die paar Kilometer?“ begrüßt. Immerhin war einer überrascht, nur war ich das in dem Fall.
„Was hattest du denn gedacht? Das ich nicht mitbekomme was in meinem eigenen Reich läuft?“ hatte mich Arthur gefragt, während ich reingeschoben wurde. „Und wer diskret die notwendigen Gelder für deine kleine Rundreise rübergeschoben hat?“
„Du finanzierst den internationalen Kommunismus?“ Erstaunlich, für so verdreht hätte ich ihn nicht gehalten. „Sollte der nicht durch Moskau gesteuert werden?“
„Was bitte haben die denn mit dem internationalen Kommunismus zu tun?“ fragte er ehrlich erstaunt. „Wenn ich denen das ganze überlasse, kommt womöglich noch jemand drauf das es so nicht funktionieren kann und fängt an das ganze Konzept nochmal zu überarbeiten und DANN stecken wir so richtig in der Scheiße. Nein, nein da lenk ich das ganze lieber selbst und kann Nachts ruhiger schlafen.“ Aha. Und ICH bin paranoid wenn ich sage das SIE hinter mir her sind.
„Okay, dann vielen Dank fürs retten, besonders für den Teil mit dem Flugzeug voller Gras, aber was soll ich armer Republikflüchtling jetzt eigentlich machen?“
Tja und da wären wir bei dem Lachanfall angekommen …

Scheinbar hatte auch Arthur so weit nicht gedacht, was mir zweierlei sagte:
1. So ganz planvoll lief das hier nicht ab
2. Da hatte wohl wirklich niemand geglaubt das ich es bis hierher schaffe. Danke Freunde, ich hab auch volles Zutrauen zu euch.
„Lange kannst du nicht hierbleiben,“ nuschelte Arthur hinter seinem dritten Drink hervor, „Die Verbindungen sind etwas zu bekannt und meine Leute sind leider in Hinsicht andere Länder schützen etwas knauserig und DICH mag sie gleich gar nicht. Wenn die spitzkriegt, dass du hier bist – und das wird sie – dann ...“ Wir schluckten beide und zwar jeweils einen großen Schluck Scotch. Schon aus der Entfernung war Arthurs derzeitige Chefin jemand, dem man nicht unbedingt treffen mochte, besonders nicht in meiner Lage, aber der Gedanke es direkt mit ihr zu tun zu bekommen, da wurde mir schon etwas schwül zu Gemüte.
„Vor allem wen sie mitbekommt, von wo die Kohle stammte, mit der ich deinen kleinen Trip organisiert habe.“ Mir schwante schlimmes, besonders weil Arthur auf eine Weise zu grinsen begann, die mich an die Nacht erinnerte, als wir in dieser kleinen belgischen Kneipe völlig versackt sind und Francis Gejammer von außen hörten …
„Du hast die Staatskasse geplündert,“ sagte ich eher tonlos.
„ICH würde es eher eine Staatsanleihe nennen.“ Manchmal wenn ich ihn so kichern hörte fragte ich mich, ob nicht was dran war an dem alten Gerücht, der der Teufel ein Engländer sei. „Reg dich ab, das ganze war relativ günstig.“
„Entschuldige mal, wir reden über die gleiche Frau? Über die Furie, die ihre Handtasche der EU auf den Tisch geknallt hat und brüllte „I want my money back!“ und wie man munkelt soll sie hinzu gesagt haben „Und zwar in this bag!“, diese Sparmaus soll da mal eben großzügig drüber weggehen, das DU mit IHREM Geld MIR hilfst? Ich bin so etwas von tot.“
„Hab dich nicht so, bisher hast du doch auch sonst alles überstanden ...“
Das mochte sein, aber die Thatcher? Mein Magen bestand darauf sich nicht sehr wohl zu fühlen und ich war geneigt ihm Recht zu geben. Noch während ich versuchte mich mit diesen Neuigkeiten anzufreunden ging das Telefon los, ein uralter Kasten aus Zeiten, als Telefone noch schwer genug waren um als Notfallwaffe durchzugehen. Arthur ging dran und hm-mhte mehrmals, ehe er mir den Hörer hinhielt und sagte: „Für dich. Ivan.“
Aus meiner Hosentasche kramte ich den Zettel mit den Codierungen raus, die wir in den letzten Monaten entworfen hatten, für alle Fälle. Wir hatten ja gesehen in welche Richtung sich das alles zu entwickeln drohte und wollten diesmal vorbereitet sein. Insofern möge man mir die Begrüßung „Ivan, wie geht es meinen Brummbärchen?“ verzeihen.
„Es schneit und bei dir Hasi?“
„Nieselwetter, könnte dramatischer sein, du kennst es ja Grunzelchen.“
„Gut gut, aber du solltest dringend etwas Sonne tanken mein Purzelpreusschen.“
„Ivan?“
„Ja Augenstern?“
„Wir können Klartext reden. Erstens signalisiert mir hier Arthur das die Leitung abhörsicher ist und zweitens droht er gleich vor Lachen zu ersticken. Und überhaupt – Purzelpreusschen?! Was hatte ich dir über Vodka aus Pilzen gesagt?“
„Konnte deine Sauklaue nicht entziffern, aber im Kern hast du mich verstanden, oder?“
„Ja hab ich. Sonne tanken.“
Am anderen Ende entstand eine lange Pause, gefolgt von einem leisen schnauben. Mir selbst fehlten auch die Worte, jedenfalls die passenden. Natürlich kannte ich die Gerüchte, wir hatten da ja eifrig dran mitgewirkt, nachdem uns erst einmal klar wurde, das erzeugen von Peinlichkeiten einen auch ein halbwegs sicheres Privatleben verschaffen konnte. Und es hatte ja auch andere Zeiten gegeben …
„Haben sie dir Ärger gemacht?“ fragte ich und klang um einiges brüchiger, als ich es vorgehabt hatte.
„Nicht der Rede wert, ich hatte tagelang die Bude voll und musste eine Menge Fragen beantworten ehe ich alle rausgeworfen hab.“ Es hatte auch seine Vorteile als Psychopath bekannt zu sein, die Leute wurden vorsichtig sobald man anfing manisch zu grinsen. „Aber sie waren sehr deutlich. Besser du lässt dich nicht einfangen, das könnte diesmal wirklich böse enden.“
Sagte der richtige. „Wie, noch böser als bei uns zweien?“ versuchte ich zu scherzen, auch wenn mir gar nicht nach Witzen zumute war. Wenn Ivan selbst sagte es könne böse enden, dann konnte ich eigentlich gleich meinen Kopf in den nächsten Mixer stecken und einschalten.
„Das sind Menschen,“ hörte ich die ruhige, etwas traurige Stimme, „Die haben keine Hemmungen einen von uns zu beseitigen wenn es in ihre Pläne passt.“
„Beseitigen?“ Das klang schlecht. „Beseitigen wie … weg?“
„Beseitigen wie Kopfschuss und dann Tauchgang ohne Wiederkehr im Schwarzen Meer. Mit Badelatschen aus Beton. Seitdem die wissen, das es notfalls ohne uns geht sind die Sitten rauer geworden. Du wärst nicht der erste der verschwinden würde, vermutlich auch nicht der letzte. Bestenfalls sperren sie dich wieder ein, aber diesmal nicht bei mir im Haus, da haben sie keine Zweifel drüber gelassen. Lass dich einfach nicht erwischen.“
„Ich lass mich nicht erwischen,“ versicherte ich ihm und hörte wie er auflegte. Wie ich das bewerkstelligen sollte wusste ich nicht, aber dieses Versprechen wollte ich nicht brechen und nicht nur weil es besser für mich selbst war.
„Klang nach Ärger?“ Der Brite wusste worauf es in solchen Situationen ankam und reichte mir den nächsten Drink.
„Ärger.“ Einen tiefen Schluck später sah ich raus in das scheußliche Londoner Wetter, das meiner Stimmung sehr nahe kam. „Ärger ist nett gesagt. Ivans Chefs wollen mich loswerden und zwar auf die endgültige Art.“
Nun sah auch Arthur so aus, als habe ihn jemand etwas in den Drink getan. „Das ist schlecht.“ war bemerkenswert treffend und zugleich viel zu harmlos um die Lage auch nur im Ansatz zu beschreiben. Dabei war die Idee dahinter nicht neu, wir Länder hatten die unerfreuliche Eigenheit nicht immer konform mit der Regierung einer Meinung zu sein. Das war nicht alleine unsere Schuld, das lag an den Menschen, die das eine wählten und das andere wollten. Na gut, manchmal hatten sie einfach auch nicht die Wahl, was uns dann wieder in böse Schwierigkeiten brachte. Den letztendlich sind wir Länder, nicht Regierungssprecher.
Es hatte immer wieder Herrscher gegeben die sich dachten es wäre doch erheblich leichter ohne das lästige Land im Hintergrund, etwas das wir sehr gerne verdrängen. Zumal es stimmt. Eine Weile geht es ohne uns. Aber auch nur eine Weile.
Dann fangen die Probleme erst so richtig an … aber Länder wachsen nicht so einfach und schnell nach wie Menschen. Wir brauchen Zeit um uns zu formen und in unserer Jugend kann das ausgesprochen rabiat vonstatten gehen. Wenn wir jung sind werden wir oft – wie soll ich es sagen? - zu Kannibalen an unserer eigenen Sippe. So gesehen hatte Arthur noch Glück, nur mit dem Gegenstück zu einem Steißbein brechenden Arschtritt nach draußen befördert worden zu sein, als sein Bruder groß wurde, es gab da ganz andere Fälle. Fakt jedoch bleibt, das wir durchaus wissen, das man uns umbringen kann und für eine Weile die Menschen den Laden selbst zusammenhalten können, bis alles zusammenbricht und … besser ich ließe mich nicht erwischen.
Inzwischen schien mein Gastgeber realisiert zu haben, das die Lage um einiges schlimmer war, als er sich ausgerechnet hatte. Es war eine Sache für etwas Unruhe bei den Betonköpfen auf der anderen Seite des Vorhangs zu sorgen, eine andere war es sich in etwas reingesteckt zu haben bei dem „Ärger“ getrost durch „gewaltiges Unheil“ ersetzt werden konnte.
„Und dabei waren die letzten vierzig Jahre so nett gewesen,“ hörte ich ihn seufzen, „Frieden in der Familie und Nachbarschaft, nach schön zum Teil etwas frostiger Frieden, aber immerhin …“
„Ich bin diesmal nicht schuld!“ verteidigte ich mich rasch, das Spielchen kannte ich doch. Kaum gab es Ärger, hieß es danach ICH sei Schuld daran gewesen.

„Und was machen wir nun mit dir?“ fragte mich Arthur schließlich, „Meine Leute können deine Leute zwar nicht ausstehen, aber in diesem Fall traue ich denen alles zu, denn DICH können die noch viel weniger leiden.“
„Du hast es bereits betont,“ gab ich etwas gereizt zurück. Grundgütiger, was können diese Engländer nachtragend sein, „Du musst mich auch gar nicht lange ertragen, nur … ähm ...“
„Du bist pleite.“
„Ich musste etwas überraschend aufbrechen und konnte keine Devisen vorher eintauschen,“ verteidigte ich die Leere in meinen Taschen, „Hol es dir notfalls von Ludwig wieder, er kann es mit den restlichen Krediten verrechnen.“
„Die du auch alle niemals zurückzahlen wirst.“ Sah so aus als habe meine Kreditwürdigkeit außerhalb der eigenen Sippe schlimm gelitten, aber wenn dieser spökenkieckende Brite hier vor mir dachte, ich hätte die letzten 40 Jahre nur Puschkin gelesen, dann hatte er sich geschnitten. Die Prawda war zwar eine hervorragende Zeitung, solange man damit Zigaretten drehen wollte. Für die Information hatte ich den großen Klotz schon während der düsteren Jahre dazu überredet wenigstens das nötigste zu besorgen, was nebenbei eine der wenigen Gelegenheiten gewesen war, wo er sich einsichtig gezeigt hat. (Blöderweise hatte mich das dann wieder erpressbarer gemacht, ohne Wohlverhalten keine Zeitung traf mich mehr als die meisten Schläge)
So waren wir zu einem Abo der Washington Post, der Times, der La Stampa und für alles was im deutschsprachig-französischen Raum ablief der Neuen Züricher Zeitung gekommen, die zusammen genommen peinlicherweise oft besser informiert waren als der KGB. Meine Achtung vor Geheimdiensten war in  jener Zeit SEHR gesunken. Kurz, ich wusste welche Summen mein Brüderchen berappte um im europäischen Haus das Licht am brennen zu lassen. Ein freundliches „Wie geht es eigentlich deiner Landwirtschaft so?“ später sah auch Arthur ein, das es vermutlich schmerzloser war mir einfach Geld zu geben.
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