The book of Aristea - The Assassin of Rome Part 2

GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P18 Slash
19.01.2015
25.03.2019
7
26908
3
Alle Kapitel
27 Reviews
Dieses Kapitel
5 Reviews
 
 
 
Disclaimer: Alle Charaktere aus XWP gehören MCA/ Universal & Ren Pics, ich habe nicht vor mit dieser Geschichte irgendein Copyright zu verletzten, geschweige denn, das Ansehen der Darsteller oder der Charaktere. Dies ist eine rein erfundene Geschichte, welche lediglich die Fantasie der Leser beflügeln soll.

Sexwarning: Natürlich spielt auch Teil 2 im alten, verruchten Rom. Um diesen Part weiterhin so glaubwürdig wie möglich zu machen, gibt es auch hier, graphisch detaillierten Sex zwischen dem gleichen Geschlecht, aber auch zwischen Mann und Frau, daher sollte sie nicht unter 18 Jahren gelesen werden.

Violence/Gewalt: Ist sehr wohl vorhanden und wird graphisch beschrieben, deshalb ist diese Kategorie ebenfalls ab 18 eingestuft!!

Anmerkung der Autorin: Es hat etwas gedauert, bis zum nächsten Teil, ich weiß. Da ich noch an anderen Projekten schreibe, blieb Part 2 etwas auf der Strecke. Doch nun ist Aristea zurück und wird einen Weg einschlagen, den keiner je erahnen würde...

Es empfiehlt sich, zum besseren Verständnis, Part 1 zuerst zu lesen, um dem weiteren Verlauf der Story folgen zu können.

Lasst Euch fangen und schocken, verzaubern und fesseln von dieser Geschichte.

Eure Blue :o)
O===)==============>


The book of Aristea - The Assassine of Rome Part 2

Die Rache des Schattens“




Rückblick: Gefunden als halb verhungertes Kind auf den Straßen der Subura, dem schlimmsten und ärmlichsten Viertel Roms, beginnt das Leben der jungen Aristea. Sie wächst wohlbehütet im Hause ihres Vaters und ihrer Mutter, zusammen mit ihrem Bruder Pheroas auf. Geprägt auf die Rolle der Frau, soll sie sich fügen, heiraten und viele Kinder gebären. Etwas, das Aristea nicht gefällt. Schon früh spürt sie, dass sie anders ist und vom Leben mehr erwartet, als sich einem Mann zu unterwerfen.

In der Gladiatorenschule ihres Vater entdeckt sie ihre verborgene Seite, im Schutz der Nacht lernt sie zu kämpfen, sich lautlos zu bewegen, immer unter den wachsamen Augen ihrer Diener Marcos und Mulawi sowie ihrer besten Freundin Aelia, die ihr ein Geschenk macht, das ihr Schicksal besiegelt. Als die Kaiserin Livia ein Auge auf ihren Bruder wirft, beginnt ein tödlicher Wettlauf gegen die Zeit, der Aristeas Leben für immer verändern wird.

Ausgewählt als Tochter der Diana, deren Bedeutung sie nicht erahnen kann, führt ihr Weg sie an das Ufer des Tibers, in dieser Nacht, wird sie zum Schatten Roms. Anfänglich nimmt sie als Diebin den Reichen und gibt den Armen, etwas, dass ihr einen gefährlichen Ruf einbringt und sie ganz oben auf die Liste, der meistgesuchten Verbrecher Roms setzt. Ihr Leben ist von da an aufregend, sie fühlt sich frei und ungebunden, bis zum Tag der cena libera, an dem Livia ihren Bruder verführen will und ihr grausames Spiel fortführt. Aus Angst und Hilflosigkeit wird aus Aristea eine gefährliche Frau, die das Leben ihres Bruders, seiner Frau und seines Kindes beschützen muss. In jener Nacht des Gladiatorenfestes begeht sie ihren ersten Mord und schlägt eine Richtung ein, die keine Rückkehr zulässt...

Doch die Hilfe und Ausbildung, die sie für ihren weiteren Weg braucht, wird ihr verweigert...

Aristea beschließt von da an, alleine weiter zu machen, bis zu jenem grausamen Tag, als ihr Bruder zum neuen Leiter der Gladiatorenschule wird...


(xxx)

Die trübe Brühe des Tibers zog gemächlich an mir vorbei. Ein Jahr ist dahingezogen, seit jenem furchtbaren Tag...

Alles was ich liebte ist vergangen, alles was mein Leben lebenswert machte, verließ mich mit unglaublicher Brutalität. Ich existiere heute nur noch aus zwei Gründen und ich werde vollbringen, was ich mir einst schwor. Meine unglaubliche Geschichte ist noch nicht vorbei...

Wer immer dieses Buch jetzt in seinen Händen hält und meine geschriebenen Worte in seinem Geiste zu Bildern formt, sei gewarnt, denn ich erzähle die reine, dunkle Wahrheit. Dies sind meine Worte. Dies soll mein Vermächtnis sein...

Mein Name ist Aristea...

Und ich bin der Schatten Roms...


(1 Jahr zuvor)

„Lasst mich durch!!“, ich rammte den Mann neben mir brutal aus dem Weg.

„Frau, was ist in Euch gefahren?“, mehrere Männer bauten sich vor mir auf und versperrten mir den Weg zum Circus maximus, „...hier wird jeder warten, bis er Einlass findet, auch Ihr!“

„Aber ich muss in die Arena!“, wütend sprang ich einen der großen Kerle an, zwei weitere packten mich und schmissen meinen Körper hart auf die Pflastersteine, mitten in die lachende Menge.

„Wollen wir das nicht alle?“, grölte eine Frau, bevor sie sich an den widerlich, grinsenden Kerl zu ihrer Linken schmiegte und ihm ungeniert unter seine Tunika griff.

„Verschwindet Ihr elende Hure, das Ende der Schlange ist dort!“, rief ein weiterer. Als ich aufstehen wollte, trat er mir mit voller Wucht gegen mein Gesäß, sodass ich den Halt verlor und erneut schwer stürzte. Niemand beachtete mich weiter, die Menschen stiegen einfach über mich hinweg.

Es gab keine Möglichkeit die Arena zu erreichen...

Wo ich nur hinsah, Unmengen an Leibern, die sich gegenseitig anstießen, grob beschimpften oder sogar verprügelten, um rechtzeitig ins Innere zu gelangen. Es schien, als wäre ganz Rom heute auf den Beinen, um sich das neue Spektakel anzusehen. Als die Trompeten geblasen wurden, gefror mir das Blut in den Adern. Es war das Zeichen dafür, dass der Kaiser und Livia auf dem Weg waren, ihren Platz oberhalb der Arena einzunehmen. Die Schreie der Menschen, die bereits im Circus saßen, waren ohrenbetäubend und steckten die Leute außerhalb mit an. Ich hielt mir die Ohren zu, so unerträglich war der Lärm. Er schien direkt aus dem Tartaros zu kommen. Für mich klang es wie der Reigen des Thanatos, der kommen würde, um Pheroas Leben zu beenden. Es war aussichtslos...

„Herrin!“, jemand griff mit großen Händen nach mir und zog mich auf die Beine.

„Marcos! Diana sei Dank.“

„Kommt mit, wir haben nicht mehr viel Zeit!“

„Aber wie sollen wir...“

„Hier nehmt dies und zieht es über, es zeichnet Euch als Dienerin aus. Der Eingang für Sklaven ist weniger bewacht, sie treiben die Freudenmädchen und Lakaien regelrecht in die Arena. Es ist die einzige Möglichkeit.“

Noch im Laufen hatte ich das verschlissene Gewand angezogen, wenige Meter vor dem kleinen Nebeneingang, lief Marcos zu einem Stand, griff nach einer goldenen, mit Früchten gefüllten Schale und reichte sie mir.

„Tragt das auf dem Kopf, macht schon Aristea!“, ich tat, was er mir sagte, schnell hatte er sich ebenfalls zwei große Krüge mit Falerner gegriffen und stellte sich vor mich, „...bereit?“

„Ja.“

„Geht unauffällig und langsam.“, mahnte er mich und zeigte auf die Wachen zur Linken und Rechten des Tores. Ich hatte Mühe nicht zu rennen, der Sand der Zeit rieselte unbarmherzig durch den gläsernen Körper der Uhr, die an der Wand neben dem Eingang hing.

„Halt! Ihr da!“, ich zuckte zusammen, als einer der Soldaten auf Marcos und mich zukam, „...was habt Ihr in den Krügen, Sklave?“

„Falerner, Herr.“

„Ich bin angewiesen zu prüfen, ob Ihr die Wahrheit sprecht.“, er hielt Marcos einen Becher aus Ton entgegen, woraufhin er die Krüge abstellte, „...schent ein! Aber aus beiden Krügen.“

Aus den Augenwinkeln sah ich erneut auf die Sanduhr...

Nach einer gefühlten Ewigkeit...

„Ihr dürft passieren, Ihr Frau, lasst mich die Schale ansehen.“, er riss sie mir unsanft vom Kopf, „...geht, alle beide.“

Kaum waren wir außer Sichtweite stellten wir unsere Last ab, Marcos packte mich am Arm und lief voran.

„Ihr hattet von Anfang an Recht, Herrin. Remus hätte auf euch hören sollen. Zuerst wollte ich es nicht glauben, doch Dimitros, ein griechischer Sklave hat durch einen Wink des Schicksals ein Gespräch zwischen Ciceron, dem neuen Zenturion der Kaiserin und seinem Stellvertreter Decimus belauscht. Er hat nicht viel verstanden, nur das beide Männer von einem schrecklichen Unfall sprachen, der sich heute im Circus ereignen soll. Dimitros kam sofort zu mir, er sagte, die Männer hätten sehr verachtend über euren Vater und Pheroas gesprochen.“

„Habt Ihr ihm oder Remus diese Worte mitgeteilt?“

„Dazu blieb keine Zeit, ich habe es erst, kurz bevor ich Euch fand, erfahren. Remus ist bei Verigilanus. Sie bereiten Pheroas auf den Auftritt vor. Zu dieser Zeit ist es keinem Sklaven mehr gestattet, den Bereich der Gladiatoren zu betreten, was sehr ungewöhnlich ist. Livia selbst gab den Befehl mit der Begründung, dass niemand die Ruhe der Männer stören soll. Versteht Ihr Aristea, deshalb glaube ich, genau wie Ihr, dass das Ziel euer Bruder ist und das Livia seinen Tod befohlen hat.“

„Was soll ich tun Markcos?“, in diesem Moment ertönte die Stimme des Sprechers.

„Volk von Rom, ich präsentiere Euch Augustus, den mächtigen Herrscher dieses Imperiums und die herrliche Livia!!!!“, das Schreien und Jubeln der Menge, ließ die Mauern des Circus maximus erzittern.

„Es ist die einzige Chance zu den Gladiatoren zu gelangen und...“

„Wie soll ich das anstellen, Ihr Narr?“, schrie ich ihn panisch an, „...der Bereich der Todgeweihten liegt am anderen Ende!“

„Aristea!“, er schüttelte mich heftig, „...nehmt Euch zusammen. Ihr seid auserwählt. Diana hat euch mit Mut, Stärke und der Gabe des Kampfes gesegnet. Nutzt sie. Hier.“, er reichte mir ein Seil mit einem Haken. Es gibt einen Weg, wir Sklaven sind die Einzigen, die in die untere Ebene des Circus gelangen, ohne Aufsehen zu erregen. Dort befinden sich viele Gänge, es ist ein wahres Labyrinth.

Die Raubtiere, gefangene Bestien aus einem Land, in dem die Menschen von so dunkler Hautfarbe wie ich sind, lauern dort in etlichen Käfigen. Ihr müsst zum Letzten gehen, dort im Käfig oberhalb der Decke ist eine Luke. Sie führt einen weiteren Gang entlang, seid Ihr erst dort müsst Ihr euch rechts halten, so gelangt Ihr direkt zu den Gladiatoren.“, wieder packte er mich und riss mich mit sich, „...Pankratius hier ist ein guter Freund, er wird Euch mitnehmen, behaltet ja das Gewand an, weicht ihm nicht von der Seite.“

Als ich den kleinen, aber durchaus muskulösen Mann, ausgestattet mit Flagellum und Gladium sah, war ich mir seiner nicht sicher.

„Seid gegrüßt Marcos und auch Ihr, Tochter der Diana.“, ich blickte Marcos verblüfft an.

„Ich sagte Euch ja, er ist einer der Unseren. Pankratius, bringt sie schnell zur Luke, Fortuna hat sich gegen uns gewandt und mit Hades zusammengetan.“

„Folgt mir, schnell!“

„Viel Glück Herrin!“

Kaum hatte er das ausgesprochen, verschluckte die Finsternis mich und meinen Begleiter.

„Wir müssen schnell sein, da es unüblich ist, dass Frauen hier zugegen sind, werde ich Euch in Ketten legen, vertraut mir Aristea.“, mir wurde flau bei seinen Worten, doch ich hatte keine andere Möglichkeit. Die schweren Eisen schnappten zu und ich war gefangen.

Es dauerte eine Weile bis meine Augen sich an das Licht, welches von wenigen Fackeln ausging, gewöhnt hatten. Der Gang schien kein Ende zu nehmen, doch was mir wirklich zu schaffen machte, war die Stille hier unten. Ich vernahm keinen Laut der rufenden Massen, wusste nicht, ob ich nicht bereits zu spät war, bis mir ein widerlicher Geruch in die Nase stieg. Es war eine Mischung aus Exkrementen, Urin und Blut.

Ich hörte das Schlagen des Flagellums und ein Brüllen, wie ich es so nie gehört hatte. Das Tier, welches gequält wurde, musste riesig sein.

„Das ist der Ruf des Leon, einer riesigen Kreatur aus einem fernen Land. Dieses grausame Geschöpf ist stark und hat schon viele Männer in den Tod gerissen. Seine Kraft ist unglaublich, an seinen vorderen Gliedmaßen befinden sich scharfe Krallen, die jedem Menschen die Eingeweide aus dem Bauch reißen. Männliche Leon haben eine wilde Mähne und böse Augen. Nur wenige Todgeweihte haben einen Kampf überlebt. Verhaltet Euch nun ruhig und sprecht kein Wort, geht vor mir und nicht zu nah an das Gitter, es könnte Euer Tod sein.“

„Pankratius, seid Ihr das?“

„Ja werter Freund.“, wieder erklang dieses, von Schmerz erfüllte Brüllen, bevor die Käfigtür aufging und ein riesiger, muskelbepackter Mann zum Vorschein kam. Lüstern blickte er mich an und leckte sich über die Lippen.

„Und wen haben wir hier?“

„Diese Frau hat es gewagt, den Kaiser zu bestehlen. Augustus hat entschieden, sie nach dem Aufmarsch der Gladiatoren zu Ehren des Publikums durch den Leon zu opfern. Ich habe den Auftrag sie dafür bereit zu machen.“

„Ich verstehe, doch wenn sie den Styx auf dem Boot des Charon passieren soll, warum versüßen wir ihr nicht das baldige Ableben mit etwas Liebe? So stirbt sie wenigstens mit der Erinnerung an harte Männlichkeit.“, er lachte kehlig und rieb mit der Hand über seinen Schoß. Sein Gemächt schien unter dem ledernen Schurz anzuschwellen.

„Dafür ist keine Zeit Acario, sie muss schnellstens nach oben gebracht werden.“, blockte Pankratius ihn grob ab.“, zuerst hatte ich Angst bei Acarios Aussage. Noch immer traute ich Marcos Freund nicht, doch er hatte mir bewiesen, dass er zumindest nicht an körperlichen Freuden interessiert war. Es wäre ein Leichtes für beide Männer gewesen, mich in Ketten zur Liebe zu zwingen. Doch Pankratius war auf meiner Seite, etwas das Acario nicht zu gefallen schien.

„Seid doch kein Spielverderber. Wir haben genug Zeit.“

„Glaubr mir Acario, dieses Weib würde Euch nicht bekommen.“, damit griff er an meine Fesseln und zog mich weiter, „...sie hat zwei Männer kaltblütig ermordet, um sie zu erleichtern. Sie verdient es wahrlich zu sterben.“

„Wie Ihr wollt, es gibt genug Dirnen da draußen.“, er winkte ab und trottete Richtung Ausgang.

„Das war sehr knapp, verzeiht die Unannehmlichkeiten. Die Luke ist dort.“, er zeigte auf den letzten Käfig in der Reihe und befreite mich, „...ich werde für Euch die Bestie ablenken, mehr kann ich nicht tun. Seid wachsam und schnell Aristea.“

Das Innere war in Dunkelheit gehüllt, erst als Pankratius an der Tür zu rütteln begann, schien sich etwas im hinteren Teil zu regen. Schneller als meine Augen reagieren konnten, huschte ein gewaltiger Schatten von einer Seite zur anderen. Ein tiefes Knurren folgte und dann sah ich ein großes, gelbes Paar Augen, das mich zu fixieren schienen.

„Ihr dürft keine Angst zeigen, der Leon riecht sie und wird somit noch wilder. Er...“, ein kräftiger Leib schmetterte mit voller Wucht gegen die Stäbe. Entsetzt wich ich zurück...

Vor mir erschien eine Kreatur, die nicht von dieser Erde zu sein schien. Noch nie hatte ich ein Tier dieser Art gesehen. Seine Ausstrahlung, seine Kraft und die Geschmeidigkeit, mit der es sich fortbewegte, raubten mir den Atem. Es blickte mich direkt an, kaum ging ich näher heran, öffnete es das Maul und präsentierte mir scharfe, lange Reißzähne. Eine seiner Pfoten schlug gegen das Eisen, die Krallen waren fast schwarz und gefährlich gebogen. Jetzt wusste ich, was Pankratius meinte...

„Zurück!!“, das Flagellum schlug hart und unnachgiebig auf das Fleisch, „...schnell, jetzt Aristea, nehmt den Stab dort und drückt die Luke nach oben!“, er drängte das brüllende Geschöpf in eine Ecke. Augenblicklich erwachte ich aus der Starre, in der ich mich befunden hatte. Kaum war der Eingang frei, warf ich das Seil gekonnt und zielsicher nach oben. Ein dumpfes Klacken und das Metall hatte sich festgesetzt. In Windeseile zog ich meinen Körper daran herauf.

„Viel Glück!“, rief er mir nach, bevor ich den Eingang wieder verschloss.

So schnell mich meine Füße trugen lief ich den Gang entlang bog rechts ab und stand plötzlich in einer Art Waffenkammer. Überall hingen riesige Fangnetze, Helme, Speere oder Körperrüstungen.

„Was in Mars Namen tut Ihr hier Frau?“, ich erschrak bis ins Mark., „...Livia hat verboten, dass Sklaven sich zu dieser Zeit hier aufhalten. Kommt sofort her!“, er rannte auf mich zu, wie in Zeitlupe sah ich seinen massigen Leib immer näher kommen.

Er durfte mich nicht aufhalten...

Ich griff nach der erstbesten Waffe...

Der Speer bohrte sich in seinen Bauch und durchschlug sein weiches Fleisch. Die blutige Spitze ragte hinten aus seinem Rücken. Mit weit aufgerissenen Augen sah er mich an, er wollte noch etwas sagen, doch das Blut in seiner Kehle verhinderte dies. Dumpf schlug er auf...

„Doch jetzt verehrtes Volk, genießt das Schauspiel. Augustus, Euer aller Herrscher hat Euch heute etwas Freudiges zu berichten. Verigilianus, jener Mann, der Euch seit Jahren mit kämpfenden Männern zur Erheiterung versorgt, hat seinen Nachfolger gewählt. Begrüßt den großen Verigilanus und seinen Sohn Pheroas, dem Nachfolger der kaiserlichen Gladiatorenschule!!!“, das Schreien der Menschen klang wie ein Schwarm bösartiger Harpyien, die aus der Unterwelt ausschwärmten, um dieser Vorstellung den Gnadenstoß zu versetzen.

„Nein!!!“, ich sprang über den Toten hinweg, so schnell wie heute, war ich nie vorher in meinem Leben gelaufen. Die Männer, an denen ich wie der Wind vorbeilief, konnten sich nur erstaunt anschauen, zwei standen mir im Weg. Ich nahm Anlauf, sprang auf seine starken Schultern, stieß mich ab und flog regelrecht über sie beide hinweg.

Vor mir sah ich den Ausgang, er führte direkt in die Arena. Und nicht nur das...

Pheroas und mein Vater liefen Seite an Seite, genau auf den Logenplatz des Kaisers zu. Beide trugen einen roten, reich verzierten Umhang, das Schwert ruhte zur Rechten an ihrem braunen, ledernen Schurz. Begleitet wurden sie von etlichen Gladiatoren. Ihre Rüstungen und Helme glänzten unter Apollons herrlicher Sonne. Im Takt schlugen sie mit ihren Waffen auf ihre Schilde und schufen so ein Szenario, das allen Menschen im Circus maximus zu imponieren schien, denn augenblicklich wurde es totenstill.

Und dann sah ich ihn zum ersten Mal...

Majestätisch erhob er sich neben Livia. Eine dunkler, mit dem eingearbeitetem Kopf des Jupiters geschmückter Brustpanzer, ruhte wie nur für ihn geschaffen, auf seinem Oberkörper. Purpurrote, reinste Seide floss wie gemalt an seinen Schultern herab, der goldene Kranz auf seinem Haupt ließ keinen Zweifel an seinem Status. Er hob die Arme, eine Geste, die ich erst nicht verstand, doch plötzlich öffneten sich im Boden zwei riesige Luken. Ohne Vorwarnung schossen zwei außerordentlich gewaltige Scheusale hervor. Sie hatten Ähnlichkeit mit dem Leon, waren jedoch ohne Mähne und ihr wuchtiger Körper war orange mit dunklen Streifen, die sich über den Rücken zogen. Die Masse kreischte erschreckt auf, doch Pheroas und mein Vater bewegten sich keinen Schritt. Nur eine Fußlänge vor beiden entfernt, zogen dicke Ketten die Bestien zurück.

Mein lauter Schrei ging einfach unter...

Ohne darüber nachzudenken, was es bedeuten würde, dieses Spektakel zu stören, stürmte ich dem Licht entgegen, noch ein paar Schritte und ganz Rom würde die Frau sehen, die es wagte den Kaiser zu stören, die Familie zu entehren und somit ihren Tod besiegelte. Doch das alles war mir egal...

Doch ich sollte den Kampfplatz nicht erreichen...

Mit einer Heftigkeit, die mir die Luft aus den Lungen drückte prallte etwas gegen mich und riss mich von den Füßen, nur zwei Meter vor dem rettenden Ausgang.

„Haltet sie fest, Hypatius!!“

„Nein...nicht!!!“

„Aristea! Was tut Ihr denn hier?!“, neben mir und dem Mann tauchte Remus auf und blickte mich erschrocken an.

„Hört mich an, das ist eine Falle. Marcos schickt mich, wir müssen den Auftritt sofort unterbrechen. Er wird mit dem Tode meines Bruders enden!!“

„Bringt sie rein, schnell, niemand darf das hier sehen!“, der Gladiator packte mich grob und schleifte mich einfach weg, „...was redet Ihr, Ihr Närrin?“

„Remus nein!! Er wird sterben, Livia hat es befohlen, vertraut mir, lasst mich gehen!!!“

„Was denkt Ihr, was Ihr da tut?“, rief er aufgebracht, „...Ihr entehrt Eure Familie, Eurer Bruder wird zum Gespött ganz Roms und...

Ein furchtbares Gebrüll durchbrach die Stille, es klang so furchteinflößend, das selbst Hypatius seinen Griff löste und von Furcht überwältigt geradeaus in die Arena blickte.

Was dann geschah, brannte sich auf ewig in meine Gedanken...

Eine der Kreaturen setzte zum Sprung auf Pheroas an, der weiterhin stillstand, um seinen Mut unter Beweis zu stellen. Die eiserne Kette zersprang an den Gliedern...

Noch ehe mein Vater und die Gladiatoren reagieren konnten, hatten sich die Zähne des Monstrums in Pheroas Hals verbissen...

Rotes Blut spritze auf den sandigen Boden, der Lebenssaft entwich der Kehle meines Bruders...

Das Volk sprang auf...

Panische Rufe, angsterfüllte Schreie und laut ausgesprochene Gebete hallten von den Mauern wider.

Mein Vater hatte sein Schwert gegriffen und schlug dem Tier mit nur einem Hieb, den Kopf vom Rumpf. Doch es war zu spät...

Livia sprang mit einem unglaublichen Salto von der Loge die wenigen Meter auf den Boden, riss sich den Umhang vom Körper und drückte ihn auf den Hals meines Bruders.

„Einen Medicus! Schnell!!“, rief sie laut.

Diese verfluchte Hure...

Mit einem harten Hieb gegen die Schläfe, schickte ich Hypatius zu Boden, nahm ihm noch im Laufen das Schwert ab und rammte Remus zur Seite. Das war also dein Plan? Livia...

Ihn umzubringen und es wie einen Unfall aussehen zu lassen...

Und wie sie über ihm kniete, verlogen den Stoff gegen die Kehle drückte...

Ich war soweit, jetzt würde sie sterben...

Der Schlag auf den Hinterkopf traf mich unvorbereitet, meine Beine sackten weg und ich schlug wieder auf dem Boden auf. Mein Blick verschwamm, als hätte ich Wasser in den Augen sah ich noch, wie mein Vater weinend den toten Körper meines Bruders an sich drückte...danach wurde alles dunkel...






















Review schreiben