Emily

GeschichteRomanze, Freundschaft / P12
aequitaS AppleWar iBlali / Vik Lord Abbadon
18.01.2015
18.01.2015
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Heyho!
Schön, dass ihr bei meiner FF gelandet seid.
Das hier ist quasi ein Remake einer alten FF, die ich schon vor einiger Zeit gelöscht habe.
Es geht, wie in den meisten meiner FFs um "Emliy".
Doch dieses Mal geht es einzig und allein darum, dass sie ihrem Bruder ihr Leben erzählt.
Alles, was vor "Plötzlich UWG" und "MK2LA" passiert, aber auch die Story um "Neue alte Liebe" herum. Sie weißt sogar große Parallelen zu dem Mädchen aus "Was, wenn die Zombieapokalypse kommt?" auf, aber eben auch starke Differenzen.
Dies hier ist einfach das Leben von "Emily" und was sie zu der Person gemacht hat, die sie eben ist.
Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen.
LG Cora.


Kapitel 1
Ich höre seinen entspannten Atem neben mir. Es beruhigt mich ungemein, dass er da ist. Es gibt mir ein Gefühl von Sicherheit und Vertrauen in dieser für mich nun wirklich nicht leichten Zeit. Aus dem Augenwinkel beobachte ich, wie er mit seiner linken Hand durch seine dunklen Locken fährt und dann wieder ganz still da liegt.
Für einen wundervollen Moment liegen wir einfach nur nebeneinander und hören der Stille zu.

"Wie war das eigentlich damals bei dir? Damals, als wir uns aus den Augen verloren hatten?" Durch das schwache Mondlicht, dass durch das Fenster fällt kann ich die Umrisse seines Körpers sehen. "Was hast du damals so gemacht?".

Ich spüre beinahe seinen fragenden Blick und seine Neugier. "Willst du die offizielle Version, oder die inoffizielle hören?" Im Nachhinein merke ich, wie dumm diese Frage ist.
"Die Wahrheit. Ich bin mir sicher, dass du in deinen Vlogs nicht die ganze Wahrheit gesagt hast" Natürlich hätte ich das nicht. Gewisse private Dinge gehen sogar die tollste und beste Community nichts an. "Das ist aber eine sehr lange Geschichte, Benny. Bist du sicher, dass du das alles hören willst?" Ich will meinen Bruder nicht mit meinen Beziehungsproblemen belasten.

"Ich habe das Gefühl, dass du reden willst. Und ich hör dir gerne zu." Wieso ist keiner meiner Ex-Freunde so wie er? Er weiß einfach immer, was ich fühle und sagt immer das richtige. Vielleicht hatte ich damals als wir klein waren, deshalb so gut wie nie Streit mit ihm. Als alle meine Freunde sich über ihre nervigen und peinlichen Geschwister aufgeregt haben, war er der wichtigste Mensch in meinem Leben.
Mit ihm kann man im Bett in eine Decke eingekuschelt liegen und einfach nur reden. Und er hört zu.

"Na komm, erzähl schon!" ermuntert er mich, wahrscheinlich von meinem Schweigen irritiert. Und mit diesem Moment begann wohl das längste und offenste Gespräch, dass ich jemals mit einem Jungen - ach quatsch, was sag ich - dass ich überhaupt jemals geführt habe.


"Damals, als ihr nach Bonn gezogen seid, hat sich Viktor bei mir einquartiert weil eure Wohnung anderweitig vermietet wurde. Yuki hatte sich ja gerade von ihm getrennt und er wollte einfach nicht zurück nach Hamburg, wo ihn alles an sie erinnert." ich drehe mich zur Seite und sehe Benny an - wohlmöglich um zu Überprüfen, ob er überhaupt zu hört, oder sich zu Tode langweilt -aber er lächelt sanft.
Deshalb fahre ich fort: "In dieser Zeit musste ich mich auch daran gewöhnen, noch mehr Zeit und Energie in meinen YouTube-Kanal zu stecken, da der Kanal zu der Zeit regelrech boomte. Wenn ich mich jetzt so daran erinnere, war das eine echt schöne Zeit. Wir haben sehr viel Zeit miteinander verbracht und sogar unsere Eltern begannen ihn langsam zu mögen.".
Mein Bruder lacht leise und auch ich muss grinsen. Meine Eltern mochten Viktor zu Anfang nicht sonderlich... und mittlerweile sehe ich es genauso. "An einem Freitagabend - ja das weiß ich noch ganz genau - lagen wir auf meiner Couch und haben gescriptet. Aber irgendwie fiel uns absolut nichts ein und wir waren nur am rumalbern. > Lass uns morgen weiter schreiben < hat er gesagt >heute kriegen wir eh nichts mehr zustande.< ich hätte auf ihn hören sollen. Das Drehbuch war so schlecht, dass ich es am nächsten Morgen neu schreiben musste. an diesem Abend ist es auf jeden Fall passiert. Es war der 23. September und wir haben uns das erste Mal geküsst. Es hat sich alles so richtig angefühlt, obwohl er 6 Jahre älter war als ich. Es war um einiges schöner als wie ich es mit meinem Ex in Erinnerung hatte. Vielleicht, weil Viktor älter war?" "Du hattest vor Viktor schon einen Freund? Benjamin sieht mich verwundert an. Von ihm hast du mir nie erzählt."
Ich bin mir nicht sicher, ob ich ihm wirklich von David erzählen soll, aber irgendwie gehört er einfach zu meiner Lebensgeschichte dazu. Sie wäre nicht komplett, wurde ich ihn verschweigen. Außerdem ist er mein Bruder. Mein Bruder, der seine Jugend im Internat verbracht hat, sodass wir uns nur in den Ferien und an manchen Wochenenden sehen konnten. "Na gut. Er hieß David. Er war in meiner Parallelklasse und wir haben uns eine Zeit lang ziemlich häufig getroffen. Auf einer Klassenfahrt nach Hamburg sind wir schließlich zusammengekommen, aber er hat angefangen Drogen zu nehmen und das hat ihn ziemlich verändert. Unsere Beziehung hat 3 Monate gedauert und er war anderthalb Jahre nach unserer Trennung das erste Mal wieder clean. Ich hab letztens mit ihm gesprochen." das muss als Erklärung reichen.

Ich spreche nicht gerne über David und diese Zeit. Einen Moment beobachte ich Benny, wie er da liegt und mich mit neugierigen Augen anschaut. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass er sich wirklich für meine recht langweilige Geschichte interessiert. Aber seine Augen sagen etwas anderes.
"Wie war das mit Viktor und dir? Er ist doch irgendwann zurück nach Hamburg gegangen, oder?" "ja, er hatte schließlich noch seine Wohnung dort. Er kam häufig samstags bis dienstags zu mir gereist. Wir schrieben Scripte und machten allen möglichen Scheiß. Sein Kanal boomte. Aber auch ich reiste manchmal nach Hamburg, was allerdings nicht so leicht war, weil ich ja noch zur Schule musste.
Ja, wir führten eine Fernbeziehung, was nicht immer leicht war. Wir hatten geplant, dass ich in den Sommerferien ein paar Wochen zu ihm ziehe und sogar meine Eltern hatten schon zu gesagt. Nun, wir waren 10 Monate zusammen und ich packte glücklich meine Sachen für meinen Hamburgurlaub. Wir verbrachten genau 5 wunderschöne Tage, bis wir Yuki trafen, was an sich alles andere als schlimm war. Ich fand sie nett und Viktor war über sie hinweg - dachte ich. Wir hatten uns kurz unterhalten und zusammen ein Eis gegessen. Es war komisch mit der Ex meines Freundes abzuhängen." ich verstummen kurz und warte Bennys Reaktion ab, doch er nickt mir nur aufmunternd zu.

Was ist an meiner Geschichte interessant? Wieso will er das hören? "Ab dem Tag hat sich alles verändert. Ich spürte, wie sich Viktor von mir distanzierte. Er war immernoch ziemlich liebevoll, aber ich merkte einfach, dass er noch Gefühle für Yuki hatte, die er nicht unterdrücken konnte. Ich war mir sicher, dass er an sie dachte, wenn wir miteinander schliefen." ich höre meinen Bruder leise lachen, aber das ignoriere ich. "Ich wusste, dass es so nicht weitergehen kann und überlegte, was ich in dieser Situation machen könnte, denn von ihm schien nichts zu kommen, außer Distanz und gespielte Gefühle. Nach einer Woche nahm ich all meinen Mut zusammen und stellte ihn zur Rede. >Viktor, wir müssen reden< sagte ich. Zu meinem Überraschen übernahm er den Rest.
Ja, wir trennten uns.
Auch, wenn ich das ihm, und auch allen anderen gegenüber nicht gezeigt hatte, die Zeit danach war verdammt schwer für mich. Wir haben auf YouTube erzählt, dass wir zwar nicht mehr zusammen sind, weil wir einfach keine Gefühle mehr für einander haben, aber trotzdem noch ziemlich gut befreundet sind. Aber nein, ich hatte noch ziemlich starke Gefühle ihm gegenüber und weinte ziemlich viel. In dieser Zeit machten Viktor und ich zusammen mit Max, Zhenya und Sam einen Livestream was ich mittlerweile total bereue. Ich kam dort einfach nur gespielt und aufgesetzt rüber." einen Moment liege ich einfach nur da. Ich will nicht weitererzählen. Ich will nicht alle Erinnerungen zurückrufen, die ich gerade erst verbannen konnte. Ich wünschte, die Geschichte wurde hier schon enden, aber leider ist dies erst der Anfang.
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