Eragon - Die Kraft der Vergessenen

GeschichteAbenteuer, Fantasy / P12
Angela Arya Bloedhgarm Eragon (Elf) OC (Own Character) Saphira
18.01.2015
04.09.2019
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Willkommen zu dem zweiten Teil meiner FF.
Hier der gewünschte Rückblick. Viel Spaß damit!

Disclaimer: Wie schon beim letzten Teil der FF erwähnt, schreibe ich diese Fanfiktion aus persönlichem Interesse. Alle Charaktere und Ähnliches gehören CP.

Ein Winter, ganze vier Monde waren nun vergangen, seitdem er alles Vertraute hinter sich gelassen hatte und zum ersten Mal kam ihm der Gedanke, dass das vermutlich noch nicht das Ende war, dass es eigentlich überhaupt noch nicht das Ende sein konnte. Eragon war jung. Zu jung, als das er sich einfach für den Rest seines Lebens an einem entlegenen Ort niederlassen konnte, um sein Wissen an die nächsten Generationen weiterzugeben. So stellte er sich sein Leben nicht vor, auch wenn es mehr als beruhigend war, sich dem Frieden gewiss sein zu können. Nun ja, fast jedenfalls. Die Menschen und Zwerge würden ohnehin immer etwas finden, worüber man sich streiten konnte, wie es auch im Laufe des letzten Mondes geschehen war. Es hatte nicht lange gedauert bis die ersten Stimmen im Volk der Zwerge laut geworden waren und ebenfalls einen Reiter ihres Volkes forderten, wie als wäre es ein Privileg, dass zu einer beliebigen Zeit eingelöst werden könne. Zugegeben, wäre nicht ausgerechnet Orik der Leidtragende eben jenes Streites gewesen, hätte ihm die Angelegenheit wohl gleichgültig sein können, doch so war ihm nur eine einzige Möglichkeit offen geblieben. Er hatte zwei Dracheneier nach Alagaesia schicken müssen, um die angespannte Situation zumindest etwas zu beruhigen und doch kam er im selben Atemzug nicht umhin verärgert zu sein. Zuerst hatten sich die Zwerge gegen eine neue Reiterprüfung ausgesprochen und jetzt, wo ihr anfänglicher Wunsch, keinen Reiter ihres Volkes zu erwählen, berücksichtigt worden war, fühlten sie sich übergangen, wenn nicht sogar beleidigt. Er wusste, dass es nicht die Absicht seines Freundes Orik war, ihm Schwierigkeiten zu bereiten, doch auch der Zwergenkönig konnte die Interessen der Clanoberhäupter nicht vollends ignorieren, ohne um seinen Platz und seine Ehre fürchten zu müssen.

Letztendlich, nach einem Duzend Diskussionen und noch mehr zweifelhaften Gedanken, waren damals eine Entscheidung gefallen, genau genommen war es dieses eine Mal sogar seine Eigene gewesen: Man musste ihm helfen und genau das ging eben nur in Form einer Reiterprüfung. Als er sich dann jedoch anschickte, die Kücken einzeln mit einem Zauber nach Alagaesia zu senden, waren seine Gedanken für den Bruchteil eines Herzschlages nicht dort gewesen, wo sie hätten gewesen sein sollten. Was danach kam, hinterließ noch immer einen schmerzhaften Stich in seinen Erinnerungen. Er konnte ledeglich dem Schicksal danken, dass zumindest einer der beiden Jungdrachen sicher und wohlbehalten bei den Elfen angekommen war, während das andere Ei zunächst spurlos verschwunden blieb. Schließlich war Saphira es gewesen, die vorgeschlagen hatte das verlorene Kücken mithilfe der Traumsicht zu suchen. Nach anfänglichen Zweifeln und einem klärendem Gespräch war er ihrer Bitte nachgekommen, allerdings immer in dem Wissen, dass der Zauber beinahe wirkungslos war, wenn man die umliegende Gegend nicht zuvor mit eigenen Augen gesehen hatte. Trotz dieser Einschränkung wurde sein Versuch schließlich doch von Erfolg gekrönt und die Frage nach dem warum, nach der Frage, warum er sie überhaupt hatte sehen können, verlor sich eben so schnell, wie die zweifelnden Gedanken, die zu jener Zeit beinahe von einem auf den anderen Moment verschwunden waren.

Doch das, was die Traumsicht in diesem einen Moment offenbart hatte, klärte leider nur einen Teil der Fragen. Eines war jedoch sicher: Durch einen Zufall, wie es ihn nur selten gab, war das Drachenküken in die Hände einer jungen Zwergin gelangt und allein der liebevolle Blick mit dem sie das rote Ei gemustert hatte, sprach Bände. Konnte es wirklich sein, dass es durch einen Zufall genau in die Hände seiner zukünftigen Reiterin gefallen war? Der Gedanke schien fast schon zu schön um wahr zu sein und dennoch hatte Eragon sich seitdem nächtelang den Kopf zerbrochen, wie er den beiden in irgendeiner Form Hilfe zukommen lassen konnte, jedoch ohne eine Spur von Erfolg. Es würde noch etliche Tage dauern bis Arya mit den Schülern eintraf und selbst dann würde sie nicht direkt aufbrechen können, zumal sie das vielleicht nicht einmal wollte. Zu lange hatte er auf den Moment ihres Eintreffens gewartet, zu lange, als dass er die Hoffnung auf einen einzigen, gemeinsamen Tag sofort aufgeben konnte. Eines blieb ihm dabei aber zu jeder Zeit im Hinterkopf:
Sollte sie die Wahrheit erkennen, würde Arya es als ihre Pflicht ansehen, sofort nach Alagaesia zurückzukehren und wer wusste denn schon, wann man sich wiedersehen würde?

Wenn es davon abgesehen dann noch etwas gab, das ihn die ganze Zeit zum Nachdenken brachte, dann war es die Frage, was wohl passieren würde, wenn er selbst zu jenen zurückkehren würde, deren Abschied ihm am Schwersten gefallen war. Nur für einen Tag, nur um noch ein letztes Mal nachzusehen, ob Roran inzwischen Vater geworden war. Immer und immer wieder rief er sich dabei Angelas Worte ins Gedächtnis: „Du wirst dieses Land für immer verlassen...“ Egal wie lange er noch darüber nachdachte, ihm wollte nicht mehr einfallen, als jene Gedanken, die ihm schon zuvor in den Sinn gekommen waren: Wenn er sich dazu entschließen würde zurückzukehren, hatte er seine Heimat nie für immer verlassen, konnte jeder Zeit zurückkehren, wann immer er es wollte. Auf der anderen Seite brachte dieser Gedanke auch eine Erkenntnis mit sich, die ihn mehr und mehr erschaudern ließ. Damals hatte Angela ihm unter dem Zeichen eines seltenen Baumes ein vielleicht unendliches Leben vorhergesagt. Vielleicht....das war exakt jenes Wort, was sie damals verwendet hatte, was im gleichen Atemzug aber auch eine ganz andere, weitaus erschreckende Möglichkeit offenlegte: Er konnte sterben. Vor nur zwei Monden, also ungefähr der Hälfte eines ganzen Jahres war ihm diese Vorstellung unangenehm vorgekommen, doch schon bald hatte sich daraus eine Frage ergeben, auf die er seitdem eine Antwort suchte: War der Tod mit dem Verlassen Alagaesias gleichzusetzen? Konnte es das sein, was Angela damals gemeint hatte, als sie ihm das Verlassen eines gewissen Landes vorhersagte?


Von der ersten Reiterprüfung hatte er nur am Rande etwas erfahren. Es gab augenscheinlich drei neue Reiter, die somit seine ersten Schüler werden würden. Johannes, ein zurückhaltender, schweigsamer Mensch und Allana. Sie war eines der wenigen Elfenkinder in Du Weldenvarden, doch wenn er den Berichten der Elfen Vertrauen schenken konnte, so hatte sie bereits sowohl ihre Magie, wie auch einen kleinen Teil ihres wahren Namens entdeckt. Unter normalen Umständen hätte er es nicht für gut empfunden in so jungen Jahren schon das Innere seines Wesens zu kennen, aber die Elfen setzten große Hoffnungen in sie. Der dritte Reiter sollte, wie Lord Daethr berichtet hatte, ein Urgal sein. Man wusste jedoch nicht, in welchem der vielen Dörfer er aufgewachsen war, noch wer seine Eltern waren. Selbst von seinem Namen hatte Lord Daethr ihm nichts berichten können. Insgeheim war er aufgeregt und beunruhigt zugleich. Zum einen freute er sich darauf gemeinsam mit den neuen Schülern und ihren Kücken, wie Saphira sie liebevoll nannte, zu arbeiten. Aber auf der anderen Seite war ihm mehr denn je bewusst, dass er den Platz von Oromis eingenommen hatte. Nun war er derjenige, der sich um seine Schützlinge zu kümmern hatte und sie unterrichten musste. Er konnte sich lebhaft vorstellen, wie gerne ihm sein ehemaliger Lernmeister bei dieser Aufgabe geholfen hätte, doch es hatte nicht so sein sollen. An jenem Tag in Gil’ead hatte sein Lebensweg ein jähes Ende gefunden. Es war nie Oromis Absicht gewesen Galbatorix gegenüber zu treten. Und dann, an diesem einen Tag, hatte er ihn unterschätzt und seinen Fehler mit dem Leben bezahlt. Ledeglich Glaedrs Eldunari hatte die Schlacht überstanden, während sein Körper noch tagelang leblos zwischen den Trümmern der Schlacht gelegen hatte, bis die Stadt eingenommen und die letzten Soldaten des Imperiums getötet worden waren.
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