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Tales of Symphonia

GeschichteFantasy, Freundschaft / P12 / Gen
Colette Brunel Kratos Aurion Lloyd Irving Raine Sage Yuan Zelos Wilder
16.01.2015
19.06.2018
16
63.884
 
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16.01.2015 4.589
 
Prolog:
Der Aufbruch

Der 16. Geburtstag veränderte alles in meinem Leben, das wusste ich.
Mein Name ist Serah Aurion und das ist meine Geschichte.

Es begann alles an meinem 16. Geburtstag, mein Vater war bereits früh unterwegs und ich war um diese Zeit immer alleine. Mein Dad, Kratos Aurion, ist ein Engel, besser gesagt ein Seraphim und Mitglied von den Cruxis. Engel schlafen nicht, sie nehmen auch keine Nahrung zu sich, fühlen keinen Schmerz, keine Kälte und keine Hitze und würde ich auch zu einem werden.
Seitdem ich mich erinnern kann lebe ich hier in Welgaia, die Stadt der Engel, allerdings bin ich bisher der einzige Mensch. Das weiß jedoch niemand. Um hier Leben zu dürfen willigte ich ein an meinem 16. Geburtstag das Cruxis- Ritual zu vollziehen um ebenfalls ein Engel zu werden. Da mein Vater ein Seraphim ist werde auch ich einer werden, sowie ein Mitglied von Cruxis.
Ich atmete tief durch da ich nicht wusste was mich erwarten würde. Kurz nachdem ich meine langen, roten Haaren gekämmt hatte, betrat mein Vater unsere Wohnung. Vorsichtig trat ich aus meinem Zimmer heraus und sah Kratos leicht verunsichert an. „Bist du bereit?“, fragte er mich. Als Antwort nickte ich und gemeinsam gingen wir zu Yggdrasill. Er war der Anführer der Cruxis, aber auch ein langjähriger Freund meines Vaters.
Gemeinsam teleportierten wir uns in den Thronsaal des Blonden. Dieser schien auf mich zu warten.
Mein Vater ging zurück, ich sah ihm noch einmal kurz nach, bevor ich mich Yggdrasill zuwandt.
„Sieht so aus als würdest du nun endlich eine von uns werden, kleine Serah.“, sagte er, „Bist du aufgeregt?“ „Ich bin ein wenig nervös da ich nicht weiß was mich erwarten wird Lord Yggdrasill, dennoch werde ich diese Prüfung bestehen.“ Mein Gegenüber nickte und zeigte mir mit einer Gestik das ich ihm folgen soll. Wir gingen in einen dunklen Raum und er legte mir über meinen Brustkorb einen Cruxis- Kristall an.
„Dieses Ritual wird nicht ohne Schmerzen von statten gehen, Serah. Aber es werden die letzten sein, die du spüren wirst.“ Mit diesem Satz begann das Ritual, allerdings erinnere ich mich nicht mehr daran was geschehen ist, aber ich erinnere mich an den Schmerz. Ich konnte nicht schreien, ich hatte das Gefühl als würde ich daran ersticken, alles ging so schnell. Dieser Schmerz war unerträglich, es brannte auf meiner Haut. Lag es an dem Kristall oder an der Schutzfassung? Das Ritual hatte Spuren hinterlassen, ich war froh als diese Schmerzen vorbei waren.
Am späten Nachmittag brach ich daran zusammen und mein Vater sollte mich abholen. Er brachte mich in unsere Wohnung, meinte zu mir ich solle mich ausruhen.
„Aber... es... tut... so... weh....“, brachte ich mühsam hervor, während Kratos mich trug. Er sich auf die Couch, ich lag in seinem Arm und schlief ein.

Das ist nun über einem Jahr her.
Mittlerweile bin ich 17, habe weder gegessen, Schmerzen gespürt oder geschlafen. Nichts.
Meine Flügel ähneln den meines Vaters, im übrigen hat dieser mich auch trainiert.
Kratos erzählte mir das es bald an der Zeit ist, die Auserwählte zum Turm des Heils zu begleiten.
Er würde diese Aufgabe übernehmen. Es war nicht einfach ihn davon zu überzeugen mich mit zu nehmen aber ich habe meinen Willen durchgesetzt. Ich bin stur, genau wie mein Vater. Ich bin ruhig, verschlossen und sehr streng erzogen. Kurz gesagt ähnle ich Kratos sehr.

Gut zurück zum Thema, wir waren gerade auf den Weg nach Iselia, den Geburtsort der nächsten Auserwählten. Wir  verrieten niemanden unsere wahre Identität, wir sagten wir wären Söldner. Nach einigen Stunden kamen wir endlich am Tempel an und schon hörten wir Schreie. Mein Vater und ich rannten hoch und halfen den Kindern den riesigen und robusten Gegner zu besiegen. Eine ältere Frau dankte uns. „Ein Glück, das ihr vorbei kamt und die Auserwählte gerettet habt. Es wäre..“ „Wir sind Söldner.“, unterbrach mein Vater, „Könnt ihr uns bezahlen übernehmen wir diese Aufgabe.“ „Nun gut, wir haben keine andere Wahl. Würdet ihr, nachdem die Auserwählte das Orakel empfangen hat, sie bitte nach Hause begleiten, dann besprechen wir den Rest.“ „In Ordnung.“ Das blonde Mädchen, welches wohl die Auserwählte ist ging in den Tempel. „Ich komme mit!“, rief ein Junge mit braunen Haaren. Er trug eine rote Jacke.“ „Llyod es ist besser wenn du nach Hause gehst.“ Dieser wollte allerdings nicht. „Dein Name ist Llyod?“, fragte mein Vater. „Sag mir deinen Namen bevor ich dir meinen verrate!“ „Ich bin Kratos, und das ist meine Tochter, Serah.“, sagte er gelassen, „Das ist kein Schulausflug.“
Dann mischte sich auch noch die Auserwählte ein: „Ich hätte Llyod gern dabei, ich fühle mich dann sicherer.“ „Humpf... Solange er nicht im Weg ist.“ Mit diesen Worten ging mein Vater in den Tempel. Nach ihm Lloyd, die Auserwählte und ein Junge der Genis genannt worden ist. Ich ging als letzte. Das Orakel in Empfang zu nehmen ging relativ schnell. „Wir gehen vor.“, beschloss Kratos. Gemeinsam mit der Auserwählten, welche Colette heißt, gingen wir in das Dorf und brachten sie nach Hause. Dort regelten wir alles mit ihren Eltern und dem Bürgermeister.  Wir hatten den Job allerdings war der Bürgermeister alles andere als begeistert davon das ich mitgehe. „Nun, ich möchte Ihnen nicht zu nahe treten, Sir Kratos, aber ich bin dagegen dass das Mädchen mitgeht.“ „Ohne meine Tochter werde ich den Auftrag nicht annehmen.“ Am Ende blieb dem Bürgermeister nichts anderes übrig als nachzugeben. Mein Vater kann bis auf das Blut diskutieren, etwas wofür ich ihn sehr beneide. Am späten Nachmittag mussten wir Colette zu Lloyd begleiten, da sie ihn unbedingt verabschieden will. Als wir durch das Dorf gingen blieb mein Blick an einem Mädchen mit langen, weißen Haaren hängen. Zusammen mit Genis und einer anderen Frau, welche sich als Raine vorstellte, kam sie auf uns zu. Das Mädchen stellte sich als Sylphe vor. Sie meinte sie und Raine würden uns morgen begleiten. Mein Vater schien alles andere als begeistert zu sein aber nachdem Sylphe sagte sie wolle nur nach Palmacosta, schien sich seine Laune etwas zu verbessern.  Wir gingen gemeinsam durch den Wald zu einem Haus, in diesem schien wohl dieser Lloyd zu wohnen. Ich mochte ihn nicht, meiner Meinung nach hat er keine Erziehung genossen und der hellste scheint er auch nicht zu sein.
Jedoch beachtete ich ihn nicht weiter sondern betrachtete die Natur. Es kam schließlich nicht besonders oft vor, das ich die Außenwelt sehen und genießen kann. In Walgaia nennen mich alle Lady Serah, da mein Vater so hoch angesehen ist. Lord Kratos nennen sie ihn. Es stört mich nicht, ich kenne es nicht anders, so bin ich eben aufgewachsen.

Nachdem wir endlich an dem Haus von Lloyd ankamen ging ich als erstes in eine Ecke und setzte mich auf einen Stein. Ich verzog keine Miene, eine Eigenschaft die ich mir von meinem Vater angewöhnt habe. Während der Wind wehte und meine Haaren an meinen Wangen streichten, sah ich wie die Auserwählte in das Haus ging. Auch die anderen schienen sich alle zu unterhalten.
Mein erster Eindruck von Collete war nicht besonders gut, sie ist sehr tollpatschig. Und soetwas ist die Auserwählte. Sie soll die Welt retten.. Na Glückwunsch.., so in etwa sind meine Gedanken.
Was soll ich auch groß dazu denken, auf den Weg hierher ist das Mädchen mindestens 5 mal hingefallen oder ausgerutscht. Das tut ja schon weh, davon abgesehen das sie ein Jahr jünger ist als ich.
Ein Seufzen verließ meine Kehle, kurz darauf spürte ich eine Hand auf meiner Schulter, welche mich aus meinen Gedanken riss. Ich drehte meinen Kopf zu der Person hinter mir und erkannte im Mondlicht meinen Vater. „Willst du dich ausruhen?“, fragte er. Instinktiv schüttelte ich meinen Kopf. „Du hast deine Kräfte bereits ein Jahr, aber sie sind immernoch nicht ausgereift. Du musstest dich bisher noch nicht so verausgaben.“ „Ich weiß.“ „Übertreibe es nicht“, begann er. Er sah mich eindringlich an und fuhr leise fort: „Auch wenn du keinen Schmerz mehr spüren kannst, solltest du deine Grenzen kennen.“ Ich nickte nur darauf. „Aber ich kann doch überhaupt nicht mehr müde werden.“
Mein Vater lächelte mich an und antwortete: „Das  nicht, aber du kannst dennoch erschöpft sein.“ Bei diesem Satz sah er mich nicht mehr an sondern schaute zu der Auserwählten und Lloyd, die eben aus dem Haus gekommen sind. Auch mein Blick fiel auf die beiden.
Kurz darauf verabschiedeten sie sich voneinander und wir gingen zurück in das Dorf.  
Dort angekommen trennten sich die Wege, Slyphe, Raine und Genis gingen in ihr Haus und mein Vater und ich machten uns auf den Weg ins Gasthaus,  nachdem wir das blonde Mädchen zu Hause abgesetzt haben. Es durfte immerhin nicht auffallen das wir anders sind. Nachdem wir das Gasthaus betraten klärte mein Vater noch etwas ab und ich ging schon hoch in das Zimmer.
Wie von selbst ging ich zum Fenster und sah hinaus. Kurze Zeit später vernahm ich das knarren der Zimmertür, ich wusste das es nur mein Vater sein konnte und drehte mich deshalb nicht um. Stille, keiner von uns beiden sagte etwas. Mein Blick richtete sich nach einer Weile in den Himmel und wie von selbst öffnete ich das Fenster um diesen besser sehen zu können.
Erneut vernahm ich ein Geräusch, diesmal war es das knarren eines vermutlich alten Stuhles.
Wieder strich eine sanfte Brise meine Wange und ließ meine langen Haare etwas aufwirbeln.
Nach einiger Zeit unterbrach mein Vater das Schweigen: „Du solltest dich ausruhen, Serah.“ Schnell drehte ich mich um und sagte: „Aber es geht mir gut, ich bin weder erschöpft noch verausgabt.“ Mein Vater kann Wiederworte nicht leiden, wie auch in dieser Situation. Er sah mich ernst an, stand dann auf und im nächsten Moment kam er auf mich zu. Kratos nahm mich in den Arm und drückte mich fest an sich. „Ich finde es seltsam, ich schlafe doch eh nicht.“ „Du könntest dich dennoch ausruhen vorallem da du noch nicht im vollen Besitz deiner Kräfte bist. Dein Körper hat sich noch nicht an die Umstellung gewöhnt.“ Verdutzt sah ich ihn an. „Auch noch nicht, nach einem Jahr?“ Mein Gegenüber schüttelte den Kopf. „Das dauert etwas, mein Kind. Vielleicht 2-3 Jahre oder länger. Das kann ich dir nicht sagen.“ „Schade.. Ich hab nicht gewusst dass das so lange braucht.“ Kratos tätschelte mir den Kopf und lächelte dabei. Ich gab nach und legte mich hin, mein Vater löschte das Licht. Ich konnte die Grillen hören, welche die Stille unterbrachen. Innerlich fragte ich mich, ob es eine kalte oder warme Nacht war. Ab und an vermisste ich das Gefühl der Wärme und der Kälte. Ich schloss die Augen und genoss die Ruhe. Das ich nicht mehr schlafen kann und dennoch im Bett mit geschlossenen Augen liege empfand ich als merkwürdig.

Als ich am nächsten Morgen bemerkte, dass die Sonne aufging, schlug ich schlagartig meine Augen auf. Ich setzte mich auf und betrachtete den Raum, jedoch war ich allein. Auch das Fenster war geschlossen. Ich stand auf und ging zu diesem. Mein Blick richtete sich nach unten, dort sah ich meinen Vater stehen.  
Schnell eilte ich hinunter, nachdem er mich hörte sah er zu mir auf und machte ein fragendes Gesicht. „Seid wann bist du hier unten, Papa?“ „Schon eine Weile.“ „Wieso habe ich das nicht mitbekommen?“ Er schüttelte den Kopf. „Das weiß ich leider nicht, aber ich war auch ziemlich leise.“ „Oh“, sagte ich ungläubig.
„Guten Morgen.“, sagte eine Frauenstimme. Wir drehten uns um und sahen Raine und Sylphe. „Morgen.“, sagte ich höflicher Weise. „Dann wollen wir mal die Auserwählte abholen und uns auf die Reise machen.“
Gemeinsam gingen wir zum Haus der Auserwählten um mit der Reise zu beginnen.
Der Weg war nicht besonders lang und nach wenigen Minuten sind wir auch angekommen.
Das blonde Mädchen wartete bereits auf uns. Ich wusste von ihrem Schicksal und fragte mich wie sie dennoch so lachen konnte.

Nach der morgendlichen Begrüßung verließen wir Iselia und machten uns auf nach Triet. Der Weg war relativ ruhig. Hin und wieder begegneten uns einige Monster, aber diese waren schnell besiegt.
Die Auserwählte war beim Kämpfen allerdings keine besonders große Hilfe.
Ich sicher auch nicht, obwohl ich von meinem Vater trainiert worden bin, so habe ich nie echte Kämpfe ausgeführt. Nach einem Marsch von ungefähr 2 Stunden erreichten wir Triet, es war bereits Mittag und die Sonne stand am höchsten. Aus den Reaktionen von Colette und Raine entnahm ich, das es sehr warm sein musste. Wir gingen gemeinsam in das Gasthaus und unterhielten uns über das erste Siegel. „Die Ruinen von Triet...“, murmelte ich leise und unbewusst. „Du weist darüber Bescheid?“, sprach Raine mich an. Ihre Augen funkelten und  ich hatte ehrlich Angst das sie mich jeden Moment anspringen könnte. Ich wich etwas auf dem Stuhl zurück und rückte näher an meinen Vater.
Die Lehrerin fragte mich was ich über die Ruinen weiß und ich erzählte ihr alles Wissenswerte was ich darüber gelesen hatte. Ihrem Gesichtsausdruck nach zu urteilen, war sie positiv überrascht. „Wow, ich hätte nicht erwartet das du so viel darüber weist.“, begann sie und wandte sich anschließend Kratos zu: „Sie haben eine ausgesprochen intelligente Tochter.“
Mein Vater nickte darauf hin nur. Natürlich bin ich nicht auf den Kopf gefallen, immerhin hatte ich in Welgaia fast nichts zu tun und um  mir die Zeit zu vertreiben las ich eben Bücher. In der Bibliothek gab es eine Menge und auch zu Hause standen eine Menge rum. Ich habe jedes Buch mindestens 2 mal durchgelesen, allerdings würde ich das Raine nicht erzählen.
Während wir alle so am Tisch saßen und sich Sylphe ganz zurückzog kam einige Momente später Genis zu uns. Er wirkte panisch und war außer Atem. „Was ist passiert?“, fragte Colette.
Der Jüngere erzählte uns das Lloyd aus Iselia verbannt worden ist und nun von Desains eingesperrt wurden ist.
Rasch standen wir auf und folgen Genis, welcher uns zu einem Gebäude nahe Triet brachte.
Ohne große Worte stürmten wir dieses und erledigten so viele Desains wie möglich.
Slyphe steckte ihre klingen beiseite und auch mein Kampfstab erhielt durch einen Klick wieder in seine ursprüngliche Form und Größe, sodass ich diesen wieder an meiner Beinschnalle befestigen konnte. Kurze Zeit später fanden wir den Gesuchten auch schon, zusammen mit einigen Desains und einem anderen Halbelf. Dieser stellte sich als Botta vor, und musterte mich im nächsten Atemzug, kurz darauf auch meinen Vater. „Dieses Mal geb ich mich geschlagen.“, meinte er und verschwand. „Danke...“, gab Lloyd kleinlaut von sich. Leicht genervt sah ich zu ihm hin und beobachtete wie Colette sich ihm an den Hals wirft. „Hey, ehm.. Serah?“, sprach mich Slyphe an. Ich drehte meinen Kopf in ihre Richtung. „Hm?“, kam es von mir. „Wo hast du denn so kämpfen gelernt?“Alle sahen mich an. „Ich denke das kann ich dir in Triet auch noch erklären. Wir sollten ersteinmal von hier verschwinden.“ Alle stimmten mir zu und wir verließen das riesige Gebäude um zurück nach Triet zu gehen.
Erneut landeten wir im Gasthaus. Dort erklärte ich Slyphe das mich mein Vater trainierte. Sie bestand darauf das ich ihr Unterricht gab, allerdings lehnte ich ab. „Ich bin selber noch Schüler, aber ich denke nicht das Papa etwas dagegen hat gegen dich zu kämpfen. Du bist wirklich gut Syplhe.“ „Glaubst du? Danke. Ich habe mir alles selber beigebracht.“ Darauf lächelte ich nur. Irgendwie fing ich an, das Mädchen zu mögen.
Wir unterhielten uns noch eine Zeit lang, bis sie sich auf ihr Zimmer begab und sich ins das Bett legte.
Ich war die einzige die noch wach war und nutzte diese Chance meine Magischen Fähigkeiten weiter auszufeilen. So verließ ich das Gasthaus und ging in die Nähe der Stadtmauern. Ich achtete darauf das mich keiner sah und nach einem kurzen Blick in den Himmel bemerkte ich einige Vogelmonster. Meine Hand griff nach dem Kampfstab, holte ihn hervor um ihm im nächsten Moment auszufahren. Mit beiden Händen hielt ich ihn sicher vor meinem Gesicht. Ich konzentrierte mein Mana, unter meinen Füßen bildete sich ein Kreis und in diesem war ein Pentagramm zu erkennen. Ich fing an zu leuchten, doch ehe ich irgendeinen Versuch starten konnte die Zauberformel zu sprechen wurde ich unterbrochen. „Du bist noch nicht soweit, Serah.“ Erschrocken drehte ich mich um, zu der Stimme hinter mir. Durch das Mondlicht konnte ich erkennen, das es sich hierbei um meinen Kratos handelte. Ich  nahm meine Arme zur Seite und hielt meine Waffe sehr locker. „Du hast es mich nicht mal versuchen lassen...“ „Soll ich riskieren das du mir wieder zusammenbrichst, so wie nach dem Ritual und du morgen nicht in der Lage bist mit in den Tempel zu kommen?“ Seine Stimme klang streng mit einem Hauch Wut. „Nein...“, gab ich leise von mir. „Serah...“, meinte er besorgt, „Es ist nicht so das ich etwas dagegen habe wenn du diesen Zauber lernen willst, allerdings ist deine Kondition noch zu schwach. Der heutige Tag hat dich erneut eine Menge Kraft gekostet.“ „Ein wenig, zu Hause konnte ich ja auch nicht viel machen.“ „Eben. Du solltest die Dinge langsam angehen. Keine Sorge du lernst diesen Zauber schon noch, da bin ich mir sicher.“ Ich ging auf Kratos zu und legte meinen Kopf auf seine Schulter. „Und wenn es gar nicht besser wird..“ „Unsinn, es wird dir nur die erste Zeit so schwer fallen. Schau dich an, Serah, du bist zum ersten Mal außerhalb von Welgaia. Was hast du erwartet? Du warst die meitste Zeit zu Hause und hast gelesen.“ „Ja.. stimmt schon.. Tut mir leid, Daddy.“
In solchen Momenten frage ich mich immer, ob ich nicht eine Last für ihn bin. Es wäre vielleicht besser gewesen wenn ich zu  Hause geblieben wäre.
Ich bin einfach zu schwach, auch wenn es laut meinem Vater, sich bald ändern sollte.
Kurz darauf tätschelte er mir den Kopf und sagte: „Wenn du schon unbedingt üben magst dann..“ Ich ging einige Schritte zurück, wusste was nun passieren würde, und mein Vater zog sein Schwert. Ich nickte und machte mich ebenfalls Kampfbereit.
„Ehm.. Papa...“, begann ich. Doch er kannte mich zu gut und wusste was ich sagen wollte. „Keine Sorge, ich nehme mich zurück, solange bis du sagst ich soll es nicht mehr tun.“
Ich nickte und im nächsten Moment griff ich ihn an. Das Metall schlug aufeinander doch ich konnte dem Gegendruck nicht besonders lange stand halten und wurde leicht zurückgeworfen. Meine Reaktion war so gut das ich mich in der Luft noch so bewegen konnte um auf meinen Beinen zu landen. Ehe ich aufsah kam mein Vater auf mich zu doch ich wich aus und blockte seine Klinge ab.
Erneut hielt ich den Druck nicht aus, doch diesmal fiel ich zu Boden. Auf den Knien und zu Boden schauend hielt ich inne. Ich griff erneut nach meiner Waffe und stand ruhig auf. Mir war bewusst das mein Vater wartete und neugierig war was ich nun versuchen könnte. Ruhig drehte ich mich zu ihm doch ehe ich einen Angriff starten konnte wurden wir unterbrochen.
Ich sah zum Stadteingang und eine männliche Gestalt kam auf uns zu. „Das war echt klasse. Ich wusste gar nicht das ein Mädchen so kämpfen kann.“ „Was willst du damit sagen Lloyd?“, fragte ich den Braunhaarigen. „Nichts. Ich hätte nur nicht erwartet das du so viel kannst... immerhin...“ „Immerhin was?“ Langsam wurde ich ungeduldig. „Eh...“ „Immerhin bin ich so dünn und wirke so zerbrechlich? Ist es das was du sagen wolltest?“ „Ja..“, gab er zu. „Du solltest vielleicht hinter die Fassade sehen bevor du jemanden nach dem Aussehen beurteilst.“, meinte ich leicht angesäuert.
Mein Gegenüber sah mich schuldbewusst an und anschließend zu meinem Vater.
„Würden Sie auch gegen mich kämpfen?“, fragte er anschließend. Ich traute meinen Ohren nicht.
„Es ist okay, ich guck euch zu.“; meinte ich und ging zu einem Stein um mich darauf zu setzten.
„Halt dich nicht zurück, Kratos!“, meinte der Junge. Ein Lächeln konnte ich mir nicht verkneifen.
Ich glaube ja nicht das Lloyd eine Chance gegen meinen Vater hat und schon gar nicht wenn er sich nicht zurückhalten soll. Was denkt er sich denn nur dabei? Ich konnte beobachten wie Lloyd seine Zwillings- Schwerter aus der Schwertscheide zog und in Angriffsposition ging. Kurz darauf griff er meinen Vater an, dieser blockte den Angriff ganz gelassen und schlug den Braunhaarigen zurück. Dieser fiel zu Boden. Dieses Schauspiel wiederholte sich noch einige Male. Es war wirklich ein interessantes Bild. „Mach eine Pause.“, meinte mein Vater und kam auf mich zu. Ich sah zu ihm auf und anschließend zu Lloyd. Auch der eben genannte kam auf uns zu. „Ich gebe es ungern zu, aber Sie sind wirklich sehr stark.“
Klar was hast du denn auch erwartet von einem 'Söldner'. Das du ihm das Wasser reichen kannst?
Idiot...
, dachte ich.
Kurze Zeit später fiel mein Blick in den Sternenhimmel, eine Tatsache sie nicht unbemerkt blieb.
„Beobachtest du auch immer die Sterne?“, wurde ich gefragt. „Wenn sich die Gelegenheit dazu bietet, dann ja.“ Ich sah meinen Gesprächspartner an, dieser lächelte und sagte: „Ich tu das auch fast jede Nacht. Es erinnert mich an meine Kindheit, als meine Mutter noch lebte.“ Entsetzt sah ich ihn an. Die Tatsache das er ebenfalls keine Mutter hatte war wirklich ein Zufall. „Tut mir leid..“, meinte ich leise. Anschließend ging mein Vater in die Stadt und ließ uns allein zurück.
„Hey, Serah. Warum bist du mit deinem Vater unterwegs.“ Fragend sah ich Lloyd an. „Was meinst du?“ „Warum bist du ebenfalls ein Söldner, oder willst einer werden? Ist das dein Wunsch?“ „Oh, das meinst du. Ich hatte keine andere Wahl. Seitdem ich mich erinnern kann, gab es in meinem Leben nur Papa und mich.“ „Du hast keine Mutter?“ Traurig schüttelte ich mit dem Kopf. „Nein. Papa sagte sie wurde von Desains getötet während wir nicht zu Hause waren. Wir lebten außerhalb der Stadt und Papa hat mich vom Kindergarten abgeholt, nachdem wir zu Hause ankamen stand unser Haus in Flammen, so hat er es mir erzählt. Ich war 3 Jahre alt und erinnere mich nicht an diesen Vorfall. Und um Papa zu unterstützen  und um die zu beschützen die ich gern habe entschloss ich ihn zu begleiten. Er und ich sind ein gutes Team.“ Lloyd hörte mir aufmerksam zu und nickte im Anschluss. „Das stimmt. Ich habe euch beide kämpfen sehen. Ihr seid wie eine Einheit. Alles ist aufeinander abgestimmt. Das ist wirklich beneidenswert.“ „Danke. Auch wenn ich in den letzten Tagen mein Training etwas vernachlässigt hab.“ „Das holst du sicher nach.“
Ich lächelte mein Gegenüber an und fragte: „Was ist mit deinen Eltern?“ Stille. „Lloyd“, fragte ich leise. „Ich weiß nichts über sie. Diesen Exphere habe ich von meiner Mutter bekommen, sie wurde ebenfalls von Desains getötet als ich 3 war und meinen Vater habe ich nie kennengelernt. Dirk hat mich großgezogen.“ [i]Was für ein Zufall..[/i], dachte ich und stand auf. Allerdings wollten meine Beine mich nicht mehr tragen und ich brach zusammen. Lloyd fing mich auf und trug mich in die Stadt.
Ich spürte wie mein Exphere anfing zu leuchten. Um mich herum verschwomm alles. „Kratos!“, rief der Junge. Nach einigen Rufen kam dieser auch. Lloyd übergab mich an den Älteren und dieser trug mich in das Zimmer. „Auch du solltest dich ausruhen.“ „In Ordnung.“
Eine leichte Brise wehte und im selben Moment leuchtete der Cruix- Kristal an  meinen Körper stärker. Ich bekam keinen Ton heraus sondern lediglich ein keuchen.
Mein Vater trug mich in unser Zimmer und legte mich auf das Bett. Nach einem Jahr spürte ich wieder Schmerz. Ein Stechen gemischt mit einem Brennenden Gefühl. Ich spürte wie mein Körper verkrampfte. Reflexartig kniff ich die Augen zusammen.
„Beruhige dich, Serah.“ Papas Stimme klang besorgt und ich konnte ihm nicht antworten.
Er legte schützend eine Hand auf meine Schulter. Nach einigen Minuten, gefühlten Stunden, des Schmerzes kam ich wieder zu mir. Langsam öffnete ich die Augen und sah in die meines Vaters. Das mein Exphere immer noch leuchtete, beunruhigte mich. „Papa....“, begann ich. Dieser schüttelte allerdings mit dem Kopf. „Ruh dich aus.“ „Was ist mit dir?“, fragte ich eindringlich. „Nichts, es wäre vielleicht für dich besser gewesen das Ritual nicht zu machen.“ „Du weist genau was dann passiert wäre!“ „Ja...“ Ich wusste nicht warum, aber ich hatte das Gefühl das mein Vater etwas vor mir verheimlicht. Die Frage war was und warum, wir erzählten uns doch sonst immer alles.
„Papa, was ist passiert?“ „Du bist nun im Besitz deiner vollen Kräfte, aber übertreibe es am Anfang noch nicht. Durch die Anstrengungen die du erlebt hast, konnten sich deine Kräfte völlig entfalten und dein Körper hat sich nun komplett umgestellt. Allerdings solltest du deine schwache Kondition nicht außer Acht lassen und dich nicht überanstrengen.“ Langsam richtete ich mich auf und umarmte meinen Vater. „Tut mir leid, das ist alles meine Schuld.“ „Unsinn, Serah. Es war zu erwarten dass das noch passieren würde.“ „Ich hab dich lieb, Papa.“ Mein Kopf schmiegte sich an seinen Brustkorb und ich schloss die Augen. Ich spürte wie mein Vater seine Arme um mich legte und mich fest an sich drückte. „Ich dich auch, mein Kind.“ Wir verharrten noch eine Weile so, bis die ersten Sonnenstrahlen auf mein Gesicht fielen. Mir wurde bewusst das der neue Tag anbrach. Die Nacht war endlich vorrüber. Mein Vater und ich lösten die Umarmung und er legte mir noch eine Hand auf den Kopf während er fragte: „Hast du noch Schmerzen, Serah?“
„Nein, es ist alles okay.“ Ich sah auf den Stein, welcher an meinem Brustbein befestigt ist und bemerkte das er aufgehört hat zu leuchten. Alles kehrte zu seiner Normalität zurück.
Kratos erhob sich vom Bett und ging nach unten, ich tat es ihm gleich und gemeinsam warteten wir vor dem Gasthaus auf die anderen damit wir zum ersten Siegel aufbrechen konnten. Kurz nach uns kam Lloyd aus dem Gasthaus. Er lächelte mich an und fragte ob es mir wieder gut ginge. Als Antwort nickte ich. Nach dem Braunhaarigen folgten Genis und Raine. Wir warteten geduldig auf die Auserwählte und Sylphe.
Diese kamen einige Minuten später. „Guten Morgen!“, sagte Colette freundlich. Sie war gut gelaunt wie auch die Tage davor. Ich fragte mich immernoch wie sie so lachen konnte, vielleicht kann ich es auch  nicht verstehen da ich nie Freunde in meinem Alter hatte.
So gesehen hatte ich noch nie einen Freund gehabt. Meine einzige Vertrauensperson ist mein Vater. Er wusste das auch.
In meinem Leben gibt es keine andere Person der ich so nahe steht und anders herum.
Sylphe kam freudestrahlend auf mich zu um mich im nächsten Moment an die Hand zu nehmen. „Sieht so aus als würden wir heute zu dem ersten Siegel gehen, ich  bin so aufgeregt.“ „Ja, ich auch.“ „Woher weist du so viel über die Ruinen von Triet.“ „Ich hab einiges darüber gelesen.“, gab ich wahrheitsgemäß zu. „Oh, ich dachte nicht das du viel zum Lesen kommst...“ „Warum nicht?“ „Ich dachte du und dein Vater seid viel unterwegs.“ „Das stimmt schon, aber hin und wieder finde ich zu Hause Zeit zum lesen.“, erklärte ich.
„Sie haben wirklich eine wundervolle Tochter, Kratos. Ich sehe nicht oft Kinder in ihrem Alter die gern lernen und Bücher lesen.“, meinte Raine und schaute dabei zu Lloyd, „Nicht einmal Sylphe ist so besessen von Literatur und von Lloyd brauch ich gar nicht erst anfangen.“
Auf die Worte der Silberhaarigen lächelte mein Vater nur. War es ein Zeichen dafür das er Stolz auf mich ist oder das es ihm unangenehm ist das ich so in den Himmel gelobt wurde.
Um das Thema schnell zu wechseln meinte ich: „Wir sollten langsam los gehen, findet ihr nicht?“
Ein Nicken von allen anderen gleichzeitig war das Zeichen des Aufbruches.
Wir verließen gemeinsam die Stadt und gingen zu dem ersten Siegel, das Siegel des Feuers in den Ruinen von Triet.
 
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